Daniel Amartey (* 21. Dezember 1994 in Osu) ist ein ghanaischer Fußballspieler, der als Abwehr- und Mittelfeldspieler zum Einsatz kommt. Er spielte von 2016 bis 2023 bei Leicester City in der englischen Premier League und gewann mit dem Verein in der Saison 2015/16 zum ersten Mal die englische Meisterschaft. Mit der A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes wurde Amartey im Jahr 2015 Vize-Afrikameister.
Vereinskarriere Karrierebeginn in der Heimat und Sprung nach Europa Amartey wurde am 21. Dezember 1994 als Sohn eines TaxifahrersRahman Osman: From Ghana’s dusty pitches to Leicester’s green pitches – Daniel Amartey’s story. In: citifmonline.com (19. Januar 2016), abgerufen am 29. Mai 2016 (englisch). im zur ghanaischen Hauptstadt Accra gehörenden Stadtteil Osu In: ghanasoccernet.com (15. Januar 2016), abgerufen am 29. Mai 2016 (englisch). geboren und begann seine Fußballkarriere beim Lokalklub Zenaps FC aus Teshie, wenige Kilometer östlich von Accra.Who is DANIEL AMARTEY – From Grass TO GRACE. In: interalliesfc.com (22. Januar 2016), abgerufen am 29. Mai 2016 (englisch). Der Klub gehörte seinem Onkel Francis Amartey, der auch als Manager und Trainer des Klubs in Erscheinung trat. In weiterer Folge war er ab 2009 beim Accra Youth FC, der Nachwuchsabteilung des damaligen ghanaischen Zweitligisten Inter Allies FC, im Einsatz. Dort wurde er anfangs auf Mittelfeldpositionen ausgebildet und erhielt aufgrund seiner Passqualität und seiner Ballkontrolle einen auf Weltfußballer Zinédine Zidane bezogenen Spitznamen. Nachdem er aufgrund eines verletzungsbedingten Ausfalls eines Mitspielers in einer Begegnung in die Abwehrreihe wechseln musste, überzeugte der für seine Vielseitigkeit bekannte Daniel Amartey auch auf dieser Position und wurde fortan des Öfteren auf dieser eingesetzt, ehe er zur Stammkraft in der Innenverteidigung aufstieg. Nach zwei Jahren im Nachwuchs wurde er nach schneller Entwicklung unter dem technischen Direktor Willie Klutse im Jahre 2011 erstmals auch in der Herrenmannschaft des Vereins eingesetzt, wo er als 16-Jähriger auch von Magnus Pehrsson, der sich gerade auf einem Scoutingtrip durch Afrika befand, entdeckt wurde.
Nachdem Pehrsson im Mai 2011 Trainer der Djurgårdens IF Fotbollsförening geworden und dabei den bisherigen Trainer Lennart Wass abgelöst hatte, sicherte er sich die Transferrechte an Amartey, bis dieser seinen 18. Geburtstag feierte.Alexander Gjörup: In: dif.se (26. August 2011) (schwedisch). Während sein Mannschaftskollege Imoro Adams auf Leihbasis nach Schweden wechselte, war Amartey zu diesem Zeitpunkt noch zu jung für einen Wechsel, weshalb sich der Klub das Vorkaufsrecht sicherte.Daniel Amartey och Imoro Adam till Djurgården. In: fotbolltransfers.com (27. August 2011), abgerufen am 29. Mai 2016 (schwedisch). Bereits davor wurde er ab dem Jahre 2011 für kürzere Zeiträume an den Djurgårdens IF herangeführt, wobei er in den Jahren 2011 und 2012 mehrmals für den Nachwuchs und die U-21-Mannschaft der Schweden zum Einsatz kam, obwohl er selbst noch den Inter Allies, die erst 2013/14 in der ghanaischen Premier League teilnahmen, angehörte.David Bogerius: In: dif.se (27. August 2011) (schwedisch). In: dif.se (11. Juli 2012) (schwedisch). Erst etwa einen Monat nach seinem 18. Geburtstag schaffte Amartey den fixen Sprung nach Europa, wo er bei den Schweden einen Profivertrag angeboten bekam. Sein Pflichtspieldebüt gab er daraufhin am 3. März 2013 bei einem Spiel des schwedischen Fußballpokals 2012/13 gegen den Umeå FC in der Gruppenphase. In: dif.se (3. März 2013) (schwedisch).
Pokalfinalist in Schweden Zu seinem Ligadebüt in der Fotbollsallsvenskan kam der Ghanaer am 31. März 2013 im Erstrundenspiel gegen Helsingborgs IF, als er bei der 0:3-Niederlage die vollen 90 Minuten im defensiven Mittelfeld durchspielte.Allsvenskan: Helsingborgs IF mot Djurgården (3:0). In: svenskfotboll.se (31. März 2013), abgerufen am 4. Mai 2016 (schwedisch). Bei seinem dritten Ligaeinsatz, einer 0:4-Niederlage gegen den BK Häcken spielte Amartey zwar durch, erlitt im Spiel jedoch eine Jochbeinfraktur, bei einer weiteren Untersuchung stellte sich heraus, dass er zudem noch eine weitere Fraktur erlitten hatte. Daraufhin musste er sich entscheiden, ob er sich einer Operation unterziehen oder mit einer Gesichtsmaske spielen wolle; der Ghanaer entschied sich für Letzteres und die Maske wurde bei den einheimischen Fans zu seiner neuen Identität. Normalerweise hätte er die Maske nur einen Monat tragen soll, entschied sich aufgrund seiner nunmehrigen Popularität die Maske weiterhin zu tragen. Während seiner Zeit in Schweden trug er deshalb auch den Spitznamen The Mask.INTERVIEW: Daniel Amartey – The Masked Man of Djurgården [Part II] (englisch), abgerufen am 4. Mai 2016 Durch seine Leistungen in der Liga wurden auf Daniel Amartey diverse internationale Scouts aufmerksam; so wurde er unter anderem intensiv von den deutschen Klubs FC Schalke 04 und 1. FC Kaiserslautern beobachtet.Månsson: Nu har det vänt för Djurgården (schwedisch), abgerufen am 4. Mai 2016Han jagas av storklubbar (schwedisch), abgerufen am 4. Mai 2016 Nachdem er zwei Spiele aufgrund seiner Fraktur pausieren musste, trat er am 27. April gegen den Syrianska FC erstmals wieder in Erscheinung. Das Traineramt hatte mittlerweile das Interimstrainerduo Martin Sundgren und Anders Johansson übernommen, nachdem Pehrsson aus den ersten fünf Runden lediglich einen Punkt mitnehmen konnte. Unter dem Duo Sundgren/Johansson absolvierte er zwei der drei Ligapartien unter dessen Führung, wobei er in der einen Begegnung, in der er nicht eingesetzt wurde, aufgrund einer Beinverletzung pausieren musste. Mit den Interimstrainern gelang nach sieben sieglosen Meisterschaftsspielen im Spieljahr 2013 auch der erste Sieg.
In weiterer Folge wurde das Trainerduo durch Per-Mathias Högmo ersetzt, der Amartey anfangs weiterhin im defensiven Mittelfeld einsetzte, ihn aber im September 2013 weiter nach hinten reihte und ihn fortan als Stammkraft in der Innenverteidigung einsetzte. Bis zum Saisonende, als Djurgårdens IF auf dem komfortablen siebten Tabellenplatz rangierte, hatte es der ghanaische Defensivmann auf 23 von 30 möglichen Ligaeinsätzen gebracht, wobei ihm auch eine Torvorlage gelang. Zum Abschluss wurde der 18-Jährige von der Zeitung Expressen zum zehntbesten Spieler der Liga und von der Zeitung Aftonbladet zum achtzehntbesten Spieler der Liga gewählt.Här är allsvenskans 50 bästa spelare – år 2013 (schwedisch), abgerufen am 4. Mai 2016Allsvenskans 50 bästa spelare (schwedisch), abgerufen am 4. Mai 2016 Bis zum Pokalviertelfinale als Stammkraft im Einsatz, konnte er das Halbfinale gegen Örgryte IS aufgrund seiner Beinverletzung nicht bestreiten, war aber im anschließenden Endspiel gegen den IFK Göteborg wieder mit von der Partie. Nach einem frühen Göteborg-Treffer durch Tobias Hysén in der sechsten Minute erzielte Amartey in der 52. Minute den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer und schaffte es so mit dem Team über die Verlängerung bis ins Elfmeterschießen, wo der Djurgårdens IF allerdings mit 1:3 an den Göteborgern scheiterte.IFK Göteborg cupmästare efter straffar (schwedisch), abgerufen am 4. Mai 2016 Dies war zugleich auch sein erstes und einziges Pflichtspieltor für den Djurgårdens IF. Im Anschluss an die schwedische Meisterschaft war er unter anderem mit dem FC Liverpool im Gespräch für einen möglichen Wechsel in die englische Premier League.Djurgarden star Daniel Amartey confirms transfer talks with Liverpool (englisch), abgerufen am 4. Mai 2016 Ein Transfer nach England kam daraufhin jedoch nicht zustande.
Wechsel nach Dänemark Unter Per Olsson startete Amartey ins Spieljahr 2014 und wurde dabei bis Ende Mai in elf der zwölf bisherigen Ligaspiele als Stammspieler in der Innenverteidigung eingesetzt. Des Weiteren kam er bis zu diesem Zeitpunkt zu zwei Pokalspielen 2013/14, als Djurgårdens IF noch in der Gruppenphase ausschied. In dieser Zeit wurde er von diversen Klubs umworben, darunter der FC Red Bull Salzburg,Daniel Amartey im Visier, abgerufen am 4. Mai 2016 RB Leipzig oder der FC Kopenhagen. Mit 1. Juli 2014 trat daraufhin Amarteys Wechsel zum FC Kopenhagen, wo der Ghanaer zuvor bereits positive Probetrainingseinheiten absolviert hatte, in Kraft. Laut verschiedenen Berichten sollen die Dänen zwischen 1,8 und 2,5 Millionen Euro für den „afrikanischen Ausnahme-Abwehrspieler“ bezahlt haben.GoalSCOUT: Amartey ist Afrikas Ausnahme-Abwehrspieler, abgerufen am 4. Mai 2016 Mit den Kopenhagenern startete er darauf am 20. Juli 2014 in die neue Saison und gab unter Ståle Solbakken beim 0:0-Remis gegen den Silkeborg IF sein Pflichtspieldebüt. Auch Solbakken setzte ihn die meiste Zeit als Stammspieler über die volle Spieldauer ein. Unter dem ehemaligen norwegischen Nationalspieler nahm er mit dem FC Kopenhagen auch an der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League 2014/15 teil, wo sie Mannschaft Dnipro Dnipropetrowsk mit einem Gesamtscore von 2:0 aus Hin- und Rückspiel besiegte und erst in den anschließenden Play-offs gegen Bayer 04 Leverkusen ausschied. Bis dahin wurde Amartey in drei der vier Partien seines Teams eingesetzt und erzielte bei der 2:3-Hinspielniederlage gegen Leverkusen auch ein Tor. Als unterlegene Mannschaft der Play-offs durfte der FC Kopenhagen an der Europa-League-Gruppenphase 2014/15 teilnehmen. Die Stammkraft wurde dabei in der von September bis Dezember 2014 stattfindenden Gruppenphase in allen sechs Partien eingesetzt und steuerte weitere zwei Treffer bei. Mit der Mannschaft schied er jedoch als Letzter der Gruppe B vom laufenden Turnier aus.
In der Liga lief es für die Mannschaft rund um den ghanaischen Defensivakteur ebenfalls sehr gut; mit vier Punkten Rückstand auf den FC Midtjylland wurden der FC Kopenhagen Anfang Juni 2015 dänischer Vizemeister. Daniel Amartey wurde dabei in 29 der insgesamt 33 Ligapartien eingesetzt, erzielte drei Tore und legte ein weiteres für seine Mannschaftskameraden vor. In dieser Saison wurde er beinahe ausnahmslos im defensiven Mittelfeld eingesetzt und verbrachte nur selten Spiele in der gut besetzten Abwehrreihe, die über den gesamten Saisonverlauf nur 22 Treffer, die wenigsten Gegentreffer der Liga, zuließ. Auch im dänischen Fußballpokal 2014/15 verlief es für den FC Kopenhagen nach Vorstellung, wobei die Löwen bis ins Finale vordrangen und dort die Wikinger des FC Vestsjælland im Elfmeterschießen besiegten. Der mittlerweile als ghanaischer A-Nationalspieler in Erscheinung Defensivakteur wurde dabei, bis auf das erste Spiel, als er auf der Ersatzbank saß, in allen Spielen des FC Kopenhagen eingesetzt und steuerte im Endspiel eine Vorlage bei. In weiterer Folge wurde der mit dem Verein dänischer Vizemeister und Pokalsieger gewordene Ghanaer weiter von diversen europäischen Großklubs umworben. Zu einem Vereinswechsel in der Sommerpause 2015 kam es daraufhin allerdings nicht.
Saisonstart mit dem FC Kopenhagen und Wechsel nach England