Hermann Schmiechen (* 22. Juli 1855 in Neumarkt; † 8. Oktober 1923 in BerlinStA Charlottenburg 1, Sterbeurkunde Nr. 740/1923) war ein deutscher Maler und Porträtist.

Leben In Neumarkt in Schlesien geboren,Hermann Schmiechen, auf Genealogie von Heidermanns, abgerufen am 3. Mai 2016 ging Hermann Schmiechen 1872 nach Breslau an die Königliche Kunst- und Gewerbe-Akademie und wurde Schüler von Albrecht Bräuer.Massimo Introvigne: Painting the Masters. The Mystery of Hermann Schmiechen (PDF; 15 MB) cesnur.org Ein Jahr später, im Jahre 1873, folgte er dem Ruf der Düsseldorfer Malerschule und wurde Schüler von Eduard von Gebhardt und Julius Roeting an der Kunstakademie DüsseldorfKünstlerliste der Düsseldorfer Malerschule. „Hermann Schmiechen, Studium Kunstakademie, Aufenthalt 1874–1878, Lehrer E. v. Gebhardt, J. Roeting“. (PDF) und Mitglied im Künstlerverein Malkasten. Bestandsliste Malkasten-Archiv. 1876 ging er zu einem Studienaufenthalt an der Académie Julian nach Paris. Zurück in Düsseldorf wurde Schmiechen zu einem gesuchten Bildnismaler und wohnte im Haus der Witwe Sophie Hasenclever in der Goltsteinstraße Nr. 24.Schmiechen, Maler, Goltsteinstraße 24. In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf für 1882.

mini|hochkant|Prinzessin Mary Adelaide, Herzogin von Teck, 1882

1881 wurde Schmiechen, fast zeitgleich mit Karl Rudolf Sohn, auf Einladung der Königin Victoria, an den Kensington Palace nach London berufen, wo er Porträts der englischen Aristokratie fertigte. Der Maler August Becker hatte seinen Künstlerkollegen bei Hofe empfohlen.„Ton und Licht“ (PDF), Katalog zur Ausstellung der Prinz-Albert-Gesellschaft und der Fachhochschule Coburg „Prinz Albert – Ein Wettiner in Großbritannien“, Coburg, 2003, S. 15–16. In den folgenden Jahren von 1884 bis 1895 folgten Ausstellungen im Rijksmuseum Amsterdam,Schmiechen, Hermann, Katalog 326, Kinderporträt. RKD – Niederländisches Institut für Kunstgeschichte in der Royal Academy of Arts London, Liverpool und Manchester.

Im April 1883 hatte Hermann Schmiechen in Düsseldorf Antonia (Antonie) Gebhard (* 1862), Tochter eines Fabrikanten und Teilhabers der Seidenweberei Gebhard & Co. aus Elberfeld, geheiratet.B. Koerner, E. Strutz: Bergisches Geschlechterbuch. 3 (DGB 83). Görlitz 1935, S. 26, 581 (heidermanns.net, Georg Julius Eduard Gebhard (1836–1923), Fabrikant, Teilhaber des Hauses „Gebhard & Co.“). Die Ehe wurde später geschieden. In London malte Schmiechen im Sommer 1884 Helena Petrovna Blavatsky und unter ihrer Anleitung die aufgestiegenen Meister der Weisheit Morya (Meister M, El Morya Er) und Koot Hoomi (Meister KH, Kuthumi Lal Singh).Peter Mt. Shasta: Abenteuer eines Westlichen Mystikers. Band 2: Im Dienst der Meister. Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7392-0592-2, S. 292–293.Laura C. Holloway: The Mahatmas and Their Instruments Part II. Madame Blavatsky and the Masters. Mahatma Portraits and Their Painter. In: The Word. New York, Juli 1912, S. 200–206 (englisch, blavatskyarchives.com) Helena Blavatsky selbst, Patience Sinnett (1844–1908), die Gattin des Alfred Percy Sinnett, Laura Holloway-Langford (1843–1930), Mohini Mohun Chatterji (1858–1936) und weitere Mitglieder der anglo-indischen Theosophischen Gesellschaft hatten sich oft in seinem Londoner Atelier versammelt. 1885 im Haus des Gustav Gebhard in Elberfeld, dem Sitz der Theosophische Societät Germania entstand ein weiteres Porträt der Helena Blavatsky, so wie auch der Mary Gebhard, einer geborenen L’Estrange (1832–1892). Gustav Gebhard hatte Blavatsky zur Erholung nach Elberfeld eingeladen und sie brachte eine Reihe von englischen und indischen Theosophen mit.Rolf Speckner: Helena Blavatski in Deutschland 1884–1887.

Reisen führten ihn nach Griechenland und Frankreich, wo auch einige Landschaftsgemälde entstanden. Seit 1901 war Hermann Schmiechen in Charlottenburg tätig und wohnte in der Kantstraße 152. (Anmerkung: nach 1923 gibt im Adressbuch für Berlin keinen Eintrag für Hermann Schmiechen mehr.) Nach seinem Tod verkaufte der Okkultist, Spiritist, Theosoph und esoterische Schriftsteller Leopold Engel Christusbilder, deren Vervielfältigungsrecht ihm der verstorbene Maler Hermann Schmiechen übertragen hatte.

Werke (Auswahl)

Opernsängerin Lillian Nordica, 1878 Porträt der Tochter von Nicolaus Otto, 1879 Porträt einer Dame, um 1880Bildnis einer Dame, »Irmgard«. Nationalgalerie (Berlin) Junge Patricierin, 1881 Königliche Hoheit Prinzessin Mary Adelaide, Herzogin von Teck, 1882 Friederike von Hannover und Cumberland, Freifrau von Pawel-Rammingen, 1884Hermann Schmiechen: Abbildung der Princess Frederica of Hanover, Baroness von Pawel-Rammingen (1848–1926), in the collection of Queen Victoria. Royal Collection Trust Bedenkliche Zeichen, 1886Bedenkliche Zeichen, Katalog Nr. 327, Rijksmuseum Amsterdam, 1886. Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie Margaret McEwan, The Honourable Mrs Ronald Henry Fulke Greville, 1889 John Osborne Sargent (1811–1891), 1889Rechtsanwalt, Autor, Herausgeber John Osborne Sargent, von Hermann Schmiechen, 1889. harvardartmuseums.org. Turtelndes Liebespaar am Fenster, 1895 Auktionshaus Michael Zeller Dame mit Rosenkorb, 1895, Deutsch-Nationale Kunstausstellung Düsseldorf, 1902Dame mit Rosenkorb. BeyArs.com Salome (Flora), um 1900. Selling Antiques. Eleonore Fürstin von Schönburg-Waldenburg, Prinzessin von Sayn-Wittgenstein-Berleburg, 1908 Ernst von Leyden, 1909 Mary Grant Carmichael Countess of Cottenham Margaret (Anderson) (1863–1942), The Honourable Mrs Ronald, Later Dame Margaret Julia Elizabeth Ripley (1829–1867), Frau von Richard H. Howard Reverend Richard Howard (1813–1890)

Literatur

C. G. Röder (Hrsg.): Das geistige Deutschland am Ende des XIX, Jahrhunderts. Die bildenden Künstler. Band 1. Leipzig 1898, S. 613. Friedrich Jansa: Deutsche bildende Künstler. Leipzig, 1912, S. 528 ff. J. Johnson, A. Greutzner: The Dictionary of British Artists 1880–1940. Woodbridge (Suffolk) 1976, ISBN 978-0-902028-36-4, S. 449. Ursula Keller, Natalja Sharandak: Madame Blavatsky: Eine Biographie. Insel Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-458-17572-8, S. 188, S. 223 f. Massimo Introvigne: Painting the masters in Britain – From Schmiechen to Scott (chapter 11). Christine Ferguson, Andrew Radford: The Occult Imagination in Britain, 1875-1947. Routledge, Oxon / New York NY 2018, ISBN 978-1-4724-8698-1, S. 206–226.

Weblinks

Hermann Schmiechen. RKD Hermann Schmiechen. artuk.org; abgerufen am 3. Mai 2016 Hermann Schmiechen. Artnet

Einzelnachweise

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