Haundorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Herzogenaurach im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Haundorf hat eine Fläche von 6,977 km². Sie ist in 1320 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5285,97 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Beutelsdorf und Herzo Base (zum Teil).

Geographie Das Kirchdorf liegt 3,5 km nordöstlich der Kernstadt Herzogenaurachs, unmittelbar an der östlich vorbeiführenden Autobahn Bundesautobahn 3. Er wird von West nach Ost vom Bimbach durchflossen, der am westlichen Ortsrand von Norden her auch den Bimbachgraben als Vorfluter aufnimmt. Dieser speist die zahlreichen Haundorfer Teiche und einige weitere Fischweiher in Ortsnähe. Im Südwesten grenzt das ehemalige Kasernengelände der US Army an, das heute von Adidas genutzt wird. Ansonsten ist der Ort unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Im Norden wird die Flur Kupferberg genannt, im Südosten Im Kleinen Reisig. 0,5 km westlich liegt das Waldgebiet Im Schwarz.

Geschichte Die Flurverfassung und die Anlage als Straßendorf weisen auf eine späte Gründung wohl im 11./12. Jahrhundert hin. Lehnsherr war das Hochstift Bamberg. 1414 wurde der Ort als „Hawndorff“ erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde wurde bezeugt, dass der Nürnberger Patrizier von Ebner drei Güter zu Lehen erhielt. Im 14./15. Jahrhundert war der gesamte Ort als Lehen an Nürnberger Patrizier vergeben. 1441 gehörten elf Anwesen den von Schürstab. In späterer Zeit fielen die Lehen wieder an das Hochstift heim.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 119 = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 75.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Haundorf aus 21 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Herzogenaurach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Herzogenaurach. Grundherren waren das Kastenamt Herzogenaurach (8 Höfe, 2 Halbhöfe), Nürnberger Eigenherren (von Ebner: 1 Halbhof, 1 Gütlein, von Kreß: 1 Gut), das Rittergut Heroldsberg (2 Halbhöfe) und das Rittergut Wilhermsdorf (2 Güter).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 67. Angaben zur Grundherrschaft sind unvollständig.

1810 kam Haundorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Herzogenaurach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Haundorf, zu der Beutelsdorf gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden drei Anwesen dem Patrimonialgericht Heroldsberg (bis 1848) und zwei Anwesen dem PG Wilhermsdorf (bis 1839). Am 1. Oktober 1847 wurde die Finanzverwaltung vom Rentamt Herzogenaurach übernommen.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 142. Ab 1862 gehörte Haundorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in das Finanzamt Herzogenaurach umgewandelt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,682 km².

Der Ort war überwiegend durch Forst-, Land- und Fischwirtschaft geprägt und blieb in der Größe bis in die 1940er Jahre. Im Zweiten Weltkrieg gab es im Dorf keine nennenswerten Schäden, wenn man von etlichen Flugzeugabstürzen abgeschossener alliierter Bomber auf die umliegenden Agrarflächen absieht. Zum Kriegsende und in der Nachkriegszeit litt man allerdings unter den häufigen Einquartierungen und die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft an. In den 1960er Jahren setzte ein Bauboom ein; landwirtschaftliche Flächen wurden aufgelassen und die Siedlungsfläche von ehemals 2,5 Hektar verzwölffachte sich in den folgenden Jahrzehnten auf heute über 30 ha.

Am 1. Januar 1974 wurde Haundorf mit Beutelsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Herzogenaurach eingegliedert.

Baudenkmäler In Haundorf gibt es acht Baudenkmäler: Haundorfer Straße 6: katholische Kuratiekirche St. Marien Haundorfer Straße 28, 29: Wohnhäuser Haundorfer Straße 32: Wohnstallhaus Bildstock, Wegkapelle, Martersäule und Steinkreuz

Einwohnerentwicklung Gemeinde Haundorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 225 265 296 293 290 272 278 279 291 297 277 293 288 285 299 299 304 316 330 497 498 491 396 427HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 33 49 54 54 54 51 56 64 Quelle Für die Gemeinde Haundorf zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Beutelsdorf (S. 9).

Ort Haundorf Jahr 1818 1829 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2016 2019 2023Einwohner 159 187 201 184 193 194 194 329 258 259 487 701 752 763Häuser 23 24 34 34 31 35 41 115 Quelle Haundorf 1833 im Erzbistum Bamberg

Religion Haundorf ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Magdalena (Herzogenaurach) gepfarrt.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 67. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind in die Evangelische Stadtkirche (Herzogenaurach) gepfarrt.

Verkehr 3 km südlich befindet sich die Anschlussstelle 82 Erlangen-Herzogenaurach zur A3. Der ÖPNV bedient Haundorf mit einer Linie. 3 km westlich liegt der Flugplatz Herzogenaurach und 4 km östlich besteht im Hafen Erlangen am Main-Donau-Kanal ein Anschluss an das europäische Wasserstraßensystem.

Die Kreisstraße ERH 3/ER 1 verläuft die Staatsstraße 2244 kreuzend nach Herzogenaurach (3,5 km südwestlich) bzw. nach Häusling (1 km östlich). Die Kreisstraße ERH 25 verläuft nach Beutelsdorf (1,7 km westlich) bzw. die St 2244 kreuzend nach Niederndorf (3 km südlich).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Herzogenaurach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt