Carl Christian von Sommerfeldt, modernisiert Karl Christian von SommerfeldGeorg Schnath; Geschichte Hannovers im Zeitalter der neunten Kur und der englischen Sukzession 1674-1714, Band 4: Georg Ludwigs Weg auf den englischen Thron, Hildesheim: Lax, 1982, ISBN 978-3-7848-2404-8, S. 641; , (* 15. Oktober 1650Antonio Schmidt-Brentano: Kaiserliche und k.k. Generale (1618-1815), Österreichisches Staatsarchiv, Wien 2006; † 15. Oktober 1711 in Hameln) war ein braunschweig-lüneburgischer Generalfeldzeugmeister und Obrist über die kurfürstliche Garde zu Fuß. Herkunft Sein Vater war der Erbherr auf Vargula und kurbrandenburgischer Generalwachtmeister von der Infanterie Andreas von Sommerfeld († 10. September 1681) und dessen Ehefrau Anna Catharina Peltzer († 1. November 1695). Sein Frau war die Tochter des brandenburgischen Landrats Joachim von Peltzer und der Sophie von Schoenermark.

Leben Er stammte aus der deutschen Adelsfamilie Sommerfeldt, die sich in der Regel traditionell selbst mit -dt am Schluss schrieb, von anderen jedoch meist nur mit -d geschrieben wurde. Die Familie war u. a. im sächsisch-thüringischen Raum ansässig. Zu ihren wichtigsten Besitzungen zählte das Rittergut Großvargula im Erfurter Gebiet. Dieses Gut befand sich inmitten des kurmainzischen Amtes Vargula, war aber von alters her ein Lehen der Wettiner und wurde bis 1657 vom jeweiligen Kurfürsten von Sachsen vergeben. Durch das Testament von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen entstand u. a. auch die Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels, die nun das Lehen über Großvargula vergab. In dieser Zeit war Carl Christian von Sommerfeldt aktiv, dessen Vorfahren von den Herren von Creutzburg das Rittergut Großvargula erhalten hatten. Aufgrund der entlegenen und besonderen Lage erreichten sie die Umwandlung von einem amtssässigen, in das Amt Langensalza gehörigen Rittergutes in ein schriftsäßiges Rittergut, das direkt der landesherrlichen Kanzlei unterstand.

Carl Christian von Sommerfeldt schlug wie viele seiner Familienangehörigen eine militärische Laufbahn ein, zumal sein Vater selbst den Dienstgrad eines Generals erreicht hatte. 1679 kam er als Oberstleutnant aus dem osnabrückischen in den hannoverschen Dienst. 1685 kommandierte er in Ungarn das Infanterie-Regiment von Röbbig und wurde zwei Jahre später Chef des Regiments. 1690 wurde er Generalmajor und befehligte 1693 die braunschweig-lüneburgischen Truppen in Ungarn, welche er auch beim erfolglosen Sturm auf Belgrad anführte. Im darauffolgenden Jahr hatte er das Kommando über die Truppen am Rhein und von 1695 bis 1697 und erneut von 1702 bis 1704 in den Niederlanden. 1695 war er zum Generalleutnant gefördert worden und wurde 1704 Generalfeldzeugmeister. Beim Sturm auf das französisch besetzte Lüttich wurde er am 23. November 1702 verwundet. Wegen einer Auseinandersetzung mit dem Generalmajor Cuno Josua von Bülow wurde er am 2. April 1704 abberufen, welcher seine Nachfolge antrat.

Um sich und seine Familie finanziell abzusichern, kaufte er 1695 seinem Bruder Caspar Friedrich von Sommerfeldt dessen Hälfte vom ererbten väterlichen Rittergut Großvargula ab. mini|Schloss Großvargula, errichtet vom Sohn Georg Friedrich von Sommerfeldt Nach seinem Tod 1711 – er starb an seinem 61. Geburtstag – hinterließ er aus der Ehe mit Hedwig von Berlepsch († 10. Mai 1711) aus dem Haus Uxleben die beiden Söhne Georg Friedrich und Ernst Carl von Sommerfeldt, von denen letztendlich der Ältere das väterliche Gut übernahm und dort 1728/29 das noch heute vorhandene barocke Gutshaus errichtete. Familie Sommerfeldt heiratete Hedwig von Berlepsch († 10. Mai 1711) aus dem Haus Uxleben, Tochter von Otto Willibald von Berlepsch und Christiane Sybille von Taube. Das Paar hatte mehrere Kinder: Carl Wilhelm (* 13. Januar 1678; † 1693), verstorben in Ungarn Ernst Andreas (* 24. September 1679; † vor 1747) Christian Friedrich (* 11. November 1781; † 13. August 1704), gefallen als Hauptmann in Höchstädt Johanna Katharina (* nach 20. Juli 1684) Hedwig Auguste (* 26. August 1685) ⚭ Christian Ferdinand von Goldacker (* 15. Juni 1674; † 13. Mai 1715) Georg Friedrich (* 19. März 1687; † 11. Oktober 1760) ⚭ 1718 Charlotte Eleonore Isabella von Hammerstein (* 1700), Tochter von Christian Ludolph (1646–1728) Carl Heinrich († 5. September 1691) Ernst Karl († 23. Mai 1715), Fähnrich

Literatur Neues vaterländisches Archiv, 1828, S. 211 Antonio Schmidt-Brentano: Kaiserliche und k.k. Generale (1618-1815), Österreichisches Staatsarchiv, Wien 2006 ( PDF, abgerufen am 24. April 2016) Militär-Wochenblatt, S. 250 Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 250 Nr. 20 Der Deutsche Herold, Bände 15 – 17, 1884, S.48 Stammreihe

Einzelnachweise

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