mini|Martin-Luther-Platz mit Blick auf St. Gumbertus, Stadthaus, Markgraf-Georg-Brunnen und Rathaus mini|hochkant|Fränkische Rezat in Ansbach, entlang der Residenz

Ansbach () ist eine kreisfreie Stadt in Bayern und zählt zur Planungsregion Westmittelfranken und Metropolregion Nürnberg. Sie ist Sitz der Regierung und der Bezirksverwaltung von Mittelfranken sowie des Landratsamtes Ansbach.

Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg am Zufluss des Onolzbachs in die Fränkische Rezat, die letztlich zum Main entwässert. Sie ist nach Fläche hinter München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt die fünftgrößte kreisfreie Stadt des Freistaates Bayern.

Nachbargemeinden Die an das Stadtgebiet angrenzenden Gemeinden liegen alle im Landkreis Ansbach:

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Ansbach hat 54 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dort 55 Gemeindeteile, da der Gemeindeteil Ansbach zweimal aufgelistet wurde.

Die Galgenmühle und Kammerforst sind mittlerweile in dem Gemeindeteil Ansbach aufgegangen, die Hammerschmiede in dem Gemeindeteil Wallersdorf, Kaltengreuth und Pfaffengreuth in dem Gemeindeteil Eyb. Ansbach bildet mit Eyb, Hennenbach, Neuses und Schalkhausen eine geschlossene Siedlung.

Die Orte Aub, Käfermühle, Mittelmühle und Obermühle zählen zum Gemeindeteil Käferbach, die Brodswindener Mühle zu Brodswinden, die Höfstetter Mühle zu Höfstetten, die Neudorfer Mühle zu Neudorf, die Untereichenbacher Mühle zu Untereichenbach, die Wasserzeller Mühle zu Wasserzell, Ober- und Unterdautenwinden sowie die Höfstetter Mühle bilden den Gemeindeteil Dautenwinden.

Auf dem Gemeindegebiet befanden sich die Orte Fallhaus, Voggenhof, Voggenmühle, Weidenmühle und Ziegelhütte. Sie sind mittlerweile allesamt Wüstungen.

Das Gemeindegebiet ist in den Gemarkungen Ansbach, Bernhardswinden, Brodswinden, Claffheim, Elpersdorf b.Ansbach, Eyb, Hennenbach, Neuses und Schalkhausen aufgeteilt. Die Gemarkung Ansbach hat eine Fläche von 16,970 km². Sie ist in 8418 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2015,94 m² haben.

Klima Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich Ansbach in der kühlgemäßigten Klimazone. Dabei liegt der Ort im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.

Geschichte Ortsname Der Ortsname ist belegt als Onoltesbach (um 790), Onoltespah (837), Onoldesbach (1141), Onoldsbach (1230), Onelspach (1338), Onsbach (1508) und Onolzbach (1530) oder Ansbach (1732).Reitzenstein, S. 25. Eine weitere historische Schreibweise ist Anspach, der lateinische Name lautet Onoldium.Heinz Bischof, Wilhelm Sturmfels: Unsere Ortsnamen. Im ABC erklärt nach Herkunft und Bedeutung. Dümmler Verlag, Rastatt 1961, S. 19. Im ostfränkischen Dialekt lautet die Aussprache Anschba.Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. 1955, S. 39.

Der Name verweist auf den Gewässernamen Onoldisbach (der heutige Onolzbach) mit dem althochdeutschen pah bzw. bach für Bach, kleiner Wasserlauf und dem Personennamen Onold. Die alte Ortsnamensform „Onolzbach“ erhielt sich in der Titulatur im Fürstentum Ansbach, etwa als „fürstlich Brandenburgischer, Onolzbachischer und Culmbachischer Hofrat“, so etwa für August Ludwig Schott.August Ludwig Schott: Einleitung in das Eherecht zu akademischem und gemeinnützlichem Gebrauch. Felßeckersche Buchhandlung, Nürnberg 1786, Titelblatt.

Mittelalter bis 17. Jahrhundert mini|hochkant|Gumbert von Ansbach

Im Jahre 748 wurde im Mündungswinkel des Onoldsbaches zur Rezat vom fränkischen Edelfreien Gumbert ein Benediktinerkloster gegründet; vom heute meist Onolzbach geschriebenen Rezatzufluss ist der spätere Name Ansbach abgeleitet. In den folgenden Jahrhunderten wuchsen das Kloster und die daneben liegende Siedlung zu einer Stadt zusammen. 1139 wird erstmals die Stadtkirche St. Johannis urkundlich erwähnt. 1221 wurde der Ort das erste Mal als Stadt erwähnt.

mini|hochkant|Wappen derer von Dornberg

Die Verwaltungs- und Herrschaftsgeschichte des Klosters und der Stadt Ansbach liegt weitestgehend im Dunkeln. In einigen Quellen wird die Vermutung aufgestellt, dass die Ahnen der Eyb einige der Klostervögte stellten.Erwähnung der Eyb, S. 61.

In den Jahren zwischen 1144 und 1157 wurden die Herren von Schalkhausen und Dornberg, erstmals erwähnt am 18. Oktober 1144 in einer Urkunde von Bischofs Embrico von Würzburg als Geschlecht namens „Scalchusen“, von den Bischöfen von Würzburg mit der erblichen VogteiJenaische allgemeine Literatur-Zeitung, Band 61, S. 431 - Die Vögte (Advocaten) von Dornberg. über Kloster und Stadt Ansbach sowie das ganze Umland inklusive Liegenschaften belehnt. Die Sitze des Adelsgeschlechts waren die Burgen Schalkhausen und Dornberg. Das Wappen von Schalkhausen erinnert an die frühere HerrschaftErwähnung des Wappens der Vögte von Schalkhausen und Dornberg, S. 65. und auch die Form des Ansbacher Stadtwappens wurde an das Wappen der Dornberg angelehnt.

Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Dornberg im Jahr 1288 endete die Schirmvogtei und Ansbach kam auf dem Erbwege an Ludwig von Oettingen, der mit einer Tochter von Wolfram von Dornberg verheiratet war.Erwähnung der Ehe des Ludwig von Oettingen, S. 17. 1331 verkaufte Ludwig von Oettingen diesen Besitz an Friedrich IV., den damaligen Burggrafen von Nürnberg.Urgeschichte der Stadt und des ehemaligen Fürstenthums Ansbach (1868); Jacobi, Friedrich, ab S. 62.Franconia – Beiträge zur Geschichte, Topographie und Litteratur von Franken, Ansbach 1813, Band 2.

Ab 1385 (bis 1791) war Ansbach die Haupt- und Residenzstadt verschiedener zollerscher Herrschaftsbereiche. Als die Hohenzollern 1415 (unter Friedrich I.) zu Kurfürsten von Brandenburg aufstiegen, wurde Ansbach nicht mit Brandenburg vereinigt, sondern blieb als Brandenburg-Ansbach unabhängig. Nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde ist in Ansbach seit 1342 ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das sich nordöstlich der Stadt im „Wolfstal“ befand. Es wurde als „Feldsiechenspital“ und „Siechenhaus“ bezeichnet.Siehe

Von 1523 bis 1603 waren die Markgrafen von Ansbach auch Herzöge von Jägerndorf.

18. Jahrhundert mini|Karte der Residenzstadt Ansbach im 18. Jahrhundert

1732 erscheint erstmals der Name Ansbach, davor hieß die Stadt Onoltzbach und im 18. Jahrhundert waren zeitweilig beide Namen gleichzeitig gebräuchlich.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ansbach 854 Anwesen (Oberes Viertel: 88, Schloss-Viertel: 82, Herrieder Viertel: 148, Obere Vorstadt: 149, Schloss-Vorstadt: 77, Herrieder Vorstadt: 224, die Neue Auslage: 86). Die meisten Anwesen hatten den Ansbacher Rat als Grundherrn. Außerdem waren noch das Stiftsamt Ansbach und das Hofkastenamt Ansbach begütert. Daneben gab es noch einige Freihäuser.M. Jehle, Bd. 2, S. 828–834.

1791 verzichtete der letzte Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach gegen eine jährliche Leibrente auf sein Herrschaftsgebiet und trat seine beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Preußen ab, um fortan mit seiner zweiten Frau Elizabeth Craven in England im damaligen Königreich Großbritannien zu leben und sich dort der Pferdezucht zu widmen.

Im Jahre 1796 wählte Maximilian Joseph, Herzog von Zweibrücken und bayerischer Kurprätendent, Ansbach zu seiner Exilresidenz, nachdem Zweibrücken von Frankreich besetzt worden war. Preußen hatte sich 1795 im Frieden von Basel vom Reichskrieg gegen das revolutionäre Frankreich zurückgezogen und seine Neutralität erklärt. Damit war das preußische Ansbach ein sicherer Zufluchtsort. Maximilian von Montgelas entwickelte dort für seinen landlosen Fürsten Maximilian Joseph ein umfassendes Konzept einer künftigen radikalen politischen Neugestaltung Bayerns. Die Denkschrift wurde durch Eberhard Weis als Ansbacher Mémoire ediert.Eberhard Weis: Wissenschaftliche Edition des Ansbacher Mémoire (Übersetzung: Das Ansbacher Mémoire) Nach dem Erbfall von 1799 und dem Regierungsantritt des bayerischen Kurfürsten Maximilian IV. Joseph und späteren (ab 1806) Königs Max I. Joseph wurde das Ansbacher Mémoire zur konzeptuellen Grundlage des modernen bayerischen Staates.

Fayence-Manufaktur Ansbach

Dank eines 1709 von Markgraf Wilhelm Friedrich erlassenen Privilegs produzierte die Fayence-Manufaktur Ansbach ab 1710. Zunächst (bis etwa 1725) übernahm Ansbach das blauweiße Dekor aus Rouen, später erweiterte man die Palette um Mangan, Grün und Gelb. Unter J. G. Ch. Popp gelang das Kopieren des chinesischen Dekors der Grünen Familie – dies machte Ansbach berühmt. Besonders kostbar sind die Stücke dieser Familie und kalt bemalte Stücke mit Kirschblüten und Vögeln in Reliefdekor. Die Manufaktur bestand mit einer kurzen Unterbrechung 1806/1807 bis 1839.

19. Jahrhundert Die beiden Landesteile fielen an das 1806 gegründete Königreich Bayern, zunächst (mit Besitzergreifungspatent vom 20. Mai 1806„Besitz-Ergreifungs-Patent für die Markgrafschaft Ansbach“ vom 20. Mai 1806) das Ansbacher Gebiet im Austausch für das wittelsbachische Herzogtum Berg, 1810 auch das zwischenzeitlich französisch verwaltete Bayreuther Teilfürstentum.

Ansbach wurde Hauptstadt des 1806 gebildeten Rezatkreises. Mit dem Gemeindeedikt (1808) wurde das Polizei-Commisariat Ansbach gebildet (ungefähr vergleichbar mit den heutigen Kreisfreien Städten). Zu diesem gehörten noch die Orte Fallhaus und Ziegelhütte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Ansbach zum Magistrat I. Klasse erklärt.

Im Jahr 1833 wurde das berühmte Findelkind Kaspar Hauser in Ansbach begraben.

Mit der Verordnung vom 29. November 1837 wurde aus dem Rezatkreis am 1. Januar 1838 Mittelfranken. Der Verwaltungssitz blieb in Ansbach und kam nicht in das größere Nürnberg, da die Metropole stark verschuldet war und sich zudem 1809 nicht zusammen mit Bayern im Fünften Koalitionskrieg mit Napoleon verbündet, sondern sich auf die Seite Österreichs geschlagen hatte.Horst M. Auer: Nürnberg chancenlos – Warum Mittelfranken von Ansbach aus regiert wird. In: Nürnberger Nachrichten, 19. November 2012, S. 14.

Nach zunehmenden Problemen bei der Trinkwasserversorgung ging 1900 das städtische Wasserwerk im 25 Kilometer entfernten Gersbach in Betrieb. Es liefert (gemeinsam mit dem 1966 errichteten zweiten Werk in Schlauersbach) 98 % des Trinkwassers.

Zwischenkriegszeit und Zeit des Nationalsozialismus mini|Oberrealschule (heute Platen-Gymnasium) nach der Bombardierung 1945 mini|hochkant|Flugblatt des Widerstandskämpfers Robert Limpert

Bei einer Weihnachtsfeier der NSDAP-Ortsgruppe in Neustadt an der Aisch 1929 bezeichnete der evangelische Ansbacher Pfarrer und Bekannte Adolf Hitlers Max Sauerteig (1867–1963) Jesus Christus als „größten Kämpfer“ und betonte unter anderem die Notwendigkeit eines gottgewollten und „rücksichtslosen Kampfes“ zur Rettung Deutschlands.Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 84, 90 f. und 263 f. Am 11. Juni 1934 wurde als Protestschreiben gegen die Barmer Theologische Erklärung von acht Theologen, darunter sechs fränkische Pfarrer und die beiden Theologieprofessoren Werner Elert und Paul Althaus, der Ansbacher Ratschlag unterzeichnet und veröffentlicht.

Aus der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach wurden im Jahre 1940 im Rahmen der Tötungsaktion T4 mindestens 500 Patienten in die als psychiatrische Anstalten getarnten Mordanstalten Sonnenstein und Hartheim verschleppt und dort mit Gas getötet. In der Ansbacher Anstalt selbst wurden in einer „Kinderfachabteilung“ etwa 50 behinderte Kinder mit dem Präparat Luminal zu Tode gespritzt. Seit 1988 erinnert im Bezirksklinikum Feuchtwanger Straße 38 eine Gedenktafel an diese Todesopfer.