Alexandra Lilah Denton (* 17. Juni 1988 in Hammersmith; bürgerlich Alexandra Lilah Yakunina-Denton, bekannt unter ihrem Künstlernamen Shura) ist eine britische Sängerin, Musikproduzentin und Songwriterin im Bereich der elektronischen Popmusik, des Alternative Rock, Contemporary R&B, der New Wave und des Synthie-Pop.
Leben Denton wurde 1988 in Hammersmith, einem Stadtteil im Südwesten von London, geboren und wuchs danach in Manchester auf. Ihre Mutter Valentina Yakunina ist von Beruf Schauspielerin; ihr Vater ist der Dokumentarfilmer Richard Denton. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie drei Jahre alt war. Denton hat zwei Brüder. Ihr Zwillingsbruder Nicholas hatte in den Musikvideos zu ihren Singles Touch, White Light und What's it gonna be? einen Gastauftritt. Im Alter von 11 Jahren spielte Denton Fußball in der weiblichen Jugendmannschaft von Manchester City. Ab ihrem dreizehnten Lebensjahr lernte sie Gitarre spielen und nahm mit Sechzehn ihre erste Musik auf.
Nach ihrem Studienabschluss am University College verbrachte Denton ein Jahr in Brasilien, wo sie sich u. a. mit der Zerstörung des Regenwaldes in Amazonien und der dortigen Flora und Fauna befasste.
Denton lebt offen homosexuell Sie ist Atheistin und spricht neben ihrer Muttersprache Englisch auch fließend Russisch. Ihr Künstlername „Shura“ ist eine Kurzform ihres bürgerlichen Namens. Sie lebt seit einigen Jahren in New York City im Stadtteil Brooklyn.
Karriere 2011–2016: Nothing's Real 2011 lernte Denton den britisch-iranischen Musikproduzenten Hiatus, (bürgerlich Cyrus Shahrad) kennen. Gemeinsam nahmen sie einen Remix von seinem Song River auf und veröffentlichten diesen im selben Jahr. River erschien später auf Shahrad' Kompilationsalbum Allo Love, Vol. 2 sowie auf dessen zweiten Studioalbum Parklands. Nach der Veröffentlichung der Single Fortune's Fool im Jahr 2012 produzierten Shahrad und Denton weitere Lieder, darunter Cloud City, Iran Air und We Can Be Ghosts Now.
Erstmals in Verbindung mit der Produktion von Musik kam Denton während ihrer Arbeit in einem Videostudio. Dort sah sie sich während der Nachtschichten Tutorials zur Nutzung von Produktionssoftware an. Ihre erste eigene Single Touch, die 2014 erschien, ist eine Koproduktion mit Joel Pott von der britischen Band Athlete. Für das Musikvideo führte Denton selbst Regie und erhielt überwiegend positive Resonanzen. Die Single verzeichnete innerhalb von zehn Tagen bereits 83.000 Aufrufe bei YouTube. Danach folgten mit Just Once und Indecision zweit weitere Singles sowie ein Remix von Say You Love Me von Jessie Ware.
Im März 2015 veröffentlichte Denton die Single 2Shy, gefolgt von White Light, die in den USA als gleichnamige EP erschien. Beide Songs konnten sich in den Billboard Hot 100 platzieren. Im Juni 2015 erschien der in Form einer Dokumentation erstellte Performancefilm ‚Three Years‘. Der 10-minütige Film wurde von David Terranova gedreht und präsentiert die Karriere von Denton als „langsame Wandlung von einem privaten Schlafzimmerprojekt hin zu einer vollwertigen Band, die auch auf großen Bühnen funktioniert.“ Im selben Jahr trat Denton auf verschiedenen bekannten britischen Festivals auf, darunter das Festival N°6 und Latitude. Am 18. Februar 2016 erschien Touch als Kollaboration mit Talib Kweli erneut. Die Demo-Version wurde am Record Store Day 2016 als limitierte 12″-Single veröffentlicht.
Am 8. Juli 2016 erschien ihr Debütalbum Nothing's Real via Polydor Records. Das Album konnte Platz 13 in den US-amerikanischen Charts erreichen. In der Schweiz stieg es auf Platz 35. Einige der darauf enthaltenen Singleauskopplungen erreichten bereits vorher Platzierungen in den britischen und amerikanischen Musikcharts. Von Kritikern wurde das Album überwiegend positiv bewertet.
2017–2024: Forevher 2018 gab Denton via Social Media bekannt, dass sie neues Album aufnehmen werde. Mit einbezogen im die Produktion wurde ihr langjähriger Kollaborateur Joel Pott sowie der Songwriter Tourist und Produzent TEED. Nach einer etwa dreijährigen Pause wurde am 15. Februar 2019 die Single Love Theme veröffentlicht; eine Kollaboration mit William Phillips entstand. Wie Phillips später bekannt gab, wurde der Song ursprünglich von Shura geschrieben und als Pianodemo aufgenommen. Love Theme wurde später Teil von Phillips Album Everyday. Am 11. März 2019 erschien mit BKLYNLDN die erste Singleauskopplung ihres bevorstehenden Albums. Zwei weitere Singles, Religion (U Can Lay Your Hands on Me) und The Stage erschienen jeweils im Juni und Juli. Religion konnte zwar keine Platzierung in den britischen Charts erlangen, dafür erreichte der Song Platz 60 in den Tokio-Hot-100-Charts.
Am 16. August 2019 veröffentlichte Denton ihr zweites Album Forevher auf dem Label Secretly Canadian. Forevher erhielt überwiegend positive Kritiken. Die Website Pitchfork Media lobte das Werk und beschrieb es als “lockerer, lebendiger und ekstatischer als ihr Debüt – und schildert den überstürzten Rausch des Verliebens.”
In einem Interview mit der Zeitung The Guardian im November 2019 verriet Denton, dass sie an der Produktion des achten Studioalbums der Sängerin Melanie C mitgewirkt hat. Denton schrieb gemeinsam mit Darren Emilio Lewis und Iyiola Babatunde Babalola den Songtext für den Track Good Enough.
Im März 2020 folgte als Non-Album-Single Elevator Girl. Das Duett mit der US-amerikanischen Rapperin Ivy Sole beschrieb der Online-Radiosender ByteFM als „synthlastige[n] R&B“. Zwei Monate später, im Mai 2020, erschien eine Alternativ-Version von Elevator Girl mit dem Titel "elevator girl (Space Tape Edit)".
Seit 2025: I Got Too Sad for My Friends Am 30. Mai 2025 veröffentlichte Denton ihr drittes Studioalbum I Got Too Sad for My Friends via PIAS Recordings. Das Album erreichte in den Scottish Singles and Albums Charts Rang 90. Die Tracks Recognise, Richardson und World's Worst Girlfriend wurden als Singleauskopplungen veröffentlicht.
Stil Dentons Musik wird meist als melancholischer Elektropop beschrieben. Ihr Musikstil ist eine atmosphärische und zugleich nostalgische Mischung aus Synthie-Pop, New Wave, elektronischer Popmusik sowie R&B und Alternative Rock. Besondere Merkmale ihrer Musik ist ihre ruhige und emotionale Stimme, die Verwendung von Mid-Tempo R&B-Rhythmen sowie treibenden Bassläufen. Ihre Musik behandelt Themen wie Melancholie, queere Liebe, Herzschmerz und Ehrlichkeit. Denton vermischt hierbei oftmals Retroelemente mit modernen Klängen und greift auf Elemente der 80er und 90er Jahre zurück. Hierfür verwendet sie meist einen Synthesizer.
“A self-taught producer and thoughtful songwriter, Shura brings breezy, bittersweet honesty to songs that range from dreamy synth pop to intimate acoustic ballads. After introducing her gauzy, nostalgic style on 2016's Nothing's Real, she added more maturity and energy to her music on 2019's Forevher and imbued 2025's I Got Too Sad for My Friends with warmth and spontaneity.”
„Als autodidaktische Produzentin und tiefsinnige Songwriterin verleiht Shura ihren Liedern – deren Spektrum von verträumtem Synth-Pop bis hin zu intimen Akustikballaden reicht – eine luftige, bittersüße Ehrlichkeit. Nachdem sie ihren zarten, nostalgischen Stil bereits 2016 auf “Nothing's Real” vorgestellt hatte, verlieh sie ihrer Musik auf “Forevher” (2019) mehr Reife und Energie und erfüllte „I Got Too Sad for My Friends“ (2025) mit Wärme und Spontanität.“ Aus dem Englischen von Heather Phares
Denton verriet in einem Interview, dass ihre Musik von zahlreichen berühmten Sängern beeinflusst wurde. Zu ihren Vorbildern zählen u. a. Mariah Carey, Whitney Houston, Phil Collins, Madonna, Elton John, Pink Floyd, Diana Ross, Carole King, Joni Mitchell, Todd Rundgren und Tina Turner. Ihre Stimmlage ist der Sopran.
Diskografie
Studioalben
Singles 2014: Touch 2014: Indecision 2015: 2Shy 2015: White Light 2026: Touch (Re-Release feat. Talib Kweli) 2016: What’s It Gonna Be? 2016: The Space Tapes 2016: 311215 2016: Nothing's Real 2019: Religion (U Can Lay Your Hands On Me) 2019: The Stage 2020: Elevator Girl (feat. Ivy Sole) 2021: Obsession (feat. Rosie Lowe) 2025: Recognise 2025: Richardson (feat. Cassandra Jenkins) 2025: World's Worst Girlfriend
Mit Hiatus: 2011: River 2012: Fortune’s Fool 2013: Iran Air 2013: Cloud City 2013: We Can Be Ghosts Now
Gastbeiträge 2013: 1+1 (Sorrow feat. Shura) 2015: Love for That (feat. Mura Masa feat. Shura) 2016: Your Lips Your Soul (Always) (Sorrow feat. Shura) 2016: Thinking of You (Sorrow feat. Shura) 2018: Air (feat. Tracey Thorn feat. Shura) 2019: Love Theme (feat. Tourist) 2023: Call Me a Lioness (Hope FC feat. Olivia Dean, Melanie C, Shura, Marika Hackman, Rachel Chinouriri, Jasmine Jethwa, Rose Gray, Highlyy, Al Greenwood & Self Esteem)
Remixes 2014: Jessie Ware – Say You Love Me 2015: Pumarosa – Priestess 2016: Mabel – My Boy My Town 2016: Tegan and Sara – Boyfriend 2016: Kiiara – Gold 2017: Astrid S – Breathe 2018: Aurora – Queendom 2018: Nimmo – It's Easier 2020: The Undercover Dream Lover – Tightrope 2020: Delilah Montagu – Loud 2020: Becca Mancari – Lonely Boy 2021: Ines Rae – Never Get It Right 2023: Saint Sister – Dynamite
Auszeichnungen Auszeichnung Jahr Kategorie für Resultat Quelle Popjustice £20 Music Prize 2016 Best British Pop Single What's It Gonna Be? Music Producers Guild Awards 2019 Remixer of the Year Shura UK Music Video Awards Best Pop Video - Newcomer Religion Best Art Vinyl Best Vinyl Art Forevher
Weblinks http://www.creaturemag.com/tag/aleksandra-lilah-yakunina-denton/ https://www.bbc.co.uk/programmes/profiles/3pBLZF6Z1XgLKJWH7Y6J0wF/shura http://www.billboard.com/artist/6443909/shura/biography# http://www.umusicpub.co.uk/en-GB/Artist/S/Shura.aspx
Einzelnachweise
Kategorie:Songwriter Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Pseudonym Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau