Das Seegefecht bei Guetaria (auch bekannt als Schlacht von Guetaria, jeweils auch in der anderen Schreibweise als Getaria) war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Spanien im Französisch-Spanischen Krieg, die am 22. August 1638 in den Gewässern vor Getaria im Norden Spaniens ausgetragen wurde. Eine französische Flotte unter Henri d’Escoubleau de Sourdis attackierte und zerstörte eine spanische Flotte unter Lope de Hoces.

Die Schlacht Im Juni 1638 überquerte eine große französische Armee die Pyrenäen, um die spanische Stadt Hondarribia zu belagern. Begleitet wurde diese Armee von einer Flotte unter Henri d’Escoubleau de Sourdis, die aus einer Anzahl von 27 bis 44 Kriegsschiffen bestand und deren Aufgabe es war, etwaige Hilfe, die Hondarribia über das Meer erhalten könnte, zu behindern.

De Hoces hatte den Befehl bekommen, die französische Flotte anzugreifen, hatte aber nur zwölf Galeonen und einige kleinere Schiffe zur Verfügung. Die spanische Flotte zog sich am 17. August in den Hafen von Getaria zurück und bezog dort eine Verteidigungsstellung in der Nähe der Küste. Dies brachte verschiedene Vorteile mit sich: Die größten französischen Schiffe konnten sich in den flachen Gewässern nicht hinreichend nähern, sodass die übliche französische Taktik des Nahkampfes mit anschließender Enterung nicht durchgeführt werden konnte. Außerdem konnten die spanischen Schiffe durch Beschuss von Land unterstützt werden.

De Sourdis entschloss sich daher zu einer anderen Vorgehensweise: Zuerst wollte er die spanische Flotte mit seiner überlegenen Feuerkraft zerschlagen, dann seine Brander in das angerichtete Chaos schicken und mit seinen kleineren Schiffen jegliche Fluchtmöglichkeit abschneiden. Voraussetzung für dieses Vorgehen war, dass der Wind günstig in Richtung Küste stand. Dies war am 22. August der Fall, sodass de Sourdis seinen Plan in die Tat umzusetzen begann. Der französische Plan funktionierte hervorragend. De Hoces hatte keine Vorkehrungen gegen Brander getroffen, da dieses Mittel von den Franzosen üblicherweise nicht verwendet wurde und de Sourdis seine Brander als normale Kriegsschiffe getarnt hatte. Mit Ausnahme der Santiago fing die komplette spanische Flotte Feuer. Nur ca. 1.000 Spanier erreichten die Küste lebend, unter ihnen Lope de Hoces.

Der spätere französische Admiral de Saumeur (auch bekannt als Chevalier Paul) zeichnete sich in der Schlacht aus.

Folgen Der Erfolg in dieser Schlacht war der erste wichtige Sieg für die unter Kardinal Richelieu gebaute französische Marine. Dieser war von dem Sieg entzückt und den französischen Kommandanten sehr dankbar. Durch den Sieg konnte Frankreich zeitweilig den Golf von Biskaya auf Seeseite kontrollieren.

Trotz des Erfolges zur See war die Belagerung von Hondarribia ein Fehlschlag für französischen kombinierten See- und Landstreitkräfte. Nach der gescheiterten Belagerung waren die Streitkräfte am 8. September 1638, nur drei Wochen nach dem marinen Erfolg, zum Rückzug gezwungen.

Die Zerstörung der spanischen Flotte durch Brander hinterließ einen tiefen Eindruck bei Abraham Duquesne, dem Kapitän der französischen Le Saint-Jean. Er verwendete in der Seeschlacht vor Palermo 1676 erfolgreich dieselbe Taktik als Kommandant der französischen Flotte.

Beteiligte Schiffe Frankreich La Couronne, 72 Kanonen, 500 Mann unter Vize-Admiral Claude de Launay-Razilly Navire du Roi, (52) 300 Mann, Flaggschiff, Philippe des Gouttes Vaisseau de la Reine, (38), 245 Mann, Capitain Danerac La Vierge, (34), 245 Mann, Jacques du Mé Le Cardinal, (30), 245 Mann, Capitain de Coypeauville. Le Triomphe, (30), 205 Mann, Capitain de Caen La Victoire, (30), 205 Mann, Capitain Contenaut Saint-Louis de Hollande, (24), 205 Mann, Capitain Treillebois Trois-Rois, (30), 205 Mann, Capitain Baptiste La Fortune, (30), 205 Mann, Capitain de Casenac L'Europe, (34), 205 Mann, Chevalier Jules de Montigny Le Triton, (30), 155 Mann, Capitain Villemoulin Le Faucon, (30), 155 Mann, Capitain Dumenillet Le Cygne, (30), 205 Mann, Chevalier de Cangé Le Cocq, (30), 205 Mann, Capitain De Chastelus La Licorne, (30), 205 Mann, Capitain La Chesnaye Le Corail, (30), 205 Mann, Capitain de Porte-Noire L'Emerillon, 125 Mann, Capitain de Morsay Le Saint-Charles, (28), 155 Mann, Saint-Etienne Le Dauphin du Havre, (28), 155 Mann, Boisjoly La Perle, (24), 125 Mann, Capitain La Roullerie La Renommée, (24), 125 Mann, Capitain Daniel L'Intendant, (24), 125 Mann, Capitain de Conflans Le Saint-Jean, (24), 125 Mann, Abraham Duquesne La Magdelaine de Brest, (24) 125 Mann, Louis de Senantes Turc, 100 Mann, Jean Guiton Saint-Francois, (16) 100 Mann, Capitain Regnier Marguerite, (14), 100 Mann, Capitain La Treille Hermine, (14), 100 Mann, Capitain de Lignieres Neptune, (16), 100 Mann, Jean-Paul de Saumeur Esperance-en–Dieu, (24) 100 Mann, Chevalier Garnier Petit-Saint-Jean, (16) 100 Mann, Capitain Razet / De Broq Fregate du Havre, 66 Mann, Capitain Clerisse Royale, (8), 82 Mann, Capitain Savigny Cardinale, (8), 92 Mann, Capitain Baronnie Lion Nassau Licorne Grande Fregate de Brest, (8), 92 Mann Flibot de Brest 7 oder 8 Brander

Einzelnachweise

Weblinks Batalla de Getaria (spanisch) Juan de Palafox y Mendoza pag 176-178 (spanisch)

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