120px|mini|Wappen der Herrschaft Ochsenstein 120px|mini|Wappen der Herrschaft Lichtenberg 120px|mini|Wappen der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch 120px|mini|Wappen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg seit 1606 120px|mini|Wappen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt Das Amt Westhofen (auch: „Amt Westhofen und Balbronn“ oder „Amt Balbronn“Knöpp, S. 17.) war ein Amt der Herrschaft Lichtenberg, später der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, von der es an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt überging.

Geschichte Im 15. Jahrhundert war das Amt Westhofen klein und umfasste nur Balbronn, Traenheim und Westhoffen. Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwigs V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474) heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Dazu zählte auch das Amt Westhofen.

1570 kam es zu einem weiteren bedeutenden Erbfall: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margaretha (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zugunsten der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zählten unter anderem die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und die mit ihr verbundene Herrschaft Ochsenstein. Ein erheblicher Teil von deren Gebietsbestand wurde in der Folgezeit dem Amt Westhofen zugeschlagen, so dass es zu einem der umfangreichen Ämter der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 erhebliche der im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählte auch das Amt Westhofen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Westhofen – an Frankreich. Dieses löste im Zuge der revolutionären Umstrukturierung der Verwaltung auch die alte Amtsverwaltung auf.

Nach einer Zählung vom Mai 1798 hatte das Amt 5.463 Einwohner.Matt, S. 9.

Bestandteile Ortschaften Ort Herkunft Recht Anmerkung Allenwiller (Allenweiler)Knöpp, S. 17; Matt, S. 9. Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz BalbronnKnöpp, S. 17; Matt, S. 9; Eyer, S. 239. (Burg und Dorf) Erstbelehnung 21. Oktober 1302Eyer, S. 130. ReichslehenKnöpp, S. 17; Eyer, S. 57. Im 15. Jh. zum Amt Wörth gehörig.Eyer, S. 98. Dimbsthal Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Furchhausen (Burg und Dorf) (Furenhausen) Herrschaft Ochsenstein Garburg Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Burgen Geroldseck (Groß- und Klein-Geroldseck) Herrschaft Ochsenstein Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. GottenhausenKnöpp, S. 18. Herrschaft Ochsenstein Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen.Knöpp, S. 17f. Haegen (Hagen) Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Hengwiller (Hengweiler) Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Hürtigheim (Hirtigheim) ½ zu Hanau-Lichtenberg Irmstett Herrschaft Ochsenstein Lochweiler (Lechtweiler) Herrschaft Ochsenstein Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Maursmünster (Burg, Stadt und Vogtei über das Kloster Maursmünster) 1393 Anteil des Bischofs von StraßburgEyer, S. 71., 1454 Anteil der Herrschaft OchsensteinEyer, S. 74. Lehen, entweder des Bischofs von Metz, aber wohl eher des Bischofs von Straßburg. Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Burg Ochsenstein Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Pfortzenhausen Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Reinhardsmünster Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Bis ins 18. Jh.: „Neudorf“; auch nach der Reformation: römisch-katholische Pfarrei Reutenburg Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Salenthal Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Sindelsberg Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Singrist Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Thal bei Maursmünster Herrschaft Ochsenstein 3/8 zu Hanau-Lichtenberg, Lehen des Bischofs von Metz Gehörte in Hessen-Darmstädtischer Zeit nicht mehr zum Amt Westhofen. Traenheim 1431 ErstbelehnungEyer, S. 139. ½ Allod, die andere Hälfte ReichslehenEyer, S. 128. gemeinsam mit den Herren von Flachslanden Im 15. Jh. zum Amt Wörth gehörig. Westhoffen (Westhofen) 21. Oktober 1302 Erstbelehnung ReichslehenEyer, S. 57, 128. Winzenheim Wolschheim (Wolschheim, Wolfsheim) Herrschaft Ochsenstein Lehen des Bischofs von Metz

Weitere Bestandteile Zum Amt Westhofen gehörten weiter folgende Einzelhöfe: Haberackerhof (Lehen des Bischofs von Metz) Viehhof bei Ochsenstein (Lehen des Bischofs von Metz) der Freihof zu Haegen (Hagen), Lehen des Bischofs von MetzKnöpp, S. 18, Matt, S. 9. und 3/8 der Mark Maursmünster

Literatur

Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6]. Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Einzelnachweise

Westhofen Kategorie:Geschichte (Elsass) Kategorie:Historisches Territorium (Frankreich) Westhofen