Die TSG-Akademie (Eigenschreibweise) ist das Nachwuchsleistungszentrum der TSG 1899 Hoffenheim. Sie besteht aus drei Zentren (Leistungszentrum, Akademie-Arena und Grundlagenzentrum), in denen von der U19 bis zur U9 sieben Mannschaften ausgebildet werden. Hinzu kommt das Hoffenheimer U23-Team, das im Trainings- und Geschäftsstellenzentrum Zuzenhausen untergebracht ist. Seit Bestehen hat die Akademie bereits viele bekannte Spieler – wie Niklas Süle, Jonas Hofmann, Nadiem Amiri oder Davie Selke – und erfolgreiche Trainer, wie etwa Julian Nagelsmann, hervorgebracht.

Geschichte Der Nachwuchsbereich der TSG 1899 Hoffenheim wurde mit der Ausgliederung der Spielbetriebs GmbH zum 1. Juni 2006 auf eine professionelle Ebene gehoben und erhielt mit dem ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters eine prominente Führungsperson, die die Strukturen als Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung bis zu seinem Weggang im Sommer 2014 mitgestaltete. In der Anfangszeit kooperierte die TSG-Jugendabteilung in Spielgemeinschaften mit dem benachbarten FC Zuzenhausen, der gesamte sportliche Bereich stand unter der Federführung von „Anpfiff ins Leben“, einem von der Dietmar Hopp Stiftung geförderten Verein, der sich in der Metropolregion Rhein-Neckar um die ganzheitliche Ausbildung jugendlicher Sportler kümmert. Zur Saison 2009/10 wurden die bestehenden Spielgemeinschaften aufgelöst und der Begriff „achtzehn99 Akademie“ als Marke für die TSG-Nachwuchsabteilung eingeführt. Seit dem Herbst 2017 nennt sie sich "TSG-Akademie".

Sportliche Leiter seit der Professionalisierung

2006–2009: Matthias Born 2009–2010: Ernst Tanner 2010–2013: Alexander Rosen 2013–2014: Michael Mutzel 2015–2020: Dirk Mack 2020–2021: Marcus Mann 2021–2023: Jens Rasiejewski 2024: Frank Kramer 2025–: Michael Feichtenbeiner

Aufbau Sportlicher Bereich Die TSG-Akademie gliedert sich in drei Zentren. Im Grundlagenzentrum (GZ) werden Spieler von der U9 bis zur U13 ausgebildet. Dabei wird der Wechsel vom Grundlagen- zum Aufbautraining vollzogen, das in der im Sommer 2016 fertiggestellten Akademie-Arena (AA) für die Teams U14, U15 und U16 im Mittelpunkt steht. Die U17 und U19 trainieren im Leistungszentrum (LZ). Dort ist auch ein Spielerwohnheim angegliedert. Bis zu 16 Spieler können in Einzelzimmern direkt im Leistungszentrum wohnen. Im August 2017 wurde in Zuzenhausen ein weiteres Spielerwohnheim für den Altersbereich U14 bis U16 eröffnet.

Schulischer Bereich Da neben dem Fußball auch Schulabschlüsse bewältigt werden müssen, können die Spieler der TSG-Akademie auf organisierten Förder- bzw. Prüfungsvorbereitungsunterricht durch den Verein „Anpfiff ins Leben“ zurückgreifen. Mit sechs Partnerschulen ist die Akademie außerdem Kooperationen eingegangen. Die Schulen tragen auf Basis dieser Kooperationen den Titel „Eliteschulen des Fußballs“, was bedeutet, dass die Schule Rücksicht auf die Anforderungen von Leistungssportlern nimmt. Dadurch erhalten die Nachwuchsfußballer die Möglichkeit, die fußballerische und die schulische Ausbildung gleichermaßen erfolgreich abzuschließen.

Organisatorischer Bereich Für Spieler, die aufgrund der großen Distanz nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, gibt es zwei Schülerwohnheime und mehrere Gastfamilien, bei denen die Spieler wohnen können. Um zum Training oder zu anderen Terminen wie etwa zum Arzt zu kommen, bietet die TSG-Akademie zudem einen Bustransfer an. Insgesamt 22 Fahrer stehen für die Transporte bereit. Für verletzte Spieler ist ein festangestelltes Team von Physiotherapeuten und Athletiktrainern verantwortlich. Das Rehatraining kann dabei auch im Rehazentrum im Trainingszentrum der Profis absolviert werden. Sportpsychologen kümmern sich zudem um das seelische Wohl der Spieler und um mentales Training.

Spielstätten Spielstätte der U23 und der U19 ist das Dietmar-Hopp-Stadion im Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim, das ein Fassungsvermögen von 6.350 Plätzen hat. Die U17 spielt in der Akademie-Arena, die sowohl über einen Kunstrasen- als auch über einen Naturrasenplatz verfügt.

Die Teams U23 Sportliches Abschneiden Seit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga 1992 nimmt die auch "Hoffe zwo" genannte zweite Herrenmannschaft des Vereins am regulären Spielbetrieb teil. Sie wirkte zuvor im Reservespielbetrieb des Kreises Sinsheim mit. Die auch als U23 geführte Mannschaft spielte zunächst in der Kreisliga B, der untersten Spielklasse im Kreis Sinsheim. Zwischen 1998 und 2001 gelangen vier Aufstiege in Folge und damit der Sprung von der Kreisliga B in die Verbandsliga Baden. Bereits im ersten Verbandsligajahr wurde die Mannschaft Zweiter, scheiterte aber wie die erste Mannschaft einige Jahre zuvor in der Oberliga-Relegation am SV Linx. Im zweiten Jahr gelang schließlich der Aufstieg in die Oberliga. Als erneuter Verbandsliga-Vizemeister ging es allerdings erneut über die Relegation – diesmal gegen die Zweitplatzierten der Verbandsligen Südbaden und Württemberg, den FC Emmendingen und den Heidenheimer SB. Nach dem Aufstieg 2003 spielte die TSG Hoffenheim II in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg und belegte hier meist Plätze im Tabellenmittelfeld. In der Spielzeit 2007/08 wurde die Mannschaft Fünfter und verpasste den für die Qualifikation zur Fußball-Regionalliga Süd notwendigen vierten Platz nur knapp. In der Saison 2008/09 reichte auch ein zweiter Platz nicht zum Aufstieg, da nur der Meister, in diesem Jahr die SG Sonnenhof Großaspach, aufstiegsberechtigt war. In der Spielzeit 2009/10 gelang der „Zweiten“ der TSG der Gewinn des Meistertitels in der Oberliga und damit der Aufstieg in die Regionalliga. In der Regionalliga landete die U23 der TSG am Saisonende meist im Mittelfeld der Tabelle. Die beste Platzierung gelang in der Regionalliga-Saison 2015/16, als die TSG Dritter wurde. 2022/23 und 2023/24 wiederholten sie diese Leistung.

Trainer 2003-05: Roland Dickgießer 2005-06: Roland Dickgießer, Nebojša Đuric 2006-07: Alfred Schön 2007-08: Rainer Scharinger 2008-09: Rainer Scharinger (29 Spiele), Guido Streichsbier (5) 2009-10: Markus Gisdol 2010-11: Markus Gisdol (22), Otmar Rösch (8) 2011-12: Frank Kramer 2012-13: Frank Kramer (23), Otmar Rösch (13) 2013-14: Thomas Krücken (26), Marco Wildersinn (8) 2014-20: Marco Wildersinn 2020-21: Marco Wildersinn (7), Kai Herdling 2021-22: Kai Herdling 2022-25: Vincent Wagner 2025- : Stefan Kleineheismann

U19 Sportliches Abschneiden Die U19 der TSG 1899 Hoffenheim ist gleichbedeutend mit der A-Jugend des Klubs, da es bei der TSG keine U18-Mannschaft gibt und daher in der U19 beide aktuellen A-Jugend-Jahrgänge vereint sind. Seit 2005 spielt die Hoffenheimer U19 in der Süd-/Südwest-Staffel der A-Junioren-Bundesliga. Der Aufstieg aus der Oberliga Baden-Württemberg gelang 2005 unter dem Trainer Uwe Wolf. In ihrer ersten Bundesligasaison landete die TSG auf dem neunten Platz. In den folgenden sechs Jahren belegten die Hoffenheimer A-Junioren größtenteils Mittelfeldplätze. Ausnahme war die Saison 2011/12, in der die U19 der TSG fast aus der Bundesliga abgestiegen wäre. Erst am letzten Spieltag gelang durch einen 4:0-Sieg und die gleichzeitige Niederlage des ärgsten Konkurrenten Waldhof Mannheim der Klassenerhalt. In der Spielzeit 2012/13 landete die U19 dann erstmals etwas weiter vorne. Unter Trainer Thomas Krücken schloss die Mannschaft die Saison auf dem dritten Platz ab. Zur Saison 2013/14 übernahm der damals erst 25-jährige Julian Nagelsmann den Cheftrainer-Posten bei der U19. Die Mannschaft um die späteren Profis Nadiem Amiri und Philipp Ochs sicherte sich am Ende der Saison die süddeutsche Meisterschaft und qualifizierte sich für die Halbfinalspiele um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Dort setzte sich das Team in Hin- und Rückspiel gegen den FC Schalke 04 durch (Hinspiel: 1:0, Rückspiel: 0:0). Im Finale gab es dann einen klaren 5:0 (1:0)-Erfolg gegen Hannover 96. Auch in der darauffolgenden Saison landete die TSG am Ende in der Süd-/Südwest-Staffel ganz vorne und verteidigte den süddeutschen Meistertitel. Mit Joshua Mees sicherte sich zudem erstmals ein Hoffenheimer A-Jugend-Spieler den Titel des Bundesliga-Torschützenkönigs. Mees erzielte in 25 Spielen 20 Tore. Erneut erreichte die Hoffenheimer U19 das Finale um die deutsche Meisterschaft – diesmal durch zwei 3:2-Siege gegen RB Leipzig. Im Finale unterlag die TSG dann allerdings in Bochum-Wattenscheid dem FC Schalke 04 mit 1:3 (1:1). In der Saison 2015/16 gewannen die A-Junioren der TSG zum dritten Mal in Folge die süddeutsche Meisterschaft und erreichten nach einem 3:1 und 2:0 gegen Werder Bremen auch zum dritten Mal hintereinander das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, das sie allerdings zu Hause gegen Borussia Dortmund mit 3:5 (1:1) verloren. 2018 gewann die U19 der TSG zum vierten Mal die Meisterschaft in der Staffel Süd/Südwest, scheiterte aber im Halbfinale am FC Schalke 04 (0:1, 2:4). Dank der Qualifikation der Profis für die Champions League nahm der Nachwuchs an der UEFA Youth League teil und erreichte als zweite deutsche Mannschaft überhaupt das Final Four in Nyon. Hier unterlag das Team von Trainer Marcel Rapp dem späteren Sieger FC Porto mit 0:3. Auch in den Pokalwettbewerben konnte die Hoffenheimer U19 bereits einige Erfolge verbuchen. Als Höhepunkt gilt bis heute der Gewinn des DFB-Junioren-Pokals 2010. Im Finale in Berlin besiegte die TSG Hertha BSC durch zwei Tore von Denis Thomalla mit 2:1 (2:1). Außerdem gewannen die Hoffenheimer A-Junioren neun Mal (2007, 2009, 2010, 2011, 2019, 2020, 2022, 2023 und 2024) den Badischen Pokal. Als erste deutsche A-Jugendmannschaft gelang den Hoffenheimern in der Spielzeit 2023/24 der Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal. Im Pokal besiegte die Mannschaft den SC Freiburg mit 3:2 und im Bundesliga-Finale Borussia Dortmund mit 3:1.

Trainer 2003-07: Uwe Wolf 2007-08: David Wagner 2008-11: Guido Streichsbier 2011-12: Alfons Higl (25 Spiele), Alexander Rosen (1) 2012-13: Thomas Krücken 2013-15: Julian Nagelsmann 2015-16: Julian Nagelsmann (15), Matthias Kaltenbach (11) 2016-17: Domenico Tedesco (20), Marcel Rapp (6) 2017-21: Marcel Rapp 2021-22: Marcel Rapp (5) / Marc Kienle (15) 2022-23: Stephan Lerch 2023- : Tobias Nubbemeyer

U17 Sportliches Abschneiden In der U17 spielt vorrangig der ältere B-Jugend-Jahrgang. Anders als in der U19 oder in der U23 stammen hier also bis auf wenige Ausnahmen alle Spieler aus einem Jahrgang. Die U17 der TSG 1899 Hoffenheim war in der Saison 2007/08 Mitglied der neu entstandenen B-Junioren-Bundesliga. In der Vorsaison spielte sie noch in der Regionalliga, die bis dahin die höchste Spielklasse war. Die ersten Acht der Regionalliga Süd qualifizierten sich damals für die neue Bundesliga Süd/Südwest, und die TSG wurde am Saisonende unter ihrem Trainer Guido Streichsbier Fünfter. Gleich im ersten Bundesliga-Jahr spielte die Mannschaft um den Titel in der Süd/Südwest-Staffel mit. Zum Ende der Saison lief es auf einen Zweikampf zwischen der TSG und dem 1. FC Kaiserslautern hinaus. Durch einen 4:1-Sieg gegen Jahn Regensburg sicherte sich die Hoffenheimer U17 schließlich am letzten Spieltag die Meisterschaft. Außerdem wurde Stürmer Marco Terrazzino mit 20 Treffern Torschützenkönig.

Den Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft hatten sich die Kraichgauer bereits zuvor gesichert, da in der Süd/Südwest-Staffel neben dem Meister auch der Vize-Meister um den nationalen Titel spielen durfte. Im Halbfinale bekam es die TSG mit dem Nord/Nordost-Meister Hertha BSC zu tun. Nach einem 6:1-Sieg im Hinspiel in Berlin konnte sich die TSG im Rückspiel im Dietmar-Hopp-Stadion eine 1:3-Niederlage erlauben. Auch das Finale fand in Hoffenheim statt. Die TSG bezwang den West-Meister Borussia Dortmund mit 6:4 (4:2).