mini|St. Dionys in Lehmke mini|St. Dionys in Lehmke Die St.-Dionys-Kirche in Lehmke gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lehmke-Wieren in Wrestedt im Kirchenkreis Uelzen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Geschichte Die erste Kirche Wann es in Lehmke die erste Kirche gab, ist nicht mehr genau festzustellen. Allerdings wird vermutet, dass es mindestens seit 1350 eine Kirche gab, da 1378 in Ostedt, einem zum Kirchspiel Lehmke gehörenden Dorf, eine Kapelle eingeweiht wurde. Die alte Feldsteinkirche stand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und wurde dem Heiligen Dionysius, dem ersten Bischof von Athen geweiht. Sie war schlicht gebaut, sah etwa einem Bauernhaus ähnlich und hatte einen danebenstehenden, hölzernen Glockenturm.

Abriss 1896 Die Kirche überdauerte selbst den Dreißigjährigen Krieg und blieb, als 1673 und 1772 fast das ganze Dorf niederbrannte, verschont. Jedoch ging der hölzerne Glockenturm 1772 als Opfer der Flammen zugrunde. 1896 wurde die Kirche aufgrund von Einsturzgefahr abgerissen.

Neubau 1896 bis 1897 An ihrer Stelle wurde nach Plänen des Hildesheimer Architekten Werner Söchtig eine neue Kirche gebaut, die ebenfalls den Namen des heiligen Dionys trägt, die St.-Dionys-Kirche. Sie wurde aus Backstein in neugotischem Stil errichtet. Ihr 46 m hoher Turm ist von weither zu sehen. Der Neubau wurde am 18. Dezember 1897 eingeweiht.

Ausstattung mini|Altar Der Altar ist ein wertvoller, spätgotischer Flügelaltar aus der Zeit um 1450. Er wurde von dem Lüneburger Holzschnitzer Cord Snitker gefertigt. 1967/68 wurde er sorgfältig restauriert. Der Altar besteht aus zwei Schreinreihen, auf denen Holzfiguren aufgestellt sind. Die obere Reihe stellt die Apostel dar, die Jesus und Maria umgeben. Von links nach rechts heißen diese: Judas Thaddäus: Sohn des Jakobus, laut Matth. Lebbäus, hält heilige Schrift und Keule Jakobus: Sohn des Zebedäus, Bruder des Johannes, Jesus nennt sie „Donnerskinder“, Pilgerkleide, Tasche, Stab, Muschel und Kopfbedeckung Jakobus-minor: Sohn des Alphäus mit dem Walkerbaum Andreas: Bruder des Simon Petrus, schräges Kreuz - Andreaskreuz Philippus: mit Kreuzstab Paulus: mit Schwert Petrus: Bruder des Andreas, mit Schrift und Schlüssel Simon: „Simon Kanan“, mit Säge Johannes: Bruder des Jakobus, jung, bartlos und mit einem Kelch Bartholomäus: mit Messer Matthaeus: mit Schwert Thomas: mit Winkelmaß, Patron der Bauleute

Auf der unteren Reihe sieht man von links nach rechts: die 5 klugen Frauen: mit freundlichen Gesichtern, Kronen und nach oben gerichtete Gefäßlampen Jesus zwischen zwei Engeln: Jesus mit Kreuzzeichen weibliche Gestalt mit einem Widderkopf in der Hand: soll Judentum zukommen die 5 törichten Frauen: raufen sich die Haare, traurige und schmerzerfüllte Gesichter, Lampen mit Öffnung nach unten

Die Rückseiten der Flügel sind heute rot angemalt.

Die drei großen Glasfenster im Altarraum stellen in kräftig leuchtenden Farben Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Jesu dar. Sie wurden 1925 gestiftet.

Der Taufstein und die Kanzel stammen aus der Zeit des Neubaus (1898).

Die Orgel wurde 1897 von dem Orgelbaubetrieb P. Furtwängler & Hammer erbaut.

Die Kirchturmuhr ist von 1897 und schlägt im Stunden- und Halbstundenschlag mit der großen Glocke. Die alte große Glocke steht draußen vor der Kirche. Die alte kleine Glocke steht auf dem Friedhof. Die beiden im Turm befindlichen Glocken wurden 2006 gegossen.

Kirchenorganisation und kirchliche Ämter Kirchengemeinde Die Evangelisch-lutherische St.-Dionys-Kirchengemeinde in Lehmke wurde zum 1. Oktober 2011 mit der Evangelisch-lutherischen Jacobus-Kirchengemeinde Wieren zur Kirchengemeinde Lehmke-Wieren in Wrestedt vereinigt. Sie gehört zur Region Süd-Ost des Kirchenkreises Uelzen.Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers 5/2011, S. 213

Pastoren/Diakone vor 1498: Barthold Vischer 1498–1550: Carstianus Radtke 1550–1584: Christianus Radtke 1587–1621: Andreas Curio 1621–1666: Heinrich Wilhelmi 1666–1707: Johann Franz Bertram 1707–1754: Ernst Heinrich Bertram 1754–1767: Gerhard Balthasar Falkenhagen 1768–1772: Johann Carl Hardegen 1772–1799: Konrad Emanuel Wittrock 1799–1819: Johann Christian Julius Sparkuhle 1820–1842: Friedrich August Hantelmann 1842–1845: Karl Friedrich Konrad Reinecke 1846–1876: Karl Johann Ferdinand Paul Heinrich Georg Redecker 1877–1890: Franz Friedrich Adolf Plathner 1891–1924: Julius Christian Deppe 1924–1964: Wilhelm Zacharias August Sundermann 1964–1974: Ulrich Meyer 1966–1970: Werner Klipp 1970–1973: Hermann Bremer 1974–1980: Horst Darge 1982–1994: Walter Scheller 1994–1996: Martin Stascheit 1997–2000: Thomas Steinke 2000–2010: Johannes Kernich 2010–2014: Christian Schefe 2016–2021: Dorothea Mecking seit 2021: Christoph Siedersleben

Literatur Lehmke Gem. Wrestedt. Ev. Kirche St. Dionysius. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen – Niedersachsen. München / Berlin 1992, S. 840.

Weblinks

St. Dionys im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

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