mini|Kirche Jakobus des Älteren mini|Blick aus der Eisenbahn auf Konice mini|Statue des hl. Florian mini|Statue des Antonius von Padua mini|Unteres Ende des Dorfangers mini|Pfarrhaus mini|Schule
Konice (deutsch Deutsch Konitz) ist ein Ortsteil der Stadt Znojmo in Tschechien. Er liegt vier Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Znojmo und gehört zum Okres Znojmo.
Geographie Konice befindet sich rechtsseitig über dem mit dem Stausee Znojmo gefluteten Kerbtal der Thaya am Rande des Nationalparks Podyjí in der Znojemská pahorkatina (Znaimer Hügelland). Das insbesondere im Nordosten und Südwesten von ausgedehnten Weinlagen umgebene Dorf liegt am Südhang des Kuhbergrückens. Nördlich erheben sich die Stará hora (Altenberg) und die Kraví hora (Kuhberg, 347 m n.m.), im Südosten der Sáh (Goldberg), südlich der Na Skaliskách (Spielberg, 326 m n.m.) und der Pustý kopec bzw. Na Dalekých (Dürrehügel, 264 m n.m.) sowie im Nordwesten der Nad Novou cestou (Neuwegberg, 374 m n.m.). Gegen Westen erstreckt sich der Trausnitzer Grund (Trouznické údolí). Östlich des Dorfes verläuft die Bahnstrecke Wien–Retz–Znojmo, der nächste Haltepunkt ist Znojmo-Nový Šaldorf.
Nachbarorte sind Hradiště sv. Hypolita im Norden, Údolí Dyje, Znojmo und Louka im Nordosten, Sedlešovice und Nový Šaldorf im Osten, Vrbovec und Chvalovice im Südosten, Šatov im Süden, Popice im Südwesten sowie Podmolí, Mašovice und Andělský Mlýn im Nordwesten.
Geschichte Archäologische Funde belegen eine kleine jungsteinzeitliche Siedlung auf den Fluren von Konice. Das heutige Dorf entstand wahrscheinlich während der mittelalterlichen Kolonisation des mährischen Grenzlandes im 12. Jahrhundert durch deutsche Siedler, in diese Zeit lassen sich auch Keramikfunde im unteren Teil des Dorfes datieren. Der Legende nach sollen die Siedler das Dorf ursprünglich auf dem Pustý kopec (Dürrehügel) angelegt und diesen Standort bald wieder wegen Wassermangels aufgegeben haben. Konice wurde als Längsangerdorf entlang eines kleinen Baches zwischen dem Hühnerberg und dem Altenberg angelegt. Im Gegensatz zu den früher gegründeten Dörfern war Konice nur mit geringem Grund und wenig landwirtschaftlicher Fläche ausgestattet. Als der deutsche König Rudolf I. im Jahre 1278 nach der Schlacht bei Dürnkrut die Privilegien von Znaim bestätigte und erweiterte, schenkte er der Stadt zugleich einen Wald am Kuhberg zur Abholzung. Auf dessen Areal zwischen Konice, Edelspitz und Znaim ließ die Stadt ausgedehnte Weingärten anlegen.
Die erste schriftliche Erwähnung des zum Kloster Bruck gehörigen Dorfes Konitz erfolgte am 1. September 1302 in einer Schenkungsurkunde des Abtes Dietrich. In einer weiteren Urkunde des Klosters vom 30. August 1330 wurde das Dorf als Canicz bezeichnet. Aus dem Znaimer Urbar von 1363 geht hervor, dass Canicz aus einem Dutzend Häusern bestand. An den Sandsteinhängen des Kuhbergrückens wurde intensiver Weinbau betrieben; neben der Znaimer Weinlage Kuhberg, die sich gegen Nordosten erstreckte, befanden sich nördlich des Dorfes mit dem Altenberg und südlich mit dem Spielberg weitere Lagen. Seit dem 14. Jahrhundert ist auch ein hölzernes Kirchlein nachweislich. Im 15. Jahrhundert erwarb das Kloster Seelau Canicz, das zu dieser Zeit wahrscheinlich eine eigene Pfarre bildete. Ein großer Weingarten bei Canicz befand sich jedoch im Besitz der Stadt Znaim und des Znaimer Clarissinnenklosters. Im Jahre 1497 weitete König Vladislav II. Jagiello das Znaimer Stadtrecht auf die Weinberge bei Gnadlersdorf, Kaidling und Canicz aus. Der Brucker Abt Michael Freytag trat seine Caniczer Pfründe 1577 an den Poppitzer Pfarrer und den Seelauer Abt ab. 1590 wurde das Kloster Seelau durch den Strahover Abt Jan Lohelius wiedergegründet. 1591 überließ die Stadt Znaim der Gemeinde Kanitz einen Teil des Kuhberges gegen eine jährliche Zahlung von fünf Talern. Zu dieser Zeit war Kanitz mit einer Wehrmauer umgeben und durch vier Tore zugänglich. Im Jahre 1622 konnten die Prämonstratenser des Klosters Strahov die entzogenen Seelauer Güter von Marie Trčka von Lípa für den Orden zurück erwerben. Während des Dreißigjährigen Krieges erlosch um 1630 die Pfarre in Kanitz, die Gottesdienste versahen nachfolgend Znaimer Pfarrer. Im Jahre 1632 errichtete Albrecht von Waldstein auf dem Kuhberg das Hauptlager seiner neuen Armee. Kanitz hatte zu dieser Zeit ca. 130 Einwohner. Als das Stift Seelau 1643 wieder selbständig wurde, verblieben die Güter Niklowitz und Kanitz beim Stift Strahov. Nach dem Ende des Krieges lag ein Teil des Dorfes wüst, auch die Weingärten erreichten nie wieder ihre frühere Ausdehnung. Im Jahre 1656 überließen die Strahover Prämonstratenser ihre mährischen Güter für einige Zeit der Abtei Bruck, fortan übernahmen die Brucker Prämonstratenser die Seelsorgeaufgaben in Kanitz. Zwischen 1673 und 1713 führten die Stadt Znaim und die Gemeinde Kanitz mit der Propstei Pöltenberg einen Streit um die Fischerei in der Thaya. Die Gemeinde Kanitz beanspruchte dabei die Fischereirechte am rechten Thaya-Ufer zwischen der Trausnitzer Mühle (Čekanovický mlýn) und dem ehemaligen Eselshäuschen gegenüber dem Rabenstein bzw. Riesenkopf (Obří hlava) oberhalb von Znaim, wo die Wiesen zur Gemeinde gehörten. 1713 sprach das mährische Landesgericht der Propstei auf diesem Abschnitt die Fischerei auf beiden Ufern zu.
Im Jahre 1680 starben zahlreiche Einwohner beim Ausbruch der Pest. 1683 übernahm das Stift der regulierten Chorherren Prämonstratenser-Ordens zu Strahov die Güter Niklowitz und Kanitz wieder in eigene Verwaltung und vereinigte sie mit dem neu erworbenen Gut Ober-Dannowitz. Die Kanitzer Kirche unterstand formell dem Niklowitzer Pfarrer, die Gottesdienste hielten aber weiterhin die Ordensbrüder aus dem Kloster Bruck. Seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts setzte sich Teutsch-Konitz bzw. Deutsch-Konitz als Ortsname durch. Das Dorf wurde in dieser Zeit stark erweitert; im gesamten unteren Teil des Dorfes wurden die großen Parzellen in Bauplätze aufgeteilt, auf denen neue Häuser mit Weinkellern entstanden. Am oberen Ende des Dorfes wurden drei neue Häuserreihen errichtet. Dadurch wuchs die Zahl der Häuser von 44 auf 100 und die Einwohnerzahl stieg auf 500 an. Da sich ein Wassermangel abzeichnete, wurde der Bau weiterer Häuser nicht gestattet. Zu Wasserversorgung der neuen Häuser wurde beim Haus Nr. 59 ein Brunnen gegraben. Zu dieser Zeit wurde am Hauptzufahrtsweg ein herrschaftlicher Stadel errichtet.
1712 erfolgte der Bau einer neuen barocken Kirche mit drei Altären, Turmuhr und einer kleinen Orgel aus Hohenberg. Die Wandfresken schuf der Znaimer Maler Adalbert Radda, die Seitenaltäre waren den hll. Anna und Barbara geweiht. Im Jahre 1719 starben bei einer Epidemie 57 Einwohner. In Teutsch-Konitz lebten in dieser Zeit zahlreiche Juden; im Oberdorf trug eine Straße fast 300 Jahre den Namen Judengasse. Während des Österreichischen Erbfolgekrieges waren in dem Dorf Anfang 1742 600 Preußische Soldaten des Glasenappschen Regiments einquartiert. Am 23. Februar 1742 erhob deren Kommandeur, Major von Kameke, von seinem Lager in Teutsch-Konitz Kontribution von der Stadt Retz. Am 10. September 1763 stiftete der Strahover Abt Gabriel Kašpar in Teutsch-Konitz eine Pfarre, die de facto eine Lokalie von Niklowitz war; am 23. September wurde das Pfarrhaus fertiggestellt, das den Prämonstratenser-Chorherrn zugleich als Herrenhaus diente. Die neue Pfarre unterstand formell dem Niklowitzer Pfarrer, tatsächlich wurden sämtliche geistlichen Handlungen weiterhin von den Brucker Prämonstratensern durchgeführt. 1781 zerstörte ein Großbrand 34 Häuser.
Nachdem 1784 das Kloster Bruck im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst worden war, wurde die Kirche in Teutsch-Konitz von der Pfarre Niklowitz abgetrennt und damit auch tatsächlich zur Pfarrkirche erhoben, die Verwaltung der Pfarrei erfolgte nunmehr direkt vom Stift Strahov aus. Nachfolgend wirkten in dem rein deutschsprachigen Dorf in Südmähren tschechische Priester aus dem böhmischen Landesinnern als Pfarradministratoren. Der Schulunterricht wurde anfänglich im Haus von Isidor Mahr, danach in einem Zimmer des Herrenhauses abgehalten. Der Lehrer wurde von der Obrigkeit für seine Dienste mit acht Metzen Getreide bzw. einem Eimer Wein bezahlt, er war zugleich auch als Gemeindeschreiber, Organist und Chorleiter tätig; den Haupterwerb bezog er aus seinem Bierschank und Kolonialwarenladen. In den folgenden Jahren war das Dorf wiederholt von Ortsbränden betroffen. 1786 brannten 30 Häuser ab, im Jahre 1793 34 Häuser und 1798 23 Häuser. 1793 lebten in der Gemeinde 543 Personen. Im Jahre 1798 kauften die Obrigkeit und die Gemeinde die Brandstätte einer Chaluppe neben dem Pfarrhaus und errichteten auf dem Grund ein Schulhaus. Beim Durchzug Napoleonischer Truppen erlitt die Gemeinde größere Schäden. Am 8. Juni 1808 brach in Teutsch-Konitz ein verheerendes Großfeuer aus, das 49 Häuser, die Kirche, das Pfarrhaus sowie die Schule erfasste; dabei gingen sämtliche historischen Schriftstücke verloren. 1809 besetzten die Franzosen das Dorf erneut und hinterließen Schäden von über 23.500 Wiener Gulden. Durch die finanzielle Not in Folge der Kontributionsleistungen konnte erst 1811 mit dem Wiederaufbau der abgebrannten Gebäude begonnen werden. 1811 entstanden die neue St. Jakobus-Kirche und ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung. Das älteste Ortssiegel stammt von 1831; es zeigt im oberen Teil den hl. Norbert und darunter einen Rebzweig mit zwei Trauben neben einem Winzermesser. Die Umschrift lautet: SIGILLDER: GEMEINDE: DEUTSCHKONITZ: BEY ZNAIM 1831.
Im Jahre 1834 umfasste das Gut Teutsch-Konitz 6 Joch 375 Quadratklafter Dominikalland und 679 Joch 56 Quadratklafter Rustikalland. Die Bevölkerung lebte vornehmlich vom Wein-, Obst- und Gemüsebau, im Schnitt wurden jährlich 775 Eimer Wein erzeugt. Die günstigen klimatischen Verhältnisse ließen die Kirschen und Pfirsiche an den Hängen um Teutsch-Konitz und Poppitz früher als in anderen Orten des Znaimer Kreises reifen. Das Dorf Teutsch-Konitz bzw. Konice německe bestand aus 102 Häusern mit 569 Einwohnern. Unter obrigkeitlichem Patronat standen die zum Dekanat Znaim gehörige und mit Ordenspriestern der Abtei Strahov besetzte Pfarrkirche des hl. Jakobus des Großen sowie die Schule. Amtsort war Niklowitz.Gregor Wolny: Die Markgrafschaft Mähren topographisch, statistisch und historisch geschildert, III. Band: Znaimer Kreis (1837), S. 455–458 Die 1836 von der Znaimer Bürgerschaft und der Verwaltung der Znaimer städtischen Landgüter geäußerten Zweifel an der Rechtsmäßigkeit des seit 1591 bestehenden Erbpachtverhältnisses am Kuhberg führten zu einem kurzzeitigen Zerwürfnis mit der Stadt Znaim, das aber bald wieder beigelegt wurde. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Teutsch-Konitz Teil der vereinigten Stiftsgüter Niklowitz, Ober-Dannowitz und Teutsch-Konitz.