mini|Wappen derer von Weitershausen in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 bei der Ritterschaft in Hessen; es besteht eine Stammes- und Wappenverwandtschaft zu den ebenfalls hessischen von Döring Die Wäppener von Weitershausen oder von Wittershausen waren eine niederadelige Familie, die ihren Ursprung im hessischen Weitershausen bei MarburgZu unterscheiden von der Wüstung Weitershausen (Wytyrshusen u. ä.) bei Hungen; vgl. Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Grossherzogthum Hessen. Provinz Oberhessen. Verlag des historischen Vereins für das Grossherzogthum Hessen, Darmstadt 1854, S. 282–285 (Google-Books). hatte. Familienmitglieder stellten Vasallen der Abtei Hersfeld – einer ursprünglich ziegenhainischen, ab 1432 landgräflich hessischen Vogtei –, waren ziegenhainische LandsassenVgl. Christoph von Rommel: Uebersicht der vornehmsten Hessischen Vasallen, Landsassen und Rittergeschlechter. v. Weitershausen. In: Geschichte von Hessen, Bd. I. Friedrich Perthes, Kassel 1835. sowie nassau-weilburgische, landgräflich hessische, herzoglich württembergische, fürstabtlich fuldische, fürstbischöflich würzburgische, fürstbischöflich bambergische und kurmainzische Ministeriale. Sie waren eng mit der Deutschordensballei Hessen verbunden, die ihren Sitz in Marburg hatte.
Wäppener von Weitershausen mit den Schrägbalken Die Weitershausen mit den Schrägbalken im Wappen bewohnten bis 1528 die Wasserburg Elnhausen bei Marburg, deren Gräben teilweise noch erhalten sind.Vgl. Sie teilten sich den Kirchsatz zu Elnhausen mit den wappengleichen von Döring.
Ein Marburger Burgsitz der Familie Weitershausen befand sich an der heutigen Landgraf-Philipp-Str. 4 neben dem Hosenhof. Er wurde 1572 von Landgraf Philipp I. von Hessen den „Gevattern“ (Großonkel und Großneffe) Sittich und Georg von Weitershausen zu Merzhausen für 300 Gulden abgekauft und musste 1573 dem Bau der landgräflichen „Neuen Kanzlei“ weichen.Vgl. Carl Knetsch: Die Wolfsburg und die benachbarten Häuser am Schloßberge zu Marburg. In: Hessische Chronik 2 (1913), S. 117–123, 131–141 und 178–181, bes. S. 132;
Stammliste Cunradus von Weitershausen (Cunradus de Wintershusen)Urkunde Marburg, 3. Januar 1226/27 De aliis Stephanitarum, quas com diuersis habebant, controuersiis compositis (im Kontext der Marburger Ritterschaft ist die Familie „Weitershausen“ gemeint); Georg Christian Joannis: Ecclesiae ad S. Stephanum intra moenia Moguntina collegiatae chronicon. In: Ders.: Volvmen … Rervm Mogvntiacarvm, qvo continentur Excerpta Ex PP. Antverpiensivm Actis Sanctorvm, Bd. II. Johannes Maximilian von Sande, Frankfurt am Main 1722, S. 529–531, bes. S. 531 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). (* um 1190; † nach 1227), Ritter (miles)
Weitershausen-Bleichenbach genannt Badenburg Anschluss → siehe oben.
Johann von Weitershausen (Witershusen) genannt von Bleichenbach (Bleyenbach) († nach 1385), Weppener, ⚭ Serge (Soerge, Serie) N. († nach 1377); erhielt 1353 von Heinrich I. von Isenburg-Büdingen († 1378) neu gerodetes Land und Ackerland im Wiesecker Wald,Urkunde vom 7. Mai 1353; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Bestand X 4 Urkunden der Grafschaft Isenburg, Nr. 590). Landgraf Heinrich II. von Hessen verpfändet ihm um 1354 die Hälfte des Dorfes Großen-Linden, damit Johann dort auf Kosten des Landgrafen eine Burg errichten sollte,Aktennotiz, um 1354; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Kopiar 1, Nr. 144, Blatt 72); vgl. baute um 1356 die Badenburg bei Wieseck bzw. Wißmar (Wysemar), 1356/58 von Graf Johann I. von Nassau-Weilburg-MerenbergUrkunden vom 29. Juni 1356 und von 1358; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Bestand A 5 Aktivlehen Hessen-Darmstadt, Nr. 455/1–2); Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 121 Lehnsarchive, von Weitershausen, U 1358 a, b und U 1358 September 16). und Landgraf Heinrich II.,Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Bestand A 3, Urkunden der ehemaligen Provinz Oberhessen, Badenburg, U 1358 September 05). später auch vom Mitregenden Landgraf Hermann II. von HessenVgl. Urkunde der Johanna von Nassau-Saarbrücken-Weilburg, seiner Schwiegermutter, vom 30. November 1371 (Abschrift von 1525); Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 121 Lehnsarchive, von Weitershausen, U 1371 November 30). mit der Wohnung am Rain (= Ufer) am Badenberg belehnt, die unter der gemeinsamen Lehnsherrschaft von Hessen und Nassau stand, 1377 von Johanna von Saarbrücken, Gräfin von Nassau, Frau zu Merenberg, und ihrem Sohn Philipp I. von Nassau-Saarbrücken-Weilburg belehntUrkunde vom 14. März 1377; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 121 Lehnsarchive, von Weitershausen, U 1377 März 14).
Weitershausen zu Rauschenberg Anschluss → siehe oben.
Senand (Senater) von Weitershausen (* um 1410; † 1478), beteiligte sich 1449 am Ersten Markgrafenkrieg gegen Nürnberg,Vgl. Erhard Schürstab: Beschreibung des ersten markgräflichen Krieges gegen Nürnberg, hrsg. von Joseph Bader. (Quellen zur Bayerischen und Deutschen Geschichte 8). Georg Franz, München 1860, S. 158f (Google-Books). Geheimer Rat, Burgmann, 1460 hessischer Küchenmeister, die Landgrafen Ludwig und Heinrich III. von Hessen und Kanzler Hermann Körper († 1463) verwandten sich bei Graf Wilhelm III. von Henneberg-Schleusingen um die Verleihung eines hennebergisch-ziegenhainischen Lehens zu Rauschenberg an ihn,Akten 1460, Thüringisches Staatsarchiv Meiningen (Gemeinschaftliches Hennebergisches Archiv, Bestand: GHA Sektion I, Auswärtige Beziehungen – Weltliche Staaten, Hessen, Nr. 2058). 1467 Hofmeister der Landgräfin Anna von Katzenelnbogen, der Frau Heinrichs III., ⚭ um 1440 in Marburg Margarethe von Scheuernschloß (Schurensloß), 1466 „Hofmeisterin“
Weitershausen zu Merzhausen Anschluss → siehe oben.
Thomas (Damm, Dom, Damure, Tammo, Thamme, Damian) II. von Weitershausen († um 1489), beteiligte sich 1449 am Ersten Markgrafenkrieg gegen Nürnberg, 1453 im Pfandbesitz der Burg Staufenberg, auch im Pfandbesitz von Willingshausen, das seine Erben an Johann Schwertzel verkauften, ⚭ Lisa von Rückershausen, als Schwiegersohn und Nachfolger des in Merzhausen wohnhaften Engelbrecht von Rückershausen († nach 1458) mit einem Drittel an Schloss Merzhausen und dem Zehnten zu Riebelsdorf belehnt, 1461 verkauften Damme von Weitershausen und seine Frau Lyse dem Junggrafen Johann von Nassau-Saarbrücken-Weilburg († 1480), der seinem in Geldnot geratenen Vater Philipp II. von Nassau-Weilburg beistehen wollte, für 1200 Gulden eine kündbare Rente von 60 Gulden auf das Amt Gleiberg,Urkunde vom 9. Februar 1461; Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Bestand 166 Amt Gleiberg, Nr. U 7). 1466 wurde er „Heimlicher“ des Landgrafen Heinrich III. von Hessen, 1470 auf Antrag von Junggraf Johann von Nassau-Saarbrücken-Weilburg vom Hofgericht Rottweil in die Acht gestelltVerbietbrief des Hofrichters Graf Johann II. von Sulz († 1484) vom 27. Juni 1470; Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (Hofgericht Rottweil, 134).
Der von Helwig von Weitershausen (* um 1575; † 1627) zu Merzhausen abstammende Familienzweig erlosch mit dem preußischen Major Friedrich von Weitershausen († 1836).
Weitershausen genannt Richwin zu Bromberg Anschluss → siehe oben.
Richwin von Weitershausen (* um 1465; † 1512/24), ⚭ I. Agathe von Utzlingen, ⚭ II. N. von Utzlingen, 1498 württembergischer Diener am Hof, 1508, 1511, 1512 herzoglich württembergischer und landgräflich hessischer Forstmeister auf dem Stromberg, 1511 im Lehnsbesitz der Burg Bromberg
Weitershausen zur Niedling A. Anschluss→ siehe oben.
Johann von Weitershausen (* um 1578; † 1607), ⚭ 1593 Barbara ElsnerVgl. Bernhard Praetorius: Ad. nob. et [Hochzeitsgedicht für Johannes à Weitershausen und Barbara Elsner]. Egenolph, Marburg 1593.
B. Anschluss → siehe oben.
Georg von Weitershausen (* um 1564; † nach 1603)
Der Familienzweig führte bis 1699 das Prädikat „zur Niedling“ (heute: Niedlingsmühle) von einem Familiengut zwischen Halsdorf und Josbach bei Rauschenberg.Vgl. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser 15 (1865). Mit dem Besitz des Hofes Niedling war 1/4 des Kirchenpatronats zu Josbach verbunden.
Weitere Familienmitglieder (nicht eingeordnet) Henricus de Weitershausen, 1298, 1299 Domherr und Kapitular am Fritzlarer DomWappen: In Silber drei rechtsschräge schwarze Balken; vgl. Johann Philipp von Speckmann u. a.: Verzeichniss der Pröpste, Dechanten, Chorherren, Canoniken und Prälaten des S. Petersstifts zu Fritzlar. In: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie 8 (1880), S. 248–266, bes. S. 250 (Digitalisat im Internet Archive); Urkunden vom 23. April 1298 und 24. Mai 1299; Hessisches Staatsarchiv Marburg (Urk. 74 Fürstentum Fritzlar, Nr. 555 und 556). Philipp von Wittershausen († 1420/22), Sohn des Craft, wurde 1420 als Nachfolger des Otto von Falkenberg Domherr in Mainz, ihm folgte Philipp Scheurenschloß (Schurenslosz), Sohn des FriedrichVgl. Einträge vom 31 Januar 1420 und 24. Dezember 1422; Repertorium Germanicum, Bd. IV 02842 und 02855. Dorothea von Wittershausen, ⚭ Hans von Meysenbug (Meisenburg) († nach 1430) aus Lichtenau Georg von Weitershausen, 1464 Komtur des Deutschen Ordens in Marburg, Wappenschild in der Elisabethkirche Elisabeth von Wyttershusen (Witershusen), 1459 PriorinUrkunde vom 1. Mai 1459; Stadtarchiv Göttingen (B 1 Urkunden, Nr. 420). und 1468, 1469 Mater des Augustinerinnenstiftes Hilwartshausen und Subpriorin von Kloster Ahnaberg Georg von Weitershausen († um 1527), ab 1511 Propst der Frauenklöster Frauensee (bis 1527) und Cornberg (bis 1522; resigniert), 1514 mit Unterstützung der hessischen Regentin Anna von Mecklenburg zum Dechanten von Kloster Hersfeld gewählt,Vgl. Franz Carl Theodor Piderit: Denkwürdigkeiten von Hersfeld. Industrie-Comptoir, Hersfeld 1829, S. 133. ab 1522 Probst der Benediktinerpropstei Sankt Peter auf dem Hersfelder PetersbergVgl. Ernst Henn: Cornberg. Selbstverlag, München 2006, S. 76. Friedrich Karl von Weitershausen (* um 1734; † 1777), Kapitän des Grenadierbataillons Georg Emanuel von Lengerke im Regiment Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen, tödlich verwundet im Gefecht bei der Brücke von New Brunswick Karl Alexander Weitershausen († nach 1781), Premierleutnant, zurück nach Europa am 4. Dezember 1781Erhard Städtler: Die Ansbach-Bayreuther Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1777-1783. (diss. phil. Erlangen 1955). Die Egge, Nürnberg 1956, S. 99 und 103. Christian Carl von Weitershausen († 1801), 1762, 1770 Oberforstmeister zu Leonberg, 1774 bis 1798 Oberforstmeister zu Freudenstadt und Schiltach, auf eigenen Wunsch entlassen, Kammerherr, Geheimrat und Obristjägermeister zu Stuttgart, gestorben in Sulz am Neckar
Wappen Blasonierung: In Schwarz und Silber fünfmal schrägrechts geteilt, so dass der obere schwarze und der untere silberne Teil größer sind als die mittleren Teile.Vgl. Königliches statistisch-topographisches Bureau (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Heilbronn. H. Lindemann, Stuttgart 1865, S. 516.
Ein fast gleiches Wappen, im linken Obereck begleitet von einem silbernen, sechszackigen Stern, führten die Döring von Elmshausen.Vgl. Gustav Schenk zu Schweinsberg: Die Grafschaftsgerichtsstätten Maden und Rucheslo. Keller, Gießen 1871, S. 7 (Google-Books). Die Döring und die Weitershausen sind vermutlich stammverwandt; sie teilten sich lange das Kirchenpatronat in Elnhausen und in Buchenau. Die Hälfte der Vogtei über die Gemeinde Weitershausen war (1419, 1481) ein fuldisches Lehen der Döring.Vgl. Wilhelm A. Eckhardt: Die Ersterwähnung von Elnhausen 1235. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 90 (1984/85), bes. S. 121–123.
Wäppener von Weitershausen mit den gekreuzten Lilienstäben