mini|Die Nikolai-Apotheke heute. mini|Stadtansicht Flensburgs von Braun und Hogenberg, die ungefähr zwischen 1572 und 1618 entstand, und auf der verschiedene Häuser mit Stufengiebel erkennbar sind.

Die Nikolai-Apotheke in der Flensburger Innenstadt im Stadtbezirk St. Nikolai liegt an Flensburgs wichtigstem Marktplatz, dem Südermarkt. Das Gebäude mit der Adresse Südermarkt 12 gilt als ältester Profanbau der Stadt. Es ist eines der Kulturdenkmale des Stadtteils.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 258; Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen. Architektur in Flensburg, 2015, S. 33.

Geschichte Das Gebäude steht im Südwesten des Platzes. Am Giebel ist heute das Jahr 1436 vermerkt, das auf einen in diesem Jahr erwähnten Vorgängerbau verweist.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 258; vgl. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, S. 387. Am 3. Mai 1485 wurde der südliche Teil der Stadt durch eine Feuersbrunst zerstört. Auch der Südermarkt war betroffen.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, S. 388. Vermutlich wurde der erwähnte Vorgängerbau damals ebenfalls zerstört.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 258. Um 1490 wurde das heutige Lübecker Dielenhaus vom Ochsenhändler Jens Lorup errichtet.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg. 2015, S. 33. Das Kaufmannshaus wurde kurze Zeit später noch nach Westen erweitert.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2, Flensburg, S. 258. Früher war der erhaltene Stufengiebel des Gebäudes etwas weniger Besonderes, es besaßen noch viele andere Häuser in Flensburg einen solchen Giebel, beispielsweise das heute nicht mehr existierende Eckhaus von Katsund am Südermarkt, das heute exemplarisch häufig zitiert wird.Flensburger Tageblatt: 150 Jahre Stadtgeschichte aus Zeitungsperspektive Kiel/Hamburg 2016, S. 52. Im Bereich der alten Kaminstube des Kaufmannshauses blieben die Reste einer spätgotischen Ausmalung erhalten, deren zentrale Motive eine Mondsichelmadonna und ein Kreuz sind.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 258 und 261.

Auf der rechten und linken Seite der zentralen Treppe, über die das Gebäude betreten werden kann, befinden sich zwei Niedergänge, die jeweils in einen Keller führen. Seit dem Jahr 1877 werden diese beiden Keller als Gaststätten genutzt. Die Dielenfenster, die sich auf der Marktseite befinden, wurde im selben Jahrhundert zu Schaufenstern umgestaltet.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, S. 388.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich im vorderen Bereich des Hauses zum Südermarkt hin das Herrenbekleidungsgeschäft Heesch.Flensburger Allerlei. Foto vom Herrenausstatter Heesch sowie: Flensburger Tageblatt: 700 Jahre Geschichte in zwei Stunden, vom: 2. Juli 2013; abgerufen am: 5. April 2016. Am 13. September 1960 versagten bei einem Kühllaster, der die Schleswiger Straße hinunterfuhr, die Bremsen. Der LKW-Fahrer durchfuhr die Rote Straße und prallte schließlich in den hinteren Bereich des Hauses Südermarkt 12, wo sich damals eine Arztpraxis befand. Bei dem Unglück wurden 18 Menschen verletzt, 3 Menschen, darunter der LKW-Fahrer, starben.Vgl. Helge Matthiesen: Top Flensburg, eine Sonderbeilage vom Flensburger Tageblatt, 2005, Artikel: 1960. Die Traufseite, in die der LKW-Fahrer hineinfuhr, wurde seitdem mehrfach auf Höhe des Erdgeschosses umgestaltet. In den 1990er Jahren schloss das Geschäft Heesch. Das exakte Jahr des Auszuges war vermutlich 1998. Im besagten Jahr wurde die Traufseite ein weiteres Mal umgestaltet.Flensburger Tageblatt: 150 Jahre Stadtgeschichte aus Zeitungsperspektive Kiel/Hamburg 2016, S. 52. Die Delphin-Apotheke zog anschließend ein. Später befand sich im Gebäude die DocMorris-Apotheke.Flensburg-Online. Doc Morris Apotheke am Südermarkt, abgerufen am: 5. April 2016. Heute ist die Apotheke in Anlehnung an die Kirchengemeinde beziehungsweise den Stadtbezirk als Nikolai-Apotheke benannt. Die heutige Apotheke gehört zur Friedheim-Apotheke am Twedter Plack.Website der Nikolai-Apotheke, abgerufen am: 5. April 2016. Im unteren rechten Keller befindet sich heute der Grogkeller.Vgl. Flensburger Tageblatt: Flensburg bei Nacht. Chauffeur der Nachtschwärmer, vom: 16. August 2014; abgerufen am: 5. April 2016; Flensburg-Online. Eingang zum Grogkeller, abgerufen am: 5. April 2016.

Literatur Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 258. Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen. Architektur in Flensburg. Verlagshaus Leupelt, Handewitt 2015, ISBN 978-3-943582-11-6, S. 33.

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