Saint-Bazile, okzitanisch Sent Basaris, ist eine Gemeinde in Frankreich. Sie gehört zur Region Nouvelle-Aquitaine, zum Département Haute-Vienne, zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart. Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes Ouest Limousin.

Etymologie Saint-Bazile hieß im Jahr 1311 Saint Bazilide, zwischen 1404 und 1476 Saint Bazilidis und im Jahr 1475 Saint Bazeri.

Das Französische Saint ist ein Heiliger. Bazile ist wahrscheinlich von Basilius dem Großen abgeleitet – im 4. Jahrhundert Bischof von Caesarea. Womöglich handelt es sich auch um Basilidis, einen frühchristlichen Märtyrer. Das okzitanische Basaris dürfte aus der Lautverschiebung l > r hervorgegangen sein.

Geographie Saint-Bazile liegt nördlich der Tardoire, am Südrand des Kraters von Rochechouart-Chassenon, der vor ungefähr 200 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstand.

Die Gemeinde grenzt im Norden an Vayres, im Osten an Oradour-sur-Vayres, im Südosten an Cussac, im Süden an Saint-Mathieu und im Nordwesten an Chéronnac.

Die sehr kleine Gemeinde Saint-Bazile mit nur 8,58 Quadratkilometer Fläche stellt eine Landgemeinde dar, welche sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.

Oradour-sur-Vayres liegt nur 2,8 Kilometer weiter im Osten. Nach der Präfekturstadt Limoges im Nordosten sind es aber bereits 35 Kilometer. Die Präfekturstadt Angoulême im Département Charente im Westsüdwesten ist rund 53 Kilometer entfernt, die Unterpräfektur Nontron (Département Dordogne) im Südwesten 26 Kilometer.

Zum Gemeindegebiet von Saint-Bazile gehören neben dem Ortskern folgende Weiler, Gehöfte, eine Mühle, eine Ziegelei und Geländepunkte:

Bacheirat, (Chapelle du Loup), Forgeas (auch Les Fages oder Forgetas), (L'Abbaye), La Besse, La Bet(h)oul(l)e, La Côte, La Maison(-)Neuve, La Peyrie (auch La Prairie), Laubanie, (Le Baron), Le Buisson, Le Grand Poulier, Le Mesnieux, Le Moulin du Baron, Le Moulin(-)Neuf, Le Petit Poulier, (Le Pont), Lépinasse (L'Espinasse), (Les Forces), Les Ronces und Tuilerie des Forces.

Der topographisch tiefste Punkt mit 246 Meter über N. N. liegt an der Tardoire im äußersten Südwesten, der höchste Punkt mit 333 Meter befindet sich nördlich von La Peyrie an der Nordgrenze. Die maximale Höhendifferenz beträgt 87 Meter.

Verkehrsanbindung mini|Lagekarte der Gemeinde Saint-Bazile

Die D 675 quert als Hauptverkehrsader den Westen des Gemeindegebietes in nordöstlicher Richtung. Sie kommt von Saint-Mathieu und führt weiter über Vayres nach Rochechouart. Der Ortskern kann von der D 40 aus erreicht werden, welche entlang der Ostgrenze der Gemeinde von Cussac nach Oradour-sur-Vayres verläuft. Die D 85 zieht entlang der Nordgrenze der Gemeinde. Sie verbindet Oradour-sur-Vayres im Osten mit Chéronnac im Westnordwesten. Querverbindungen zu den einzelnen Ortsteilen und Weilern werden durch Kommunalstraßen gewährleistet.

Klima Die Gemeinde Saint-Bazile unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klimaregion charakterisiert sich normalerweise durch eine recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.

Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,5 °C mit einer Jahresamplitude von 14,9 °C.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode akkumulierte zu 1085 Millimeter – mit 13,3 Niederschlagstagen im Januar und 7,9 Niederschlagstagen im Juli.

Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der 7 Kilometer (Luftlinie) entfernten Wetterstation von Champagnac-la-Rivière eine Jahresmitteltemperatur von ebenfalls 11,5 °C gemessen – gleichzeitig erhöhte sich hier jedoch der Jahresniederschlag auf 1189,6 Millimeter.

Hydrographie mini|Brücke aus dem 17. Jahrhundert über die Tardoire am Moulin du Pont, Monument historique. Nur der rechte Teil des Bauwerks gehört zu Saint-Bazile.

Hauptfluter in der Gemeinde Saint-Bazil ist die an der Südgrenze nach Westen abfließende Tardoire. Sie gehört bereits zum Einzugsgebiet der Charente. Ein rechter Nebenfluss der Tardoire ist der Ruisseau de l'Eau Plaidée, der die Nordwestgrenze bildet. Ansonst sind nur ein paar rechte, namenlose Seitenbäche der Tardoire zu erwähnen, welche teils zu kleinen Weihern aufgestaut werden und meist im Sommer trockenfallen. Der Höhenrücken entlang der Nordgrenze bildet die Wasserscheide zum Flusssystem der Vayres und somit zum Einzugsgebiet der Vienne.

Saint-Bazile besitzt vier gute Quellen.

Geologie

mini|Tektonische Karte. Die Gemeinde Saint-Bazil befindet sich mittig, linkes Drittel.

Grundgebirge Die Gemeinde Saint-Bazile liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, die überwiegend aus Plagioklas-reichen Paragneisen, leptynitischen Augengneisen und seltenen leptynitischen Gneisen aufgebaut wird. Im äußersten Südwesten der Gemeinde entlang der Tardoire wird außerdem gerade noch die Parautochthone Glimmerschiefereinheit berührt, die sich unterhalb der Unteren Gneisdecke eingezwängt befindet. Die Untere Gneisdecke überfährt somit die Glimmerschiefer der Formation ξ1. Ferner steht außerdem bereits der Saint-Mathieu-Leukogranit γ1 an, welcher zum Saint-Mathieu-Dom gehört – einer Aufbeulung des parautochthonen Grundgebirges. Im Nordwesten erscheint der genetisch verwandte Chéronnac-Leukogranit oγ1, der sich aber durch seine wesentlich intensivere Tektonisierung (starke Internfoliation) unterscheidet. Beide Leukogranite entstanden vor rund 310 Millionen Jahren im Oberkarbon gegen Ende der variszischen Orogenese.

Die Untere Gneisdecke beginnt an ihrer Überschiebungsfront mit leptynitischen Augengneisen – ehemaligen, jetzt zerscherten, felsischen Vulkaniten oder Magmatiten. Ihr kartographische Symbol lautet oζ3. Über ihnen folgen Plagioklas-reiche Paragneise (ζ1-2), die als ehemalige Grauwacken angesehen werden. In sie eingeschert findet sich ein relativ dünnes Band an leptynitischen Gneisen – fζ3. Den Abschluss der Unteren Gneisdecke bilden schließlich auskeilende, leptynitische Augengneise.

Kleinere Intrusivkörper in die Untere Gneisdecke sind zwei Pegmatitmassen (P) direkt an der Südwestecke und nördlich von La Besse. Ein Nord-Süd-streichender porphyrischer Mikrogranitgang μγ3 tritt bei La Côte und westlich des Ortskerns in Erscheinung. Mafische Intrusiva sind zwei Westnordwest-streichende Amphibolitgänge δ entlang der Nordgrenze nördlich von La Côte und bei Tuilerie des Forces sowie ein ebenfalls Westnordwest-streichender Serpentinit Λ der Merlis-Serpentinite am Nordrand des Ortskerns.

Die Foliationstrajektorien der Gneise sind im Vergleich zu weiter nördlich (Rochechouart) relativ konsistent – sie streichen Nordwest-Südost und fallen durchschnittlich mit etwa 30° nach Nordosten ein. Die Einfallswinkel variieren aber zwischen 20 und 60° – was auf eine interne Verfaltung der Gneise oder interne Überschiebungen (Schleppungen) hinweist. Strecklineare der Gneise zeigen nach Ost bzw. Ostsüdost und fallen flach mit 12° ein.

Oberflächenformationen Das Grundgebirge wurde im Tertiär und Quartär teilweise von Oberflächenbildungen erodiert und wieder verhüllt.

Subrezentes bis rezentes Alluvium der Formation Fy-z füllt jetzt die Talung der Tardoire.

Kolluvium der Formation C findet sich an unteren Hanglagen und in den in die Höhenrücken einschneidenden Talungen der meisten kleineren Flussläufe. Auf den Höhenlagen treten verstärkt Alterite A auf. Ihr Alter kann ins Tertiär und noch weiter zurückgehen. Während der letzten Kaltzeiten sind sie teilweise von Gelifluktion erfasst worden.

Die holozäne Bodenbildung beträgt oft nicht mehr als 20 bis 50 Zentimeter. Es haben sich vorwiegend grau gefärbte Gleye und Pseudogleye entwickelt.

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Saint-Bazile

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Saint-Bazile schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 46,0 % Wälder – 35,6 % Wiesen – 18,4 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung (einschließlich Wiesen) steht mit 64,4 % im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (62,5 %) leicht zugenommen.

Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Saint-Bazile

Naturrisiken manifestieren sich in der Gemeinde Saint-Bazile als

Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Bodensetzungen. In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist Saint-Bazile zu 26,4 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, insbesondere in Flussniederungen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt (dennoch haben sich durchaus auch Beben mit der Stärke 4,2 (1976) und 4,3 (1978) südlich von Oradour-sur-Vayres ereignet).

Saint-Bazile ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Ökologie Naturpark Das Gemeindegebiet von Saint-Bazile gehört seit seiner Gründung im Jahr 1998 zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin. Zwischen 2011 und 2022 versäumte es aber die Gemeinde, ihre Mitgliedschaft zu erneuern. Seit 2022 ist Saint-Bazile wieder Vollmitglied.

Schutzgebiet des Typus 1 mini|Glänzende Binsenjungfer (Männchen)

Saint-Bazile besitzt ein Schutzgebiet des kontinentalen Typus 1 (ZNIEFF 1). Das Gebiet trägt die Bezeichnung Lande de Forgeas (vallée de la Tardoire), liegt beim Weiler Forgeas und ist 17,24 Hektar groß. Es handelt sich hier um eine Nassheide und um ein einzigartiges, neutrales bis alkalisches Niedermoor mit bemerkenswerten Tier- und Pflanzenspezies. Angetroffen werden beispielsweise die Taxa Schwarzes Kopfried (Schoenus nigricans), Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) und Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas).

Schutzgebiet des Typus 2 Dieses Schutzgebiet des Typus 1 ist nun seinerseits vollständig in dem wesentlich größeren, kontinentalen Schutzgebiet des Typus 2 (ZNIEFF 2) Vallée de la Tardoire (du moulin de Cros à Peyrassoulat) enthalten. Es umfasst 2130,31 Hektar beiderseits der Tardoire und betrifft insgesamt 10 Gemeinden (inklusive Saint-Bazile).

Geschichte mini|Eingangsportal der Pfarrkirche in Leukogranit

Die Geschichte Saint-Baziles reicht zumindest bis ins Neolithikum zurück. Insgesamt sind im Gemeindegebiet 8 Fundplätze bekannt – ähnlich wie in der Nachbargemeinde Vayres. Aus der Antike stammen in Saint-Bazile zwei Fundstellen – eine kleine Wohnstätte bei Les Forces (entdeckt im Jahr 1964) und bei Lespinasse (entdeckt 1887, mit gallorömischer Grabstätte). Neben römischer Keramik fanden sich in Lespinasse auch Werkzeuge und Artefakten aus Silex.

Aus dem Mittelalter sind neben der romanischen Pfarrkirche von Saint-Bazile aus dem 13. Jahrhundert mehrere Stätten überliefert. Bei La Besse beispielsweise ein befestigtes Anwesen mit Turm, eine alte Brücke über die Tardoire, zahlreiche Unterkellerungen ebenfalls bei La Besse, ein altes Herrenhaus (franz. Manoir) bei Laubanie sowie ein verschwundenes Dorf bei L'Abbaye. Auch das Priorat mit Kapelle bei Forgeas konnte noch nicht lokalisiert werden. Das Priorat wurde einst von Le Chalard aus geleitet, ab 1679 jedoch von Limoges. Im 18. Jahrhundert stand außerdem eine mittlerweile ebenfalls verschwundene Kapelle bei Loup.

Die Brücke Moulin du Pont (die alte Mühle existiert mittlerweile nicht mehr) wurde im 17. Jahrhundert erbaut – wahrscheinlich entlang einer alten Römerstraße.