Kralupy u Chomutova, bis 1945 Německý Kralupy (deutsch Deutsch Kralup), war eine Stadt im Okres Chomutov (Tschechien).

Geographische Lage Die Ortschaft lag in Nordböhmen, südwestlich von Chomutov (Komotau) an der Straße von Komotau nach Klösterle sowie am Saubach. Vom heute noch existierenden Malkau lag Deutsch Kralupp in südwestlicher Richtung ca. 2,5 Kilometer entfernt"Wanderkarte Sächsisch-Böhmisches Erzgebirge 1939" (Reproduktion einer Karte des Erzgebirgs-Verlages Annaberg-Buchholz), Karte auf deutsch, Titel auch tschechisch, 2015, Michael Schmidt (Hrsg.)/Radebeul, Sonnenblumen-Verlag Dresden, ISBN 978-3-9815070-9-6 (Deutsch Kralupp westlich von Komotau und südwestlich von Malkau).

Geschichte thumb|hochkant|Dreifaltigkeitssäule von Kralupy – steht heute in Málkov u Chomutova Kralup wurde zum ersten Mal 1253 erwähnt. Der Ort befand sich zunächst im Besitz des Templerordens. Die Kirche war schon 1360 als Pfarrkirche vorhanden, bestand jedoch in ihrer späteren Gestalt erst seit 1796, als sie nach einem Brand neu erbaut wurde.

1584 wurde dem Ort durch Kaiser Ferdinand I. das Stadtrecht verliehen.

Zur Unterscheidung zu Kralup an der Moldau (Kralupy nad Vltavou) wurde der Ort 1872 in Deutsch Kralup (Německý Kralupy) umbenannt.

Ende des 19. Jahrhunderts brachte der Tagebau einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Im Jahr 1900 hatte Deutsch Kralup 1.227 Einwohner, 1.222 davon deutschsprachig. Nach dem Münchner Abkommen gehörte Deutsch Kralup von 1938 bis 1945 zum Landkreis Komotau, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs. Die deutsche Bevölkerung wurde nach 1945 vertrieben.

Laut Wanderkarte von 1939 existierte 1939 noch eine Bahnlinie Klösterle an der Eger-Kaaden/Brunnersdorf(Bahnhof zwischen beiden Orten)-Deutsch Kralupp-Komotau"Wanderkarte Sächsisch-Böhmisches Erzgebirge 1939" (Reproduktion einer Karte des Erzgebirgs-Verlages Annaberg-Buchholz), Karte auf deutsch, Titel auch tschechisch, 2015, Michael Schmidt (Hrsg.)/Radebeul, Sonnenblumen-Verlag Dresden, ISBN 978-3-9815070-9-6.

In den 1960er Jahren fiel die Stadt dem fortschreitenden Tagebau zum Opfer und wurde zum 1. Oktober 1976 offiziell aufgehoben. Das Katastralgebiet wurde der Gemeinde Málkov u Chomutova zugeschlagen. Die Dreifaltigkeitssäule, die am Marktplatz stand, wurde zunächst nach Libědice (Libotitz) gebracht und steht seit 2012 in Zelená, einem Ortsteil von Malkov.

Demographie Bis 1945 war Deutsch Kralup überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen1845 818 in 143 HäusernJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 183–184, Ziffer 5). 1869 932 1880 1033 1890 1064 1900 1227 davon 1222 DeutschsprachigeK.K. Statistische Zentralkommission: Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. Band IX Böhmen (Wien 1904) S. 374. 1910 1177 1921 1351 1930 1281 1939 1273

+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1950 1961 1970 Einwohner 832 873 733

Persönlichkeiten Carl Schwalb (1842–1917), deutschböhmischer Lehrer und Autor

Literatur „Wanderkarte Sächsisch-Böhmisches Erzgebirge 1939“ (Reproduktion einer Karte des Erzgebirgs-Verlages Annaberg-Buchholz), Karte auf deutsch, Titel auch tschechisch, 2015, Michael Schmidt (Hrsg.)/Radebeul, Sonnenblumen-Verlag Dresden, ISBN 978-3-9815070-9-6 (Deutsch Kralupp westlich von Komotau auf deutschsprachiger Karte von 1939)

Weblinks Deutschsprachige Informationen

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Okres Chomutov Kategorie:Málkov u Chomutova Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1976