Löhnberg ist eine Gemeinde mit Einwohnern () nördlich von Weilburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geografie Löhnberg liegt im Lahntal zwischen Wetzlar und der Kreisstadt Limburg an der Lahn, unweit der ehemaligen Residenzstadt Weilburg. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Löhnberg (Sitz der Gemeindeverwaltung), Niedershausen, Obershausen und Selters. Sie grenzt im Norden an die Gemeinde Greifenstein, im Osten an die Städte Leun und Braunfels (alle drei im Lahn-Dill-Kreis), im Süden an die Stadt Weilburg und im Westen an die Gemeinden Merenberg und Mengerskirchen (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg).

Gemeindegliederung Ortsteile Einwohner(1. Juli 2025) Löhnberg 2846 Niedershausen 1009 Obershausen 555 Selters 309 Gesamt 4719

Geschichte Ortsgeschichte Ein im Hauptort Löhnberg entdecktes Reihengräberfeld deutet auf eine bereits in der Merowingerzeit bestehende Besiedlung hin. Alle vier Ortsteile wurden Ende des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Im Falle von Selters ist das aufgrund der Namensgleichheit mit Selters (Westerwald) und Selters (Taunus) nicht ganz klar. Eine Urkunde aus dem Jahr 1317 lässt sich zweifelsfrei Selters an der Lahn zuordnen; möglicherweise wurde der Ort aber schon früher erwähnt. Im Jahr 1324 wurde die nassauische Laneburg erstmals erwähnt. Sie muss kurz vorher gebaut worden sein. Damals lag nördlich des heutigen Hauptortes Löhnberg der Ort Heimau. Er erhielt im Jahr 1321 Stadtrechte, führte jedoch wegen der Nähe zu Weilburg und der Verpfändung an die dortige Nassauer Linie im Jahr 1344 ein Schattendasein und wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben. Seine Kirche wurde im 19. Jahrhundert zur Friedhofskapelle umgebaut.https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/51400 Die Laneburg hatte spätestens ab 1342 eine eigene Kirche und ab 1355 einen Pfarrer. Während der Reformation wurden die Bewohner des Ortes evangelisch. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Laneburg zu einem Renaissanceschloss ausgebaut und war kurzzeitig nassau-dillenburgische Residenz. Im Jahr 1900 brannte die Burg völlig aus.

Am 9. November 1901 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Löhnberg. Damit bildete sie mit weiteren bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie am 3. September 1906 bei der Bezirksversammlung in Obertiefenbach in einer Stärke von 63 Mitgliedern antrat. Die Katholiken von Löhnberg pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf in Beselich und geben dort ihren Glauben kund.

Der Ortsteil Niedershausen wurde erstmals im Jahr 1296 und Obershausen erstmals 1307 urkundlich erwähnt.

Großgemeinde Löhnberg Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 31. Dezember 1970 die bis dahin selbstständigen Gemeinden des ehemaligen Oberlahnkreises Löhnberg, Niedershausen und Obershausen freiwillig zur neuen Großgemeinde Löhnberg. Die diesbezügliche offizielle Urkunde des Landes Hessen übergab Landrat Alfred Schneider im Roten Salon des Hotels Lord in Weilburg. Selters kam am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz hinzu. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Löhnberg angehört(e):

nach 1100–1255: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau 1255–1328: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Dillenburg 1328–Ende 16. Jahrhundert: Grafschaft Nassau-Siegen Ende 16. Jahrhundert–1773: Grafschaft Nassau-Beilstein/Dillenburg, Amt Löhnberg ab 1773 Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Löhnberg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Löhnberg ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Löhnberg 4310 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 729 Einwohner unter 18 Jahren, 1698 zwischen 18 und 49, 916 zwischen 50 und 64 und 966 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 254 (5,9 %) Ausländer, von denen 46 aus dem EU-Ausland, 171 aus anderen europäischen Ländern und 38 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 10,2 %.) Die Einwohner lebten in 1845 Haushalten. Davon waren 561 Einpersonenhaushalte, 531 Paare ohne Kinder und 570 Paare mit Kindern, sowie 159 Alleinerziehende und 24 Wohngemeinschaften. In 468 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1158 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religionszugehörigkeit • 1885: 900 evangelische (= 95,85 %), 30 katholische (= 3,19 %) und 9 jüdische (= 0,96 %) Einwohner • 1961: 1900 evangelische (= 73,82 %) und 621 (= 24,13 %) katholische Einwohner • 1987: 3224 evangelische (= 75,3 %), 805 katholische (= 18,8 %), 250 sonstige (= 5,8 %) Einwohner • 2011: 2712 evangelische (= 61,9 %), 710 katholische (= 16,5 %), 888 sonstige (= 20,6 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Löhnberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 24,1 6 44,5 10 62,6 14 49,3 11 45,3 11 46,6 11 42,5 10 40,1 9 – – 32,2 8 36,6 8 36,7 8 15,1 3 15,4 4 37,4 9 18,5 4 18,1 4 16,7 4 18,4 4 – – – – – – – – – – Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 60,8 62,7 49,1 51,2 49,1 60,8

Bürgermeister Gemäß Art. 39 Abs. 3 Satz 1 der Hessischen Gemeindeordnung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt,§ 39 - Wahl und Amtszeit des Bürgermeisters, auf rv.hessenrecht.hessen.de seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Löhnberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.

Ab dem 25. Mai 2009 war Frank Schmidt (SPD) Bürgermeister, der dafür sein Mandat als Mitglied des 16. Deutschen Bundestags aufgab. Er wurde als Nachfolger von Jörg Sauer, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,SPD Beselich 2019: Jörg Sauer: hat „12 Jahre als Bürgermeister die Amtsgeschäfte der Gemeinde Löhnberg geführt“, 2018 als Landrat kandidiert, ist seit 2019 hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter am 23. November 2008 im ersten Wahlgang bei 68,1 Prozent Wahlbeteiligung mit 55,0 Prozent der Stimmen gewählt. Er wurde im März 2021 wiedergewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Löhnberg 2021 Schmidt befindet sich seit dem 31. Oktober 2024 offiziell im Ruhestand, nachdem der Gemeindevorstand Löhnbergs und das Parlament einstimmig einen entsprechenden Antrag angenommen hatten.

Heiko Stock (vormals Bürgermeister von Lautertal (Vogelsberg)) wurde vom Regierungspräsidium Gießen gemäß § 141 der Hessischen GemeindeordnungHessische Gemeindeordnung (HGO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. März 2005: § 141 Bestellung eines Beauftragten, auf rv.hessenrecht.hessen.de ad interim als Staatsbeauftragter mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Bürgermeister für die finanziell angeschlagene Gemeinde Löhnberg bestellt. Stock nahm die Geschäfte zum 1. Oktober 2024 auf. Die Bestellung als Staatsbeauftragter war bis zum 31. März 2025 befristet und war seitens des Regierungspräsidiums Gießen jederzeit widerrufbar bzw. verlängerbar. Das Regierungspräsidium Gießen bat im Vorfeld um die Bestellung eines Staatsbeauftragten und hörte die Gemeinde Löhnberg an. Die Gemeinde Löhnberg kommunizierte gegenüber dem Regierungspräsidium Gießen, dass eine Bestellung eines Staatsbeauftragten „nicht nötig“ sei. Das Regierungspräsidium Gießen ordnete – gegen die Stellungnahme der Gemeinde Löhnberg – die Bestellung eines Staatsbeauftragten an, um den ordnungsgemäßen Verwaltungsgang (Betrieb der Gemeindeverwaltung) wiederherzustellen.

Reiner Greve (parteilos) erhielt bei der Bürgermeisterwahl am 9. Februar 2025 im ersten Wahlgang 61,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,2 Prozent. Am 21. März 2025 trat Greve sein Amt an.

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Löhnberg, seit 1995; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2008 sind nicht aufbereitet

1980–1997 Kurt Leuninger (SPD) 1997–2009 Jörg Sauer 2009–2024 Frank Schmidt (SPD) 2024–2025 Heiko Stock (staatsbeauftragter Bürgermeister, m. d. W. d. G. b.) seit 2025 Reiner Greve

Wappen

Partnerschaften Löhnberg unterhält folgende partnerschaftliche Beziehungen: Ostermundigen, Kanton Bern, Schweiz, seit 1979 Auleben, Thüringen

Zahlungsunfähigkeit der Gemeinde Ende Mai 2024 wurde bekannt, dass der Gemeinde Löhnberg die Zahlungsunfähigkeit droht. Löhnberg stand seit 2013 unter dem „Kommunalen Schutzschirm“ des Landes Hessen und hatte seit 2017 dem Regierungspräsidium Gießen und dem Landkreis Limburg-Weilburg keine Jahresabschlüsse mehr vorgelegt, die für die Genehmigung des Haushalts durch die Kommunalaufsicht notwendig gewesen wären. Dies wurde nicht beanstandet, da keine Probleme hinsichtlich der Liquidität erkennbar gewesen seien. Bis Mai 2024 hatten sich Schulden in Höhe von 26,8 Millionen Euro angehäuft.

Im Mai 2024 konnte die Gemeinde ihre Rechnungen nicht mehr vollständig bezahlen und hatte mindestens 37,5 Millionen Euro Schulden.hessenschau Holt Windkraft Löhnberg raus aus den Schulden? 14. Juli 2025.

Sehenswürdigkeiten

Museum Das Löhnberger Wassermuseum für Fundstücke aus dem Devon und Naturraum Kallenbach wurde im Jahr 2015 eröffnet und ist seit 2017 zusätzlich Geopunkt des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.

Bauwerke In Löhnberg befindet sich die Schlossruine Laneburg. Zudem gibt es die evangelische Schlosskirche aus dem Jahr 1738 sowie die katholische Kirche des Kirchortes St. Hedwig.

Westlich des Ortes steht seit dem Jahr 2017 ein etwa 17,6 Meter hoher Aussichtsturm, der einen weiten Ausblick ins Lahn- und Kallenbachtal bietet. Er ist baugleich mit dem Aussichtsturm Nationalparkblick in Rascheid, Rheinland-Pfalz.

Kulturdenkmäler

Wasserhochbehälter (Löhnberg)

Wirtschaft und Infrastruktur Im Ortsteil Selters gibt es zwei Abfüllbetriebe, die das dort geförderte Mineralwasser vermarkten, darunter auch das bundesweit bekannte und vermarktete Selters Mineralwasser.

Verkehr mini|Bahnhof mit Regionalbahn