mini|Zentrale der Stawag in der Lombardenstraße mini|Kugelgasbehälter der STAWAG Die STAWAG – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG (ehemals Stadtwerke Aachen AG, kurz STAWAG) sind die Stadtwerke der Stadt Aachen und bieten Dienstleistungen in den Bereichen Gas, Fernwärme, Wasser und Strom an. Hierzu zählen die Versorgung der Aachener Bevölkerung mit Gas, Wasser, Strom und Wärme sowie die Beratung und Bereitstellung des Kundendienstes für den Einsatz von Energie in Haushalten und Industrie. Der Konzern ist ein Tochterunternehmen der Energieversorgungs- und Verkehrsgesellschaft Aachen mbH (E.V.A.), der noch weitere Töchter angehören (ASEAG, FACTUR Billing Solution).Energieversorgungs- und Verkehrsgesellschaft mit beschränkter Haftung Aachen: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 02.11.2022, abgerufen am 2. Februar 2023.
Geschichte Gründung und Anfangsjahre Die Geschichte der STAWAG lässt sich bis in das Jahr 1839 zurückverfolgen. In diesem Jahr gründete die englische Imperial Continental Gas Association von London aus das erste Gaswerk in Aachen.
Der Bau des Wasserwerkes Eicher Stollen begann im Jahre 1871. Es wurde im Jahre 1880 in Betrieb genommen, sodass Grundwasser zu Trinkwasser aufbereitet werden konnte. Um Aachen zentral versorgen zu können, wurde ein Wasserhochbehälter errichtet und ein Netz von Wasserleitungen in der Stadt gelegt.
1893 errichtete die Firma Schuckert das Kraftwerk Borngasse und begann im Auftrag der Stadt mit der Stromversorgung. 1901 übernahm die Stadt dieses Betätigungsfeld in eigener Regie. Nach der Übernahme des Gaswerkes durch die Firma Schuckert im Jahr 1912 wurden die Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Aachen gegründet, die die bisherigen Versorgungsleistungen in einer Firma vereinten.
1938 erfolgte die Umfirmierung zu den Stadtwerken Aachen, einem städtischen Eigenbetrieb, der 1967 in die Aktiengesellschaft Stadtwerke Aachen umgewandelt wurde.
Ausweitung der Tätigkeiten Nach Übernahme der ebv-fernwärme GmbH im Jahr 1986 wurde das Dienstleistungsspektrum um den Bereich Fernwärme für das Stadtgebiet erweitert. Zusammen mit dem Wasserwerk des Kreises Aachen (später enwor) gründeten die Stadtwerke Aachen 1997 die WAG Nordeifel, die zukünftig einen Großteil des Wasserbedarfs der Stadt und des Kreises Aachen mit weichem Talsperrenwasser decken sollte.
Nachdem Mitte der Neunzigerjahre die vom Solarenergie-Förderverein (SFV) entwickelte und initiierte Vergütung von Solarstrom eingeführt wurde – genannt Aachener Modell, das als Grundentwurf für das spätere, im Jahr 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz diente - wurden die Aachener Stadtwerke 1995 durch die Energieversorgung Aachen GmbH angewiesen, die kostendeckende Vergütung von Solarstrom umzusetzen.
1999 wurde zusammen mit verschiedenen deutschen und niederländischen Stadtwerken die kommunale Energiehandelsgesellschaft Trianel European Energy Trading GmbH mit Sitz in Aachen gegründet.David Schraven: Trianel-Allianz in Zahlen. In: Welt am Sonntag. 27. November 2005, abgerufen am 30. Januar 2023.Die Projektpartner. Trianel. In: Stuttgarter Zeitung. 9. Juli 2013, abgerufen am 31. Januar 2023. Im selben Jahr reichte Thyssengas eine Klage auf Feststellung gegen die Stadtwerke Aachen ein, da der Konzern nach Auffassung von Thyssengas gegen den laufenden Vertrag verstoßen habe, da ein Teil der Erdgasmenge bei Wingas bezogen wurde. Die Klage wurde am 8. Juni 2000 vom Landgericht Köln als Kartellgericht abgewiesen.Urteil in erster Instanz gegen Thyssengas. In: Börsen-Zeitung. 8. Juni 2000, abgerufen am 30. Januar 2023. Thyssengas legte daraufhin Revision vor dem Bundesgerichtshof ein, nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf im November 2000 das erstinstanzliche Urteil bestätigt hatte.Thyssengas geht in Revision. In: Financial Times Deutschland. 13. Dezember 2001, abgerufen am 30. Januar 2023. Das Urteil wurde 2003 zugunsten der Aachener Stadtwerke rechtskräftig.Gewinner … In: Financial Times. 5. November 2023, abgerufen am 30. Januar 2023.
Zum 1. Mai 2000 erfolgte im Rahmen der Gründung eines Tochterunternehmens der Einstieg in den Gashandel, nachdem die Liberalisierung des Gasmarktes aufgrund einer EU-Richtlinie 1998 in die Wege geleitet wurde.Ralf Köpke: Kampf ums Rohr. Nach dem Strom- wird auch der Gasmarkt liberalisiert. In: Die Zeit. 4. Mai 2000, abgerufen am 30. Januar 2023. Seit demselben Jahr betreiben die Stadtwerke Aachen Windkraftanlagen in der Region.Andreas Schnadwinkel: Der Wind dreht sich. In Steinhagen steht keine Windkraftanlage – Energiewende setzt Gemeinde unter Druck. In: Westfalen-Blatt. 7. Oktober 2011, abgerufen am 31. Januar 2023.
2002 reichten die Stadtwerke Aachen gemeinsam mit Ampere, Trianel, den Stadtwerken Rosenheim, Concord Power, Energie Baden-Württemberg und TXU Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die von Eon nach einer Ministererlaubnis angestrebte Übernahme des Ruhrgas-Konzerns ein.Keine rasche Ruhrgas-Entscheidung. Brüssel lehnt erneut eine Prüfung ab. In: Handelsblatt. 14. August 2002, abgerufen am 30. Januar 2023.Neue Beschwerde gegen die Fusion von Eon und Ruhrgas. Energie Baden-Württemberg beklagt mangelhafte Auflagen. In: Tagesspiegel. 7. August 2002, abgerufen am 30. Januar 2023.TXU legt Beschwerde gegen Eon ein. In: Handelsblatt. 13. August 2023, abgerufen am 30. Januar 2023.Auch Stadtwerke Aachen klagen gegen Fusion von Eon und Ruhrgas. In: Die Welt. 20. Juli 2002, abgerufen am 30. Januar 2023.Fusion von Eon und Ruhrgas droht Verzug. Gericht fordert detaillierte Informationen zu Ministererlaubnis. EU-Kommissar Monti weist Zuständigkeit zurück. In: Financial Times Deutschland. 25. Juli 2002, abgerufen am 30. Januar 2023. Aufgrund von Verfahrensfehlern des Wirtschaftsministeriums untersagte der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf den Vollzug der Fusion.Neue Anhörung zur Fusion Eon-Ruhrgas. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. August 2002, abgerufen am 30. Januar 2023. Ein Einigungsangebot an die Kläger erfolgte im Januar 2003.Michael Gassmann, Timm Kraegenow: Eon kämpft um Einigung in letzter Minute. Konzern kann Gegner des Ruhrgas-Kaufs kurz vor dem Gerichtstermin umstimmen. EnBW und Ampere lenken ein. In: Financial Times Deutschland. 28. Januar 2003, abgerufen am 30. Januar 2023. Am 31. Januar 2003 zogen die Beschwerdeführer die Klage zurück, sodass Eon Ruhgras übernehmen konnte. Die außergerichtliche Einigung enthielt sowohl den Tausch von Beteiligungen, als auch – wie im Fall der Stadtwerke Aachen – Vereinbarungen über Strom- und Gaslieferungen.Eon darf Ruhrgas übernehmen. In: Faz.net. 31. Januar 2023, abgerufen am 30. Januar 2023.
Ende 2003 nahmen die Stadtwerke Aachen weitere Solarenergieanlagen in Hüls in Betrieb.Stawag setzt auf die Sonnen-Energie. Neue Solaranlage in Hüls in Betrieb genommen. Insgesamt gibt es 270 Stück. In: Aachener Zeitung. 19. Dezember 2003, abgerufen am 30. Januar 2023.
Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FIW) installierte der Konzern im November 2003 ein mit einem Generator ausgestattetes Wasserrad in der Aachener Kanalisation. Das mit Abwasser angetriebene Rad erzeugt rund 50 000 Kilowattstunden Strom jährlich.Wasserrad im Kanal erzeugt Strom. In: WirtschaftsWoche online. 26. August 2004, abgerufen am 30. Januar 2023.
2004 beteiligte sich der Konzern an dem Projekt, die Glühbirnen der Ampelanlagen mit LED-Lampen auszutauschen.Ampeln leuchten intensiver. In: WirtschaftsWoche online. 27. August 2004, abgerufen am 30. Januar 2023. Im selben Jahr starteten die Stadtwerke Aachen das Projekt, heimischen Autofahrern einen Teil der Tankrechnung zu erstatten, wenn diese zu Erdgas-betrieben Autos wechseln.Lieber alternativ tanken. Spritkosten senken mit Biodiesel oder Erdgas. In: Südkurier. 2. November 2004, abgerufen am 30. Januar 2023. Ende 2004 gab der Konzern bekannt, mit der RWTH Aachen zu kooperieren, um eine Holzgasanlage zu bauen, wobei die Energiegewinnung ohne zusätzliche Belastung der Atmosphäre umgesetzt werden sollte.Den Strom ganz einfach ‚wachsen sehen‘. Stawag plant den Bau einer Biomasse-Anlage für den Rohstoff Holz. 2 Millionen Euro Investition. Unternehmerisches Risiko gering. In: Aachener Zeitung. 4. Dezember 2004, abgerufen am 30. Januar 2023. Aufgrund nichtkalkulierbarer Baukosten musste das Projekt im Sommer 2005 auf unbestimmte Zeit verschoben werden.Zu teuer: Stawag legt ihr Holzgas-Projekt vorerst auf Eis. Ernüchterndes Ausschreibungsergebnis: Der Bau in Seffent hätte deutlich mehr gekostet als die kalkulierten 27 Millionen Euro. In: Aachener Zeitung. 28. Juli 2005, abgerufen am 30. Januar 2023.
Entwicklungen ab den frühen 2000ern 2005 wurde dem SPD-Ratsherr Heiner Höfken durch das Verwaltungsgericht Aachen der Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Aachen entzogen, da ein Erlass des Justizministeriums Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2003 eine gleichzeitige Tätigkeit als Richter und Aufsichtsratsvorsitzender eines kommunalen Betriebes verbot.Höfken verliert Stawag-Vorsitz. Verstoß gegen Gewaltenteilung: Verwaltungsgericht Aachen urteilt, dass Richter nicht Aufsichtsräte kommunaler Unternehmen führen dürfen. Klage abgewiesen. Kommt jetzt auch der ‚kastrierte Ratsherr‘? In: Aachener Zeitung. 27. August 2005, abgerufen am 30. Januar 2023.Höfken wehrt sich: Habe kein Ansehen beschädigt. Das schriftliche Urteil liegt vor: SPD-Fraktionschef soll als Richter nicht an der Spitze des Stawag-Aufsichtsrats tätig sein. Bereits die einfache Mitgliedschaft 'unvereinbar' mit dem Gesetz. Der Präsident und seine Stellungnahme. In: Aachener Nachrichten. 9. September 2005, abgerufen am 30. Januar 2023. Das Urteil wurde im Februar 2007 vom Oberverwaltungsgericht Münster bestätigt.Höfken kämpft weiterum Stawag-Vorsitz. OVG bestätigt die Unvereinbarkeit von Ämtern. In: Aachener Zeitung. 13. Februar 2007, abgerufen am 31. Januar 2023.
Im Januar des Jahres 2006 kündigten die Aachener Stadtwerke ihren Austritt aus dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BWG) an. Als Grund wurden Unstimmigkeiten im Hinblick auf die Liberalisierung des Gasmarktes genannt.Stawag probt den Aufstand gegen die Branchenriesen. Versorgungsunternehmen kündigt Austritt aus Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft an. Mehr Wettbewerb gefordert. In: Aachener Nachrichten. 17. Januar 2006, abgerufen am 30. Januar 2023.Stadtwerke wollen mehr Wettbewerb. In: Frankfurter Neue Presse. 17. Januar 2006, abgerufen am 30. Januar 2023. Für den Herbst 2006 plante der Konzern die Herstellung von Pellets und Holzhackschnitzel, um Energie durch Holzaufbereitungsanlagen zu erzeugen.Stawag stellt ab Herbst Pellets und Holzhackschnitzel her. Bauantrag für die Holzaufbereitungsanlage am Schwarzen Weg ist eingereicht. In: Aachener Nachrichten. 25. Januar 2006, abgerufen am 30. Januar 2023. Im Zuge des Baus der Bio-Erdgas-Anlage in Kerpen wurde 2006 ein Bußgeld gegen den Konzern verhängt, da die Stadtwerke Aachen keine Baugenehmigung für das Zwischenlager bei Eschweiler hatten.Mais-Kolonne nimmt kein Ende. Aachener Stadtwerke richten bei Eschweiler über Feld ein Mais-Silo für ihre geplante Biogas-Anlage in Kerpen ein. Anwohner über Lkw-Verkehr entsetzt. Kreis verhängt Bußgeld wegen fehlender Genehmigung. In: Aachener Nachrichten. 16. September 2006, abgerufen am 30. Januar 2023.