mini|Jüdischer Friedhof in Güssing (2016) Der Jüdische Friedhof Güssing befindet sich in der Stadtgemeinde Güssing im Bezirk Güssing im Burgenland. Der Friedhof steht unter .
Lage Der jüdische Friedhof befindet sich in Güssing im sogenannten Mühlwinkel an einem leicht nach Südwesten geneigten Wiesenhang. Auf der Südseite verläuft, durch einen schmalen Grünstreifen und einen Gehweg getrennt, die Geschriebenstein Straße (B 56, auch Stremtalstraße). Im Westen grenzt ein großes Privatgrundstück an, das mit einer Hecke eingefriedet ist. Unmittelbar östlich des Friedhofs liegt das Grundstück der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing. Das Friedhofsareal umfasst eine Fläche von 5146 m².
Geschichte mini|Reihe mit symbolischen Grabsteinen mini|Gedenkstein (2012) Während die bekannteren jüdischen Sieben Gemeinden im nördlichen und mittleren Burgenland bereits seit dem 17. Jahrhundert bestanden, entstanden erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts auch im südlichen Burgenland unter dem Schutz der ungarischen Fürsten bzw. Grafen Batthyány weitere drei jüdische Gemeinden, darunter die jüdische Gemeinde in Güssing. Der Friedhof der Güssinger jüdischen Gemeinde befand sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Stadtgraben. Entweder 1799 oder 1811 schenkten die Grafen Batthyány der jüdischen Gemeinde ein Grundstück für einen neuen Friedhof am heutigen Standort, der damals am Rand der Stadt lag. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde dieser jüdische Friedhof 1939 geschändet. Mitglieder der NSDAP entfernten über Nacht die Grabsteine vom Friedhofsgelände und verkauften sie, unter anderem an einen Steinmetz.Philip Halper: Die jüdische Gemeinde in Güssing. Vertreibungen, "Arisierungen" und Rückstellungen, S. 147 und 148, Diplomarbeit Universität Wien 2012. Teile des Friedhofsareals wurden verkauft oder verbaut.
In der Nachkriegszeit ließ die Israelitische Kultusgemeinde Graz (IKG Graz) in Zusammenarbeit mit dem Verein „Schalom“ () fünfzig symbolische Grabsteine auf dem Friedhofsgrundstück in Güssing aufstellen, um den Charakter des ehemaligen Begräbnisortes wieder sichtbar zu machen., Webseite www.juedische-friedhoefe.at, abgerufen am 25. Februar 2015. Die gleichförmigen, unbeschrifteten Steine tragen auf der Vorderseite jeweils nur einen großen Davidstern.
Im unteren Bereich des Hangs wurde ein markanter Steinblock als Gedenkstein und Mahnmal errichtet. An diesem Stein ließ die IKG Graz eine Metalltafel mit einer hebräischen und einer deutschen Inschrift anbringen. Die deutsche Inschrift lautet:
Nachdem 2001 einige Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Graz aufgefunden worden waren, die Güssing zugeordnet wurden, brachte man sie nach Güssing zurück und stellte sie dort wieder auf. Nach späteren Recherchen besteht jedoch die Möglichkeit, dass sie entgegen früherer Annahmen nicht vom Güssinger Friedhof stammen.
Der jüdische Friedhof in Güssing steht unter Denkmalschutz und ist mit der Objekt-ID 28735 in der Denkmalliste erfasst.
Pflege und Betreten Das Gelände des ehemaligen Friedhofs ist mit einem Maschendrahtzaun eingefriedet. Es ist gut einsehbar, darf jedoch nicht ohne Weiteres betreten werden. Ein Schlüssel ist über die Gemeinde erhältlich.
Der Bauhof der Stadtgemeinde Güssing ist für die Pflege des Friedhofs zuständig; die gehölzfreien Wiesenflächen zwischen den Grabsteinen werden regelmäßig gemäht.Jüdische Friedhöfe: Pflege und Erhalt, Webseite oe1.orf.at, abgerufen am 25. Februar 2015. Fördermittel für die Erhaltung und Instandsetzung des Friedhofs aus dem Fonds zur Instandsetzung jüdischer Friedhöfe wurden nicht beantragt.
Weblinks
Güssing auf der Website der Israelitischen Kultusgemeinde Wien RegiowikiAT: Jüdische Gemeinde Güssing
Siehe auch Liste der denkmalgeschützten Objekte in Güssing
Einzelnachweise
Gussing Kategorie:Güssing Kategorie:Baudenkmal (Burgenland) Kategorie:Erbaut in den 1800er Jahren Gussing