Die Grünfadenelfe (Discosura conversii, Syn.: Popelairia conversii), Grüne Fadenelfe, auch Dornschwanzelfe oder Dornschwanz-Kolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich über die Länder Costa Rica, Panama, Kolumbien und Ecuador erstreckt. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.

mini|Grünfadenelfe ♀

Merkmale Die Grünfadenelfe erreicht eine Körperlänge von etwa 10,2 cm bei den Männchen und 6,6 cm bei den Weibchen. Der kurze gerade Schnabel ist ca. 1 cm lang. Der Oberkopf und die Kehle des Männchens glitzern grün. Der Rest schimmert grün mit einem weißen Bürzelband und weißen Flecken an den Flanken. Der stahlblaue Schwanz ist tief gegabelt, wobei die äußeren drei Steuerfederpaare langgezogen und spitz sind. Die Weibchen sind sehr viel kleiner, die Oberseite ist grün mit einem weißen Bürzelband. Dazu haben sie einen breiten weißen Backenstreif. Die grünen Seiten werden von weißen Flecken durchzogen. Der schwarze Schwanz ist nur leicht gegabelt und weist weiße Flecken auf.Steven Leon Hilty u. a., S. 264.

Verhalten Oft sieht man Grünfadenelfen recht zahlreich an blühenden Bäumen. Bei der Futtersuche bewegen sie sich gewöhnlich in den höheren Straten. Dabei bevorzugen sie buschähnliche Blütenstände wie die von Mimosen und Inga-Arten. Ihr Flug ist schlängelnd und bienenartig. Sie schweben regelmäßig unter den großen Blättern der Baumkronen, um dort zu jagen. Auch Pflanzen, wie die zu den Eisenkrautgewächsen gehörende Gattung Stachytarpheta, werden von ihnen angeflogen.Robert Sterling Ridgely u. a. (1989), S. 212. Andere Blüten, die ihnen als Nektarquelle dienen, sind die zu den Rötegewächse gehörende Gattung Warscewiczia, die zu den Mimosengewächsen gehörende Gattung Pithecellobium, die zur Clusiaceae gehörende Gattung Clusia und Pflanzen der Familie Marcgraviaceae. Außerdem jagen sie kleine Fliegen und Wespen.Frank Gary Stiles u. a. (1989), S. 217.

Fortpflanzung Im Tal des Río Anchicaya wurden Grünfadenelfen im Juni bei der Balz beobachtet.

Lautäußerungen Meist sind Grünfadenelfen ruhig. Wenn sie rufen, dann klingt das wie ein weicher piepsiger Laut, der zur Kommunikation mit Artgenossen dient.

Verbreitungsgebiet mini|Verbreitungsgebiet (grün) der Grünfadenelfe Grünfadenelfen kommen selten bis saisonal häufig in feuchten Wäldern, an Waldrändern und Lichtungen mit blühenden Bäumen vor. Am häufigsten findet man sie an Hügeln, sie ziehen aber auch weiter in die Tiefebenen. Sie bewegen sich in Höhenlagen um 1000 Meter. In El Queremalin der Provinz Valle del Cauca wurden sie bis 1400 Meter gesichtet. In Panama kommen sie am Cerro Chame in der Provinz Chiriquí, in der Cordillera del Chucu in Provinz Veraguas, am El Valle in der Provinz Coclé, am Cerro Campana und Cerro Jefe in der Provinz Panamá und im Osten der Provinz Darién vor. Hier sind sie in Höhenlagen zwischen 600 und 1200 Metern relativ häufig. An den karibikseitigen Hängen in Costa Rica kommen sie fast nicht vor, dafür aber in der Cordillera Central und Cordillera de Talamanca in Zentralpanama in Höhenlagen zwischen 700 und 1400 Metern. In der Regenzeit von Juni bis August ziehen Grünfadenelfen bis auf 60 Meter über dem Meeresspiegel nach unten. In den Westanden Ecuadors sind sie südlich bis in die Provinz El Oro verbreitet.Robert Sterling Ridgely u. a. (2001), S. 347.

Etymologie und Forschungsgeschichte Jules Bourcier und Étienne Mulsant verwendeten für die Grünfadenelfe das Protonym Trochilus Conversii. Das Typusexemplar stammte aus Bogotá.Jules Bourcier u. a., S. 313, Tafel 9. Erst 1850 wurde die neue Gattung Discosura von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte für die Diskuselfe eingeführt.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 81.Sowohl Trochilus longicaudus als auch Ocreatus ligonicaudus sind Synonyme für die Diskuselfe. Erst später wurde auch die Grünfadenelfe der Gattung zugeschlagen. Der Name Discosura leitet sich von den griechischen Wörtern für „Platte, Scheibe“ und für „Schwanz“ ab.James A. Jobling, S. 137 Das Artepitheton conversii ist dem französischen Naturforscher Denis François Convers Bouillot (1799–1873), der später in Santa Fe de Bogotá lebte, gewidmet.Jules Bourcier u. a., S. 314Da Bourcier und Mulsant nur von einem französischen Naturforscher M. Convers schrieben, der sich in Bogotá niederließ, könnte es sich auch um eine andere Person handeln. Denis François Convers Bouillot ist aber nach Kolumbien ausgewandert. Sein Sohn Julio Francisco Convers y Sánchez wurde 1847 in Bogotá geboren. Dieser war Mediziner und Homöopath. Es scheint also, als handelte es sich um eine Familie von Naturforschern.

Gelegentlich wird die Grünfadenelfe in der Literatur auch der Gattung Popelairia (, 1854) zugeordnet.Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 12. Der Name entstand aus der Haubenfadenelfe (Discosura popelairii (, 1846)) und ist Jean Baptiste Popelaire de Terloo (1810–1870) gewidmet.Bernard Amé Léonard Du Bus de Gisignies, Tafel 6 & Text.

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Kolibris