Martin Vischer (geboren 1981 in Basel) ist ein Schweizer Schauspieler.

Leben und Werk

Vischer zählte 1997 zu den Gründungsmitgliedern von The Glue (auch theGlue; „der Leim“), einer Schweizer A-cappella-Band. Nach der Matura war er als freier Werbetexter tätig, begann jedoch 2001 ein Studium der Germanistik, Philosophie und Französisch an der Universität Basel. Von 2003 bis 2007 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, abgerufen am 25. August 2025 und musste infolgedessen aus der Band The Glue ausscheiden.

Bereits während seines Studiums war er Studiomitglied am neuen theater Halle, erhielt Gastengagements ans Maxim-Gorki-Theater Berlin und ans Volkstheater in Wien und inszenierte Was ihr wollt – ein Manifest in Halle an der Saale. In der Spielzeit 2008/09 war er am Schauspiel Essen, am Staatstheater Braunschweig und bei Cuckoo, einer freien Gruppe in Basel. 2009 erhielt er ein Berlin-Stipendium der Akademie der Künste und arbeitet in dessen Rahmen mit der Schauspielerin und Schauspiellehrerin Jutta Wachowiak zusammen. Danach ging er drei Spielzeiten lang in ein festes Engagement ans Schauspiel Hannover, wo er u. a. mit Claudia Bauer, Tom Kühnel, Lars-Ole Walburg und Kornél Mundruczó arbeitete.

2012 übersiedelte Vischer nach Wien, hatte jedoch in der Spielzeit 2012/2013 noch Rollenverpflichtungen am Schauspielhaus Hannover. In Wien war er zunächst freischaffend tätig. Er spielte in einer Reihe von Kurzfilmen, später auch in Fernseh- und Kinoproduktionen und übernahm ab 2013 zentrale Rollen am Schauspielhaus Wien, durchwegs in zeitgenössischen Stücken und konnte auf sich aufmerksam machen. Am Schauspielhaus Wien war er in Inszenierungen von Alexander Charim, Daniela Kranz, Katharina Schwarz und Michal Zadara zu sehen.Agentur Schönemann: . 2014 war er im DRS-Hörspiel Die Napoleon Bonapartefrau von Franziska Müller und Tobias Lambrecht zu hören, Regie führte Johannes Mayr. Bei den Klosterspielen Wettingen spielte er in der turbulenten Inszenierung von Shakespeares Viel Lärm um nichts des Regisseurs Þorleifur Örn Arnarsson den Benedikt.

2015 war er bei den Salzburger Festspielen in Brecht/Weills Dreigroschenoper zu sehen.

Von der Spielzeit 2015/2016 bis 2019 gehörte er dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an, wo er u. a. mit Dieter Giesing, Andreas Kriegenburg, David Bösch, Árpád Schilling, Johan Simons und Leander Haussmann arbeitete.

2019 wechselte er ans Theater in der Josefstadt, dessen Ensemble er bis 2021 angehörte.

Seither ist er freischaffend und hauptsächlich als Filmschauspieler tätig.

Zitat

Rollen am Burgtheater 2015: Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler, Regie: Dieter Giesing – Hochroitzpointner, Kandidat der Medizin 2015: Wassa Schelesnowa von Maxim Gorki, Regie: Andreas Kriegenburg – Semjon, Wassas Sohn 2016: Drei Schwestern von Anton Tschechow, Regie: David Bösch – Baron Tusenbach 2016: Eiswind/hideg szelek von Éva Zabezsinki, Regie: Árpád Schilling – Felix 2017: Liebesg’schichten und Heiratssachen von Johann Nestroy, Regie: Georg Schmidleitner – Anton Buchner 2017: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, Regie: Leander Haussmann – Lysander 2017: Radetzkymarsch von Joseph Roth, Regie: Johan Simons 2018: Glasmenagerie von Tennessee Williams, Regie: David Bösch – Jim O’Connor 2018: Mephisto von Klaus Mann, Regie: Bastian Kraft – Hans Miklas 2018 Wind in den Weiden von Kenneth Grahame, Regie: Alexander Wiegold – Maulwurf 2019: Woyzeck von Georg Büchner, Regie: Johan Simons – Großmutter

Filmographie 2005: Box (Kurzfilm), Regie: Tristan Vostry – Hauptrolle 2008: Freies Land (Kurzfilm), Regie: Hannes Treiber 2010: Über Leben (Kurzfilm), Regie: Sophie Narr 2010: The One you Love (Kurzfilm), Regie: Martin Murch 2012: Notruf Hafenkante – Abgetaucht (ZDF), Regie: Thomas Jauch 2012: Der letzte Mensch (ZDF), Regie: Pierre-Henry Salfati 2015: SOKO Kitzbühel, 185: Racheengel (ARD, ORF, Beo), Regie: Gerald Liegel 2016: SOKO Wien – Außer Kontrolle 2018: SOKO Wien – Die Wahrheit stirbt zuerst 2019: Mär (Kinofilm), Regie: Katharina Mihm 2019: Frieden (Serie SRF), Regie: Michael Schaerer 2021: Die Ibiza Affäre (Sky), Regie: Christopher Schier 2022–2025: Die Beschatter (Serie SRF), Regie: Michael Steiner 2022: Die goldenen Jahre (Kinofilm), Regie: Barbara Kulcsar 2022: Das Netz – Prometheus (Fernsehserie), Regie: Andreas und Daniel Prochaska 2023: Das Tier im Dschungel (La Bête dans la jungle) 2024: Jakobs Ross 2025: Maloney – Killerinstinkt 2025: Tatort: Kammerflimmern 2025: Naked (Serie ARD) 2025: Stiller (Kinofilm) 2025: Hallo Betty (Kinofilm)

Auszeichnungen 2005: Studienpreis Migros-Kulturprozent 2007: Solopreis beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielschulen in Salzburg 2007: Nestroy-Theaterpreis, Nominierung als bester Nachwuchsschauspieler (für Christopher in Am Strand der weiten Welt – Volkstheater Wien) 2015: Nestroy-Theaterpreis, Nominierung als bester Schauspieler (für Johnny Breitwieser – Schauspielhaus Wien) 2018: Nestroy-Theaterpreis, Nominierung beste Darstellung einer Nebenrolle (für Jim O’Connor in Glasmenagerie – Burgtheater Wien) 2021: Nestroy-Theaterpreis, Nominierung beste Darstellung einer Nebenrolle (für Dr. Jura in das Konzert – Theater in der Josefstadt)

Siehe auch Burgtheaterbesetzungen ab 2014

Weblinks

Theater in der Josefstadt: Martin Vischer Martin Vischer bei der Agentur Daniela Stibitz

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover Kategorie:Darstellender Künstler (Deutschland) Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann