mini|hochkant=1.3|Startszene des US-GP 1991 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1991 war die 42. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 10. März 1991 bis zum 3. November 1991 ausgetragen. Ayrton Senna verteidigte seinen WM-Titel aus dem Vorjahr und gewann zum dritten Mal die Fahrerweltmeisterschaft mit McLaren. Er führte ab dem ersten Rennen in der Fahrerwertung und gab diese Führung bis zum Saisonende nicht mehr ab.

McLaren wurde zum siebten Mal Konstrukteursweltmeister, und als erstes Team der Formel-1-Geschichte zum vierten Mal in Folge.Most successful F1 teams: Which team has the most constructors' titles?

Änderungen 1991 Reglement Die wichtigste Reglementänderung des Jahres 1991 betraf die Wertung: Nunmehr wurden für den Rennsieg 10 statt 9 Punkte vergeben. Die sich damit ergebende Staffelung von 10-6-4-3-2-1 Punkten für die ersten sechs Plätze wurde bis 2002 unverändert beibehalten. Zudem entfiel in der Wertung für die Fahrerweltmeisterschaft die Regelung für Streichresultate: Es zählten fortan alle im Laufe einer Saison erzielten Ergebnisse.

Verglichen hiermit hielten sich die Änderungen im technischen Reglement in Grenzen: Im Wesentlichen wurden dabei die Abmessungen der Fahrzeuge beschränkt. Die maximale Breite des Frontflügels wurde von 150 auf 140 cm reduziert, ebenso der Überstand des Fahrzeughecks über die Hinterachse von 60 auf 54 cm. Weiterhin wurde die Abnahme von Crashtests durch die FIA auf Sicherheitsgurte, Benzintank und Überrollbügel ausgeweitet.

Rennstrecken Wie im Vorjahr wurden 16 Weltmeisterschaftsläufe abgehalten. Die Länder der Großen Preise und ihre Abfolge untereinander blieben dabei ebenfalls unverändert. Allerdings wechselten zwei der Rennen auf neue Strecken: Der Große Preis von Frankreich fand erstmals auf dem renovierten Circuit de Nevers Magny-Cours statt, nachdem sich zuvor seit 1973 Le Castellet und Dijon-Prenois als Austragungsorte abgewechselt hatten. Der Große Preis von Spanien wiederum wechselte vom Circuito de Jerez auf den neuen Circuit de Catalunya bei Barcelona, jedoch kehrte in den Folgejahren Jerez gelegentlich als Austragungsort des Großen Preises von Europa zurück.

Daneben erfolgen nur kleine Änderungen an den bestehenden Streckenverläufen. Auf dem Phoenix Street Circuit, dem Austragungsort des Großen Preises der USA, wurde eine abweichende Streckenführung verwendet. Der Silverstone Circuit, auf dem der Große Preis von Großbritannien stattfand, wurde um die neue Infield-Passage Luffield erweitert, zudem wurde die Streckenführung im Abschnitt Becketts überarbeitet. Auf anderen Strecken erfolgten lediglich Anpassungen von Start- und Ziellinien, sodass sich im Vergleich zur Vorsaison nur leichte Abweichungen zu den gefahrenen Renndistanzen ergaben.

Teams Life und EuroBrun traten 1991 nicht erneut an; Onyx hatte bereits während der Saison 1990 aufgegeben. Osella wurde Ende 1990 verkauft und trat nun unter dem Namen Fondmetal an. Komplett neu im Starterfeld waren Jordan und Modena Team.

Motoren Viele etablierte Teams aus dem Mittelfeld und weniger erfolgreiche Konstrukteure wechselten ihre Motorenpartner. Tyrrell wechselte von Ford- zu Honda-Motoren, wobei die im Vorjahr beim Fahrer- und Konstrukteursweltmeister McLaren gelaufenen Zehnzylindermotoren von Mugen aufbereitet wurden. Für McLaren selber hatte Honda neue Zwölfzylindermotoren entwickelt. Brabham, zuvor ein Kunde von Judd, trat mit exklusiven Motoren von Yamaha an. Yamaha hatte zuvor 1989 das Zakspeed-Team mit eigenen V8-Motoren ausgestattet, war dabei aber erfolglos gewesen und kehrte nun mit einem neu entwickelten Zwölfzylindermotor in die Formel 1 zurück.

Footwork, zuvor ein weiterer Ford-Kunde, setzte auf eine exklusive Partnerschaft mit Porsche, die mit dem 3512 ebenfalls einen neuen Zwölfzylinder entwickelt hatten. Lotus und Larrousse verloren ihre Lamborghini-Motoren an Équipe Ligier sowie das Modena Team und griffen ihrerseits wiederum auf Judd- und Ford-Motoren zurück. Bei Leyton House debütierte ein ebenfalls exklusiv eingesetzter Zehnzylindermotor von Ilmor. Minardi erhielt erstmals Ferrari-Kundenmotoren.

Im Gegensatz hierzu behielten die Spitzenteams McLaren, Williams und Benetton ihre Motorenpartner bei. Auch AGS, Osella/Fondmetal (beide Ford) und BMS Scuderia Italia (Judd) blieben bei ihren Motorenherstellern. Bei BMS Scuderia Italia setzte Judd dabei den neuen Zehnzylindermotor vom Typ CV ein, wohingegen Lotus den noch von 1989 datierenden Achtzylinder vom Typ EV erhielt. Neuling Jordan wiederum überraschte dadurch, dass es als erstes Kundenteam den zuvor zwei Jahre lang exklusiv Benetton vorbehaltenen Cosworth-HB-Motor einsetzen konnte.

Nachdem sich der Porsche-Motor als nicht konkurrenzfähig herausgestellt hatte, wechselte Footwork in der laufenden Saison zurück zu Ford-Motoren.

Reifen Reifenhersteller blieben unverändert Goodyear und Pirelli. Allerdings wechselten Minardi sowie Fondmetal als Osella-Nachfolger zu Goodyear, und die neuen Teams Jordan und Modena Team setzten ebenfalls auf Goodyear-Reifen. Umgekehrt wechselte lediglich Benetton von Goodyear zu Pirelli.

Fahrer McLaren behielt seine erfolgreiche Fahrerpaarung aus Weltmeister Ayrton Senna und Gerhard Berger bei. Ebenso setzte Benetton mit den Brasilianern Nelson Piquet und Roberto Moreno anfangs dieselben Fahrer ein, die die Saison 1990 dort beendet hatten. Die Konkurrenzteams dagegen formierten sich um: Nigel Mansell wechselte von Ferrari zu Williams und verdrängte dabei Thierry Boutsen, den bisherigen Teampartner von Riccardo Patrese, zu Ligier, wo er in Érik Comas auf einen F1-Debütanten traf. Ferrari nahm den jungen Franzosen Jean Alesi von Tyrrell unter Vertrag und stellte ihm dem Vizeweltmeister Alain Prost zur Seite.

Bei Tyrrell wurde Alesi durch den von Brabham kommenden Stefano Modena ersetzt, der Japaner Satoru Nakajima blieb auf Wunsch von Honda im Team. AGS setzte weiterhin auf Gabriele Tarquini, neben ihm startete in den ersten beiden Rennen Stefan Johansson, der in der Vorsaison anfangs für Onyx gefahren war, danach aber durch Gregor Foitek ersetzt worden war. BMS Scuderia Italia behielt aus der Vorsaison Emanuele Pirro bei, Andrea de Cesaris wechselte dagegen zu Jordan. Für ihn trat der finnische Debütant JJ Lehto an.

Eine komplett neue Fahrerpaarungen stellte Brabham auf, für das die beiden Briten Martin Brundle und Mark Blundell, ein Neuling, antraten. Auch Lotus musste sich neu formieren und brachte den Debütanten Mika Häkkinen sowie den Rückkehrer Julian Bailey an den Start. Debütant Jordan setzte dagegen mit de Cesaris und Bertrand Gachot erfahrene Fahrer ein. Letzterer wurde im Cockpit des einzigen Coloni vom portugiesischen Debütanten Pedro Chaves ersetzt.

Leyton House setzte weiterhin auf Ivan Capelli und Maurício Gugelmin. Ebenso verblieben bei Footwork Michele Alboreto und Alex Caffi. Larrousse blieb mit Aguri Suzuki und Éric Bernard ebenfalls unverändert, und auch Minardi behielt mit Pierluigi Martini und Gianni Morbidelli die Fahrerpaarung bei, die auch die Saison 1990 beendet hatte. Olivier Grouillard machte den Eigentümerwechsel seines Teams mit und ging nach der Vorsaison für Osella nun für Fondmetal an den Start.

Zahlreiche weitere Fahrerwechsel erfolgten während der Saison. Lediglich McLaren, Williams, Brabham, Tyrrell, Scuderia Italia, Ligier und Modena Team waren hiervon nicht betroffen und setzten in allen 16 Saisonläufen dieselben Fahrer ein. Einige Wechsel hatten allerdings nachhaltige Folgen: Johnny Herbert, der nach nur vier Rennen Bailey bei Lotus ersetzte, blieb bis 1994 bei diesem Team. Die Entlassung von Alain Prost vor dem letzten Saisonrennen infolge von kritischen Worten gegenüber dem Ferrari-Team bewirkte, dass Prost auch das ganze Jahr 1992 aussetzte und erst 1993 wieder in der Formel 1 antrat. Und schließlich überraschte Michael Schumacher, als er aufgrund einer Haftstrafe für Bertrand Gachot dessen Jordan-Cockpit übernahm, bei seinem F1-Debüt dermaßen, dass er nach nur einem Rennen fest von Benetton verpflichtet wurde.

Teams und Fahrer Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 100px|zentriert|McLaren MP4/6 McLaren MP4/6 Honda 3.5 V12 1 1–16 2 1–16 100px|zentriert|Tyrrell 020 Tyrrell 020 Honda 3.5 V10 3 1–16 4 1–16 100px|zentriert|Williams FW14 Williams FW14 Renault 3.5 V10 5 1–16 6 1–16 Brabham BT59Y Brabham BT60Y Yamaha OX99 3.5 V12 7 1–16 n/a 8 1–16 100px|zentriert|Footwork FA11C Footwork FA11CFootwork FA12 Porsche 3512 3.5 V12  Ford Cosworth DFR 3.5 V8 9 1–16 10 1–4, 9–16 5–8 100px|zentriert|Lotus 102B Lotus 102B Judd 3.5 V8 11 1–16 12 1–4 5–8, 11, 13, 15, 16 9, 10, 12, 14 Fondmetal FA1MEFomet 1 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 14 1–13 14–16 100px|zentriert|Leyton House CG911 Leyton House CG911 Ilmor 3.5 V10 15 1–16 n/a 16 1–14 15, 16 AGS JH25BAGS JH27 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 17 1–13 n/a 14 18 1, 2 3–14 100px|zentriert|Benetton B191 Benetton B190BBenetton B191 Ford HB IV 3.5 V8 19 1–11 n/a 12–16 20 1–16 Dallara 191 Judd 3.5 V10 21 1–16 n/a 22 1–16 Minardi M191 Ferrari 3.5 V12 23 1–16 24 1–15 16 100px|zentriert|Ligier JS35 Ligier JS35 Lamborghini 3.5 V12 25 1–16 26 1–16 100px|zentriert|Ferrari 642 Ferrari 642Ferrari 643 Ferrari 3.5 V12 27 1–15 16 28 1–16 Lola LC91 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 29 1–15 n/a 16 30 1–16 Coloni C4 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 31 1–13 15, 16 100px|zentriert|Jordan 191 Jordan 191 Ford HB IV/V 3.5 V8 32 1–10 11 12, 13 14–16 33 1–16 100px|zentriert|Lambo 291 Lambo 291 Lamborghini 3.5 V12 34 1–16 35 1–16

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 10. März (Phoenix) 299,700 (McLaren-Honda) (Ferrari) (Benetton-Ford) (McLaren-Honda) (Ferrari) (McLaren-Honda) -Honda 2 24. März Brasilien(São Paulo) 307,075 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) 3 28. April (Imola) 307,440 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Dallara-Judd) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 4 12. Mai (Monte Carlo) 259,584 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Ferrari) (McLaren-Honda) (Ferrari) 5 2. Juni (Montréal) 305,670 (Benetton-Ford) (Tyrrell-Honda) (Williams-Renault) (Williams-Renault) (Williams-Renault) 6 16. Juni (Mexiko-Stadt) 296,207 (Williams-Renault) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Williams-Renault) 7 7. Juli (Magny-Cours) 307,512 (Williams-Renault) (Ferrari) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Williams-Renault) 8 14. Juli (Silverstone) 308,334 (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Ferrari) (Williams-Renault) (Williams-Renault) 9 28. Juli (Hockenheim) 306,090 (Williams-Renault) (Williams-Renault) (Ferrari) (Williams-Renault) (Williams-Renault) -Renault 10 11. August (Mogyoród) 305,536 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Jordan-Ford) -Honda 11 25. August (Spa-Francorchamps) 305,360 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Benetton-Ford) (McLaren-Honda) (Benetton-Ford) 12 8. September (Monza) 307,400 (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Ferrari) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 13 22. September (Estoril) 308,850 (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Ferrari) (Williams-Renault) (Williams-Renault) 14 29. September (Montmeló) 308,555 (Williams-Renault) (Ferrari) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) 15 20. Oktober (Suzuka) 310,792 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 16 3. November (Adelaide) 52,920 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda)

Rennberichte Großer Preis der USA

Platz Fahrer Team Zeit 1 2:00:47,828 2 +16,322 3 +17,376 PP 1:21,434 SR 1:26,758

Der Große Preis der USA in Phoenix (Arizona) fand am 10. März 1991 statt und ging über 81 Runden.

Insgesamt wurden von 26 gestarteten Fahrern 12 gewertet.

Großer Preis von Brasilien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:38:28,128 2 +2,991 3 +5,416 PP 1:16,392 SR 1:20,436