Georg Franz Johann Otto Rudolf Quaet-FaslemGeorg Franz Johann Otto Rudolf Quaet-Faslem bei MyHeritage. (* 23. Februar 1845 in NienburgQuaet-Faslem, Georg, Familie Quensell.; † 19. Juni 1919 in Mengershausen) war ein deutscher Förster, Landesforstrat und Geheimer Regierungsrat. Verdient machte er sich um die Wiederherstellung natürlicher Mischwaldbestände anstelle der Nadelholzbestände und Heideflächen in der Provinz Hannover.Paul Graebner, Karl Müller, Karl Snell: Angewandte Botanik. Vereinigung für Angewandte Botanik (Hrsg.), 1919, S. 224. ()
Leben Georg Quaet-Faslem war eines von sieben Kindern des Amtsrichters Friedrich Emanuel Quaet-Faslem (1813–1883Friedrich Emanuel Quaet-Faslem; in: Jahresbericht über die Königliche Klosterschule zu Ilfeld von Ostern 1883 bis Ostern 1884. C. Kirchner, 1884, S. 61.), dem Sohn des Baumeisters Emanuel Bruno Quaet-Faslem. Die Mutter Christiane Pauli war Kaufmannstochter und stammte aus Osnabrück. Großmütterlicherseits war Georg Quaet-Faslem Urenkel des Dichters Jean Paul Richter.Der geheimnisvolle Quaet-Faslem, Frielingen.de.
Er war Mitglied des Landesdirektoriums der Provinz Hannover. Als Landesforstrat war er Schöpfer des hannoverischen Provinzialforsts sowie Förderer der Heideaufforstung. Er brachte darüber Mitteilungen in zahlreichen Vereinen und Schriften.Vierzehnter Abschnitt. Ödlandaufforstungen. In: Heinrich Mayr: Verlag von Paul Parey, Berlin 1909, S. 484–485. Die Anwendung des gleichaltrigen Kiefer-Fichten-Mischbestandes bei großflächigen Heide-Erstaufforstungen zählt zu Quaet-Faslems Verdiensten und ist für das niedersächsische Tiefland ausschlaggebend.aus: Allgemeine Forstzeitschrift, 33. Jg., Ausg. 1–25, Bayerischer Landwirtschaftsverlag, 1978, S. 132. () Um 1909 waren unter seiner Mitwirkung bereits 20.000 ha Ödland um Hannover aufgeforstet.
Quaet-Faslem nahm unter anderem auch wesentlichen Einfluss auf Standort und Gestaltung des heutigen denkmalgeschützten Bürgerparks in Bremerhaven. Die von Johann Ganten und dessen Schwiegervater Conrad Allermann vorgeschlagene Fläche für ein Erholungswaldstück hinter dem Bremerhavener Friedhof in Wulsdorf erschien ihm zu klein. Er war auch maßgeblich an den Verhandlungen mit betroffenen Bauern in Munster um den Erwerb von Ländereien für ein Manövergelände (heute Truppenübungsplatz Munster) beteiligt.Matthias Blazek: Der Truppenübungsplatz Munster blickt auf eine lange Tradition zurück.
Bekannt ist eine Mitgliedschaft im Hils-Solling-Forstverein.Verzeichnis der Vereinsmitglieder im Jahre 1884 und der Theilnehmer an der Versammlung in Einbeck. In: Hils-Solling-Forstverein (Hrsg.): Verhandlungen des Hils-Solling-Forst-Vereins. Jahrgang 1884. 24. Verhandlung in Einbeck. Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, 1885, S. 1. () 1885 übernahm der Nordwestdeutsche Forstverein (Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein) die Tradition der zahlreichen lokalen Forstvereine.Helmut Freist: Streifzug durch die Geschichte des Nordwestdeutschen Forstvereins, Deutscher Forstverein, S. 8. (mit Porträtfoto von Georg Quaet-Faslem). Quaet-Faslem war Mitbegründer, Schriftführer und Vorsitzender des Vereins. Ebenso war er Mitglied des Forstwirtschaftsrats, der 1890 als politischer Ausschuss des Deutschen Forstvereins gegründet wurde.Wahl des Vorsitzenden. In: Bericht über die XI. Hauptversammlung des Deutschen Forstvereins (38. Versammlung Deutscher Forstmänner) zu Ulm vom 5. bis 9. September 1910. Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH, 1911. S. 22 ff.
Als am 1. Juni 1902 an der Landwirtschaftskammer Hannover die Forstabteilung aufgestellt wurde, wurde er zum ersten Leiter der Institution gewählt, die er bis zum Ende des Ersten Weltkrieges aufgebaut und geprägt hat.In: Forst und Holz, Ausg. 57, M. & H. Schaper, 2002, S. 298. ()
Er war zweimal verheiratet. Am 25. Mai 1871 heiratete er Karoline Sophie Marie Quensell (1847–1872). Aus der Ehe ging der gemeinsame Sohn Georg hervor. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er am 8. Januar 1874 Therese Quensell (1850–1919). Aus dieser Ehe ging unter anderem der spätere Admiral Hans Quaet-Faslem hervor.Georg Quaet-Faslem, GedBas, Verein für Computergenealogie. Sein Neffe war Friedrich Erdmann.
Georg Quaet-Faslem starb im Juni 1919 im Provinzialsanatorium für Nervenkranke „Rasemühle“, das sein gleichnamiger Sohn zu dieser Zeit leitete.
Publikationen (Auswahl) Der Forstkulturbetrieb auf den Heidflächen bei Niebeck im Lüneburgschen. In: Aus dem Walde. Mittheilungen in zwanglosen Heften., Heft 6, H. Burckhardt (Hrsg.), Hannover 1875, S. 118–145. Zur Provinzial-Aufforstung. In: Land- und forstwirthschaftliches Vereinsblatt für das Fürstenthum Lüneburg Heft 4, 1881, S. 25–26. Die Bepflanzung von Chausseen. Landstrassen und Gemeindewegen mit Waldbäumen. Göhmann, Hannover 1889.Die Bepflanzung von Chausseen. Landstrassen und Gemeindewegen mit Waldbäumen. Göhmann, 1889. Die Aufforstungsbestrebungen der Hannoverschen Provinzialverwaltung. In: Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen, Januar 1896.
Einzelnachweise
Kategorie:Forstbeamter (Preußen) Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Person (Deutscher Forstverein) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1845 Kategorie:Gestorben 1919 Kategorie:Mann