Grignols (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Grignolais und Grignolaises genannt.

Geografie

Grignols liegt etwa 18 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 57 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 26 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac am Übergang der Landschaft des Landais zum Périgord central. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Vern, von den Flüsschen Jaurès, Bernou, Loumagne und Ruisseau de Pavie sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Grignols liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine im Norden und im Süden bewaldete Hügellandschaft, die durch das breite Teil des Vern durchschnitten wird und deren Erhebungen selten Höhen über erreichen. Die topografisch höchsten Punkte liegen mit jeweils im Nordosten in der Nähe des Lieu-dits la Combe und im Südwesten in der Nähe des Lieu-dits les Assalets. Der tiefste Punkt befindet sich mit im äußersten Westen am Zusammenfluss von Jaures und Vern, wo dieser gleichzeitig aus dem Gemeindegebiet tritt. Das Zentrum liegt am Rande des Vern-Tals erhöht auf etwa .

Rund 52 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 48 % sind bewaldet.

Grignols wird von folgenden neun Gemeinden umgeben:

Natürliche Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Grignols Naturrisiken manifestieren sich in Grignols neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen

Im gesamten Gemeindegebiet außerhalb des Vern-Tals besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet außerhalb des Vern-Tals von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist im 11. Jahrhundert in den Schreibweisen Granol (1072) und Grainol (1099) belegt. Danach erschienen die latinisierten Formen Granolium im Jahr 1135 und dann Granolhium im Jahr 1245, außerdem eine ganze Serie von Varianten zwischen dem Ende des 12. Jahrhunderts (Granolh) und dem 15. Jahrhundert, wie Greniols im Jahr 1310 und Grignaux im Jahr 1450. Die Schreibweise mit -i- scheint sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit Grouignoulx (1503), dann Grignoulx in 1675, durchzusetzen. Im 19. Jahrhundert hat sie sich mit Grignols verfestigt.

Der Name hat keinen eindeutigen Ursprung. Ausgehend von Grignoulx und einer mundartlichen Aussprache des okzitanischen nou (), setzte Gourgues das Wort in Gri-Neuf () zusammen, das er Gri-Vieux () gegenüberstellte. Jedoch hat gri- keine Realität. Eine ernster gemeinte Hypothese nimmt für den Ursprung eine Ableitung des lateinischen granum (). Diese Ortsnamen, die ein landwirtschaftliches Gebäude, eine Scheune, einen Kornspeicher usw. bezeichnen, sind nicht selten. Die Abfolge Gran-, Grain-, Gren- gibt diesem Vorschlag eine Plausibilität. Einer anderen Hypothese nach geht Grignols auf einen Personennamen gallischen Ursprungs, Grannus, gefolgt von °-ialo, zurück, einem Element, das die Endungen von Ortsnamen mit -euil und -ols ergab. Die phonetische Entwicklung erklärt die früheren Formen und den Übergang vom -a- zum -i- im Okzitanischen. In jedem Fall stimmen beide Quellen in der Annahme überein, dass die Besiedlung von Grignols durch den Menschen schon lange zurückliegt.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 171–172

Das Gebiet war während der Jungsteinzeit besiedelt, was durch den Fund von behauenen Feuersteinen belegt ist, und später in der gallorömischen Epoche (drei Villenruinen wurden in Pérignol, La Rebière und gegenüber dem Zentrum am rechten Ufer des Flusses Vern entdeckt). Nach Léon Dessalles zweigte eine Römerstraße bei Cendrieux von der Straße von Vesunna nach Cahors ab, folgte dem Vern-Tal, um bei Ribérac und Verteillac auf die Römerstraße nach Saintes zu stoßen. Auf einer Länge von etwa zehn Kilometern ist der Untergrund auf einem Weg am linken Ufer des Vern nachzuverfolgen. Die gallorömischen Villen entbehrten jeglicher Befestigung oder Verteidigungsmöglichkeiten und wurden bei Überfällen von Barbaren zerstört und ihre Bewohner suchten nach neuen Wegen, um sich vor erneuten Einfällen zu schützen. Sie verließen das Tal und siedelten sich auf den Hügeln an, in der Zeit, als ein seltsames Überbleibsel zu datieren ist, das unter dem Namen Château-Vieux bezeichnet wird. In einem Dokument von 1203 erscheint es als Chatel-Vielh, 1271 als Castrum Vetus de Granholio. In der Zeit, als sie genutzt wurden, befanden sich drei Erdhügelburgen zwischen den Lieu-dits le Soutenac und le Puy de Garde mit je einem Turm aus hartem Holz, jeweils am Fuß mit Palisaden umrahmt, hinter denen sich geschützte Holzbauten befanden, die als Wohnstätten dienten. Die Gesamtheit der drei Erdhügelburgen wurde von einem weiteren Ring von mit Erde bedeckten Palisaden umsäumt. Diese Anlage war das Château-Vieux aus dem fünften oder sechsten Jahrhundert. Zwischen zwei der drei Erdhügelburgen befand sich ein viereckiger Turm aus Stein, wahrscheinlich aus dem 10. Jahrhundert, zum Zeitpunkt der Aufgabe des Château-Vieux errichtet. Er hatte eine Seitenlänge von sechs Metern, eine Mauerbreite von 1,5 Metern und eine Höhe von fünf bis sieben Metern und diente als vorgeschobene Befestigung einer neuen Burg. Der Name Puy de Garde des Felsvorsprungs weiter östlich erinnert an einem weiteren, fortschrittlicheren Bauwerk, das das Tal überwachte.

Ab dem 10. Jahrhundert, nach den Einfallen der Wikinger, wurde ein neues Verteidigungssystem aufgebaut. Die Burg aus Holz wurde durch eine Burg aus Stein, mit soliden Mauern bewehrt, ersetzt. Sie wurde auf dem Hügelrücken oberhalb des Vern-Tals errichtet, von drei Seiten zu verteidigen, im Norden durch die steilen Abhänge zum Vern-Tal, im Süden zum Tal eines Nebenflusses und im Westen durch die Vereinigung der beiden Täler. Diese neue Burg wurde 1278 als Castrum novum de Granolhio urkundlich erwähnt.

Bernard Boson III. von Périgord heiratete 1032 in zweiter Ehe Aina de Montignac, die Tochter von Géraud de Montignac und Nonia de Grignols, die das Land der Familie Grignols an die Grafen von Périgord brachten. Diese erste Familie starb Ende des 11. Jahrhunderts aus. 1135 wurde Boson IV., Graf von Grignols, nach dem Tod seines Cousins Hélias V. Rudel Graf von Périgord. Hélie V. de Talleyrand-Périgord, Graf von Périgord und Seigneur von Grignols und Montignac, geboren 1140 und gestorben 1205 im Heiligen Land, folgte seinem Vater auf den Thron. Dieser neunte Graf von Périgord gilt als Begründer des Zweigs der Grafen von Grignols, die später Fürsten von Chalais wurden. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts verzichtete Archambaud II. Talleyrand von Périgord auf alle seine Rechte an der Burg und der Kastellanei zugunsten seines Neffen Boson I. Talleyrand von Grignols. Hélie II. Talleyrand, Seigneur von Grignols und Chalais, Sohn von Boson I. Talleyrand und Marguerite de Malemort, stellte sich auf die Seite des englischen Königs und Herrscher von Aquitanien und ließ sich nach seiner Heirat 1277 mit Agnès de Castillon, Prinzessin von Chalais, seiner einzigen Nachfahrin, in Chalais nieder. Die Familie Talleyrand nahm daraufhin den Titel Fürsten von Chalais an.

Im 14. Jahrhundert war Grignols Sitz einer Kastellanei mit zehn Pfarreien: Bourrou, Bruc, Grun, Jaure, Manzac, Neuvic, Saint-Léon, Saint-Paul-de-Serre, Vallereuil und Villamblard.

1376 belagerte der Marschall Louis de Sancerre Grignols und die Vasallenburgen und erzwang die Unterwerfung der Talleyrands, die den französischen Königen fortan treu blieben.

1584 wurde Grignols im Rahmen der Hugenottenkriege erfolglos von Hugenotten aus Bergerac belagert. Henri de La Tour d’Auvergne eroberte die Burg jedoch schließlich 1587. 1594 belagerten 15.000 Bauern Grignols im Rahmen der Rebellion der Croquants, um ihre gefangenen Mitstreiter zu befreien.

Während der Fronde (1648–1653) sollte das Schloss Grignols, das so vielen Belagerungen standgehalten und ein Jahrhundert englischer Kriege sowie zwanzig Jahre protestantischer Kriege unbeschadet überstanden hatte, in diesem Bürgerkrieg zerstört werden. Im Mai und Juni 1652 eroberte Hauptmann Balthazar, Befehlshaber der Armee des Prinzen von Condé, Saint-Astier, das eine Garnison des Königs hielt, sowie das Schloss Beauséjour, wo der Graf von Grignols, André de Talleyrand, 80 Mann als Garnison stationiert hatte. Er belagerte Grignols, das sich acht Tage lang tapfer verteidigte. Balthazar eroberte außerdem das Schloss Montanceix vom Baron d’Argence. Charles de Sainte-Maure, Marquis von Montaussier und Feldmarschall in den königlichen Streitkräften, erfuhr von diesen Ereignissen, sammelte seine Truppen und eilte mit tausend Reitern und fünf- bis sechshundert Infanteristen der Vasallenburg zu Hilfe. Doch am 17. Juni zwang Balthasar mit einer gleichwertigen Streitmacht die Sieger zur Kapitulation von fünfhundert Reitern, die Toten und Verwundeten nicht mitgerechnet. André de Talleyrand, der durch einen Schuss verwundet worden war, konnte entkommen. Nach dieser Siegesserie kehrte Balthasar unverzüglich nach Grignols zurück, das am 20. Juni 1652 kapitulierte und den beiden Lehnsherren den Abzug aus der Festung gestattete.

Nur ein Renaissancegebäude blieb verschont. Gräfin Marie de Courbon, seit 1663 Witwe von André de Talleyrand, lebte dort bis 1681. 1789 vollendeten die Revolutionäre die Zerstörung der Befestigungsanlagen des Grafen und entweihten die Wappen.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Front aus dem 15. Jahrhundert in Bruc, seit 1948 als Monument historique eingeschrieben Burgruine Grignols aus dem 14. Jahrhundert, seit 1928 als Monument historique eingeschrieben Landgut und Chartreuse Chaulnes, Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut Chartreuse La Mothe und ihr Taubenschlag aus dem 17. Jahrhundert

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit