mini|hochkant=2|Grenzverlauf zwischen dem Kosovo und Montenegro
Die Grenze zwischen dem Kosovo und Montenegro trennt das Staatsgebiet der Republik Kosovo und von Montenegro. Sie hat eine Länge von rund 75 Kilometern auf rund 40 Kilometern Luftlinie. Der Grenzverlauf ist noch nicht endgültig festgelegt.
Grenzverlauf Die gemeinsame Staatsgrenze ist eine reine Hochgebirgsgrenze. Sie verläuft in südwestlicher Richtung entlang des Hauptkamms des Dinarischen Gebirges im Prokletije. Als weitgehend natürliche orographische Grenze trennt sie die Gebiete der Crna Gora („Schwarze Berge“, ), die historische Region Zeta, und die zusammenfassend in der Jugoslawienzeit Kosmet genannte Gegend der Beckenlandschaften um das Amselfeld und Metochien. In der Region des Čakorpass verläuft sie hingegen teilweise östlich der Wasserscheide.
Die Grenze beginnt im Mokra Gora Gebirge, wo sich östlich vom Beleg (ca. ) das Dreiländereck mit Serbien befindet.Das Dreiländereck liegt zwischen Beleg (westlich), Mali Beleg (nördlich) und Pogled (östlich) Von dort führt sie im Bogen westwärts in das Žljeb-Massiv, mit dem Žljeb (ca. )Die Höhenangaben im Raum divergieren nach Quelle stark. Die Angaben hier folgen Liste von Gipfeln des Prokletije. als Grenzgipfel, und das Hajla-Massiv mit der Hajla (ca. ) und dann südwärts durch die Glođija an die obere Bistrica e Pejës unterhalb des Čakor-Passes. Dann führt sie südostwärts in die Berge der Bjeshkët e Namuna të Kosovës. Ab dort läuft sie wieder südwestwärts über den Pasji vrh (ca. ) und Maja e Madhe (ca. ) zum Tromeđa (ca. ), dem Dreiländereck mit Albanien.
Gemeinden an der Staatsgrenze (von Nordost nach Südwest) mini|Die Grenze zwischen dem Kosovo und Montenegro verläuft unter anderem über den Gipfelgrat der Hajla. mini|Blick entlang der Grenze nach Süden gegen den Pasji Vrh. MONTENEGROrand|70px KOSOVOrand|70px Gemeinde Grenz-übertritt Grenz-übertritt Gemeinde Bezirk 30px Rožajezentriert|30px 30px Istog Peja zentriert|30pxzentriert|30px 30px Peja 30px Berane 30px Plav zentriert|30pxzentriert|30px zentriert|30px 30px Deçan Gjakova 30px Junik
Geschichte mini|Königreich Montenegro um 1913; der größere Gebietsstand östlich des Čakorpasses im Westkosovo erkennbar. Die derzeitige Staatsgrenze ist eine Teilrepubliksgrenze aus der jugoslawischen Verfassung 1974.Dusica Tomovic: Montenegro to Seal Border Deal with Kosovo. balkaninsight.com, 23. Dezember 2015. Im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens brach 1998 der Kosovokrieg aus, 1999 wurde die NATO-Kosovo Force (KFOR) aufgestellt, die im Assistenzeinsatz auch in der Grenzsicherung und der Grenzkontrolle bis heute tätig ist. Ebenfalls im Zuge des Krieges wurde auch die Grenze am Čakorpass geschlossen.
2006 spaltete sich Montenegro aus Serbien und Montenegro (Bundesrepublik Jugoslawien, „Restjugoslawien“) ab, und 2008 der Kosovo von der verbliebenen Republik Serbien. Montenegro hat den Kosovo in diesem Jahr auch anerkannt, die beiden Länder nahmen offizielle diplomatische Beziehungen auf.
Schon 2010 begann ein Projekt im Rahmen des Cross Border Cooperation Project (CBC) der Europäischen Union. cbckosovo.eu, o. D., abgerufen am 14. März 2016. Dabei wurde prinzipiell bekundet, die Grenze im Stand von 1974 beizubehalten, aber strittige Punkte in der genauen Grenzziehung aufgearbeitet. So entstand beispielsweise am Kula-Pass wegen unklarer Verhältnisse ein elf Kilometer langes Niemandsland. Seit 2010 ist Montenegro offizieller EU-Beitrittskandidat. Im Rahmen der 2012 begonnenen Beitrittsverhandlungen Montenegros mit der Europäischen Union ist eine Konsolidierung der Grenzen eine Mitbedingung.
Bei der Westbalkan-Konferenz im August 2015 in Wien wurde zwischen Montenegro und Kosovo ein Demarkationsabkommen unterzeichnet. independent.mk, 27. August 2015.Westbalkan-Konferenz – Grenzabkommen zwischen Bosnien und Montenegro. In: Tiroler Tageszeitung online, 23. August 2015. Kritisiert wurde die Vereinbarung im Parlament in Pristina, weil rund 120 Quadratkilometer umstrittenes Gebiet Montenegro zugesprochen wurden. Ein Abschluss war für Anfang 2016 geplant, verzögert sich aber insbesondere auch wegen heftigen Widerstands der kosovarischen Opposition wie Vetëvendosje.
Da Serbien den Kosovo – anders als der Großteil der Staaten (Stand 2016) – noch nicht völkerrechtlich anerkannt hat, ist der Grenzverlauf in gewisser Weise prinzipiell noch als umstritten zu bezeichnen. Auch zwischen Serbien und Kosovo ist im Rahmen der Westbalkankonferenzen und des EU-Beitrittsprozesses ein Grenzabkommen in Vorbereitung.Reuters: Serbian PM says time to face facts over Kosovo sovereignty, abgerufen am 12. Januar 2013.Kosovo-Serbia Border ‘Will Be Raised in Brussels’. balkaninsight.com, 14. Januar 2016.
Grenzübertritt und Grenzverkehr Der einzige Grenzübergang zwischen den beiden Staaten ist (die kosovarische Seite zuerstgenannt): Kulla–Rožaje auf der Route Peja – Rožaje Der Übergang Čakor/Çakor (Route Peja – früher Murino, jetzt Regionalni put R-19) wurde 1999 geschlossen und noch nicht wiedereröffnet.
Literatur Ministry of Local Government Administration (Montenegro), Ministry of Foreign Affairs and European Integration (Kosovo): IPA Cross-Border Programme Montenegro – Kosovo 2011–2013. Final Draft, 31. Januar 2011 (PDF, auf ec.europa.eu/enlargement).
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Einzelnachweise
Kosovo und Montenegro
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