Schondorf am Ammersee ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. 1970 wurden die Gemeinden Ober- und Unterschondorf zusammengeschlossen und eine neue Ortsmitte in Schondorf angelegt.

Geografie Geografische Lage Schondorf liegt etwa 40 Kilometer westlich von München und etwa 40 Kilometer südöstlich von Augsburg am Westufer des Ammersees im Landkreis Landsberg am Lech. Der Höhenunterschied im Gemeindegebiet beträgt ungefähr 70 Meter. Die Gemeinde ist seit 16. Januar 1976 staatlich anerkannter Luftkurort.

Ausdehnung des Gemeindegebietes Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 6,56 km² mit einer maximalen Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa vier km und in West-Ost-Richtung von etwa 2,5 km.

Nachbargemeinden An Schondorf grenzen im Norden Greifenberg, im Nordosten Eching am Ammersee, im Süden Utting am Ammersee und im Westen Windach.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Aumühle (Einöde) Schondorf am Ammersee (Pfarrdorf)

Die Gemeinde besteht aus der westlichen Gemarkung Oberschondorf (Gemarkungsnummer 09 9044) und der östlichen Gemarkung Unterschondorf (09 9072). Die Gemarkung Oberschondorf umfasst 4,314 km² und 1819 Einwohner, die Gemarkung Unterschondorf umfasst 2,279 km² und 1919 Einwohner.

Geschichte Besiedlung vor der Ortsgründung Die ersten örtlichen Funde reichen in die Hallstattzeit (750 bis 450 v. Chr.) zurück. Darauf deuten die im Gemeindegebiet gefundenen 14 Hügelgräber hin. Im Bereich des heutigen gemeindlichen Badeplatzes wurde 1924 eine 20 × 7,5 m große Badeanlage einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. ausgegraben. Weitere Spuren einer Besiedelung finden sich aus der Zeit nach der Römerherrschaft zwischen 500 und 700 n. Chr., hierbei handelt es sich um Skelettfunde mit Beigaben und eine Lanzenspitze.

Erste urkundliche Erwähnung bis ins Hochmittelalter mini|Jakobskirche in Schondorf Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schondorf im Jahr 751, als ein Graf Engildeo aus dem Adelsgeschlecht der Huosi unter anderem seine Güter in „Scondorf“ dem Kloster Benediktbeuern übergab. Dieser Besitz ging im Laufe der Zeit wieder verloren. Darauf folgend gab es einen Ortsadel derer von Schondorf. Diese ließen um 1150 die Jakobskirche in Unterschondorf errichten. Die Kirche in Oberschondorf schenkte der bayerische Herzog 1284 dem Kloster Dießen.

Hochmittelalter bis 1818 Erst im Hochmittelalter wurde zwischen Ober- und Unterschondorf unterschieden. Jeder Hof in Oberschondorf gehörte dem Andechser Adelsgeschlecht. Je eine Hälfte gehörte einer Adelheid von Pergen und die andere Hälfte einer Kunigunde von Schondorf-Hechenwang. Unterschondorf war zu dieser Zeit im Besitz der Grafen von Greifenberg. Durch die Gründung des Benediktinerklosters Andechs im Jahr 1458 bekamen die Unterschondorfer mit Ernst I. und Albrecht III. neue Gutsherren. Im 15. Jahrhundert waren Ober- und Unterschondorf Teile der geschlossenen Hofmark Greifenberg. 1507 kaufte Erhard von Perfall die Hofmark. Da die Zahl der Einwohner in Oberschondorf stetig stieg, ließ Propst Johannes Zallinger eine neue Kirche erbauen. Diese wurde um 1499 fertiggestellt. Sie war dem heiligen Martin von Tours geweiht. Die wöchentlichen Messen wurden durch den Uttinger „Gesellpriester“ abgehalten. Da dies den Oberschondorfer Bürgern nicht zusagte, bemühte man sich um einen eigenen Priester. Die Siegelamtsrechnungen des bischöflichen Ordinariats Augsburg weisen 1520 Wolfgang Ostler als ersten katholischen Pfarrer aus.

Während des Dreißigjährigen Krieges starben in den Jahren 1628 und 1629 mehr als die Hälfte der Einwohner Schondorfs an der Pest. 1633 zogen die Schweden am Westufer des Ammersees entlang und plünderten wohl auch Schondorf. mini|hochkant|Die Sankt-Anna-Kirche in Oberschondorf, mit der alten Schule im Vordergrund Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Pfarrkirche in Oberschondorf und die Kirche St. Jacob in Unterschondorf einer Renovierung unterzogen. Dies betraf insbesondere den Choraltar, die Kanzel und die Bestuhlung. Durch die Säkularisation 1803 wurde der bayerische Staat Grundherr in Schondorf. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Oberschondorf und Unterschondorf.

Die Zeit von 1818 bis 1970 Im Jahr 1848 wurde Schondorf in den Zuständigkeitsbereich des Landsberger Landgerichtes eingegliedert. Schondorf war zunächst der südliche Endhaltepunkt der am 30. Juni 1898 eröffneten Ammerseebahn. Der Lückenschluss bis Dießen am Ammersee erfolgte am 24. Dezember 1898. Der Bahnhof wurde auf der Gemarkungsgrenze zwischen Ober- und Unterschondorf errichtet und trug schon damals die Bezeichnung „Schondorf“.

Im Jahr 1909 hatte der erste Schraubendampfer mit der Bezeichnung „Schondorf“ auf dem Ammersee Stapellauf. Das Schiff hatte 80 PS und konnte 120 Personen befördern; es wurde 1956 außer Dienst gestellt. Im Jahr 1912 wurden die beiden Orte an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Mit der Sparte Turnen wurde 1920 der TSV 1920 Schondorf von 27 Gründungsmitgliedern gegründet.

Das Bahnhofsgebäude am Schondorfer Bahnhof wurde 1934 grundlegend neu gebaut. Auch die technischen Einrichtungen, die sich bis dahin im Freien befanden, bekamen eine Einhausung. Dazu wurden weitere elektrische Anlagen eingebaut, die nicht der Witterung ausgesetzt werden durften. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die beiden Gemeinden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Im April 1945 rückten US-amerikanische Truppen in die Orte ein. Es folgte eine dreiwöchige Besetzung durch französische Truppen.

Das deutsche Wirtschaftswunder machte sich auch in den Schondorfer Gemeinden bemerkbar. Es wurden nicht nur die Straßenverhältnisse verbessert, sondern auch der Ausbau der Wasserversorgung und der Bau von Wohnungen für Flüchtlinge und Vertriebene vorangetrieben. Im Jahr 1961 wurde das zweite Schiff mit der Bezeichnung „Schondorf“ mit 225 PS in Dienst gestellt.

In Oberschondorf mini|hochkant|Die Sankt-Anna-Kirche in Oberschondorf, mit dem umgebenden Friedhof Da im oberen Ort die landwirtschaftliche Nutzfläche doppelt so groß war wie im unteren Ort, entstanden hier vor allem Bauernhöfe mit hohem landwirtschaftlichem Leistungsvermögen. Mitte der 1830er Jahre wurde die erste Gastwirtschaft eröffnet (Sailer). Im Ersten Weltkrieg mussten einige Glocken der St. Anna-Kirche abgegeben werden, um der Kriegsproduktion zu dienen. 1925 konnte die Fa. Hirt in Kempten mittels Spenden der Bevölkerung und durch eine Stiftung drei neue Glocken gießen. Doch bereits 1942 mussten wieder vier Glocken für die Granatenproduktion abgegeben werden. Zwei Glocken konnten dann wieder angeschafft werden, doch es sollte nicht bei diesen beiden bleiben. Nach einer kurzen Zeit sammelte der Ortspfarrer von Schondorf Geld für eine dritte Glocke. Dazu stiftete man die vierte mithinzu, und die Sankt-Anna-Kirche hat bis heute noch diese vier Glocken behalten.

In Unterschondorf Der untere Ort war durch Fischer und Kleinbauern besiedelt. Diese waren wirtschaftlich nicht so leistungsstark wie im oberen Ort. Erst mit Ausbau der Beherbergungsbetriebe Anfang des 20. Jahrhunderts besserte sich die Lage der Einwohner in Unterschondorf.

Im Jahr 1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Am 14. September 1905 gründete der evangelische Pfarrer Julius Lohmann das „Süddeutsche Landerziehungsheim“ (heute „Stiftung Landheim Schondorf“). Am 5. Januar 1919 ereignete sich eine Sturmflut am Ammersee, bei der zahlreiche Steganlagen zerstört wurden. Ebenso wurde abgebrochenes Schilf über die Ufermauer geschleudert. In den 1920er und 1930er Jahren wurde südlich der Dampferanlegestelle die von Toni Ruhr geplante Uferpromenade verwirklicht.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten übernahm der in Unterschondorf ansässige Joachim von Moltke das Bürgermeisteramt, wurde aber bald darauf Kreisleiter des Kreises Landsberg am Lech.

Nach Kriegsende beschlagnahmten die amerikanischen Truppen einige Villen am See. Im Landheim wurde für kurze Zeit ein Hospital für Displaced Persons eingerichtet. Die Instandsetzung der Uferpromenade erfolgte bereits 1950; sie wurde nun nach Norden erweitert. Im Jahr 1954 wurde in Unterschondorf die neue Pfarrkirche Hl. Kreuz gebaut.

Seit 1970 mini|Blick von See aus: Uferpromenade mit St. Jakob Am 1. Januar 1970 wurden die Gemeinden Ober- und Unterschondorf zusammengelegt. Zu diesem Zweck wurde ein neues Rathaus in der neuen Mitte des Ortes gebaut. Die alten Rathäuser von Ober- und Unterschondorf wurden zu Sozialwohnungen umgebaut.

Durch Rechtsverordnung der Regierung von Oberbayern entstand am 1. Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Schondorf am Ammersee. Damit wurden die Verwaltungen der weiterhin existierenden eigenständigen Gemeinden Schondorf, Greifenberg und Eching zusammengefasst. Der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schondorf.

Am Abend des 15. September 1981 kam es zur Entführung der zehnjährigen Schülerin Ursula Herrmann. Diese war auf dem Weg von ihrer Großmutter in Schondorf nach Eching am Ammersee. Das Kind wurde in eine 72 × 60 × 139 cm große im Waldboden vergrabene Kiste im Waldstück „Weingarten“ gesperrt und vergraben. Da das Belüftungsrohr zu lang war, erstickte das Mädchen schon nach mehreren Stunden. Es wurde ein Lösegeld von zwei Millionen DM (1,02 Millionen Euro) gefordert, zu dessen Übergabe es nie kam. Die Leiche wurde am 4. Oktober 1981 gefunden. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Die Ermittlungen führten erst im Mai 2008 zur Festnahme eines 58-jährigen Mannes in Kappeln. In einem Indizienprozess wurde er am 25. März 2010 wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt.

Infolge starker Regenfälle (bis zu 180 l/m²) überschritt der Ammersee beim Pfingsthochwasser 1999 seinen mittleren Pegelstand um ca. zwei Meter. Dabei wurden die Seepromenade und die daran angrenzende Seestraße überflutet.

Im August 2005 wurden die Gleise am Bahnhof Schondorf abgebaut. Seitdem gibt es keine Werk- und Gütergleise mehr.

Im Jahr 2010 fand eine energetische Modernisierung des Rathauses statt. Dabei konnte eine Energieeinsparung von 65 Prozent erreicht werden. Der Kostenrahmen für die Sanierung lag im Bereich von 1,5 Millionen Euro. Der Zuschuss aus dem Konjunkturpaket II belief sich auf zirka 720.100 Euro.heutige Werte inflationsbereinigt: ca.  € von ca.  €

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 3049 auf 3987 um 938 Einwohner bzw. um 30,8 Prozent. + Oberschondorf Jahr 1832 1840 1890 1895 1900 1925 1931 1933 1945 Einwohner 742 340 323 359 270 423 465 523 526 Jahr 1950 1951 1962 1970 Einwohner 854 850 820 837 + Unterschondorf Jahr 1840 1900 1910 1925 1931 1939 1945 1950 1970 Einwohner 195 183 378 623 676 707 1317 1214 1302 + Schondorf Jahr 1970 1987 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Einwohner 2004 2930 3897 3900 3913 3973 3959 3766 3741 Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Einwohner 3785 3849 3944 3940 3938 3969 3954 4018

Politik Gemeinderat Ergebnisse der Kommunalwahlen:

+ Die Sitzverteilung im Gemeinderat Jahr CSU SPD Grüne FWG gesamt Wahlbeteiligung 2026Gemeinderatswahl 2026 6 2 5 3 16 73,4 % 2020 7 0 7 2 16 71,1 % 2014 6 2 5 3 16 65,3 % 2008 7 3 3 3 16 60,8 % 2002 8 3 0 5 16 67,6 %

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Gunther Hofmann (CSU). Er gewann die Bürgermeisterwahl 2026 mit 64 Prozent der gültigen Stimmen gegen Louisa Brückl (GRÜNE). Sein Vorgänger Alexander Herrmann (Grüne) wurde am 30. März 2014 in einer Stichwahl zum Nachfolger des nicht mehr angetretenen Bürgermeisters Peter Wittmaack (SPD) gewählt und am 15. März 2020 im Amt bestätigt.

Frühere Bürgermeister von Schondorf: