mini|Ortsteile von Ehringshausen (Hauptort dunkel)

Ehringshausen ist eine Gemeinde im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie Geografische Lage Ehringshausen liegt zwischen Wetzlar und Herborn im Unteren Dilltal an der Mündung der Lemp in die Dill, im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Westlich des Ortsteils Kölschhausen befindet sich im Lahn-Dill-Kreis ein , berechnet mit der Methode „Mittelpunkt eines von Breiten- und Längengraden begrenzten Gebietes“. (Die unterschiedlichen Methoden zur Berechnung geografischer Mittelpunkte sind bei der Berechnung des Mittelpunkt Deutschlands beschrieben.)

Nachbargemeinden Ehringshausen grenzt im Norden an die Gemeinde Mittenaar, im Osten an die Stadt Aßlar, im Süden an die Städte Solms und Leun, im Südwesten an die Gemeinde Greifenstein sowie im Nordwesten an die Gemeinde Sinn (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung Zur Gemeinde gehören die neun Ortsteile Breitenbach, Daubhausen, Dillheim, Dreisbach, Ehringshausen, Greifenthal, Katzenfurt, Kölschhausen und Niederlemp.

Geschichte Ersterwähnung Ehringshausen wurde im Jahre 802 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex erwähnt. Laut dieser Urkunde schenkte Inric dem Kloster Lorsch einen befestigten Hof in der Barcdorfer Mark im Lahngau. Barcdorf lag im Ortsbereich des heutigen Ehringshausen rechts der Dill; ob es als direkter Vorläufer von Ehringshausen angesehen werden kann, ist jedoch nicht sicher.

Ältester Ort der Gemeinde ist allerdings Breitenbach, der bereits 778 urkundlich erwähnt wurde. mini|rechts|Ehringshausen aus Richtung Süden

Hessische Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Dillheim am 31. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis nach Ehringshausen eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 folgte ebenfalls freiwillig die Eingliederung der Gemeinden Dreisbach und Greifenthal. Am 1. Januar 1977 wurden die Gemeinden Ehringshausen, Breitenbach, Daubhausen, Katzenfurt, Kölschhausen und Niederlemp kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Ehringshausen zusammengeschlossen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kerngemeinde von Ehringshausen wurden Ortsbezirke eingerichtet. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Ehringshausen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ehringshausen angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Greifenstein ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Greifenstein1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Greifenstein). ab 1816: Königreich Preußen, Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1866: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ehringshausen 9252 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1613 Einwohner unter 18 Jahren, 3809 zwischen 18 und 49, 1863 zwischen 50 und 64 und 1966 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 730 (7,9 %) Ausländer, von denen 121 aus dem EU-Ausland, 555 aus anderen europäischen Ländern und 48 aus anderen Staaten kamen. Die Einwohner lebten in 1065 Haushalten. Davon waren 3886 Singlehaushalte, 1134 Paare ohne Kinder und 1329 Paare mit Kindern, sowie 315 Alleinerziehende und 53 Wohngemeinschaften. In 836 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2505 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1834: 528 evangelische, 2 römisch-katholische, 26 jüdische Einwohner • 1961: 2778 evangelische (= 72,93 %), 879 katholische (= 23,30 %) Einwohner • 1987: 6263 evangelische (= 71,28 %), 1400 katholische (= 16,30 %), 925 sonstige (= 10,77 %) Einwohner • 2011: 5398 evangelische (= 58,34 %), 1260 katholische (= 13,62 %), 2594 sonstige (= 28,04 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Ehringshausen erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 43,9 14 35,2 11 35,1 11 35,1 11 36,4 11 30,2 9 28,7 9 29,9 9 33,2 10 37,7 12 35,4 11 41,0 13 27,4 8 23,5 7 24,0 8 22,8 7 23,3 7 21,6 7 — — 11,4 4 7,7 2 4,4 1 — — — — — — — — — — — — 4,9 2 7,1 2 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 54,7 48,7 44,9 43,0 44,0 55,6

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Ehringshausen neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. April 2010 Jürgen Mock (SPD). Er wurde als Nachfolger von Eberhard Niebch, der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 1. November 2009 im ersten Wahlgang bei 60,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 55,0 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, jeweils ohne Gegenkandidaten, zuletzt im September 2021.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. September 2021 in Ehringshausen

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu ladenFWG, April 2013: Jubiläumsschrift 40 Jahre Freie Wählergemeinschaft Ehringshausen: „Bürgermeister in Ehringshausen“ ab Seite 24 der PDF-Datei (2,06 MB) 2010–2028 Jürgen Mock (SPD)SPD Ehringshausen, 11. März 2022: Jürgen Mock für seine dritte Amtszeit als Bürgermeister vereidigt: „Am 1. April 2022 dann startet Jürgen Mock in seine dritte Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde an Dill und Lemp.“ 1986–2010 Eberhard Niebch 1984–1985 Wolfgang Keiser (CDU) 1977–1984 Manfred Fughe (CDU) 1976–1977 Heinrich Rumpf (kommissarisch) 1970–1976 Lothar Schneider (SPD) 1964–1970 Heinrich Bender 1952–1964 Hermann Messerschmidt (erster hauptamtlicher Bürgermeister), Gemeinde Ehringshausen. 1946–1952 Heinrich Groß 1945–1946 Kurt Rolle (kommissarisch)

Ortsbeiräte Für das Gemeindegebiet gibt es die Ortsbezirke Breitenbach, Daubhausen, Dillheim, Dreisbach, Ehringshausen, Greifenthal, Katzenfurt, Kölschhausen und Niederlemp. Je Ortsbezirk wird ein Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Die Ortsbezirke werden durch die bisherigen Grenzen der eingegliederten Gemeinden begrenzt. Alle Ortsbeiräte bestehen je nach Einwohnerzahl aus drei bis neun Mitgliedern. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Für die Zusammensetzung siehe in den jeweiligen Stadtteil-Artikeln.

Ortsbeirat Ehringshausen Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 46,29 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der CDU, drei Mitglieder der SPD, ein Mitglied der „Freien Wählergemeinschaft Ehringshausen“ (FWG) und ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen. Der Ortsbeirat wählte Marc-Sven Werkmeister (CDU) zum Ortsvorsteher.

Bürgerentscheide In Ehringshausen fand bisher ein Bürgerentscheid statt. Dieser wurde zu folgendem Thema durchgeführt:

Erhalt des Naherholungsgebietes „Dillpark“ im Ortsteil Dillheim – 2007 Abstimmungsfrage 28. Oktober 2007: Sind Sie dafür, dass der „Dillpark“ als Naherholungsgebiet für alle Ehringshäuser erhalten bleibt und deshalb gegen die Ausweisung des Gebietes „Auf’m Schlüsselacker“ in Ehringshausen als allgemeines Wohn-/Baugebiet?

Wahlberechtigte Wähler Ja Nein Personen 7.116 2.196 1.477 708 Prozent 30,9 % 67,6 % 32,4 %

Ergebnis: Die erforderlich Mehrheit von 25 % der Wahlberechtigten wurde nicht erreicht, fehlende Stimmen: 302. Damit hat die Gemeindevertretung erneut zu entscheiden.

Am 22. November 2007 entscheidet die Gemeindevertretung mit den Stimmen von SPD (eine Enthaltung) und CDU, das Baugebiet umzusetzen. (PDF; 1,7 MB)

Partnerschaften Ehringshausen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Roquemaure im Département Gard in Frankreich seit dem 28. April 1973, Haverhill in der Grafschaft Suffolk in Großbritannien seit dem 16. April 1983 und Neustadt am Rennsteig in Thüringen seit dem 11. Mai 1991.

Wappen Am 9. Februar 1977 wurde der Gemeinde Ehringshausen im Lahn-Dill-Kreis ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen, das bis zum Zusammenschluss der Gemeinden Breitenbach, Daubhausen, Ehringshausen, Katzenfurt, Kölschhausen und Niederlemp am 1. Januar 1977 von der früheren Gemeinde Ehringshausen geführt wurde: In Gold ein rotes Zahnrad, belegt mit einer aufsteigenden blauen Spitze.

Bedeutung: Das rote Zahnrad in Gold soll auf die Bedeutung der eisen-, holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie für die Gemeinde hinweisen, die schon in früheren Jahrhunderten durch ihre Eisenerzförderung, die es bis 1956 gab, bekannt und daher schon seit langem keine reine Ackerbaugemeinde mehr war. Die blaue Spitze stellt stilisiert einen Kirchturm dar und soll an die spätgotische Kapelle in Ehringshausen erinnern, die sich in ihrer tatsächlichen architektonischen Gestalt nicht in das Wappen aufnehmen ließ.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Heimat- und Kulturmuseum Breitenbach „Köhler’s“ Heimat- und Feuerwehrmuseum Kölschhausen Heimatmuseum Ehringshausen Dorf- und Hugenottenmuseum „Alte Schule“ Daubhausen

Kulturdenkmäler siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ehringshausen

Ehemalige Synagoge mini|Gedenkstein der ehemaligen Synagoge Eine jüdische Gemeinde bildete sich im 18. Jahrhundert in Ehringshausen und bestand bis nach 1933. Die Synagoge, ein Betraum der Größe von 4,00 m × 5,35 m, befand sich in einem Gebäude an der Bahnhofstraße. 1938 wurde während der Novemberpogrome die Inneneinrichtung des Betraumes geschändet und verwüstet. Nach 1945 blieb die ehemalige Synagoge erhalten und wurde 1975 wegen Baufälligkeit abgebrochen.