Der Audi R8 (interne Typbezeichnung 42) ist die erste Modellgeneration des Mittelmotor-Sportwagens R8 der Audi AG, der im September 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Namensgebung beruht auf dem erfolgreichen Le-Mans-Rennprototyp Audi R8. Zur Gewichtseinsparung besteht die Karosserie des Wagens vollständig aus Aluminium. Von Herbst 2006 bis Ende 2014 wurden insgesamt R8 produziert, von denen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 5626 Stück in Deutschland neu zugelassen wurden. Der Nachfolger Audi R8 4S erschien 2015.

Modellgeschichte Entwicklung Bei ersten Testfahrten mit Vorserienfahrzeugen auf dem Nürburgring und auf der Teststrecke im italienischen Nardò kam es zu Problemen mit der Getriebeentlüftung, wodurch mindestens drei Fahrzeuge komplett ausbrannten. Vor dem Werkstor in Ingolstadt fing ein als Lamborghini Gallardo getarnter Versuchsträger Feuer. Dies betraf allerdings nur die Vorserienwagen mit dem damals noch nicht erhältlichen V10-Motor. Zu einem Brand kam es auch bei einem auf einer Landstraße im Landkreis Schwäbisch Hall fahrenden Prototyp. Trotz Überhitzungs- und Reifenproblemen wurde der anvisierte Produktionsstarttermin (V10: Anfang 2009) unter dem damaligen Firmenchef Martin Winterkorn nicht verschoben. Laut Audi waren zum Produktionsstart alle Probleme behoben.

Vermarktung Das Fahrzeug basiert auf der Studie Le Mans quattro, die 2003 auf der IAA vorgestellt wurde.

Das Serienmodell wurde formal erstmals auf der Mondial de l’Automobile 2006 im gezeigt. Der Verkauf des zunächst nur als Coupé erhältlichen R8 begann im . Im kam mit dem Spyder eine offene Version in das Programm. 2012 wurde ebenfalls auf der Mondial de l’Automobile das Modell mit dem Facelift vorgestellt.

Produktion Das Modell wurde anfangs im Audi-Werk Neckarsulm von der quattro GmbH produziert. Ab wurde der R8 im neu gebauten Audi-Sport-Werk im benachbarten Heilbronn im Industriegebiet Böllinger Höfe gebaut, um das Hauptwerk in Neckarsulm zu entlasten.

Der R8 wurde in einer manufakturartigen Fertigung produziert, in der erstmals das Projekt „Silver Line“ umgesetzt wurde. Hier wurde der Produktionsprozess so umgestellt, dass er dem demografischen Wandel Rechnung trug und erfahrene Mitarbeiter ansprach, die mindestens 40 Jahre waren. Statt nur weniger Handgriffe sollte der Einzelne sehr viel mehr Arbeitsschritte ausführen. Bei verlängerter Taktzeit werden die Arbeitsschritte dabei vielfältiger bei gleichzeitig gleichmäßigerer körperlicher Belastung. Im Jahr 2008 produzierten 120 Mitarbeiter täglich 23 Fahrzeuge.

Am , knapp sechs Jahre nach dem Produktionsstart, lief der ste R8 vom Band. Das Jubiläumsmodell war ein sphärenblauer R8 GT Spyder.

Von Herbst 2006 bis Ende 2014 wurden insgesamt Fahrzeuge produziert, von denen 6176 Stück als Spyder-Modelle (24 %) vom Band liefen.

Fahrzeugcharakteristika Karosserie Zwischen dem namensgebenden Audi-Prototyp, mit dem Audi fünffacher Le-Mans-Sieger wurde, und dem Serienfahrzeug bestehen kaum technische Gemeinsamkeiten. Der Audi R8 ist der erste von Audi in Serie gefertigte Mittelmotorsportwagen für den Straßenverkehr. Mit einer 270 kg schweren Skelettkarosserie aus Aluminium (Audi Space Frame) sowie einem Rahmen aus Aluminium und Magnesium sollte in Verbindung mit der Einbaulage des Motors eine Gewichtsverteilung von 44 zu 56 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse erreicht werden.

Durch den Mittelmotor rückte die Fahrgastzelle weit nach vorn. Der Radstand ist mit 2650 mm vergleichsweise lang und bringt kurze Überhänge der Karosserie mit sich.

Motor V8-Motor miniatur|R8 mit geöffneter Motorhaube Zum Marktstart im baute Audi den aus dem Audi RS4 bekannten V8-FSI-Motor mit Benzindirekteinspritzung ein. Der hochdrehende Motor (maximal 8250 min−1) mit 4,2 Litern Hubraum hat eine maximale Leistung von 309 kW (420 PS) bei 7800 min−1 und ein maximales Drehmoment von 430 Nm, das zwischen 4500 und 6000 min−1 anliegt. Das Drehmoment steht von 3500 bis 7600 min−1 zu 90 Prozent zur Verfügung, um genügend Leistung über das gesamte Drehzahlband liefern zu können. Der Audi R8 beschleunigt in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und soll laut Audi 301 km/h erreichen. Das Leistungsgewicht beträgt 5,3 kg/kW (3,9 kg/PS). Mit der Einführung des V8-Motors im Spyder-Modell erschien Mitte 2010 eine überarbeitete Version des Motors, die maximal 316 kW (430 PS) leistet.

V10-Motor Seit war der aus dem Audi S6 C6 bekannte V10-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung (FSI) in veränderter Form im R8 verfügbar. Der hochdrehende Motor mit 5,2 Litern Hubraum erreicht eine maximale Leistung von 386 kW (525 PS) bei 8000 min−1 und ein maximales Drehmoment von 530 Nm bei 6500 min−1. Der Audi R8 V10 beschleunigt in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 316 km/h (beim Spyder 4,1 s bzw. 313 km/h). Das Leistungsgewicht beträgt 4,4 kg/kW (3,2 kg/PS) (Spyder 4,7 kg/kW bzw. 3,4 kg/PS).

Im Sommer 2010 erschien der V10-Motor in einer leistungsgesteigerten Variante im limitierten R8 GT. Hier leistet das 5,2-l-Aggregat maximal 412 kW (560 PS) bei 8000 min−1 und erreicht ein maximales Drehmoment von 540 Nm bei 6500 min−1. Das GT-Modell beschleunigt in 3,6 s von 0 auf 100 km/h (Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h). Durch verschiedene Gewichtsreduzierungen an diesem Modell beträgt das Leistungsgewicht 3,9 kg/kW (2,9 kg/PS).

Wie das R8-Rennfahrzeug hat der Wagen eine Trockensumpfschmierung mit separatem Ölbehälter, wodurch der Schwerpunkt des Motors weiter nach unten verlagert wurde und eine optimale Schmierung auch bei extremer Querbeschleunigung gewährleistet ist.

Elektroantrieb Ende 2012 sollte mit dem R8 e-tron eine Variante mit Elektroantrieb erscheinen. Das Fahrzeug sollte von zwei Elektromotoren mit zusammen 280 kW (381 PS) und 820 Nm Drehmoment angetrieben werden.

Antrieb Der Audi R8 hat entweder ein manuell geschaltetes Sechsganggetriebe oder wahlweise das R Tronic genannte automatisierte Schaltgetriebe, wobei letzteres mit einem Schalthebel in der Mittelkonsole oder per Schaltpaddel am Lenkrad bedient wird. Zusätzlich können über einen Sportmodus die Schaltzeiten verkürzt werden. 2012 wurde die R Tronic durch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S Tronic abgelöst.

Der R8 hat einen von Lamborghini stammenden kupplungsgesteuerten Allradantrieb. Die Hinterachse ist primär angetrieben, die Vorderachse wird über eine Viscokupplung zugeschaltet, die abhängig von der Drehzahldifferenz zwischen den Achsen einen Teil der Antriebskraft nach vorne leitet.

Fahrwerk Die Räder sind vorne und hinten an doppelten Querlenkern einzeln aufgehängt. Die Komponenten sind zum Teil aus Aluminium geschmiedet. Die Zahnstangenlenkung hat eine hydraulische Servounterstützung.

Stoßdämpfer sind entweder die serienmäßigen Gasdruckstoßdämpfer beim V8-Modell oder das adaptive Dämpfersystem Audi magnetic ride, das beim V10-Modell serienmäßig verwendet wird. Bei magnetic ride wird anstatt eines herkömmlichen Dämpferöls eine magnetorheologische Flüssigkeit verwandt. Über ein elektromagnetisches Feld kann die Viskosität verändert werden und das Fahrwerk passt sich an die Fahrsituation an. Per Knopfdruck sind Programme wie Sport oder Komfort möglich.

Die Fahrstabilitäts- und Fahrwerkregelsysteme sowie das Bordnetz stammen aus dem Audi A4 B7.

Beleuchtung Die V8-Modelle wurden serienmäßig mit Xenon-Scheinwerfern ausgestattet. Zusätzlich ist im Scheinwerfer ein Tagfahrlicht aus zwölf einzelnen LEDs integriert. Die Rückleuchten des R8 sind ebenfalls in LED-Technik ausgeführt.

2007 wurde für den R8 als erstes Serienfahrzeug ein Voll-LED-Scheinwerfer angekündigt. Seit Mitte 2008 konnte diese Scheinwerfervariante als Option mitbestellt werden. Beim V10-Modell gehörten die LED-Scheinwerfer zur Serienausstattung. Im Gegensatz zum Xenon-Scheinwerfer besteht hier das Tagfahrlicht nicht aus einzelnen LEDs, sondern leuchtet als durchgehendes LED-Band.

Der Audi R8 LMX hat ein Laser-Fernlicht.

Design Das Design des R8 ist die Serienübersetzung der Formensprache der Designstudie Le Mans quattro und des Audi RSQ aus dem Film I, Robot, die alle aus dem gleichen formalen Konzept entwickelt wurden (seitliche Schulterlinie zu umlaufendem Band fortgeführt). Der Designer aller drei Schwesternfahrzeuge ist Julian Hönig.

Optisch unterscheiden sich die beiden erhältlichen Modelle voneinander. So hat die V10- gegenüber der V8-Variante u. a.:

größere einfache Auspuffendrohre links und rechts (bis zur Modellpflege sind es beim V8 je zwei kleinere Endrohre links und rechts), einen geänderten Kühlergrill mit horizontalen und vertikalen Chromstreben, weiter ausgestellte „Sideblades“ (vertikale Luftöffnungen an der C-Säule), schwarz lackierte Einsätze im hinteren Stoßfänger, abgedunkelte Rückleuchten sowie ein V10-Logo an den vorderen Kotflügeln und im Kombiinstrument.

Preis und Kraftstoffverbrauch Der Kraftstoffverbrauch des V8-Motors soll laut Audi bei etwa 14,2 Litern pro 100 km liegen, der CO2-Ausstoß bei 332 g/km (sequentielles Schaltgetriebe R tronic: 12,4 l bzw. 289 g CO2). Der Grundpreis betrug  Euro für das Modell mit 6-Gang-Getriebe und  Euro für die Ausstattung mit R tronic. Für den Spyder mit V8 lag der Einstiegspreis für beide Getriebevarianten jeweils  Euro über dem des Coupés. Der V8-Spyder verbraucht 14,4 l auf 100 km (R tronic 12,6 l) und hat einen CO2-Ausstoß von 337 g (294 g).

Das R8 Coupé mit V10-Motor erhielt der Käufer ab  Euro. Der Spyder hatte einen Grundpreis von  Euro . Mit der R tronic liegt der Kraftstoffverbrauch bei 13,1 l bzw. 305 g CO2. Der Verbrauch des Spyders liegt bei beiden Getriebevarianten jeweils 0,2 Liter über dem des Coupés. Der CO2-Ausstoß liegt um jeweils 5 g pro km höher. Das Coupémodell war auch mit einer maximalen Leistung von 404 kW (550 PS) erhältlich. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei 12,9 l/100 km bzw. 299 g CO2/km. Der Grundpreis bezifferte sich auf 173.200 Euro.

Der im Sommer 2010 erschienene und limitierte Audi R8 GT war ab einem Kaufpreis von 193.000 Euro erhältlich. Dieses nur mit R tronic erhältliche Modell wird mit einem Verbrauch von 14,4 l pro 100 km angegeben (CO2-Ausstoß 335 g).

R8 Spyder Im präsentierte Audi auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt das als „Spyder“ bezeichnete offene Roadster-Modell. Gegenüber der geschlossenen Variante entfielen bei diesem die als „Sideblades“ bezeichneten vertikalen Ansaugluftöffnungen im C-Säulenbereich. Stattdessen wurden in den Verdeckkasten für das Stoffverdeck zwei Lufthutzen integriert. Der komplette Verdeckkasten sowie weitere Seitenteile des Hecks sind zur Gewichtsersparnis aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) konstruiert – dadurch wiegt der Spyder nur 100 kg mehr als das Coupé.

Erhältlich war der R8 Spyder ab und zunächst nur mit dem Zehnzylindermotor. Der Verkaufspreis lag in der Grundausstattung Euro über dem des vergleichbaren Coupés.

Ab konnte der aus dem Coupé bekannte V8-Motor auch für den Spyder bestellt werden. Die Auslieferung begann im .

Modellpflege Im Herbst 2012 erhielt der Audi R8 eine Modellpflege.

Dabei entfielen die Xenon-Scheinwerfer, stattdessen erhielten alle Modelle nun serienmäßig LED-Scheinwerfer und neu gestaltete Rückleuchten. Der Single-Frame-Kühlergrill wurde optisch an andere Audi-Modelle angepasst. Zusätzlich sind die Querstreben in der Frontstoßstange, je nach Motorvariante, in schwarz oder chrom lackiert. Die Endrohre der V8- und V10-Modelle waren nun identisch (je ein Endrohr links und rechts) – lediglich beim V10 plus sind diese schwarz lackiert.

Weitere Modelle R8 GT Coupé