mini|Die Moskauer Trolleybuslinie Б, zusätzlich zur Linienbezeichnung wird auch der Linienweg in roter Schrift angezeigt mini|Neapel: Ein Kurs der ehemaligen Oberleitungsbuslinie 254 im Jahr 2007, der zusätzliche Buchstabe R für rossa (= rot) wird benötigt, weil die Matrixanzeige keine Farben anzeigen kann Eine rote Liniennummer respektive ein roter Linienbuchstabe ist eine spezielle Variante, um Straßenbahn-, Oberleitungsbus- oder Omnibus-Fahrgäste auf einen abweichenden Linienweg, nicht bediente Zwischenhalte oder bestimmte tarifliche Besonderheiten einer Linie hinzuweisen. Hierbei existiert in der Regel neben der „schwarzen“ oder „weißen“ Stammlinie zusätzlich eine sogenannte „rote“ Linie mit gleicher Linienbezeichnung. Diese wird abweichend mit roter – statt schwarzer – Schrift auf weißem Grund respektive negativ mit weißer Schrift auf rotem – statt schwarzem – Grund signalisiert. Häufig wird zusätzlich auch das Ziel beziehungsweise der Linienweg rot-weiß oder weiß-rot angezeigt. Typischerweise bedienen dabei beide Linien größere Abschnitte gemeinsam, wobei die rote Linie häufig eine kurzgeführte Verstärkerlinie der schwarzen Hauptlinie ist. Umgangssprachlich wird eine solche Verbindung, beispielsweise eine Linie 1, als roter 1er, rote 1 oder Linie 1 rot bezeichnet.
In anderen Fällen dient die rote Liniennummer dazu, auf die besondere Bedienungsform einer Ringlinie hinzuweisen oder aber die an der Haltestelle wartenden Fahrgäste vorab über abfertigungstechnische Besonderheiten eines bestimmten Fahrzeug(typ)s zu informieren. So zum Beispiel über das Fahrgastfluss-Prinzip, welches den Einstieg nur an bestimmten Türen vorsieht, an denen die Passagiere vom Schaffner beziehungsweise Fahrer abkassiert respektive kontrolliert werden können.
Die zunehmende Verbreitung von einfarbigen Matrix- beziehungsweise Flip-Dot-Anzeigen führte vielerorts zur Aufgabe der roten Liniennummern, alternativ wird ein Zusatzbuchstabe verwendet. Zudem kollidieren sie mit den vielerorts populären Linienkennfarben. So ist beispielsweise die Linie 1 der Straßenbahn Freiburg im Breisgau rot gekennzeichnet, dies dient jedoch lediglich der besseren Unterscheidung von den anderen Linien.
Verwendung Belgien mini|In Brüssel wiesen rote Liniennummern früher auf den besonderen Vororttarif hin In der belgischen Hauptstadt Brüssel waren Straßenbahnen, Trolleybusse und Autobusse mit roter Liniennummer früher Vorortlinien über die Stadtgrenze hinweg, auf denen ein besonderer Tarif galt.Die Geschichte des Brüsseler Oberleitungsbusses auf trolleybus.ligne54.be
Deutschland Aachen Die Straßenbahn Aachen führte 1960, als Ersatz für die damals eingestellte Schnelllinie W nach Walheim, einzelne, als „Rote 35“ bezeichnete Schnellfahrten auf der Linie 35 ein. Diese bedienten zwischen ihrem Ausgangspunkt am Kaiserplatz und Brand nur die Haltestelle Elsaßstraße und waren daher – bis zur Einstellung der gesamten Linie 35 und der Strecke von Brand bis Walheim im Januar 1967 – mit einer roten Liniennummer auf weißem Hintergrund gekennzeichnet.Reiner Bimmermann: Aachener Straßenbahn. Band 1: Geschichte. Schweers+Wall, Aachen 1999, ISBN 3-89494-116-2, S. 188.
Anschließend – das heißt bis zur Gesamteinstellung im Jahr 1974 – signalisierte eine rote Liniennummer den Fahrgästen, dass an der jeweiligen Endstelle kein Omnibusanschluss in das weitere Umland bestand. Kurse mit einer solchen Umsteigemöglichkeit waren im Gegensatz dazu mit einer grünen Liniennummer beschildert.
Ferner verkehrte bis circa 1994 eine rote Linie 51 als Schnellbus zwischen Aachen und Baesweiler. Diese wurde, nachdem sich mehr und mehr einfarbige Flipdot-Anzeigen durchsetzten, in das heute übliche 100er-Nummernschema für Schnellbusse integriert und erhielt die neue Nummer 151.
Berlin In West-Berlin waren die – teilweise zuschlagpflichtigen – Schnellbuslinien beziehungsweise die 1968 ersatzweise eingeführten Durchlaufwagen abweichend mit weißem Liniensignal auf rotem Grund beschildert. Im Einzelnen betrieben die Berliner Verkehrsbetriebe folgende rote Linien:Die ersten Berliner Schnellbuslinien auf www.berliner-verkehrsseiten.de A12S (1950 bis 1968) beziehungsweise 12E (1968 bis 1984) AS1 (1957 bis 1968) beziehungsweise 54E (1968 bis 1984) AS2 (1957 bis 1966) AS3 (1957 bis 1968) AS4 (1961 bis 1969)
Umgangssprachlich nannten die Berliner Fahrgäste die Durchlaufwagen „roter 12er“ oder „roter 54er“, in Abgrenzung zum sogenannten „weißen 12er“ oder dem „weißen 54er“ mit gewöhnlicher Beschilderung schwarz auf weiß und Bedienung aller Zwischenhalte.Die Traditions-Autobuslinie 54 (M45) auf traditionsbus.de, abgerufen am 8. März 2016 Als 1988 mit der Linie 35S wieder eine Schnellbuslinie eingeführt wurde, war eine farbige Darstellung der Liniennummer nicht mehr möglich, da dort bereits Doppeldeckerbusse des Typs MAN SD 200 mit digitaler ANNAX-Anzeige zum Einsatz kamen. Die Ost-Berliner Schnellbuslinien waren hingegen von Beginn an regulär weiß-schwarz beschildert.
Bielefeld Die Straßenbahn Bielefeld kennzeichnete in den 1970er Jahren ihre Verstärkerlinien 51, 52, 53 und 54 mit weißer Farbe auf rotem Grund. Sie bedienten teilweise Direktverbindungen die außerhalb der Hauptverkehrszeiten nicht angeboten wurden beziehungsweise wendeten an im Regelverkehr nicht angefahrenen Zwischenendstellen.
Bremen Bei der Straßenbahn Bremen waren bis zur Einführung von Matrixanzeigen die – ursprünglich drei – Schnelllinien im Netz, das heißt die 1S, die 3S und die 4S abweichend von den Regellinien mit einer weißen Liniennummer auf rotem Grund gekennzeichnet.
Darmstadt Bei der Straßenbahn Darmstadt waren die 1991 eingeführte Schnelllinie 6 sowie die von 1993 bis 1995 bestehende Schnelllinie 10 vor Einführung von Matrixanzeigen mit einer roten Liniennummer gekennzeichnet. Bei den Wagen der Baureihen ST10, ST11 und ST12, die eine kombinierte Liniennummern- und Zielanzeige hatten, war dabei auch das Linienziel selbst rot hinterlegt.
Dresden Bei der Straßenbahn Dresden verbanden ab dem 15. Februar 1927 sogenannte Eilwagen den Hauptbahnhof mit dem Straßenbahnhof Freital. Statt einer Liniennummer waren diese zuschlagpflichtigen Wagen zunächst mit einem liegenden roten Kreuz auf weißem Grund gekennzeichnet, bevor die Verbindung im Zuge der Verlängerung zum Rathenauplatz am 3. Mai 1927 die rote Liniennummer 30 erhielt. Auch die Linienverlaufsschilder waren in rot auf weißem Grund gehalten, ebenso die Haltestellenschilder. Letztlich bewährte sich die Eillinie nicht und wurde daher schon im Oktober 1927 wieder eingestellt.
Düsseldorf mini|Düsseldorf: die ehemalige Überlandlinie 79 der Rheinbahn, 1987 Bei der Straßenbahn Düsseldorf führte die 1929 zur Ringlinie erweiterte und gemeinsam mit den Stadtwerken Neuss betriebene Linie 16 Düsseldorf–Neuss–Düsseldorf ab dem 10. September 1931 ein schwarzes Liniensignal für die nördliche Hälfte des Rings über Oberkassel und ein rotes Liniensignal für die südliche Hälfte des Rings über die Südbrücke. In Neuss wechselten die Fahrer die Linienschilder dabei von Oberkassel kommend am Neusser Hauptbahnhof und von der Südbrücke kommend am Neusser Obertor, in Düsseldorf hingegen in beiden Richtungen am Hauptbahnhof. Die farbliche Unterscheidung endete schließlich am 1. April 1942, als die Linie 16 rot die neue Nummer 26 erhielt.Jan Wellem, Zeitschrift für Kultur und Tradition der Alde Düsseldorfer Bürgergesellschaft von 1920 e. V. 84. Jahrgang, Heft Nr. 3, August bis Oktober 2009
Anlässlich der Reichsausstellung Schaffendes Volk im Nordpark betrieb die Rheinbahn vom 7. Mai bis zum 17. Oktober 1937 die beiden Ausstellungslinien A (schwarz) Hauptbahnhof <> Schleife Stockumer Kirchstraße und A (rot) Graf-Adolf-Platz <> Reeser Platz.
Als es ab dem 2. Mai 1954 mit der Linie 6 – ab 26. November 1979 Linie 706 – zwischen Bilk, Am Steinberg und Düsseltal, Brehmplatz wiederum eine Ringlinie gab, kennzeichnete man den östlichen Teil der Strecke via Oberbilk und Flingern mit einer teilweise rot hinterlegten Zielanzeige. Diese war diagonal geteilt, wobei die linke obere Hälfte rot war.bahnbilder.de Im Gegensatz zu dieser sogenannten „roten Sechs“ nahm die „weiße“Die Weiße und die Rote 6, Beitrag auf preussen-blog.de, abgerufen am 14. März 2016 beziehungsweise „schwarze Sechs“ den westlichen Weg über den Jan-Wellem-Platz.
In späteren Jahren signalisierte die Düsseldorfer Rheinbahn außerdem ihre Überlandlinien D nach Duisburg (ab 1980 Linie 79) und K nach Krefeld (ab 1980 Linie 76) abweichend rot-weiß beziehungsweise weiß-rot. Damit sollte darauf hingewiesen werden, dass diese Schnellverbindungen nicht alle Zwischenhaltestellen bedienten. Mit Eröffnung der Stadtbahn Düsseldorf im Jahr 1988 wurde diese Tradition für die damals eingeführte Expresslinie U70 nach Krefeld beibehalten, welche noch bis zur Umstellung der B-Wagen auf Matrixanzeigen in den 2000er Jahren eine rote Liniennummer besaß.
Essen Die Essener Verkehrs-AG (EVAG) beschilderte ihre ehemalige Schnellbuslinie 156 in den Stadtteil Burgaltendorf mit einer roten Liniennummer und einem roten Zielschild. Hierbei hatte jedoch, abhängig vom eingesetzten Fahrzeugtyp, teilweise auch nur das Zielschild selbst einen roten Hintergrund.
Frankfurt am Main In Frankfurt am Main hatten die in den 1950er Jahren eingeführten – und bis 1974 wieder aufgehobenen – Schnellbuslinien 41, 42, 44, 45 und 46 kreisrunde Linienschilder auf der rechten Frontseite, wobei im Gegensatz zu den regulären Omnibuslinien sowohl der Rand des Schildes als auch die Liniennummer selbst rot waren.Die Linienfarben der Straßenbahn auf tramfan-ffm.de, abgerufen am 27. Juni 2016
Hamburg Die Straßenbahn Hamburg führte in den 1920er Jahren für kurzgeführte Zusatzlinien oder Linien mit kurzem Abzweig von der „Stammlinie“ eine rote Liniennummer ein, als erstes am 18. September 1928 die Linie 18 rot zwischen Eppendorfer Markt und Cäcilienstraße. Dabei wurde die Liniennummer nicht wie üblich in schwarz auf weißem Untergrund angezeigt, sondern in weiß auf rotem Untergrund.
Später folgten die Linien 3 rot (ab 1947), 4 rot (ab 1931), 6 rot (ab 1931), 8 rot (ab 1939), 9 rot (ab 1932), 12 rot (ab 1940), 14 rot (ab 1935), 16 rot (ab 1932), 17 rot (ab 1933), 18 rot (ab 1943), 22 rot (ab 1936), 24 rot (ab 1934), 28 rot (ab 1944), 29 rot (ab 1938), 31 rot (ab 1938) und 33 rot (ab 1936). Jedoch verkehrten sie nicht alle gleichzeitig, da einige schon nach wenigen Jahren wieder eingestellt wurden.
Als ab 1947 die Nummern der regulären Linien weiß auf schwarzen Untergrund angezeigt wurden, blieb als letzte „rote“ Linie die „14 rot“, deren Kurse ab dem 1. Juli 1950 unter dem regulären Liniensignal 14 verkehrten. Andere Verstärker wurden ab 1948 einige Zeit mit weißen Buchstaben auf schwarzem Grund bezeichnet, zum Beispiel mit „3W“ für die Verstärker der Linie 3 nach Wandsbek.
Zwischen 1965 und der 1978 erfolgten Einstellung der Hamburger Straßenbahn wies eine weiße Liniennummer auf rotem Grund schließlich auf einen im Einmann-Betrieb fahrenden Solo-Triebwagen hin. Im Gegenzug waren Beiwagen-Züge klassisch mit einer weißen Liniennummer auf schwarzem Grund gekennzeichnet. Bei letzteren sollten Barzahler nur in den mit Schaffner besetzten Beiwagen einsteigen, da der Triebwagen bereits schaffnerlos fuhr. In der sogenannten Verkehrsfibel des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) hieß es dazu im Oktober 1970:Verkehrsfibel „Unterwegs mit dem HVV“, Oktober 1970.
mini|Hamburg: Solowagen mit roter Liniennummer in den 1970er Jahren am Gänsemarkt
Ab Mitte der 1960er Jahre hatte außerdem die Schnellbuslinie 21 der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) eine rote Liniennummer auf weißem Grund. Diese blieb auch bestehen, als diese Verbindung 1983 in Linie 31 umbenannt wurde.Rollbandanzeige VHH-Bergedorf auf nimmbus.de, abgerufen am 27. Januar 2018
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