Moritz Lorge (geboren am 6. Oktober 1874 in Harmuthsachsen; gestorben 28. Februar 1948 in New York) war ein deutscher Lehrer und Rabbiner.

Leben Die Eltern von Moritz Lorge waren der jüdische Handelsmann Joseph Lorge und seine Frau Gütel geb. Wallach in HarmuthsachsenStandesamt Harmuthsachsen Geburtsnebenregister 1874. Hessisches Staatsarchiv Marburg Best. 923 Nr. 2979.. Moritz besuchte die Elementarschule in Harmuthsachsen, danach die Israelitische Präparandenschule in Burgpreppach. Von 1892 bis 1896 studierte er am Israelitischen Lehrerseminar in KasselArtikel "Lorge, Moritz Dr." in: Biographisches Handbuch der Rabbiner Teil 2 Band 2 München 2009 S. 407.. Nach dem ersten Lehrerexamen 1896 war er zunächst auf einer unständigen Stelle als Lehrer und Vorbeter in der jüdischen Gemeinde in VillmarStatistisches Jahrbuch des deutsch-israelitischen Gemeindebundes. Jahrgang 1896 S. 42., vermutlich noch in anderen Gemeinden. Im Herbst 1900 absolvierte er das zweite Lehrerexamen. Danach war er bis 1904 für jeweils kurze Zeit Lehrer in Wolfenbüttel, dann Lehrer und Prediger in Petershagen sowie Lehrer in Hamm in Westfalen. Von Hamm aus besuchte er philosophische und orientalische Vorlegungen an der Universität Münster.Artikel "Lorge, Moritz Dr." in: Biographisches Handbuch der Rabbiner, München 2009

Ab 1904 studierte Moritz Lorge in Berlin und Tübingen, wo er 1907 zum Dr. phil. promoviert wurde. Von 1908 bis 1933 war er Oberlehrer und Studienrat für Religion, Deutsch und Geschichte an der Höheren Töchterschule in Mainz.

1935 wurde Moritz Lorge Bezirksrabbiner in Bad Sobernheim. Im Jahr 1939 emigrierte er in die USA, wo er in den folgenden Jahren in Cincinnati und New York eine Vortrags- und Lehrtätigkeit zur Geschichte der Juden in Deutschland und den USA ausübte.

Moritz Lorge war verheiratet mit Hedwig geb. Steinweg. Aus der Ehe gingen die Söhne Heinz Josef Lorge (1910–1990) und Ernst Mordechai Lorge (1916–1990) hervor. Letzterer wurde ebenfalls Rabbiner. Die Gräber von Moritz Lorge, seiner Frau Hedwig geb. Steinweg und des Sohnes Heinz Josef Lorge sind im jüdischen Mount Lebanon Cemetery in Glendale, Queens, New YorkIn der Website des Friedhofes https://www.mountlebanoncemetery.com/ kann nach den Gräbern unter dem Familiennamen "Lorge" recherchiert werden..

Publikationen Die Speisegesetze der Karäer von Samuel el-Maǵrebi: nach einer Berliner Handschrift im arabischen Urtext / hrsg. und mit deutscher Übersetzung, Einleitung und Anmerkungen versehen von Moritz Lorge (Dissertation Tübingen 1907).

Literatur Artikel "Lorge, Moritz Dr." in: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Herausgegeben von Michael Brocke und Julius Carlebach. Teil 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1872–2945 Bearbeitet von Katrin Nele Hansen. Band 2: Landau - Zuckermann. K.G. Saur München 2009 S. 407.

Weblinks Moritz Lorge bei Alemannia Judaica

Einzelnachweise

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