mini|hochkant=2.7| Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde am 25. und 26. September 1988 in zwei Runden im Olympiastadion Seoul ausgetragen. Dreißig Athleten nahmen teil.

Die Medaillen gingen alle an Athleten aus der Sowjetunion. Olympiasieger wurde Sergei Litwinow vor Jurij Sedych und Jüri Tamm.

Christoph Sahner und Heinz Weis gingen für die Bundesrepublik Deutschland an den Start. Sahner scheiterte in der Qualifikation. Weis erreichte das Finale und belegte Rang fünf. Für die DDR nahmen Ralf Haber und Gunther Rodehau teil. Beide erreichten das Finale, Haber wurde Vierter, Rodehau Zwölfter. Auch der Österreicher Johann Lindner qualifizierte sich für das Finale. Er belegte dort Rang zehn. Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1984Juha Tiainen ()78,08 mLos Angeles 1984Weltmeister 1987Sergei Litwinow ()83,06 mRom 1987Europameister 1986Jurij Sedych ()86,74 mStuttgart 1986Panamerikanischer Meister 1987Jud Logan ()77,24 mIndianapolis 1987Zentralamerika und Karibik-Meister 1987Vicente Sánchez ()69,86 mCaracas 1987Südamerika-Meister 1987Andrés Charadía ()66,72 mSão Paulo 1987Asienmeister 1987Xie Yingqi ()66,36 mSingapur 1987Afrikameister 1988Hakim Toumi ()69,06 mAnnaba 1988

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord86,74 mJurij Sedych ()Stuttgart, BR Deutschland (heute Deutschland)30. August 1986, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord81,80 minFinale OS Moskau, Sowjetunion (heute Russland)31. Juli 1980 Rekordverbesserung Der sowjetische Olympiasieger Sergei Litwinow verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 26. September zweimal: 84,76 m, erster Versuch 84,80 m, fünfter Versuch

Qualifikation Datum: 25. September 1988Official Report : Games of the XXIVth Olympiad, Seoul 1988, Volume 2, Resultate Leichtathletik, S. 245, englisch/französisch (PDF, 49.580 KB), abgerufen am 3. Dezember 2021

Für die Qualifikation wurden die Athleten wurden in zwei Gruppen gelost. Acht von ihnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 77,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit vier weiteren Wettbewerbern aus beiden Gruppen (hellgrün unterlegt) über die nächstbesten Weiten auf zwölf Starter aufgefüllt. Für die Finalteilnahme reichten schließlich 76,24 m.

Gruppe A 9:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Jüri Tamm 79,68 m – – 79,68 m 2 Jurij Sedych 78,48 m – – 78,48 m 3 Ralf Haber 75,64 m 78,16 m – 78,16 m 4 Gunther Rodehau x 78,12 m – 78,12 m 5 Harri Huhtala 75,98 m 77,34 m – 77,34 m 6 Tibor Gécsek x 77,12 m – 77,12 m 7 Imre Szitás 74,98 m 76,24 m 73,82 m 76,24 m 8 Juha Tiainen 72,44 m 73,74 m x 73,74 m 9 Wiktor Apostolow x x 71,10 m 71,10 m 10 Dave Smith x x 69,12 m 69,12 m 11 Hakim Toumi 65,78 m 65,72 m x 65,78 m 12 Matthew Mileham 59,94 m 62,42 m x 62,42 m 13 Lee Joo-hyong x x 55,98 m 55,98 m Kjell Bystedt x x x ogV

Gruppe B mini|hochkant=1.2| 10:15 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Sergei Litwinow 81,24 m – – 81,24 m 2 Heinz Weis 76,40 m 76,70 m 77,24 m 77,24 m 3 Iwan Tanew 76,84 m x x 76,84 m 4 Johann Lindner 76,60 m 74,54 m x 76,60 m 5 Tore Gustafsson 72,90 m 73,14 m 76,44 m 76,44 m 6 Christoph Sahner 75,84 m 72,42 m 72,46 m 75,84 m 7 Plamen Minew 74,46 m 70,22 m x 74,46 m 8 József Vida 70,60 m 74,30 m 72,50 m 74,30 m 9 Lance Deal x 71,72 m 73,66 m 73,66 m 10 Kenneth Flax x 72,70 m 72,24 m 72,70 m 11 Jud Logan 69,46 m 72,46 m 72,64 m 72,64 m 12 Lucio Serrani 70,50 m x 70,00 m 70,50 m 13 Michael Jones 70,38 m x 68,94 m 70,38 m 14 Conor McCullough x x 68,66 m 68,66 m 15 Andrés Charadía 66,86 m 66,02 m 68,26 m 68,26 m 16 Waleed al-Bekheet 62,78 m 60,14 m 63,86 m 63,86 m

Finale mini|hochkant=1.2| Datum: 26. September 1988, 12:40 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Sergei Litwinow 84,76 m OR 83,82 m 83,86 m 83,98 m 84,80 m OR 83,80 m 84,80 m OR 2 Jurij Sedych 80,96 m 83,62 m 83,44 m 83,44 m x 83,76 m 83,76 m 3 Jüri Tamm 80,94 m 81,16 m x x x x 81,16 m 4 Ralf Haber 78,92 m 78,72 m 79,18 m x 78,88 m 80,44 m 80,44 m 5 Heinz Weis 78,50 m 76,80 m x 77,70 m 78,98 m 79,16 m 79,16 m 6 Tibor Gécsek 78,18 m 76,52 m 74,36 m 77,82 m x 78,36 m 78,36 m 7 Imre Szitás 76,00 m 76,40 m 76,20 m 75,66 m 76,10 m 77,04 m 77,04 m 8 Iwan Tanew 75,56 m 75,76 m x 75,28 m 75,54 m 76,08 m 76,08 m 9 Harri Huhtala 75,26 m 75,38 m 75,08 m nicht im Finale derbesten acht Werfer 75,38 m 10 Johann Lindner 75,36 m 75,14 m 75,28 m 75,36 m 11 Tore Gustafsson 74,24 m 73,32 m x 74,24 m 12 Gunther Rodehau x x 72,36 m 72,36 m Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, acht von ihnen über die geforderte Qualifikationsweite. Alle drei Teilnehmer aus der Sowjetunion waren dabei. Hinzu kamen jeweils zwei Werfer aus der DDR und Ungarn. Komplettiert wurde das Finalfeld von jeweils einem Starter aus der Bundesrepublik Deutschland, Bulgarien, Finnland, Österreich und Schweden.

Topfavoriten waren die sowjetischen Werfer Sergei Litwinow und Jurij Sedych, die seit 1976 mit Ausnahme der unter anderem durch die UdSSR boykottierten Spiele von Los Angeles 1984 alle großen Turniere gewonnen hatten. Weltrekordler Sedych war der Sieger der Olympischen Spiele von 1976 und 1980, darüber hinaus amtierender Europameister. Litwinow hatte die Wettbewerbe bei den Weltmeisterschaften 1983 und 1987 für sich entschieden. Ihr Landsmann, Vizeweltmeister Jüri Tamm, wurde ebenfalls stark eingeschätzt, während der Olympiasieger von 1984, der Finne Juha Tiainen, bereits in der Qualifikation gescheitert war.

Gleich im ersten Versuch erzielte Litwinow mit 84,76 m einen neuen Olympiarekord. Sedych und Tamm folgten auf den nächsten Plätzen. Sergei Litwinow gelang es nicht nur, in allen sechs Versuchen den bis dahin aktuellen Olympiarekord zu übertreffen, sondern lag auch mit jedem seiner Versuche über den Bestweiten aller seiner Konkurrenten. Sein schwächster Wurf im letzten Durchgang landete bei 83,80 m, sein stärkster in der fünften Runde bei 84,80 m, womit er seinen Olympiarekord aus Durchgang eins nochmals um vier Zentimeter steigerte. Auch Jurij Sedych übertraf als Silbermedaillengewinner mit vier Versuchen den bis zu diesen Spielen geltenden Olympiarekord. Jeder der drei sowjetischen Athleten erreichte mit jedem gültigen Versuch eine Weite von mehr als achtzig Meter. Ein einziges Mal gelang dies von den übrigen Teilnehmern mit seinem letzten Versuch nur dem DDR-Werfer Ralf Haber, der damit hinter Jüri Tamm Olympiavierter wurde. Die Plätze fünf und sechs belegten Heinz Weis, BR Deutschland, und der Ungar Tibor Gécsek.

Es war der dritte Dreifacherfolg für sowjetische Hammerwerfer bei Olympischen Spielen.

Videolinks Olympic hammer 1988, youtube.com, abgerufen am 3. Dezember 2021 litvinov hammer throw 1988 olympics 84.80m, youtube.com, abgerufen am 3. Dezember 2021

Weblinks Official Report : Games of the XXIVth Olympiad, Seoul 1988, Volume 2, Resultate Leichtathletik, S. 245, englisch/französisch (PDF, 49.580 KB), abgerufen am 3. Dezember 2021 Olympedia, Athletics at the 1988 Summer Olympics, Hammer Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2021 Seoul 1988, Athletics, hammer throw men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 3. Dezember 2021 Athletics at the 1988 Seoul Summer Games: Men's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2021

Videolinks Olympic hammer 1988, youtube.com, abgerufen am 3. Dezember 2021 litvinov hammer throw 1988 olympics 84.80m, youtube.com, abgerufen am 3. Dezember 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1988