Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kanadischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei den Olympischen Sommerspielen. Die kanadische Mannschaft nahm erstmals 2008 am Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen teil und konnte sich auch für die vier folgenden Ausgaben qualifizieren. Sie belegt im Medaillenspiegel Platz 3.
Die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen Übersicht Olympische Spiele in Teilnahme bis … Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten Atlanta 1996 nicht qualifiziert Da Kanada in der Vorrunde der WM 1995 ausschied, war die Mannschaft nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Sydney 2000 nicht qualifiziert Da Kanada bei der WM 1999 wieder in der Vorrunde ausschied, war die Mannschaft nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Athen 2004 nicht qualifiziert In der Qualifikation an Mexiko gescheitert. Peking 2008 Viertelfinale USA – London 2012 Spiel um Platz 3 Frankreich Bronzemedaille Rio de Janeiro 2016 Spiel um Platz 3 Brasilien Bronzemedaille Kanada überstand die Gruppenphase gegen Australien, Deutschland und Simbabwe als einzige Mannschaft verlustpunktfrei und besiegte im Viertelfinale Frankreich. Halbfinalniederlage gegen Deutschland Tokio 2020 Finale Schweden Goldmedaille 300. Länderspiel von Christine Sinclair im Auftaktspiel gegen Japan. Mit zwei regulären Siegen und vier Remis, davon zwei im Elfmeterschießen gewonnen, Olympiasieger Paris 2024 Viertelfinale Deutschland – Andy Spence Durch Siege gegen Jamaika in Qualifikations-Play-offs qualifiziert. Die Kanadierinnen erreichten trotz Punktabzug wegen der Drohnenaffäre als Gruppenzweite die K.-o.-Runde.
Die Turniere Olympia 1996 in Atlanta Für die Spiele 1996 hatte sich auch Toronto beworben, war aber bei der Abstimmung bereits in der vierten Runde gescheitert. Für das erste olympische Fußballturnier der Frauen waren neben Gastgeber USA nur die weiteren sieben besten Mannschaften der WM 1995 bzw. Brasilien für die nicht startberechtigten Engländerinnen qualifiziert. Da Kanada bereits in der Vorrunde ausschied, war die Mannschaft auch sportlich nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert.
Olympia 2000 in Sydney Für das zweite olympische Turnier waren neben dem Gastgeber wieder nur die sieben besten Mannschaften der WM 1999 qualifiziert. Da Kanada erneut bereits in der Vorrunde ausschied, war die Mannschaft auch diesmal nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Nach der WM übernahm Even Pellerud das Amt des Nationaltrainers und erreichte bei der WM 2003 den vierten Platz.
Olympia 2004 in Athen Für das dritte olympische Frauenfußballturnier wurden den Kontinentalverbänden jeweils Startplätze zugeteilt, die diese in individuellen Qualifikationen vergaben. Die Kanadierinnen mussten dazu bei einem finalen Turnier in Costa Rica zunächst gegen die Gastgeberinnen, Panama und Jamaika antreten und gewannen die drei Spiele, wobei sie nur beim 2:1 gegen Costa Rica ein Gegentor kassierten. Im Halbfinale trafen sie dann auf Mexiko und verpassten durch ein 1:2 die Olympischen Spiele. Das für die Qualifikation nicht mehr bedeutende Spiel um Platz 3 gewannen sie dann mit 4:0 gegen Costa Rica.Games of the XXVIII. Olympiad Football Qualifying Tournament
Olympia 2008 in Peking Für die Spiele 2008 hatte sich auch erneut Toronto beworben, war aber bei der Abstimmung bereits in der zweiten Runde gescheitert. Für das Turnier in Peking mussten die Kanadierinnen daher beim Finalturnier in Mexiko zunächst gegen Trinidad & Tobago und dann wieder gegen Costa Rica antreten. Mit 6:0 und 1:0 erreichten sie das Halbfinale. Wie vier Jahre zuvor trafen sie auf Mexiko, konnten diesmal aber mit 1:0 gewinnen und waren damit erstmals für das olympische Fußballturnier qualifiziert. Im für die Qualifikation nicht mehr bedeutenden Finale verloren sie dann nach einem 1:1 nach Verlängerung mit 5:6 im Elfmeterschießen gegen die USA.Games of the XXIX. Olympiad Football Qualifying Tournament
Zum Turnier-Auftakt gewannen sie mit 2:1 gegen Argentinien, erreichten dann ein 1:1 gegen den Gastgeber und trotz einer 1:2-Niederlage gegen Schweden im letzten Gruppenspiel als einer der beiden besten Gruppendritten die K.-o.-Runde. Im Viertelfinale war dann Nachbar USA der Gegner. In einem Spiel, das wegen starken Regens zwischenzeitlich für 1:40 Stunde unterbrochen werden musste, setzten sich die USA erst in der Verlängerung mit 2:1 durch. Die Kanadierinnen mussten nach der Regenpause, die nach 19 Spielminuten eingelegt werden musste, zwar noch ihre Torhüterin wegen einer Verletzung wechseln, kamen danach aber besser ins Spiel und konnten den vor der Regenpause kassierten Führungstreffer ausgleichen. Den Siegtreffer für die USA erzielte die erst zur Verlängerung eingewechselte Natasha Kai. Nach dem Turnier beendete Even Pellerud seine Tätigkeit als kanadischer Nationaltrainer und übernahm das Amt in Trinidad & Tobago. Ihm folgte die Italienerin Carolina Morace.
Olympia 2012 in London Nach der für die Kanadierinnen enttäuschend verlaufenden WM 2011 hatte der Engländer John Herdman das Amt des Nationaltrainers von Carolina Morace übernommen. Für das Turnier in London mussten die Kanadierinnen wieder Qualifikationsspiele bestreiten. Dabei gelangen beim Turnier auf heimischen Boden in der Gruppenphase Siege gegen Haiti (6:0), Kuba (2:0) und Costa Rica (5:1). Im Halbfinale wurde dann Mexiko mit 3:1 besiegt und die zweite Teilnahme am olympischen Fußballturnier perfekt gemacht. Das Finale wurde dann aber mit 0:4 gegen die USA verloren.Games of the XXX. Olympiad Football Qualifying Tournament
Zum Auftakt des olympischen Fußballturniers verloren sie mit 1:2 gegen Weltmeister Japan, gewannen dann mit 3:0 gegen Neuling Südafrika und waren nach einem 2:2 gegen den WM-Dritten Schweden als bester Gruppendritter für die K.-o.-Runde qualifiziert. Hier trafen sie auf den Gastgeber, das Team GB, das aus englischen und wenigen schottischen Spielerinnen extra für dieses Turnier zusammengestellt worden war und gewannen mit 2:0. Gegner im Halbfinale waren die USA. Nach 80 Minuten stand es durch drei Tore von Christine Sinclair, die die Kanadierinnen dreimal in Führung gebracht hatte 3:2 für ihre Mannschaft, als die norwegische Schiedsrichterin Christina Pedersen einen indirekten Freistoß im Strafraum der Kanadierinnen für die USA gab, weil die kanadische Torhüterin Erin McLeod den Ball länger als sechs Sekunden in der Hand gehalten hatte – ein Vergehen, das im internationalen Fußball kaum geahndet wird. Weil der scharf geschossenen Freistoß den Arm von Marie-Ève Nault, gab es einen Handelfmeter, den Abby Wambach zum 3:3 verwandelte. Da in der regulären Spielzeit keine weiteren Tore fielen, kam es zur Verlängerung, in der Alex Morgan in der dritten Minute der Nachspielzeit der Siegtreffer für die USA gelang.Canada vs USA - 2012-08-06theglobeandmail.com: „The greatest game of women’s soccer ever played“ Da Sinclair die Leistungen der Schiedsrichterin im Halbfinale kritisierte, wurde sie von der FIFA nach dem Turnier für vier Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt.cbc.ca: „FIFA suspends Canada's Christine Sinclair 4 games“ Damit konnte sie am Vier-Nationen-Turnier 2013 und am 6. März 2013 nicht am ersten Spiel des Zypern-Cup 2013 teilnehmen.Canada vs Switzerland - 2013-03-06 Es ist das bis heute einzige Spiel der Kanadierinnen beim Zypern-Cup, bei dem sie nicht zum Einsatz kam. Christina Pedersen wurde danach nie wieder für ein bedeutendes Spiel berücksichtigt. Im Spiel um Platz 3 trafen sie dann auf den WM-Vierten Frankreich und gewannen durch ein Tor von Diana Matheson mit 1:0 die Bronzemedaille. Mit sechs Toren – so viele wie bei keinem Turnier zuvor – wurde Christine Sinclair Torschützenkönigin des Turniers.
Olympia 2016 in Rio de Janeiro Für das Turnier in Rio de Janeiro musste Kanada wieder Qualifikationsspiele bestreiten. Dabei konnten sie bei einem Turnier im Februar 2016 in den USA in der Gruppenphase zunächst Guyana mit 5:0, Trinidad & Tobago mit 6:0 und Guatemala mit 10:0 besiegen. Im Halbfinale war diesmal Costa Rica der Gegner, das in der Gruppenphase Mexiko ausgeschaltet hatte, und mit einem 3:1 qualifizierten sich die Kanadierinnen für das olympische Fußballturnier, verloren aber wieder im Finale gegen die USA. Gegner in der Vorrunde waren Australien, Deutschland und Simbabwe, gegen das zuvor noch nie gespielt wurde. Die Kanadierinnen starteten gegen Australien mit einem Tor durch Janine Beckie in der ersten Minute, mussten dann aber nach der Roten Karte für Shelina Zadorsky ab der 19. Minute in Unterzahl weiterspielen. In der 73. Minute vergab Beckie die Chance per Elfmeter zu erhöhen, was dann sieben Minuten später Christine Sinclair aus dem Spiel heraus gelang. Dabei blieb es dann.Canada vs. Australia 2 - 0 Gegen Simbabwe dauerte es dann bis zur siebten Minute, in der Beckie erneut für das 1:0 sorgte. Sinclair per Elfmeter und nochmals Beckie sorgten noch vor der Pause für die 3:0-Führung. In der zweiten Halbzeit gelang dann nur noch Simbabwe der Ehrentreffer.Canada vs. Zimbabwe 3 - 1 Damit waren die Kanadierinnen schon für das Viertelfinale qualifiziert und im Spiel gegen Deutschland, gegen das noch nie ein Punktgewinn gelang, wurden die beiden Torschützinnen geschont. Ihre Rolle übernahm dann Melissa Tancredi, die nach dem frühen Rückstand mit zwei Toren für den ersten Sieg gegen die deutsche Mannschaft sorgte.Germany vs. Canada 1 - 2 Damit überstand Kanada dann auch als einzige Mannschaft verlustpunktfrei die Gruppenphase und traf im Viertelfinale auf die Französinnen. Hier war es Sophie Schmidt, die auf Vorlage von Beckie das einzige Tor des Spiels erzielte.Canada vs. France 1 - 0 Im Halbfinale trafen die Kanadierinnen erneut auf Deutschland und verloren mit 0:2. Das Spiel um Platz 3 gewannen sie gegen Gastgeber Brasilien mit 2:1, wobei Christine Sinclair ihr 250. Länderspiele bestritt.
Olympia 2020 in Tokio