Die bayerischen Post Bay 83 (nach DRG-Gattungskonventionen) waren zweiachsige Postwagen, welche nach Blatt-Nr. 119 des Wagenverzeichnisses von 1897 (Blatt-Nr. 190 des Verzeichnisses von 1913) als dritter Typ der ersten Generation von Postwagen für die K.Bay.Sts.B. gebaut wurden.
Geschichte In Bayern waren bis zur Eingliederung der bayerischen Postverwaltung in die Reichspost am 1. April 1920 alle Bahnpostwagen Eigentum der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. Auch nach diesem Termin blieb die Hoheit bei der Beschaffung bis zum 31. Oktober 1933, dem Datum der Auflösung der Gruppenverwaltung Bayern, bestehen.
Beschaffung Zwischen 1861 und 1934 wurden in Bayern insgesamt 708 PostwagenKonrad, Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band 2 beschafft darunter auch 1883 insgesamt sechs zweiachsige Wagen nach Skizze 190 (WV von 1913).
Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war nicht mehr in Mischbauweise gebaut, sondern komplett aus Eisenprofilen zusammengenietet. Die äußeren Längsträger hatten eine Doppel-T-Form. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 650 mm, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm.
Laufwerk Die Wagen hatten genietete Fachwerkachshalter aus Flacheisen der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in geteilten Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper und einen Raddurchmesser von 1.014 mm. Die Federung bestand aus einer 9-lagigen Feder von 90 mm Breite und 1.750 mm Länge, die mit Federlaschen in den Federböcken befestigt waren.
Die Spindelhandbremse im hochgesetzten Bremserhaus wirkte auf alle Räder beidseitig. Die Wagen besaßen die alte Bauform der bayerischen Bremsgestänge mit mittigem Umlenkhebel. Die Wagen waren alle mit Westinghousebremsen ausgestattet.
Wagenkasten Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren an den Unterseiten leicht eingezogen, die Stirnwände gerade. Die Wagen besaßen ein flach gewölbtes Dach. Sie hatten alle ein hochgesetztes, geschlossenes Bremserhaus, welches beidseitig und nur von außen zugänglich war. Die Wagen hatten alle durchgehende, seitliche Laufbretter und Anhaltestangen.
Der Innenraum war durchgehend und ohne Zwischenwand. Auf der Seite des Bremserhauses befand sich der Packraum, auf der gegenüberliegenden Seite der Briefsortierraum. In der Wagenmitte befand sich auch der nach beiden Wagenhälften wirkende Ofen. Je Wagenhälfte gab es einen gepolsterten Sitz.
Zur Beheizung verfügten die Wagen über eine Ofenheizung. Die Wagen waren alle mit einer Leitung für eine Dampfheizung ausgestattet.
Die Beleuchtung erfolgte durch Gas-Lampen. Der Vorratsbehälter mit einem Volumen von 650 Litern für das Leuchtgas hing in Wagenlängsrichtung am Rahmen.
Bemerkung Bis auf einen Wagen waren alle im Verzeichnis von 1913 noch aufgeführt.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind im Wesentlichen den Wagenpark-Verzeichnissen der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 1. Juli 1879, dem 31. März 1897, dem 31. März 1913 sowie dem Artikel von A. Mühl im Lok Magazin 102 entnommen. Herstelldaten Wagennummern je EpocheGattungszeichen Fahrwerk Ausstattung Zusatzinfos Bau- jahr Her- steller ab 1874 ab 1893 Rep.(1919) DRab 1923 DRGab 1933 Ausge-mustert Anz.Achs. Rad-stand(mm) LüP(mm) Brem-sen Unter-Gest. Lenk-achs. Bl. Hz. Art u. Anzahl der Abteile(siehe Legende) Bemerkung Blatt-Nr. 190B.P.PostPost Bay 83Postb 8/8(siehe jeweilige Legende) A B D G P Z188320 84115 21425.00010.024BrH, WbrEGO,DL1120 84215 215<191320 84315 21620 84415 21720 84515 21820 84615 219
Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen)