Juan Fernández y Sotomayor (* um 1528/1529; † vor dem 15. Februar 1599) war ein spanischer Seefahrer und Entdecker.

Hintergrund Da der Name Juan Fernández zu seinen Lebzeiten sehr häufig vorkam, ist es schwierig die genaue Abstammung und Herkunft des Entdeckers zu ermitteln. Der chilenischen Historiker José Toribio Medina vermutete, dass er nicht, wie Francisco de Paula Mellado angab, aus Cartagena stammte, als anderen mögliche Herkunftsorte werden Ferrara in Asturien, El Puerto de Santa María oder Jerez de la Frontera in Andalusien angesehen. Als mögliches Geburtsjahr wird ein Zeitraum zwischen 1528 und 1536 angenommen.

Medina war sich hingegen mit dem Historiker Benjamin Vicuña Mackenna darin einig, dass dieser Mann, der Ende des ersten Drittels des 16. Jahrhunderts an einem noch unbekannten Ort geboren wurde, seit 1550 an den Küsten Chiles segelte und möglicherweise bereits seit seinem 14. Lebensjahr zur See fuhr. Vermutlich kam er als einfacher Matrose an Bord eines Schiffes unter dem Kommando von Kapitän Juan Bautista de Pastene nach Chile, der von Lima aus kommend am 24. März 1550 dort ankerte, wo später der Hafen von Concepción angelegt wurde. Er soll spätestens 1551 mit einem der beiden Schiffe eingetroffen sein, die von Pedro de Valdivia ierher kamen und Männer und Vorräte transportierten.Isidoro Vázquez de Acuña, García del Postigo: Juan Fernández Sotomayor. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).

Wirken 1560 hielt er sich nachweislich in Chile auf und nahm im November 1562 als Bootsmann und Steward auf dem Schiff Nuestra Señora de los Remedios an einer Expedition des Gouverneur Francisco de Villagra nach Chiloé teil. Bernardo de Huete, dem dieses Schiff gehörte, wurde ebenso wie ein Teil der Besatzung im Mai 1563 von den indigenen Einwohnern der Isla Santa María getötet. Der Bootsmann Fernández übernahm daraufhin das Kommando und kehrte mit den Schiff nach Concepción zurück. In den Abrechnungen zur Regelung des Nachlasses des verstorbenen Eigners wurde er als aufgeführt. Außerdem wurden ihm die Kosten des Gerichtsverfahrens erstattet. Im Jahr 1569 diente er als Kapitän auf den Schiffen von Alonso Calvo und Gaspar de Solís und transportierte mit ihnen Waren zwischen Valdivia und anderen Küstenorten. 1567 hielt er sich in Callao in Peru auf, als General Alvaro de Mendaña de Neyra von dort aufbrach, westwärts segelte und die Salomonen entdeckte.

Im November 1570 bestieg er in Valparaíso als Lotse das Schiff San Juan von Juan Vizcaíno, um es nach Concepción zu geleiten. Am 2. Mai 1573 bis 1574 befehligte er für den neuen Eigner Juan Pérez de las Cuentes erneut die Nuestra Señora de los Remedios auf einer Hin- und Rückreise von Callao nach Valparaíso. Fernández entdeckte auf seiner Rückreise am 22. November 1574 die Insulas de Santa Cecilia, die später nach ihm benannten Juan-Fernández-Inseln, ein Archipel 700 km westlich der chilenischen Küste. Fernández ließ auf diesen Inseln einige Ziegen zurück, die als Nahrungsreserve dienen sollten. Seine Entdeckung führte zu einer erheblichen Verkürzung der Reisedauer zwischen Callao und Valparaíso, da die Schiffe bisher immer in den gefährlichen Gewässer nahe der Küste befuhren, wo es starke Strömungen und heftigen Gegenwind gab, so dass die Fahrt oft drei bis sechs Monate gedauert hatte. Er bewältigte auf seiner neuen Route die Strecke in nur einem Monat. Auf diese Reise kam er auch zu den heute zu Chile gehörenden Inseln San Ambrosio und San Félix, die er dabei entdeckte oder wiederentdeckte, auf die Ferdinand Magellan bereits 1520 gestoßen sein soll. Bis zu seinem Tod war er als Lotse und Teilnehmer von Expeditionen oder an Kampfhandlungen zur Niederschlagung von Aufständen beteiligt und diente aber bis ins hohe Alter weiterhin in offiziellen Missionen zu See und zu Land im Auftrag des Vizekönigs oder des Gouverneurs. Er soll mit Francisca (geborene de Soria) verheiratet gewesen sein und mit ihr einen Sohn, Diego Fernández de Soria gehabt haben, der 1629 bei Quillota lebte und seine Ländereien geerbt hatte. Fernández ließ sich zuletzt in Santiago de Chile nieder, wo er im Februar 1599 starb. Er soll unter dem Titel Tratado de navegación de Chile hacia el Sur auch einen Navigationsleitfaden verfasst haben. Das Todesdatum wurde daraus geschlossen, dass seine Witwe am 15. Februar 1599 Gregorio Laso de la Vega zum Vormund für den minderjährigen Sohn bestimmte und sich selbst als Testamentsvollstreckerin und Treuhänderin des Vermögens ihres verstorbenen Mannes ausgab. Sie heiratete am 10. Dezember 1604 einen Andrés de Palacios.

Rezeption Als Alexander Selkirk, der das Vorbild für den Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe lieferte, im Jahr 1704 auf einer diesen Inseln strandete, fand er dort Ziegen vor. Diese Insel hieß bis 1966 Isla Más a Tierra und wurde in Isla Robinson Crusoe umbenannt. Die Ziegen bilden inzwischen eine eigene Rasse, die kleiner war als die ausgesetzten Ziegen, und eine braune Farbe angenommen. Es waren die sogenannten Juan-Fernández-Ziegen.

Literatur

Mario Barros Van Buren: Juan Fernandez, piloto mayor del mar del sur. S. 215–233 (historianaval.cl PDF).

Weblinks Isidoro Vázquez de Acuña, García del Postigo: Juan Fernández Sotomayor. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es)

Einzelnachweise

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