mini|Skulptur Kämpfende Vögel (1968), Schlossinsel Schleswig Pierre Schumann (* 18. Februar 1917 in Heide; † 1. September 2011 in Eutin, eigentlich Hans-Adolf Peter Schumann) war ein deutscher Bildhauer.
Leben mini|Skulptur Komposition 6 Möwen (1988), Neustadt in Holstein Schumann arbeitete nach dem Besuch des Gymnasiums zunächst als Steinmetz. Im Krieg verwundet, konnte er erst 1947 ein Studium aufnehmen, zunächst bei Edwin Scharff an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, ab 1950 bei Otto Baum an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ein Atelier hatte er in den Jahren von 1945 bis 1955 in einer alten Mühle in Westermühlen bei Itzehoe.
Bei regelmäßigen Reisen nach Paris lernte er u. a. Ossip Zadkine und Hans Arp kennen. 1953 stellte er auf der Biennale für Freilichtskulptur, Antwerpen, aus, 1954 im Salon de la Jeune Sculpture in Paris. Ab 1955 hatte Schumann ein Atelier in Hamburg.
Seit 1963 arbeitete er regelmäßig in Carrara, seit 1964 mit eigenem Atelier. 1976 zog Schumann von Hamburg nach Sagau bei Eutin um. Dort war er mit der Malerin und Bildhauerin Lilo Peters künstlerisch verbunden.
Schumann war Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Schleswig-Holstein und Hamburg, in der Groupe Mesure, Paris, dem Salon des Réalités Nouvelles, Paris, der Künstlergilde Campanella, Italien, der Künstlergilde Ra Ruota, Carrara, und anderen.Pierre Schumann. Skulpturen in Marmor und Bronze, Salzburg, 2003, S. 175
Auszeichnungen 1967 1. Preis der Internationalen Biennale von Carrara (für seine Madonna Nera) 1973 Friedrich-Hebbel-Preis 2007 Norddeutscher Kulturpreis (Landeskulturverband Schleswig-Holstein e.V., Kiel)
Werk mini|Skulptur Vegetativ-Geometrisch, Internationales Bildhauersymposion 1980, Norderstedt Schumanns bevorzugtes Arbeitsmaterial war Marmor. Etliche seiner Marmorskulpturen fanden eine Umsetzung in Bronze.Annette Wittboldt, in: Pierre Schumann. Skulpturen in Marmor und Bronze, Salzburg, 2003, S. 38 Wiederkehrende Motive in seinem Werk sind Mutter mit Kind, Liegende, Vögel (insbesondere Möwen), rhythmisch gegliederte Vogel-Kompositionen sowie die aufragende vegetative Form.
Der Skulpturenpark Herrenhaus Hoyerswort, Oldenswort, zeigt seit 2015 sechs Arbeiten von Schumann.Herrenhaus Hoyerswort - AktuellSkulpturenpark Herrenhaus Hoyerswort, Kunst @ SH (von Jan Petersen)
Werke (Auswahl) mini|Der Bote am Wandsbeker Marktplatz in Hamburg Schumann schuf etliche Arbeiten, die als Kunst am Bau oder Kunst im öffentlichen Raum öffentlich aufgestellt sind. 1953: Der Bote. Hamburg-Wandsbek, Wandsbeker Markt (vor Schloßstraße 8)Historische Abbildung bei Heinz Zabel: Plastische Kunst in Hamburg – Skulpturen und Plastiken im öffentlichen Raum, Dialog-Verlag, Reinbek 1986, ISBN 3-923707-15-0, hintere Umschlag-Innenseite 1967: Turm der Vögel. Drei Marmorblöcke, Carrara-Marmor, Marmor Carso Rosso und Marmor Bardiglio (hell), 545 cm hoch, Hamburg-Marmstorf. Zusammenarbeit mit Johannes Ufer.Erwähnt in: Michael Ulrich: Schmuckstück Alter Friedhof. In: Helms-Museum Aktuell, Nr. 27, September 2012, S. 2 1968: Möwen, Carrara-Marmor, an der Weidenstraße im Stadtviertel Wiesenhof, Wilhelmshaven-Aldenburg. Zusammenarbeit mit Johannes Ufer.Möwen. In: Wilhelmshaven – Sehenswürdigkeiten von A bis Z auf uwe-karwath.de 1968: Kämpfende Vögel. Bronze, sechs Güsse, im Skulpturenpark Schloss Gottorf, im Neuen Botanischen Garten Kiel, an der Gesangsschule Oldenburg in Holstein, im Skulpturenpark Herrenhaus Hoyerswort, am Rathaus Ahrensburg sowie am Sophie-Scholl-Gymnasium Itzehoe. 1976: Freiplastik. Stahl, Fachhochschule LübeckPierre Schumann: Freiplastik 1979: Kniendes Paar. Bronze, Rathaus, Rendsburg 1979: Monument der Zugvögel. Carrara-Marmor, 450 cm hoch, aus drei Teilen zusammengesetzt. SAGA Hamburg, Neuwiedenthal 1980: Vogelkomposition (Möwenschwarm). Carrara-Marmor, 200 cm hoch, Bad Schwartau 1980: Vogelkomposition. Carrara-Marmor, 325 cm hoch, Berufsschule und Gymnasium, Ludwig-Jahn-Straße, Bad Schwartau 1980: Vogelkomposition. Carrara-Marmor, Bildungszentrum Tannenfelde, Aukrug Anfang der 1980er Jahre: Baumeister. Kreistag, Heide (Holstein) Mitte der 1980er Jahre: Möwen an der Mole. Carrara-Marmor, Dithmarscher Musikschule, Heide (Holstein) 1980er Jahre: Komposition drei Vögel. Carrara-Marmor, 125 cm hoch, Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium, Eutin 1988: Möwen, Wind und Welle. Marmor, Skulpturenpark Herrenhaus Hoyerswort 1988: Komposition 6 Möwen. Weißer Marmor, Neustädter Hafen, Neustadt in Holstein 1989: Große geometrische Komposition – waagerecht. Carrara-Marmor, 270 cm lang, Stadtpark Wittlich 1988–1990: Segel und Möwen. Marmor, Neustadt in Holstein
Einzelausstellungen (Auswahl) Zu den mit „K“ gekennzeichneten Ausstellungen erschien ein Katalog. 1953 Wenzel-Hablik-Haus, ItzehoeK mini|La grande madre, Kiel, Neuer Botanischer Garten1955 Hamburger Kunsthalle 1966 Galleria Pagani, MailandK 1987 Schloss ReinbekK 1990 Ostholstein-Museum, EutinK 1992 Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Kloster Cismar und Kunsthalle BremenK 2002 Galerie Schlossgarten, Eutin (mit Zeichnungen von Sabine Schumann); Schloss Reinbek (mit Zeichnungen von Sabine Schumann) 2007 Dithmarscher Landesmuseum 2010 Kornhaus Kempten / Alpsee Galerie, Immenstadt
Literatur
Siegfried Karrer (Hrsg.), Annette Wittboldt, Ulrike Hauser-Suida: Pierre Schumann. Skulpturen in Marmor und Bronze. Edition Weihergut, Salzburg, 2003 Karl Heinz Hoyer: Der Bildhauer Pierre Schumann. Hrsg. Hans-Heinrich Lüth, Edition Galerie Lüth. pictus verlag, Halebüll, 1990
Weblinks
Plastik - Malerei - Grafik. Pierre Schumann und HES - Hans Erwin Steinbach, Kornhaus Kempten und Kunstkabinett Kempten, 2010 (mit einem Portraitfoto) Pierre Schumann – Werke in Schleswig-Holstein (Kunst @ SH) Hans Pierre Schumann, Kunst im öffentlichen Raum Lübeck (Hansestadt Lübeck) Pierre Schumann bei artnet
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Schleswig-Holstein) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann