mini|Wilhelm Brenneke Wilhelm Brenneke (* 30. März 1865 in Hannover; † 4. November 1951 in West-Berlin) war ein deutscher Erfinder und Konstrukteur von Jagdgewehren und Jagdmunition. Der Name „Brenneke“ steht im Deutschen für Flintenlaufgeschosse.
Leben und Wirken Wilhelm Brenneke wollte als 14-Jähriger zunächst eine Ausbildung bei dem hannoverschen Hof-Büchsenmacher Heinrich Scherping beginnen, doch der wies ihn ab.Ernst-Otto Pieper: Wilhelm Brenneke zum 150. Geburtstag, Artikel [ohne Datum, 2015] auf der Seite wildhueter-st-hubertus.de Brenneke absolvierte ab 1879 in seinem Geburtsort Hannover eine Lehre zum Schlosser und Geldschrankbauer. Den darauf folgenden Militärdienst leistete er bei der kaiserlichen Marine und arbeitete nach Besuch einer Maschinenbauschule und Militärdienst in Leipzig als Versandbuchhändler. Parallel zum erfolgreichen Versandhandel entwickelte er den 1895 patentierten „Brenneke-Selbstspanner-Sicherheitsgewehr“ (Brenneke-Sicherheitsdrilling) mit vierfach wirkender Automatiksicherung und erwarb im gleichen Jahr das Leipziger Waffengeschäft und Büchsenmacherei Richard, welches er zur „Brenneke - Gewehr und Geschossfabrik“ umfirmierte. Unter der Leitung von Konrad Heym ließ er den Sicherheitsdrilling bis 1902 in einem Suhler Zweigwerk herstellen.
Nachdem er 1897 ein Patent auf Legierungs-Mantelgeschosse erworben hatte, stellt er 1898 mit dem Brenneke-Flintenlaufgeschoss eine selbstentwickelte Munition vor, welche die waidgerechte Jagd auf Schalen- und Großwild aus Flinten ermöglichte. Es folgten in kurzen Abständen zahlreiche neue und sehr erfolgreiche jagdliche Munitionstypen wie das TIG (1917), das 7 × 64 Brenneke (1917) und das TUG (mit patentiertem Scharfrand, 1935). Zahlreiche seiner Entwicklungen testete er persönlich im gepachteten Jagdrevier Tornau in der Dübener Heide.
Die Firma Brenneke wurde nach dem frühen Tod seiner beiden Söhne Walter (1894–1917) und Wilhelm (1898–1921) von deren Zwillingsschwestern Elsa und Rosa mitgeführt und noch vor dem Tod Wilhelm Brennekes 1951 vollständig von Leipzig nach West-Berlin verlegt. 1971 verlagerten die Erben das Familienunternehmen an seinen heutigen Standort Langenhagen bei Hannover – in die Heimat seines Gründers. miniatur|Patronen mit Brenneke Flintenlaufgeschoss FLG cal. 12/70
Jagdmunition
Büchsenmunition 8 × 72 R, 1898 8 × 80 R, 1908 8 × 64, 8 × 64 S, 8 × 64 RS, 1912 8 × 65 R, 1914 8 × 65 RS, 1914 7 × 64, 1917 7 × 65 R, 1917 8,1 × 66,5 R, 1920 7 × 72 R, 1927 9,3 × 64, 1927 7 × 64,5 Brenneke, 1937 8 × 66 Brenneke, 1938 9,3 × 65 R, 1938 9,3 × 66 Brenneke, 1938 7 × 66 Brenneke, 1938
Büchsengeschosse Brenneke Idealgeschoss, 1905 Torpedo-Ideal-Geschoss (TIG), 1917 Torpedo-Universal-Geschoss (TUG), 1935
Flintenmunition Flintenlaufgeschoss (1898)
Literatur Olgierd Kujawski: Das Phänomen Wilhelm Brenneke. In: Wild und Hund. 1/1990, S. 22–24. Olgierd Kujawski: Wilhelm Brenneke, … Typen & Charaktere. In: Jäger. 4/1990, S. 72–74. Ernst Schäfer: In memoriam Wilhelm Brenneke. In: Wild und Hund. 68. Jg. (1965/66), S. 8–11. Peter Pernutz: Der Mann, der die Flinte zur Doppelbüchse machte. In memoriam Wilhelm Brenneke. In: Deutsche Jagd-Zeitung. 4/1990, S. 116–117. Wilhelm Brennecke. In: Deutsches Waffen Journal. 2/1965, S. 6–12. Zum 125. Geburtstag von Wilhelm Brenneke. In: Deutsches Waffen Journal. 4/1990, S. 496–501.
Weblinks German Hunting Guns, englisch Website der Firma Brenneke
Einzelnachweise
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