Demokratikus Koalíció (DK, deutsch Demokratische Koalition) ist eine politische Partei in Ungarn, die sich 2011 unter Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány von der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) abspaltete. Sie ist sozialliberal und pro-europäisch ausgerichtet.
Geschichte Die Demokratische Koalition gründete sich am 22. Oktober 2010 als Gruppe innerhalb der Ungarischen Sozialistischen Partei in Budapest. Vorsitzender der Gruppe war Ex-Ministerpräsident und MSZP-Vorsitzender Ferenc Gyurcsány, der im Vorjahr von seinen Ämtern zurückgetreten war; sein Stellvertreter Csaba Molnár. Nach der Wahlniederlage der MSZP 2010 und parteiinternen Auseinandersetzungen trat Gyurcsány im Oktober 2011 mit neun weiteren Parlamentsabgeordneten aus und gründete die Demokratische Koalition als eigenständige Partei. Die Leitung der neuen Parlamentariergruppe übernahm Molnár. Sie erhielt nach der geänderten Parlamentsordung 2012 aber keinen Fraktionsstatus.
Zu den Parlamentswahlen 2014 trat die DK im linksgerichteten Wahlbündnis „Összefogás“ gemeinsam mit der Partei MSZP und dem Zusammenschluss Együtt–Párbeszéd Magyarországért an. Die Partei stellte dabei 13 der 106 Direktkandidaten und zog mit vier Abgeordneten ins ungarische Parlament ein.
Bei der Europawahl 2014 erreichte die Demokratische Koalition mit 9,75 % der Stimmen zwei der 21 ungarischen Mandate im Europäischen Parlament. Die Partei wurde damit landesweit viertstärkste Kraft. Besonders viele Stimmen erhielt die DK in den Großstädten; in Budapest, Pécs, Győr und Kaposvár lag sie jeweils vor der MSZP. Nachdem Gyurcsány als Spitzenkandidat auf sein Mandat verzichtet hatte, waren Csaba Molnár und Péter Niedermüller die Vertreter der DK im Europäischen Parlament.
Bei den Parlamentswahlen in Ungarn 2022 trat die Partei im oppositionellen Wahlbündnis Egységben Magyarországért an und konnte innerhalb dessen die meisten Parlamentssitze bekommen.
Nach dem schlechten Ergebnis bei der Parlamentswahl im April 2026 gab Klára Dobrev ihren Rücktritt als Parteivorsitzende bekannt. Anfang Juni 2026 wurde László Varju durch eine Abstimmung als ihr Nachfolger gewählt.
Wahlergebnisse Jahr Wahl Stimmen % Sitze 2014 Parlamentswahl 2014 26,85 % von 2014 Europawahl 2014 9,75 % 2018 Parlamentswahl 2018 5,38 % 2019 Europawahl 2019 16,05 % 2022 Parlamentswahl 2022 34,44 % von 2024 Europawahl 2024 8,03 % von 2026 Parlamentswahl 2026 1,10 %
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Einzelnachweise
Kategorie:Partei (Ungarn) Kategorie:Liberale Partei Kategorie:Parteigründung 2011