Die Liste flüchtlingsfeindlicher Angriffe in Deutschland 1990 bis 2013 verzeichnet Angriffe und Anschläge auf Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland, bei denen fremdenfeindliche und rassistische Tatmotive nachgewiesen oder wahrscheinlich sind. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zumal die Dunkelziffer derartiger Angriff beträchtlich hoch sein dürfte. Besonders schwere Anschläge mit Verletzten, Schwerverletzten oder Toten sind rot hinterlegt.

Soweit nicht anders verzeichnet, folgen die Angaben den Chroniken von Mut gegen rechte Gewalt, Pro Asyl und Amadeu Antonio Stiftung.Mut gegen rechte Gewalt: ; Netz gegen Nazis: Monatschroniken Historische Hintergründe, Gegeninitiativen, Literatur siehe unter Flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland; weitere Jahreslisten siehe unten.

1990 Ort Land Datum Anschlagsziel Verletzte/Tote Beschreibung Stuttgart Februar Unterkunft Übersiedlergegner brannten ein örtliches Heim bis auf die Grundmauern nieder Köln-Godorf Anfang Februar Unterkunft Brandstifter legten gleich zweimal hintereinander Feuer in einem neuerrichteten Übersiedlerheim Bergen auf Rügen Unterkunft „Ein Mob rechter Jugendliche sammelt sich vor einer Unterkunft von Asylsuchenden und grölt 'ausländerfeindliche und faschistische Parolen'“

1991 Ort Land Datum Anschlagsziel Verletzte/Tote Beschreibung Schwerin Geflüchtete, bewohnte Unterkunft 2 Verletzte Rechtsradikale verletzen einen rumänischen Flüchtling mit einem Messer schwer, schlagen einen Syrer nieder und verwüsten die Außenanlagen eines Asylbewerberheims. Arnstadt Mai bewohnte Unterkunft „Ein nepalesischer Asylbewerber kann sich vor Skinheads nur durch Flucht in das Ausländerheim retten. Die Verfolger geben erst auf, als die Polizei auftaucht.“ Wittenberge bewohnte Unterkunft Circa 30 Deutsche bedrohten, überfielen und misshandelten diverse nicht deutsche Bewohner in deren Lehrlingswohnheim. Sie traten Türen ein, zerwarfen Fensterscheiben und schossen mit Gaspistolen auf Personen. Aus Todesangst flohen fünf Bewohner über einen Balkon, wobei zwei von ihnen 20 Meter in die Tiefe stürzten und lebensgefährlich verletzt wurden. Gelbensande bewohnte Unterkunft Rechtsradikale greifen eine Asylbewerberunterkunft an und geben Schüsse ab. Weitendorf bewohnte Unterkunft Zwei Personen dringen in das Asylbewerberheim ein und schießen. Wismar bewohnte Unterkunft 6 Verletzte Jugendliche überfallen eine Unterkunft für Asylbewerber, sechs Bewohner werden verletzt. Trollenhagen bewohnte Unterkunft 1 Verletzte 20 Vermummte überfallen das Asylbewerberheim mit Baseballschlägern, eine Frau wird zusammengeschlagen. Tambach-Dietharz bewohnte Unterkunft 1 Verletzter Zwei Rumänen werden in einem Flüchtlingsheim angegriffen. Einer der Angegriffenen muss mit Schädelverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden (blick nach rechts, Nr. 21, 7.10.91 — Chronologie). Ueckermünde bewohnte Unterkunft 40 vermummte einheimische und Berliner Skinheads überfallen das Asylbewerberheim und schießen mit Gaspistolen. Nach dem Überfall ist das Haus unbewohnbar. Tambach-Dietharz 30.+31. Aug. Geflüchtete Asylsuchende werden angegriffen, misshandelt und verfolgt (blick nach rechts, Nr. 22, 21.10.91 — Chronologie). Cottbus bewohnte Unterkunft Auf das Asylheim „Schwarze Pumpe“ bei Cottbus (Kreis Spremberg) verübten rechte Jugendliche einen Brandanschlag. Das Gebäude brannte nieder, Fahrzeuge der Bewohner wurden zerstört. Jena 1 Verletzter Drei Skinheads schlagen auf drei Vietnamesen mit Knüppeln ein, wobei einer verletzt wird. Hoyerswerda bewohnte Unterkunft Ab dem 17. September kam es zu verschiedenen rassistischen Übergriffen. Nachdem es zu Steinwürfen und Angriffen mit Molotowcocktails auf ein Vertragsarbeiterwohnheim und Flüchtlingsheim kam, wurden die Bewohner evakuiert. In der Folge kam es auch in anderen deutschen Städten zu Nachahmungstaten. Saalfeld/Saale 3 Verletzte „Vier maskierte Männer dringen in Saalfeld in eine Wohnung von drei Vietnamesen ein. Sie schlagen die drei Geschädigten mit Holzknüppeln und beschießen sie mit Reizgas. Danach stehlen sie den Verletzten noch 12.000 DM.“ Saarlouis bewohnte Unterkunft 1 Toter, 2 Verletzte Brandanschlag auf Asylbewerberheim.Anschlag auf Asylbewerberheim 1991: Mordprozess gestartet. SWR, 16. November 2022. Kranichfeld bewohnte Unterkunft „In Kranichfeld werfen zwei Unbekannte zwei Molotowcocktails in das Flüchtlingswohnheim.“ Tambach-Dietharz bewohnte Unterkunft 20 Jugendliche griffen die örtliche Asylunterkunft an. „Sie treiben die BewohnerInnen aus ihren Räumen, zerstören Telefone und werfen Brandflaschen.“ Neudietendorf bewohnte Unterkunft „In Neudietendorf werfen Unbekannte drei Molotowcocktails in eine Wohnunterkunft für Mocambiquaner.“ Schwerin bewohnte Unterkunft Anschlag auf ein Asylbewerberheim mit zwei Brandsätzen, es entsteht hoher Sachschaden. Stralsund bewohnte Unterkunft Anschlag von 15–20 Randalierern auf ein Asylbewerberheim mit Steinbrocken. Rostock-Schmarl bewohnte Unterkunft 50 Jugendliche überfielen ein Asylbewerberheim. Geisa „Zehn bis zwölf Unbekannte schlagen in Geisa auf sieben Asylbewerber ein und verletzen sie leicht.“ Rostock-Schmarl bewohnte Unterkunft 150 Jugendliche überfielen ein Asylbewerberheim. Hünxe bewohnte Unterkunft 2 Schwerverletzte In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober warfen drei Jugendliche einen Brandsatz auf das Asylbewerberheim in Hünxe. Zwei damals sechs und acht Jahre Mädchen wurden schwer verletzt, die jüngere erlitt lebensgefährliche Verbrennungen. Die Täter wurden vom Landgericht Duisburg wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren verurteilt.Die Narben auf der Seele bleiben. Rheinische Post, 1. Oktober 2011 Einer der Täter nahm sich nach der Haftentlassung das Leben.Asylbewerberkind angezündet: Die Geschichte von Zainab Saado. Spiegel TV Bergen auf Rügen bewohnte Unterkunft 2 Verletzte Bei einem Brandanschlag wurden zwei Asylbewerber verletzt. Sassnitz bewohnte Unterkunft Personen griffen eine Unterkunft für Asylsuchende mit Steinen an. Greifswald bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim. Güstrow bewohnte Unterkunft Rechtsextreme griffen ein Asylbewerberheim an. Zwickau bewohnte Unterkunft 7 Verletzte Ca. 100 Randalierer stürmen ein Flüchtlingsheim und brennen es nieder. Es gibt 7 zum Teil schwer Verletzte und 11 Festnahmen. (blick nach rechts, Nr. 22, 21.10.91, Chronologie) [o. O.] „25 Unbekannte überfallen vier Asylbewerber und schlagen sie.“ Schwerin bewohnte Unterkunft Anschlag auf ein Asylbewerberheim mit Steinen. Pasewalk bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim. Parchim bewohnte Unterkunft Überfall und Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Pasewalk bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim. Parchim bewohnte Unterkunft Überfall und Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Greifswald bewohnte Unterkunft 35 Verletzte Nach einem Fußballspiel griffen mehr als 200 Hooligans des BFC Dynamo ein Asylbewerberheim an, dabei wurden 35 Menschen zum Teil schwer verletzt und das Heim verwüstet.Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. München 2001, S. 304. Greifswald bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Greifswald bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Weimar 1 Verletzter „Ein mosambikanischer Bürger wird in Weimar von drei Jugendlichen mit einem Luftdruckgewehr beschossen. Der Mann erleidet eine Verletzung am Kopf.“ Greifswald bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Sassnitz bewohnte Unterkunft 30 Jugendliche griffen ein Asylbewerberheim an. Greifswald bewohnte Unterkunft Brandanschlag auf Unterkunft für Asylbewerber. Sömmerda –26. Dez. bewohnte Unterkunft Ein Heim für Asylsuchende wird mehrfach von Neofaschisten angegriffen, es werden Fensterscheiben eingeschlagen (FR, 27.12.91) Wesenberg (Mecklenburg) bewohnte Unterkunft Ein ein Ausländerheim war Ziel zahlreicher Silvestergeschosse. Sömmerda bewohnte Unterkunft 15 Rechtsradikale griffen in der Neujahrsnacht mit Feuerwerkskörpern das Asylbewerberheim in Sömmerda an. Nach Angaben des Thüringer Innenministeriums sind keine Ausländer dank eines massiven Polizeiaufgebotes verletzt worden. An den mehrstündigen Auseinandersetzungen, bei denen die Ordnungshüter mit Zaunlatten und Reizmitteln bedroht wurden, hätten sich insgesamt 40 rechtsextreme Jugendliche beteiligt. Anklage werde allerdings laut Innenministerium nicht erhoben, da keine ernsthaften Verletzungen vorliegen.

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