mini|Eduard Sachsse als Berliner Wingolfit, 1905 Eduard Hugo Ludwig Sachsse (* 1. August 1885 in Herborn; † 5. November 1930 ebd.) war ein deutscher evangelischer Theologe und Alttestamentler.
Leben mini|Das Grab von Eduard Sachsse und seiner Ehefrau Anna geborene Gewecke auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn Eduard Sachsse war ein Sohn des Theologen Eugen Sachsse. Er wurde in Herborn geboren, wo sein Vater zu dieser Zeit das Predigerseminar leitete, bevor dieser 1889 eine Professur für Praktische Theologie in Bonn übernahm. Die Familie zog nach Bonn und Eduard Sachsse besuchte dort das Gymnasium. Von 1904 bis 1908 studierte er evangelische Theologie und orientalische Sprachen in Bonn und Berlin, wo er auch Mitglied der örtlichen Wingolfsverbindungen wurde. 1908 absolvierte er das erste theologische Examen in Koblenz sowie das Lizentiatenexamen in Bonn. Seine Dissertation behandelte das Thema Die Bedeutung des Namens Israel. Nach dem Besuch des Predigerseminars Soest legte er 1910 das zweite theologische Examen in Koblenz ab.Grützmacher: Eduard Sachsse. In Chronik der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster. Jg. 1930/31, 1932, S. 15–16 (online). 1911 heiratete er Anna Gewecke in Herborn.Sachsse, Eduard Hugo Ludw. In: Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. Selbstverlag d. Hist. Komm. f. Nassau, Wiesbaden 1992.
Von 1911 bis 1916 war Sachsse auf der zweiten Pfarrstelle in Siegen tätig. Er beschäftigte sich weiterhin mit orientalischen Sprachen und bewarb sich um ein Stipendium für einen Aufenthalt in Palästina, der jedoch aufgrund des Ersten Weltkriegs nicht möglich war. 1916 folgte seine Berufung auf die Pfarrstelle Kattenvenne. Parallel dazu habilitierte er sich 1918 in Münster und war dort ab dem gleichen Jahr als Privatdozent für das Alte Testament und Lehrbeauftragter für Palästinakunde tätig. 1929 folgte der Ruf als Professor an das Theologische Seminar Herborn. Zudem wurde er 1. Pfarrer von Herborn. In Münster war Sachsse zu dieser Zeit beurlaubt, übernahm aber bis zu seinem Tod die Vertretung des Ordinarius für Altes Testament in Gießen. Er starb 1930 in Herborn im Alter von 45 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.Professor Pfarrer Sachsse gestorben. In: Hessenland. Band 41. 1930, S. 382.
Zu seinen Schriften zählen unter anderem: Die Bedeutung des Namens Israel – eine quellenkritische Untersuchung, Bonn 1910. Die Propheten des A.T. und ihre Gegner, Berlin 1919. Die Bedeutung des Namens Israel – eine geographisch-geschichte Untersuchung, Gütersloh 1922. Die heiligen Stätten in Geschichte und Gegenwart, Lengerich 1927.
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Universität Münster) Kategorie:Evangelischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Korporierter im Wingolf Kategorie:Person (Herborn) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1930 Kategorie:Mann