Die FedEx Corporation (kurz FedEx, vollständig Federal Express Corporation Inc.) ist ein weltweit operierendes US-amerikanisches Kurier- und Logistikunternehmen mit Sitz in Memphis, Tennessee. Die Luftfracht-Division FedEx Express belegt in der Liste der größten Frachtfluggesellschaften der Welt Platz eins. Die deutsche Niederlassung von FedEx befindet sich in Troisdorf, die österreichische in Wien.
Mit einem Umsatz von 63,9 Mrd. US-Dollar erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 einen Gewinn von 4,5 Mrd. US-Dollar.
Die Hauptmitbewerber des Unternehmens sind DHL, UPS und USPS.
Geschichte 1971 wurde das Unternehmen unter dem Namen Federal Express von Frederick W. Smith in Little Rock gegründet. 1973 zog das Unternehmen nach Memphis (Tennessee) um. Der Name des Unternehmens sollte dazu beitragen, Regierungsaufträge zu erhalten. Federal Express war das erste Transportunternehmen, das moderne Jet-Flugzeuge einsetzte. Federal Express profitierte stark von der Deregulierung im US-amerikanischen Lufttransportsektor und expandierte stetig.
1989 kaufte Federal Express die international agierende Luftfrachtgesellschaft Flying Tiger Line. 1998 wurden die Unternehmen Caliber System, Inc, Roberts Express, Viking Freight und Caliber Logistics, übernommen, etwas später auch American Freightways, offiziell firmierte das Unternehmen unter dem Namen FDX Corp.
2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen FedEx Corporation, wobei man sich an der seit vielen Jahren gebräuchlichen Abkürzung FedEx orientierte und sie zur offiziellen Bezeichnung der Firma machte.
2004 kaufte FedEx die US-amerikanische Kette Kinko’s, die Druck-, Kopier- und Bindedienste anbietet und benannte sie in FedEx Kinko’s um.
In einem Aufsehen erregenden Urteil vor einem US-Gericht wurden am 4. Juni 2006 zwei aus dem Libanon stammenden FedEx-Fahrern wegen Diskriminierung durch eine Vorgesetzte umgerechnet rund 47 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen.
Als erster Airbus-Kunde reagierte FedEx im November 2006 auf die anhaltenden Lieferverzögerungen beim A380 und stornierte seine Bestellung von zehn Exemplaren zugunsten einer neuen Bestellung beim Rivalen Boeing von 15 Maschinen des Typs 777F. Als Begründung gab CEO und Präsident Frederick W. Smith an, dass die Entschädigungszahlungen in keiner Relation zu den entstehenden Umsatzverlusten stehen würden., abgerufen am 23. Mai 2023.
FedEx wurde 2008 im jährlich erscheinenden Bericht des Wirtschaftsmagazins Forbes auf Platz sieben der US-amerikanischen „most admired companies“ gewählt.FedEx: 3. März 2008.
Am 27. Oktober 2010 gab FedEx bekannt, das neue Umschlagzentrum für Mittel- und Osteuropa am Flughafen Köln/Bonn in Betrieb genommen zu haben, dieses hatte sich bis dahin in Frankfurt am Main befunden.FedEx eröffnet Köln-Bonner Drehkreuz abgerufen am 11. November 2010. Ein Grund für den Umzug war das mögliche Nachtflugverbot in Frankfurt. Eine Nachtflugbeschränkung für Frachtflieger soll es in Köln bis 2030 hingegen nicht geben.
Am 7. April 2015 kündigte FedEx an, den Konkurrenten TNT Express für 4,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen, was einem Preis von acht Euro je Aktie entsprach. TNT Express, FedEx und PostNL (der mit einem Anteil von 15 Prozent größte Einzelaktionär von TNT Express) einigten sich auf eine Übernahme. Im Januar 2016 wurde diese genehmigt. Seitdem wurde TNT mit FedEx verschmolzen. Im Zuge dessen gab das Unternehmen im Jahr 2021 bekannt, bis zu 6300 Stellen europaweit in der Express-Sparte abzubauen.
Am 1. Dezember 2021 gab FedEx bekannt, die Transformation erfolgreich allerdings mit Verspätung abgeschlossen zu haben, der deutsche Ableger FedEx Express Germany wurde mit zur FedEx Express Deutschland GmbH umgewandelt. TNT Express ist damit nur noch eine Marke. In der Schweiz wird zusammen mit der Schweizerischen Post die FedEx Express Swiss Post GmbH betrieben. Mit Stand Juni 2022 war ein neues Paketzentrum in Dällikon im Bau.
Im Juni 2022 übernahm Raj Subramaniam die Leitung des Konzerns von Gründer Frederick W. Smith. Er leitete verschiedene Sparmaßnahmen ein. So wurden im Frühjahr 2023 rund 10 % aller Managementstellen gestrichen, verschiedene Flugrouten zusammengelegt und Flugzeuge außer Dienst gestellt. Seit dem Dienstantritt von Subramaniam wurden so insgesamt rund 12.000 Stellen abgebaut.
Kennzahlen +Geschäfts- und Mitarbeiterentwicklung (jeweiliges Geschäftsjahr)GJAngestellteUmsatzin Mio. US$Überschussin Mio. US$Bilanzsummein Mio. US$2005138.10029.3631.44920.4042006138.40032.2941.80622.6902007143.00035.2142.01624.0002008145.00037.9531.12525.6332009140.00035.4979824.2442010141.00034.7341.18424.9022011143.00039.3041.45227.3852012149.00042.6802.03229.9032013160.70044.2872.71633.5672014162.00045.5672.32433.0702015166.00047.4531.05036.5312016168.00050.3651.82045.9592017169.00060.3192.99748.5522018227.00065.4504.57252.3302019239.00069.69354054.4032020245.00069.2171.28673.5372021289.00083.9595.23182.7772022249.00093.5106.24585.994
Drehkreuze Neben dem Heimatflughafen Memphis bestehen weitere Drehkreuze:
Vereinigte Staaten Ted Stevens Anchorage International Airport (Alaska) Dallas/Fort Worth International Airport (Texas) Indianapolis International Airport (Indiana) Newark Liberty International Airport (New Jersey) Oakland International Airport (Kalifornien) Miami International Airport (Florida) Kanada Toronto Pearson (Ontario) Europa Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (Frankreich) Flughafen Köln/Bonn (Deutschland) (seit 27. Oktober 2010 Hub für Zentral- und Osteuropa) London Stansted Airport (Großbritannien) Asien-Pazifik Guangzhou Baiyun International Airport (Volksrepublik China) (eröffnet am 6. Februar 2009)
Flotte FedEx begann mit 14 Dassault Falcon 20 und betreibt inzwischen eine der weltweit größten Luftfrachtflotten.
Aktuelle Flotte Mit Stand November 2024 besteht die aktive Flotte von FedEx aus 705 Flugzeugen.
Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Bild Airbus A300F 65 einer inaktiv; FedEx ist weltgrößter Betreiber des Airbus A300 und erhielt 2007 den letzten produzierten (insg. wurden 42 neu geliefert) 100px|FedEx A300-600F von FedEx ATR 42F 16 fünf betrieben durch ASL Airlines Ireland 100px|ATR 42F von FedEx ATR 72F 19 fünf betrieben durch ASL Airlines Ireland 100px|ATR 72F, für FedEx eingesetzt ATR 72-600F 23 7 Im Rahmen der Modernisierung der Feeder-Flotte wurden 30 ATR 72-600F bestellt sowie Optionen auf weitere 20 Stück, die ab 2020 mit je 6 Stück pro Jahr an FedEx ausgeliefert werden sollen. Boeing 757-200F 92 sechs inaktiv; Ersatz u. a. für A310.FedEx to retire 18 Airbus A310-200 and six McDonnell Douglas MD-10 freighters worldairlinenews.com, englisch; abgerufen am 23. Mai 2023. FedEx ist weltweit größter Betreiber der Boeing 757-200F 100px|Boeing 757-200F von FedEx Boeing 767-300F 141 11 FedEx hat am 4. September 2013 ihre erste B767-300F in Dienst gestellt (insg. 100 neu bestellt).100px|Boeing 767-300F von FedEx Boeing 777F 57 2 FedEx ist weltgrößter Betreiber der Boeing 777F. abgerufen am 22. Mai 2023. 100px|Boeing 777F von FedEx Cessna 208B 231 Die Cargomaster wurde von Cessna in Zusammenarbeit mit FedEx entwickelt, FedEx ist weltgrößter Betreiber und nahm 300 Stück ab.Cessna 208 Caravan I, Grand Caravan & Cargomaster airliners.net, englisch; abgerufen am 23. Mai 2023. 100px|Cessna Super Cargomaster von FedEx Cessna 408 24 26 Auslieferung ab 2021 McDonnell Douglas MD-11F 37 teilweise inaktiv, seit Mai 2026 schrittweise in Reaktivierung nach dem Absturz einer MD-11F und eines damit einhergehenden Flugverbotes; FedEx ist weltweit größter Betreiber der McDonnell Douglas MD-11; 22 originäre Frachter bei McDonnell Douglas/Boeing erworben. 100px|McDonnell Douglas MD-11F von FedEx Gesamt 705 46
Ehemalige Flugzeugtypen Airbus A310-200F Airbus A310-300F Boeing 727-100 Boeing 727-200F Boeing 737-200C Boeing 747-100SF Boeing 747-200F Dassault Falcon 20 Douglas DC-8-73CF McDonnell Douglas DC-10-10F McDonnell Douglas DC-10-30F McDonnell Douglas MD-10-10F McDonnell Douglas MD-10-30F
Zwischenfälle Am 7. April 1994 kam es an Bord einer McDonnell Douglas DC-10-30 zu einem Entführungsversuch. Auburn Calloway, ein ehemaliger Pilot der United States Navy, versuchte, mit Hämmern und einer Speerpistole bewaffnet, die Flugzeugbesatzung auszuschalten und das Flugzeug abstürzen zu lassen. Dabei wollte er es wie einen Unfall aussehen lassen und sterben, um so seiner Familie ein besseres Leben durch seine Lebensversicherung zu ermöglichen. Es kam zu einem langen Kampf zwischen Calloway und der Besatzung. Einer der Piloten versuchte durch riskante Manöver, bei denen die Frachtmaschine kurzzeitig sogar die Schallgeschwindigkeit überschritt, Calloway in eine ungünstige Lage zu bringen und somit für seine Kollegen greifbar zu machen. Nach einem weiteren Kampf versuchte einer der Piloten mit schweren Kopfverletzungen und auf einem Auge blind das Flugzeug zu landen. Dabei kam es zu einem weiteren schweren Kampf, Calloway konnte schließlich am Boden fixiert werden. Es folgte die sichere Landung, bei der sich herausstellte, dass zwei der Piloten lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten (siehe auch Federal-Express-Flug 705).
Am 31. Juli 1997 verunglückte eine McDonnell Douglas MD-11F bei der Landung auf dem Newark International Airport, NJ (EWR) (Vereinigte Staaten) durch einen Pilotenfehler, fing dabei Feuer und brannte vollständig aus. Alle fünf Insassen konnten sich retten (siehe auch Federal-Express-Flug 14).
Am 17. Oktober 1999 verunglückte die MD-11F der FedEx N581FE bei der Landung auf dem Subic Bay International Airport (SFS) (Philippinen). Sie rollte über das Ende der Landebahn hinaus und landete im Meer. Alle Insassen konnten sich retten.
Am 27. Januar 2009 schlug eine ATR-42-320-Frachtmaschine der Empire Airlines im Auftrag von Federal Express (N902FX) auf dem Flughafen Lubbock vor dem Aufsetzpunkt auf und rutschte von der Landebahn. Durch ein geringes Feuer wurden die beiden Piloten leicht verletzt. Trotz des Ausfalls der Landeklappen, wiederholter Warnungen vor Strömungsabriss sowie „pull up!“-Warnungen setzte der Kapitän den Anflug fort, statt wie vorgeschrieben sofort Vollgas zu geben. Nach der letzten Warnung kam es zum Strömungsabriss, die Maschine schlug mit extrem hoher Sinkgeschwindigkeit von 2000 Fuß pro Minute auf dem Boden auf und wurde irreparabel beschädigt.
Am 23. März 2009 verunglückte die aus Guangzhou, China kommende MD-11F mit dem Kennzeichen N526FE bei der Landung auf dem Flughafen Tokio-Narita, Japan. Vorläufigen Berichten zufolge gelten starke Böen von bis zu 72 km/h als Ursache für den Unfall, bei dem die beiden Piloten starben (siehe auch Federal-Express-Flug 80).
Am 28. Oktober 2016 verunglückte eine MD-10F (N370FE) bei der Landung in Fort Lauderdale. An der aus Memphis kommenden Maschine brach während des Ausrollens das linke Hauptfahrwerk, wodurch die linke Tragfläche auf dem Asphalt aufschlug und Feuer fing. Die Besatzung konnte sich unverletzt retten. Die Unfallursache ist laut dem Untersuchungsbericht der NTSB ein Riss im Fahrwerk. Dieser wurde durch das Überschreiten des Wartungsintervalles um 213 Tage nicht entdeckt (siehe auch Federal-Express-Flug 910).
Kritik Im Jahr 2021 kündigten sowohl die FedEx Germany GmbH wie auch die FedEx Corporation alle Haustarifverträge, um anschließend regionale Flächentarifverträge anzuwenden. Davon sind in der Bundesrepublik rund 1.500 Beschäftigte betroffen. Die Gewerkschaft ver.di, mit der die Haustarifverträge geschlossen waren, warf dem Konzern daraufhin Tarifflucht vor.FedEx flüchtet aus Haustarifverträgen. In ver.di Publik 5/2021, S. 4.
Mit fast 50.000 negativen Bewertungen und einer Durchschnittlichen Bewertung von 1,2 Sternen auf Trustpilot ist FedEx der in Deutschland am schlechtesten bewertete Paketzusteller., auf tickiwi.comFedEx, auf de.trustpilot.com
Trivia