Hamburg Dammtor ist ein Haltepunkt mit Fernbahnanschluss für den Eisenbahn- und S-Bahn-Verkehr in Hamburg. Er ist benannt nach dem früheren Dammtor der Hamburger Stadtbefestigung und liegt im Stadtteil Rotherbaum an der Grenze zu St. Pauli. Die heutige Anlage wurde 1903 eröffnet und ersetzte den vorherigen Bahnhof von 1866 an der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn. Er war als Paradebahnhof für Staatsbesuche vorgesehen.

Hamburg Dammtor ist nach Zahl der Reisenden drittgrößter der fünf Hamburger Fernbahnhöfe, obwohl er nur zwei Bahnsteige besitzt. Der nordöstliche Bahnsteig ist dem S-Bahn-Verkehr vorbehalten, die beiden Gleise sind dazu seit 1939 mit Stromschienen elektrifiziert, bis 1955 auch mit Oberleitung für die damaligen Wechselstrom-Züge. Die beiden Gleise am Fernbahnsteig werden von den Fern- und Regionalzügen benutzt und besitzen eine Oberleitung. Die Stationsschilder tragen die Zusätze Universität und Messe- und Kongressbahnhof – das Hauptgebäude der Universität Hamburg, das Messegelände sowie das Congress Center Hamburg (CCH) befinden sich in fußläufiger Distanz vom nordwestlichen Ausgang.

Da beim Dammtorbahnhof keine Weichen mehr vorhanden sind, ist dieser im deutschen Bahnbetrieb nicht als Bahnhof eingestuft, sondern als Haltepunkt jeweils der S-Bahn und der Fern- und Regionalbahn.

Geschichte Bahnhof von 1866 Der erste Dammtor-Bahnhof wurde 1866 an der neuerbauten Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn eröffnet und befand sich am Standort des heutigen Cinemaxx-Kinos. Das damalige Empfangsgebäude im Stil des Historismus mit Mittelteil und Seitenflügeln hatte auf der nördlichen Seite einen Bahnsteig, der dem Verlauf des Alsterglacis an der Einmündung der Neuen Rabenstraße zugewandt war. Die südliche Seite grenzte an einen kleinen Vorplatz im heutigen Gustav-Mahler-Park. Der zunächst ebenerdig gelegene Durchgangsbahnhof hatte neben den zwei durchführenden Gleisen der Verbindungsbahn noch ein Sondergleis für den Zug des Kaisers und spezielle Fürstenräume im Erdgeschoss. In: Hamburg-web.de

Nach Verlegung der Eisenbahnstrecke auf einen erhöhten, kreuzungsfreien Bahndamm ab 1898 und Fertigstellung des neuen und größeren Bahnhofs 1903 wurde der erste Bahnhof abgerissen. Die gleichzeitige Existenz beider Bahnhöfe zu dieser Zeit ist auch auf einem Stadtplan von 1900 festgehalten.

Bahnhof von 1903 mini|Luftbild von Süden, im Hintergrund das Universitäts-Hauptgebäude, ganz unten das Kino am Standort des alten Bahnhofs Der neue – viergleisige – Dammtor-Bahnhof wurde nordwestlich der Straße Dammtordamm eingerichtet, während der erste Bahnhof noch in Betrieb war. Am 7. Juni 1903 wurde der Betrieb des neuen Bahnhofs feierlich in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. aufgenommen, das führte zu dem Beinamen „Kaiserbahnhof“.

Die Kombination von Empfangsgebäude und Bahnhofshalle verfügt über vier Gleise an zwei Mittelbahnsteigen, die von einer teilweise mit Sandstein verkleideten Hallenkonstruktion überspannt werden. Das Bauwerk wurde bis 1903 nach Plänen des Architekten Ernst Moeller errichtet und ist 112 Meter lang, 25 Meter breit und 23½ Meter hoch; die Architektur gehört dem späten Historismus an, zeigt aber auch deutliche Einflüsse des Jugendstils.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde zwischen 1999 und 2002 nach Planung von Studio & Partners (Mailand) aufwändig restauriert. Der Architekt Stefan Rimpf war für die Detailplanung und Bauausführung zuständig. Dabei wurde die Bahnhofshalle umgebaut, der Fernbahnsteig auf einer Länge von 200 m außerhalb des Hallenschiffs überdacht. Zusätzlich wurden Treppen im Bahnhof verlegt und ein weiterer Abgang am Fernbahnsteig (Richtung Kongress-Zentrum) errichtet.Meldung Dammtorbahnhof wird umgebaut. In: Eisenbahntechnische Rundschau, 48. Jahrgang 1999, Heft 3, S. 97. Nach der Modernisierung bzw. Restaurierung standen dem Betreiber des Bahnhofs DB Station&Service AG 300 m² für das neue Reisezentrum und rund 2700 m² für die Vermietung von Gewerbeflächen zur Verfügung.Heiner Schote: Neue Visitenkarte für Hamburg. In: Hamburger Wirtschaft, Heft 2/2002, S. 24. Die Gesamtkosten von rund 24 Millionen Euro wurden überwiegend von der Deutschen Bahn AG (21,85 Mio. Euro) sowie vom Bund (2,15 Mio. Euro) aufgebracht.

Im September 2006 kürte der gemeinnützige „Allianz pro Schiene“ e. V. Hamburg Dammtor zum besten Großstadtbahnhof in Deutschland.

Umgebung mini|hochkant=1.1|Lage des Bahnhofs Die nördliche Seite des Bahnhofsgebäudes liegt am Theodor-Heuss-Platz (ehemals Loignyplatz), in den von Osten die Edmund-Siemers-Allee und von Norden die Rothenbaumchaussee einmünden. Daran angrenzend liegt der Stadtteil Rotherbaum. Vor dem Nordost-Ausgang des Bahnhofs befinden sich die auf einer Mittelinsel angelegten Haltestellen für die Buslinien 4 und 5. An der nördlich des Bahndamms parallel verlaufenden Edmund-Siemers-Allee liegt das Hauptgebäude der Universität Hamburg mit dem dahinter beginnenden Grindelviertel. Zwischen der vom Bahnhofsvorplatz abgehenden Rothenbaumchaussee und dem Mittelweg liegt die Grünfläche der Moorweide.

Der südwestlich gelegene Vorplatz des stadtseitigen Ausgangs und das dortige Congress Center Hamburg mit dem Radisson Blu Hotel gehören verwaltungsmäßig zum Stadtteil St. Pauli. Die Dag-Hammarskjöld-Brücke (wie auch der Bahnhofsvorplatz nach Dag Hammarskjöld benannt) führte bis 2020 von hier aus zum Eingang des U-Bahnhofs Stephansplatz der Linie U1 (hier schon im Stadtteil Neustadt gelegen) und in den Alten Botanischen Garten als Teil des Parks Planten un Blomen.

Am südöstlichen Ende der Bahnhofshalle kreuzt der vierspurige Dammtordamm, der hier von den Brücken für die Bahngleise überspannt wird und sich nordöstlich in den Mittelweg fortsetzt.

Bedeutung der Station

Mit rund 55.000 Reisenden pro Tag und 273.000 Stationshalten pro Jahr ist die Station die viertbedeutendste Hamburgs und einer von fünf Fernbahnhalten der Stadt. Täglich bedienen 310 Fern- und Regionalzüge sowie 527 S-Bahn-Züge die Station.

Das repräsentative Ambiente der Anlage wurde bevorzugt auch zum Empfang von Staatsgästen genutzt, so der britischen Monarchen Eduard VII., Elisabeth II. und Charles III., des Kaisers von Äthiopien, Haile Selassie, des Schahs von Persien, Reza Pahlavi, sowie der Königinnen Juliana der Niederlande und Margarethe von Dänemark.

Auf rund 10.300 Quadratmetern Nutzfläche befinden sich rund 30 Geschäfte und Gastronomiebetriebe mit rund 150 Arbeitsplätzen. (PDF; 117 KiB)

Fernverkehrslinien LinieLinienverlaufTaktFahrzeugmaterialHamburg-Altona –  – Hamburg – Berlin-Spandau – Berlin – Berlin Südkreuz – Wittenberg – Leipzig – Erfurt – Eisenach – Fulda – Frankfurt – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München-Pasing – Müncheneinzelne FahrtenICE 4Hamburg-Altona –  – Hamburg – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin-Spandau – Berlin – Bitterfeld – Halle – Erfurt – Bamberg – Erlangen – Nürnberg –Treuchtlingen – Donauwörth – Augsburg – MünchenZweistundentaktICE 1, ICE 4Ingolstadt –Kiel – Neumünster – – Hamburg – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Hanau – Frankfurt – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Freiburg – Zürich – Sargans – Landquart – ChurHamburg-Altona –Kiel – Neumünster – – Hamburg –Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt – Mannheim – Heidelberg – StuttgartHamburg-Altona –Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Uelzen – Celle – Langenhagen – Hannover – Göttingen – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Würzburg – Steinach – Ansbach – Gunzenhausen – Treuchtlingen – Donauwörth – Augsburg – München-Pasing – München – Rosenheim – Kufstein – Wörgl (– Jenbach – Innsbruck)/(Hopfgarten – Westendorf – Brixen – Kirchberg – Kitzbühel – Fieberbrunn – Hochfilzen – Saalfelden – Schwarzach-St. Veit)einzelne FahrtenICE T(Kiel – Neumünster –) Hamburg-Altona –  – Hamburg – Lüneburg – Uelzen – Hannover – Göttingen – Fulda – Würzburg – Nürnberg – Ingolstadt – MünchenstündlichICE 4Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Uelzen – Celle – Hannover – Göttingen – Eichenberg – Kassel-Wilhelmshöhe – Wabern – Treysa – Marburg – Gießen – Friedberg – Frankfurt West – Frankfurt – Darmstadt – Bensheim – Weinheim – Heidelberg – Wiesloch-Walldorf – Bruchsal – KarlsruhezweistündlichICE THamburg-Altona –  – Hamburg – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin – Leipzig – Erfurt – Coburg – Bamberg – Erlangen – Nürnberg – Ingolstadt – MünchenzweistündlichICE 4, ICE THamburg-Altona –  – Hamburg – Berlin-Spandau – Berlin – Berlin Südkreuz – Halle – Erfurt – Nürnberg – Müncheneinzelne FahrtenICE 3Hamburg-Altona –  – Hamburg – Münster – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln9-teiliger ICE 1(Kiel – Neumünster –) Hamburg-Altona – – Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Solingen – Köln – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München-Pasing – MünchenzweistündlichICE 4Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Mannheim – Karlsruhe – Offenburg – Freiburg – Basel SBBeinzelne FahrtenICE3M, ICE 4Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hannover – Göttingen – Fulda – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Plattling – Passau – Schärding – Wels – Linz – Amstetten – St. Pölten – Tullnerfeld – Wien Meidling – WienICE TWesterland – Niebüll – Husum – Heide – Itzehoe –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Lüneburg – Uelzen – Celle – Langenhagen – Hannover – Göttingen – Eichenberg – Kassel-Wilhelmshöhe – Wabern – Treysa – Marburg – Gießen – Friedberg – Frankfurt West – Frankfurt – Darmstadt – Bensheim – Weinheim – Heidelberg – Wiesloch-Walldorf – Bruchsal – KarlsruheICE T, ICWesterland –Niebüll – Husum – Heide – Itzehoe –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Osnabrück – Münster Recklinghausen  – Gelsenkirchen  – Essen – Duisburg – Düsseldorf – KölnBR 218/BR 245/BR 101 + IC-1-Wagen(Flensburg/Kiel Hbf –) Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hamburg-Bergedorf – Büchen – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin-Spandau – Berlin – Elsterwerda – Dresden-Neustadt – Dresden – Děčín – Praha-Holešovice – Praha – Kolín – Pardubice – Brno – Břeclav – Kúty – Bratislava – Štúrovo – Szob – Nagymaros-Visegrád – Vác – Budapest Nyugatizweistündlich (eine Fahrt pro Tag nach Budapest)IC-Wagen der České dráhyHamburg-Altona –  – Hamburg – Hamburg-Harburg – Bremen – Diepholz - Osnabrück – Münster – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Karlsruhe – Baden-Baden – Freiburg – Basel SBB –Liestal – Olten – Bern – Thun – Spiez – Interlaken West – Interlaken Osteinzelne FahrtenDB-Baureihe 101 + SBB-EC-WagenZürich HBStand: Mai 2024 Der Flixtrain hält nicht in Hamburg Dammtor. Dies war auch bis zur Jahreswende 2017/18 der Fall, damals noch als Hamburg-Köln-Express bezeichnet. Die Verbindungen sind seit März 2020 ausgesetzt.

Die Nachtzüge fahren seit Dezember 2016 als ÖBB Nightjet unter der eigenen Zuggattung NJ. Die bisherigen Verbindungen als City Night Line sind zum selben Zeitpunkt entfallen.

Gattung Linienverlauf Bemerkungen NJ ÖBB Nightjet Hamburg-Altona –  – Hamburg – Hannover – Göttingen – Würzburg – Nürnberg – Augsburg – München – Kufstein – Wörgl – Jenbach – Innsbruck1 Zugpaar täglich; Fahrzeugtransport zwischen Hamburg und Wien Regensburg – Passau – Wels – Linz – Amstetten – St. Pölten – Wien Meidling – Wien – Wien (Auroreisezuganlage) (Stand 2019)

Regionalverkehr