Findet Dorie (Originaltitel: Finding Dory) ist ein US-amerikanischer 3D-Computeranimationsfilm von Pixar, der von Disney veröffentlicht wurde. Der Film ist eine Fortsetzung von Findet Nemo (2003). Andrew Stanton, der bereits beim Vorgängerfilm Regie führte, fungierte als Drehbuchautor und Regisseur.
Findet Dorie stellt den unter Amnesie leidenden Paletten-Doktorfisch Dorie in den Mittelpunkt, der versucht, seine Familie wiederzufinden. Der Film spielt ein Jahr nach den Ereignissen von Findet Nemo und ist an der Küste Kaliforniens angesiedelt. Bereits 2013 war bestätigt worden, dass einige Figuren aus Findet Nemo wieder zu sehen sein werden, darunter Nemo, Marlin und die Bewohner des Aquariums.
Am 17. Juni 2016 kam der Film in die nordamerikanischen und am 29. September 2016 in die deutschen Kinos. Nach zwei Tagen in den nordamerikanischen Kinos ist der Film bereits der Animationsfilm, der am schnellsten 100 Millionen US-Dollar einspielte.
Handlung Der kleine Paletten-Doktorfisch Dorie wird als kleines Kind von ihren Eltern getrennt. Sie wächst heran und bittet andere Meeresbewohner erfolglos um Hilfe bei der Suche nach ihrer Familie. Aufgrund ihres Gedächtnisschwunds verliert sie aber langsam die Erinnerung an ihre Kindheit und ihre Eltern. Auf ihrer Reise durch den Ozean trifft sie schließlich den Clownfisch Marlin und hilft diesem dabei, seinen Sohn Nemo zu finden.
Ein Jahr später lebt Dorie mit Marlin und Nemo zusammen im Korallenriff. Bei einem von Nemos Schulausflügen, an dem sie als Begleitfisch teilnimmt, erinnert sich Dorie plötzlich daran, dass sie eine Familie hat. Ihre Gedächtnisprobleme machen es ihr schwer, doch sie erinnert sich bruchstückhaft daran, dass sie mit ihren Eltern am Juwel von Morro Bay lebte.
Marlin und Nemo machen sich mit Dorie auf die Suche. Mit Unterstützung der Meeresschildkröte Crush reisen sie durch eine Meeresströmung nach Kalifornien. Dort angekommen, weckt Dorie durch die lauten Rufe nach ihren Eltern versehentlich einen Humboldt-Kalmar, der Nemo fast verschlingt. Nachdem sie daraufhin von Marlin beschimpft wird, schwimmt Dorie traurig an die Wasseroberfläche. Dort wird sie prompt von Mitarbeitern des in der Nähe befindlichen Meeresbiologischen Instituts eingefangen, das auch Juwel von Morro Bay genannt wird.
Sie kommt auf die Quarantänestation, wo sie markiert wird und einen missmutigen Kraken namens Hank trifft. Hank will wegen seiner schlechten Erfahrungen nicht zurück ins Meer, sondern sein Leben lieber in einem Aquarium verbringen. Im Austausch gegen ihren Marker, der ihm helfen soll, in ein Aquarium nach Cleveland transportiert zu werden, beschließt Hank, Dorie zu helfen. Auf ihrem Weg durch das Institut erinnert sich Dorie an immer mehr Details aus ihrer Vergangenheit. In einem der Becken treffen sie auf ihre Kindheitsfreundin Destiny, einen kurzsichtigen Walhai, und auf Bailey, einen Belugawal, der glaubt, sein Echolot sei kaputt. Als Dorie endlich an ihrem früheren Zuhause angekommen ist, erfährt sie, dass der Rest ihrer Spezies nach Cleveland transportiert werden soll.
Marlin und Nemo sind zwischenzeitlich mit der Hilfe der Seelöwen Smutje und Boje sowie der Eistaucherin Becky ebenfalls in das Institut gelangt. Im Röhrensystem treffen sie wieder auf Dorie. Gemeinsam mit ihr und mit Hilfe von Bailey, der wieder gelernt hat, sein Echolot zu benutzen, gelangen sie zurück in die Quarantänestation. Dort finden sie die anderen Paletten-Doktorfische, die für den Transport fertiggemacht werden.
Diese erzählen Dorie jedoch, dass ihre Eltern sich bereits kurz nach ihrem Verschwinden auf die Suche nach ihr gemacht hätten und nie mehr zurückgekehrt seien. Beim Verladen der Fische in den Lastwagen nach Cleveland lässt Hank Marlin und Nemo versehentlich im Tank, und die drei werden in den LKW verladen.
Dorie fällt in der Aufregung in den Abfluss und landet wieder im Meer vor dem Institut. Ganz auf sich allein gestellt, ist sie zunächst verzweifelt, folgt dann aber ihrem Gefühl und findet eine Spur aus Muschelschalen. Sie erinnert sich daran, dass ihre Eltern ihr als Kind eine solche Spur gelegt hatten, um ihr den Weg nach Hause zu zeigen. Sie folgt den Muschelschalen zu einem leeren Haus, zu dem jede Menge weitere Spuren führen. Als sie den Ort gerade verlassen will, sieht sie ihre Eltern Jenny und Charlie. Die drei sind überglücklich, wieder zusammen zu sein, und ihre Eltern erzählen ihr, dass sie die ganze Zeit an dieser Stelle auf sie gewartet hätten.
Dorie erinnert sich wieder an ihre Freunde und den Lastwagen. Sie ruft Destiny und Bailey um Hilfe, und diese entkommen aus ihren Becken ins Meer. Gemeinsam inszenieren sie eine Ablenkung. Dorie landet im Lastwagen. Sie schaffen es aber nicht mehr, rechtzeitig zu entkommen, bevor dieser weiterfährt. Es gelingt Dorie schließlich, Hank von einem Leben im Ozean zu überzeugen, und gemeinsam kapern sie den Lastwagen. Sie fahren zurück Richtung Meer, lenken den Lastwagen ins Wasser und befreien so alle Fische.
Dorie, ihre Eltern und alle ihre Freunde kehren zurück zu Marlins und Nemos Korallenriff und leben dort zusammen.
Nach dem Abspann sieht man die Aquariumsbewohner aus dem ersten Film, die immer noch in ihren Plastikbeuteln gefangen sind, vor dem Institut ankommen. Dort werden sie prompt von den Mitarbeitern aus dem Meer gefischt.
Produktion Produktionsgeschichte Im Jahr 2005, nach Unstimmigkeiten zwischen Michael Eisner (Disney) und Steve Jobs (Pixar) über den Vertrieb der Pixarfilme, kündigte Disney an, ein neues Animationsstudio zu gründen. Unter dem Namen Circle 7 Animation sollten Fortsetzungen zu den sieben zwischen 1995 und 2006 erschienenen Disney-eigenen Pixarfilmen veröffentlicht werden. Das Studio brachte Toy Story 3 und Die Monster Uni in Entwicklung und engagierte außerdem Drehbuchautorin Laurie Craig, die einen Drehbuchentwurf für Findet Nemo 2 erstellen sollte. Nachdem Eisner von Robert Iger als CEO von Disney abgelöst worden war, wurde Circle 7 wieder aufgelöst. Stattdessen wurde nun die Übernahme von Pixar in die Wege geleitet.
Im Juli 2012 wurde berichtet, dass Andrew Stanton mit Victoria Strouse als Drehbuchautorin und einem geplanten Veröffentlichungstermin im Jahr 2016 an einer Fortsetzung zu Findet Nemo arbeitet. Daraufhin twitterte Stanton: „Habt ihr von Chicken Little nichts gelernt? Beruhigt euch und glaubt nicht alles, was ihr lest. Es gibt hier noch nichts zu sehen. #skyisnotfalling“. Nach einem Bericht des Hollywood Reporter vom August 2012 war Ellen DeGeneres bereits in Verhandlungen, Dorie wieder ihre Stimme zu geben. Im September 2012 wurde das Projekt von Stanton bestätigt: „Wir hatten eigentlich einen zweiten Carter-Film geplant. Als das vom Tisch war, verselbstständigte sich alles.“ Im Februar 2013 wurde von der Presse bestätigt, dass Albert Brooks als Sprecher von Marlin zurückkehren wird.
Im April 2013 kündigte Disney den Start für Findet Dorie für den 25. November 2015 an. Nach einer langen Kampagne für die Fortsetzung in The Ellen DeGeneres Show bemerkte DeGeneres:
In einem Interview mit der Los Angeles Times im Juli 2013 sprach Stanton über die Entstehung der Fortsetzung: „Es gab eine freundliche Prüfung von Disney [bezüglich der Fortsetzung von Findet Nemo]. Es hieß immer ‚Keine Fortsetzungen, keine Fortsetzungen‘. […] [Aber Fortsetzungen] sind notwendig, um flüssig zu bleiben, […] und wir sagten zu Disney, dass wir dies auf kreative Weise erreichen wollten“.
Das Ende des Films wurde abgeändert, nachdem die Pixar-Verantwortlichen den Film Blackfish gesehen hatten, einen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 über die Langzeitschäden von Orcas, die in Gefangenschaft gehalten werden. Ursprünglich sollten einige Figuren am Ende in einem SeaWorld-ähnlichen Freizeitpark leben, jedoch wurde ihnen nun ein Leben in Freiheit eingeräumt. Am 18. September 2013 wurde das Veröffentlichungsdatum auf den 17. Juni 2016 verschoben, um der Produktion mehr Zeit zugeben. Pixars Arlo & Spot wurde auf den ursprünglichen Dorie-Starttermin am 25. November 2015 vorgezogen.
Filmmusik
Die Filmmusik stammt von Thomas Newman. Der Soundtrack zum Film umfasst 34 Titel und wurde am 17. Juni 2016 veröffentlicht.‘Finding Dory’ Soundtrack Details. In: filmmusicreporter.com, 26. Mai 2016 (englisch).
Das im Abspann des Films zu hörende Lied des Soundtracks Unforgettable, das Irving Gordon geschrieben und Nat King Cole in den 1950er Jahren bekannt gemacht hatte,Rachel Pilcher: Sia Debuts Finding Dory Track ‘Unforgettable’ And We’re Fully Obsessed. In: mtv.co.uk, 21. Mai 2016 (englisch). wurde von der australischen Singer-Songwriterin Sia gesungen,Evonne Tonn: . In: popular-mag.com, 20. Mai 2016 (englisch). wie bereits Robbie Williams den Soundtrack zum Film Findet Nemo mit dem ursprünglich von Bobby Darin gesungenen Song Beyond the Sea ergänzte. Sia wurde von Ellen DeGeneres ausgewählt, die im Film die Figur Dorie synchronisierte. Am 20. Mai 2016 präsentierte Sia den Song in ihrer Show Ellen.Monique Melendez: Watch Sia Cover Nat King Cole’s ‘Unforgettable’ for ‘Finding Dory’ on ‘Ellen’. In: 20. Mai 2016 (englisch). Andrew Stanton, einer der beiden Regisseure des Films, meinte später zur neuen Interpretation des Liedes: „Auf die gleiche Art und Weise, wie Robbie Williams für Findet Nemo einem klassischen Song seine ganz einmalige Prägung verpasste, hat Sia die seelenvolle Wahrheit des Nat-King-Cole-Klassikers ‘Unforgettable’ eingefangen und daraus etwas Eigenes gemacht.“Unforgettable by Nat King Cole. In: songfacts.com. Abgerufen am 16. August 2016 (englisch). Im Juli 2016 erreichte der Soundtrack Platz 8 der Soundtrack-Album-Charts, in denen sich dieser eine weitere Woche halten konnte.Soundtracks. The Week of July 9, 2016. In: billboard.com. Abgerufen am 16. August 2016 (englisch). Im Dezember 2016 wurde der Soundtrack als Anwärter bei der Oscarverleihung 2017 in der Kategorie Beste Filmmusik in die Kandidatenliste (Longlist) aufgenommen, aus denen die Mitglieder der Akademie die offiziellen Nominierungen bestimmen werden.145 Original Scores In 2016 Oscar Race. In: oscars.org, 13. Dezember 2016 (englisch).
Veröffentlichung Der Film feierte am 8. Juni 2016 seine Premiere. Am 17. Juni 2016 kam der Film in die nordamerikanischen Kinos. Am 15. September 2016 feierte der Film in Anwesenheit des Regisseurs Andrew Stanton, der Produzentin Lindsey Collins, von Anke Engelke und Christian Tramitz, die den Figuren Dorie und Marlin der deutschen Synchronisation ihre Stimme leihen, im Berliner Zoo Palast seine Deutschlandpremiere.Laurenz Carpen: . In: RedCarpetReports.de, abgerufen am 20. September 2016. Am 29. September 2016 kam der Film offiziell in die deutschen Kinos, auch in 3D und im IMAX-Format. In China gehört der Film zu einer der 38 ausländischen Produktionen, die dort im Jahr 2016 gemäß einer Quote gezeigt werden durften.Fergus Ryan: China Exceeds Quota on Hollywood Films amid Box-Office Slowdown. In: chinafilminsider.com, 24. Oktober 2016 (englisch).
Im Kino wurde vor Findet Dorie der sechsminütige oscarprämierte Kurzfilm Piper von Alan Barillaro gezeigt, der von einem Strandläuferküken handelt, das zur Nahrungsaufnahme seine Angst vor den Wellen überwinden muss.Elmar Krekeler: Findet Dorie. Erinnert sich noch irgendwer an Nemo? In: Die Welt Online. 29. September 2016. In den USA wurde der Film, inklusive des Kurzfilms Piper, am 15. November 2016 von Walt Disney Studios Home Entertainment als Blu-ray und auf DVD veröffentlicht.
Synchronisation Die Synchronisation wurde von der FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH in Auftrag gegeben. Einige Synchronsprecher wurden zwischen dem ersten und zweiten ausgewechselt, beispielsweise Herr Rochen und Nemo. Außerdem wurde Michael Gahr nach seinem Tod 2010 durch Stefan Fredrich für Kugelfisch Puff ersetzt. Für die Dialogregie und das Dialogbuch war Katrin Fröhlich zuständig.