mini|François Maher Presley miniatur|AutogrammFrançois Maher Presley (* 1961 in Kuwait) ist ein deutscher Autor, Essayist, Fotograf, Kurator, Kunstkritiker, Kosmopolit und Philanthrop.

Leben Presley, in Kuwait geboren, ist „ein gebürtiger Araber, der seine Kindheitsjahre in Syrien verbrachte“.Matthias H. Rauert: Vademecum für taube Ohren. In: François Maher Presley: Mit Deutschland im Wandel. Hamburg 2013, ISBN 978-3-930727-32-2, S. 8. Ab seinem sechsten Lebensjahr lebte er u. a. bei seinem Vater in Hamburg, zudem einige Jahre in Haffkrug und Escheburg. Seine Heimatstadt Damaskus, seine Mutter, verbunden mit der dortigen Familie, sah er das letzte Mal im Sommer 1974. Von seinem Vater trennte sich Presley mit 17 Jahren. Der Kontakt zu beiden Familienteilen wurde von ihm völlig eingestellt, was mit einer psychisch und körperlich sehr gewalttätig geprägten Kindheit in Beziehung steht, die er zum Teil in seinem Werktagebuch – frühe Dichtung und ProsaWerktagebuch – frühe Dichtung und Prosa unter der Überschrift „Stichwortverzeichnis“, aber auch in seinem Klostertagebuch. Ein Augenblick birgt 1000 ErlebenKlostertagebuch. Ein Augenblick birgt 1000 Erleben verarbeitet. Schon damals war er schriftstellerisch tätig,- allerdings mehrheitlich lyrisch.

Am 8. Mai 1980 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Von 1979 bis 1981 schloss er eine kaufmännische Ausbildung ab, arbeitete einige Jahre, bevor er ein Studium mit einem Stipendium der Hochbegabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit absolvierte. Vor dem Studium spielte er mit dem Gedanken, sich in einem Kloster vollständig der Literatur zu widmen und zog Ende Januar 1985 für einige Wochen in ein süddeutsches Benediktinerkloster, worüber er sein erstes beachtetes Buch veröffentlichte.François Maher Presley: Ein Augenblick birgt 1000 Erleben: Klostertagebuch. Reidar-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-924848-05-X.

Presley veranstaltete etwa 120 Kunstausstellungengodfreystudio.orgwinfriedwolk.comabendblatt.dein-cultura.comtelemann-stiftung.dein-cultura.com, darunter mit Arbeiten von Antoni Tàpies, Salvador Dalí, Joan Miró, Marc Chagall oder Rinaldo Hopf, Justus Uder, Alfred Hrdlicka und Joseph Beuys. Von Januar 1990 bis Dezember 1999 widmete er sich als Leiter von Kultur aktuell – Verein zur Förderung des kulturellen Lebens in Hamburg e. V. besonders der norddeutschen Kunstszene und von 1999 bis 2005 dem Forum Alstertal, ein Wohnprojekt mit Kultur- und Veranstaltungszentrum im Norden Hamburgs, was im Auftrage der Eigentümerin und ältesten Tochter der Hamburger Ehrenbürger Hannelore Greve und Helmut Greve Annelie Kümpers-Greve und ihres Ehemannes Rainer Kümpers erfolgte. Unter der Schirmherrschaft des Landrats von Mittelsachsen Matthias Damm konzipierte Presley eine Wanderausstellung mit dem Titel Gegen das Vergessen, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in 13 Städten von Dezember 2020 bis Juni 2022 gezeigt wurde.saechsische.de

Darüber hinaus war Presley Chefredakteur der Zeitschriften Nord-Magazin für Kultur, Politik und Wirtschaft und Kultur in Hamburg. Hierin publizierte er u. a. unkonventionell geführte Interviews, so zum Beispiel mit Domenica Niehoff („Ich bin auch nur ein Mensch“, Mai/Juni 1990), der Europaabgeordneten Christa Randzio-Plath („Ich würde mir wünschen, dass man mehr Rücksichtnahme und Toleranz lebt…“, Juli/August 1992) oder dem Minister für Kultur und Bildung der Republik Ungarn Bertalan Andrásfalvy (September/Oktober 1991). An dem Magazin arbeitete er von Dezember 1988 bis Mai 1989 mit dem Schriftsteller Hans Eppendorfer zusammen. Der Kontakt zwischen beiden hielt fast 9 Jahre an. François Maher Presley verarbeitete die vielschichtigen Erfahrungen mit dem Mörder Eppendorfer in verschiedenen Texten sowie in der Biographie Hans Eppendorfer. Der Ledermann. Versuch einer Biographie.François Maher Presley: Hans Eppendorfer. Der Ledermann. Versuch einer Biographie. in-Cultura.com, Hamburg 2018, ISBN 978-3-930727-57-5. Hier wird Eppendorfers Verhältnis zu Domenica Niehoff, seiner Ehefrau Margret Hildebrand und Hubert Fichte dargelegt.

2005 verließ Presley Deutschland und zog nach Marrakesch in Marokko. Seit 2007 bereist er weite Teile der Welt. Viele dieser Reisen in über 100 Länder hat er u. a. in der vielbändigen Reihe Andere Länder und Kulturen oder Alles eine Welt beschrieben und dargestellt.in-cultura.com Während seiner beruflichen Tätigkeit und seinen weltweiten Reisen, begegnete Presley u. a.: Bertalan Andrásfalvy, Minister für Kultur und Bildung der Republik Ungarn im Jahr 1991;(Quelle: NordMagazin für Kultur, Politik und Wirtschaft, Ausgabe 4/1991) Seine Majestät Otumfuo Nana Osei Tutu II., König der Ashanti, in dessen Residenzstadt Kumasi/Ghana im Jahr 1999;Akwaaba – Willkommen in Ghana. Hrsg. von Gerhard Buchmann. in-Cultura.com, Hamburg 2007, ISBN 978-3-930727-18-6.Andere Länder und Kulturen. Band 6: Kunst und Kultur als Teil des Lebens. Hrsg. von David Eschrich. in-Cultura.com, Hamburg 2015, ISBN 978-3-930727-47-6. Prinz Khalid von Ra’s al-Chaima (Emirat), Vereinigte Arabische Emirate, im September 2007; Stephen Asamoah-Boateng, Minister für Tourismus und Minderheitsangelegenheiten, anlässlich der Arbeit an dem Buch Akwaaba – Willkommen in Ghana im Jahr 2007 in Accra/Ghana;

Werk Bis 2018 wurden Texte von François Maher Presley in bald 85 Büchern, in fünf Sprachen, Belletristik, Lyrik, Sachbüchern und auch Fotobänden veröffentlicht. Im Laufe der Jahre entstanden ungezählt viele Artikel, von denen eine Auswahl in dem Buch Mit Deutschland im Wandel. Gesellschaftspolitische EssaysMit Deutschland im Wandel. Gesellschaftspolitische Essays. 1999–2011. Eingeleitet von Matthias H. Rauert. in-Cultura.com, Hamburg 2013, ISBN 978-3-930727-32-2. erschienen sind. Die Novellen Lola, Blutrot passepartiert und Die Späherin wurden von Dezső Tandori ins Ungarische übersetzt und im Világirodalmi folyóirat (Weltliteratur-Magazin) zusammen mit Texten von Friedrich Dürrenmatt, Ulla Hahn, Adolfo Bioy Casares, Sergei Dovlatov, Klas Östergren, Ferdinando Camon veröffentlicht. Diese drei Novellen befinden sich u. a. in dem Band Werktagebuch – Frühe Dichtung und Prosa, das zusammen mit seinem Erstlingswerk Klostertagebuch. Ein Augenblick birgt 1000 Erleben zur Tagebuchliteratur zu zählen ist. Daneben schrieb er anfänglich eine Vielzahl von Gedichten, die sich auch mit gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen und in verschiedenen Anthologien und späteren Sammlungen erschienen.

Einen weiteren Schwerpunkt seines Schaffens bildet die Reiseliteratur, die er mit eigenen Fotos illustriert. Die Fotografie nimmt seit etwa 2014 einen breiten Raum seines Schaffens ein und entwickelt sich immer mehr zum eigenen Stil. Auffällig dabei sind die „schrägen“ Bilder und die Kombination der Bildserien. Dabei geht es Presley darum, das Angebot an das Publikum herauszuarbeiten, die eigene Kreativität zu entdecken und die Welt durch einen sehr subjektiven Blick auf die Dinge zu entwickeln und zu gestalten. Er versteht Architektur nicht als statisch und allein das soziale Umfeld ihrer Bewohner prägend, sondern auch den Menschen als jemanden, der durch seine geistigen Möglichkeiten die Architektur prägt, gestaltet und entwickelt,- losgelöst von der eigentlichen Vorgabe der Architekten, Bauherrn oder den Vorgaben des Städtebaus.Vorwort Mallorca. Hrsg. von Jörg Wolfgang Krönert. in-Cultura.com, Hamburg 2014, ISBN 978-3-930727-35-3. Ungezählt viele Fotos wurden als Postkarten, Postkartenbücher oder in Kalendern veröffentlicht.

Während eines mehrmonatigen Aufenthaltes im Jahr 2016 in Waldheim (Mittelsachsen) kam er mit der dortigen Justizvollzugsanstalt Waldheim, der Justizvollzugsanstalt Zeithain und der Justizvollzugsanstalt Dresden in Kontakt sowie mit den Resozialisierungsmaßnahmen im Strafvollzug. Einige seiner Publikationen beschäftigen sich auch mit diesem Themenkreis, darunter der herausgegebene Band Resozialisierung durch Kunst und Kultur. Entwicklungen im Strafvollzug. Die zu diesem Buch begleitende Ausstellung wurde in Dresden, Mittweida und Waldheim gezeigt, wo sie zuletzt über die vom Autor initiierte Kulturstiftung eine eigene Ausstellungsgalerie erhielt. Ebenso schrieb er drei Bücher über die Kleinstadt in Mittelsachsen (Waldheim in Mittelsachsen, Waldheim Top 25, Mord in Waldheim. Es war einmal im Zschopautal), sowie das Kinderbuch Françoise und der Königliche Geschichtenerzähler, das ebenso in Waldheim und dessen Umgebung spielt, vertont und zu dem von Mittelsächsischer Kultursommer e. V. eine Theaterfassung in Auftrag gegeben wurde. Ein weiteres Kinderbuch spielt im mittelsächsischen Schloss Rochsburg. Der Kleinstadt Waldheim widmete er verschiedene Fördermaßnahmen seiner Stiftung, wie auch anderen Kleinstädten in ganz Mittelsachsen (u. a. Döbeln, Geringswalde, Freiberg, Kriebstein, Roßwein, Zettlitz, Hainichen, Flöha).

2017 kam Presley mit der Lama und Li Gotami Govinda Stiftung in Kontakt, damit auch mit dem Werk Lama Anagarika Govindas, zu dem Presley in verschiedenen seiner in Sachsen entstandenen Bücher Stellung bezieht. Presley gehört zu den Initiatoren, die das Andenken an den Waldheimer „Weltbürger“ in Sachsen bewahren. Über Presley und Govinda wurde in diesem Zusammenhang von Birgit Zotz in der Broschüre Ein Weitgereister kehrt zurück, Texte zur Beisetzung von Asche Lama Govindas in Waldheim 2018, festgestellt: „Beide Persönlichkeiten sind Grenzgänger, die konventionelle Schranken überschreiten, um als Reisende durch die Kulturen und Disziplinen der Kunst in Bewegung zu bleiben.“Birgit Zotz: "François Maher Presley und Anagarika Govinda." In: Ein Weitgereister kehrt zurück. Texte zur Beisetzung von Asche Lama Govindas in Waldheim 2018, Edition Habermann, München 2018, ISBN 978-3-96025-012-8, S. 35–40, hier S. 40. In den Publikationen Waldheim in Mittelsachsen, Waldheim Top 25, Tibets Sachse, Ernst Hoffmann wird Lama Govinda, Mord in Waldheim und Ein Weitgereister kehrt zurück. Beisetzung der Asche Lama Govindas in Waldheim beschreibt Presley Leben und Wirken des bedeutenden Buddhisten oder macht ihn zum Gegenstand seiner Erzählung.

Einige seiner Veröffentlichungen oder Herausgeberschaften beschäftigen sich mit dem Leben und Werk von Georg Philipp TelemannVgl. Annemarie Clostermann: Georg Philipp Telemann: Die Hamburger Jahre. Herausgegeben und mit Texten von François Maher Presley. Hamburg 2014, ISBN 978-3-930727-41-4. und Barthold Hinrich Brockes. Presley war von April 1996 bis April 2002 der 1. Vorsitzende der Hamburger Telemann Gesellschaft. Er gab auch Schriften des russisch-israelischen Musikpädagogen Michael Goldstein herausMichael Goldstein: Peter Stoljarskij Pjotr Solomonowitsch Stoljarski. Der Violin-Pädagoge und seine Fabrik der Talente in Odessa. Aus dem Nachlass herausgegeben von François Maher Presley. in-Cultura.com GmbH, Hamburg 2015, ISBN 978-3-930727-34-6., aus dem Nachlass von Gudrun von Brockhusen, der ersten Frau von Hans Hartmut Hindenburg von Brockhusen, einem Enkel des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, der letzten Lebensgefährtin von Michael Goldstein. Gudrun von Brockhusen und Presley verband von 1991 bis zu ihrem Tod in 2007 eine Großmutter-Enkel-Beziehung. Der Autor widmete ihr die Bände Telefonat mit BaroninTelefonat mit Baronin. Band 1. in-Cultura.com, Hamburg 2012, ISBN 978-3-930727-25-4. und Telefonat mit Baronin II.Telefonat mit Baronin. Band 2. in-Cultura.com, Hamburg 2014, ISBN 978-3-930727-33-9.