mini|Flughafendiagramm mini|Flughafen mit Kölner Skyline (2018)

Der Flughafen Köln/Bonn (seit 1994 „Konrad Adenauer“, Markenauftritt Köln Bonn Airport, ) ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Köln. Er ist 12 km vom Kölner und 16 km vom Bonner Stadtzentrum entfernt. Gemessen am Passagieraufkommen war der Flughafen Köln/Bonn 2025 mit 10.060.452 Fluggästen der sechstgrößte Flughafen Deutschlands; mit einem Frachtaufkommen von 842.377 Tonnen war er zugleich der drittgrößte Frachtflughafen des Landes.

Er dient als Drehkreuz für die Frachtfluggesellschaften UPS Airlines und FedEx sowie als Basis der Billigfluggesellschaft Eurowings. Auf dem Areal ist die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung beheimatet. Bis September 2014 war er Heimatbasis der Regionalfluggesellschaft Lufthansa CityLine, bis 2020 der Billigfluggesellschaft Germanwings.

2020 wurde der Flughafen in der Skytrax World Airport Awards-Umfrage unter 13,5 Millionen Befragten zum zweitbesten Regional-Flughafen Europas gewählt, und weltweit auf Platz 3. 2014, 2015, 2016 und 2019 lag der Flughafen auf Platz 1 in Europa und Platz 2 weltweit. In der Kategorie World’s Top 100 Airports liegt der Flughafen 2020 unter den besten 30 weltweit. Außerdem wurde der Flughafen mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet.

Namensgebung Der Flughafen Köln/Bonn trägt seit 1994 den Namenszusatz Konrad Adenauer zu Ehren des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland und ehemaligen Oberbürgermeisters von Köln. Adenauer setzte sich sowohl während seiner Amtszeit als Bundeskanzler als auch in seiner Zeit als Oberbürgermeister intensiv für die Entwicklung des Flughafens ein. Seine Bemühungen trugen maßgeblich zur Förderung der zivilen Luftfahrt in Köln bei und ermöglichten die zivile Nutzung des Flughafens. Darüber hinaus spielte Adenauer eine zentrale Rolle in der Entscheidung, den Flughafen als Regierungsflughafen zu nutzen, was die Bedeutung des Flughafens für die Bundesrepublik weiter steigerte.

Bedeutung mini|Audiologo des Flughafens

Drehkreuz Köln/Bonn Der Flughafen Köln/Bonn ist eines der wichtigsten internationalen Frachtdrehkreuze in Deutschland und spielt eine zentrale Rolle im globalen Logistiknetzwerk. Er beheimatet bedeutende Frachtdienstleister wie DHL, UPS, mit seinem Europadrehkreuz, und FedEx, mit seinem Osteuropadrehkreuz, die täglich eine Vielzahl von weltweiten Zielen bedienen, darunter Nordamerika, Asien und Afrika. Er verfügt, da für den Flughafen kein Nachtflugverbot vorhanden ist, über einen Standortvorteil in NRW. Mit 873.000 Tonnen Fracht liegt der Flughafen in den Top-50 der größten Luftfracht-Umschlagplätze, europaweit auf Platz 6 und deutschlandweit auf Platz 3.

Darüber hinaus ist der Flughafen ein bedeutendes Hub für Billigfluggesellschaften wie Eurowings und Ryanair, die von hier aus zahlreiche Ziele innerhalb Europas bedienen. Bis zur Abwicklung der Germanwings 2020 war Köln/Bonn der Heimatflughafen der Fluggesellschaft Germanwings. 2023 konnten 9,8 Millionen Fluggäste am Flughafen gezählt werden, im vor Corona-Niveau lag die Passagierzahl 2019 bei 12,4 Millionen. Nach Passagieren liegt der Flughafen national auf Rang 6, hinter Hamburg und vor Stuttgart. Nach Verkehrseinheiten ist der Flughafen national auf Platz 5 zu verorten.

Staatliche Sicherheitsorganisationen

Regierungsflughafen und Militär Der Flughafen Köln/Bonn spielte während der Bonner Republik eine zentrale Rolle als Regierungsflughafen der Bundesrepublik Deutschland. Hier landeten zahlreiche Staatsoberhäupter, Regierungschefs und hochrangige Vertreter der Weltpolitik, um an Treffen und Verhandlungen teilzunehmen. Zu bedeutenden Persönlichkeiten zählen beispielsweise US-Präsident John F. Kennedy bei seinem Besuch 1963 und Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch 2005.

Aufgrund der ehemaligen Hauptstadt Bonn historisch ergründbar, stellt der militärische Teil des Flughafens den Hauptstandort der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung dar. Die Flugzeuge der Bundeswehr bringen Soldaten zu Auslandseinsätzen sowie Politiker und hochrangige Delegationen über Berlin zu Amtsbesuchen in die Welt. Auch die MRTT-Unit der NATO sowie die Canadian Operational Support der kanadischen Luftstreitkräfte operieren vom Flughafen aus.

Zivilschutz und Intensivtransport Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betreibt am Flughafen den Zivilschutz-Hubschrauber Christoph 3, ein Modell des Typs EC 135 T2i, der für die Versorgung Schwerverletzter, notfallmedizinische Einsätze und Luftrettung eingesetzt wird. Die ADAC Luftrettung nutzt den Intensivtransporthubschrauber Christoph Rheinland, welcher ebenso seine Basis auf dem Flughafen hat. Dieses Modell, ein H145, wird sowohl für den intensivmedizinischen Lufttransport als auch für Notfalleinsätze genutzt.

Der Flughafen wird auch als zentrale Drehscheibe für internationale Einsätze des Technischen Hilfswerks (THW) eingesetzt. Eine Kooperation zwischen Flughafen und THW ermöglicht schnelle Materialtransporte ins Ausland, wie zum Beispiel nach der Explosion in Beirut 2020. Das Material stammt aus dem neuen THW-Logistikzentrum in Hilden, das auf 42.000 m² umfangreiche Ausrüstung lagert. Ein Team bereitet Technik und Zollunterlagen vor, bevor alles über Köln/Bonn zu Einsatzorten weltweit verschickt wird.

Wirtschaftsfaktor Der Flughafen Köln/Bonn ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region und zählt zu den größten privatwirtschaftlichen Arbeitgebern vor Ort. Insgesamt sind rund 15.000 Menschen bei etwa 130 Unternehmen, Dienstleistern und Behörden am Flughafen beschäftigt. Die Flughafengesellschaft selbst beschäftigt über 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2023 erzielte der Flughafen einen Umsatzrekord von rund 342 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens erstreckt sich über die direkte Beschäftigung hinaus. Durch die Ansiedlung zahlreicher Unternehmen und Dienstleister entstehen zusätzliche Arbeitsplätze in Bereichen wie Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie, die vom Passagier- und Frachtverkehr profitieren. Zudem stärkt der Flughafen die regionale Wirtschaft, indem er als internationales Drehkreuz den Import und Export von Waren erleichtert und somit die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen erhöht. mini|Flughäfen in NRW

Lage und Verkehrsanbindung

Lage Der Flughafen Köln/Bonn liegt zwölf Kilometer südöstlich der Kölner Innenstadt sowie 16 Kilometer nordöstlich von Bonn. Das Flughafengelände befindet sich zum allergrößten Teil, darunter beide Terminals, die Frachthallen und Hangars, im Kölner Ortsteil Porz-Grengel. Der äußere südöstliche Bereich des Geländes, in welcher sich ein Teil der Start- und Landebahn 13R/31L befindet, liegt innerhalb Troisdorfs. Bis zur Eingemeindung von Porz in die Stadt Köln und anschließendem Anschluss an Grengel im Jahre 1975 gehörte der Flughafen zum Porzer Ortsteil „Flughafen“.

Im Passagierbereich konkurriert der Flughafen auf Landesebene insbesondere mit dem größeren und nur 49 km nördlich gelegenen Flughafen Düsseldorf, dem Flughafen Niederrhein und dem Flughafen Dortmund. Auch der Flughafen Frankfurt Main als größter deutscher Flughafen liegt im Einzugsbereich, da dieser mit dem ICE von Köln in 47 Minuten Fahrzeit erreichbar ist. Standortvorteil im Vergleich zur Konkurrenz ist der durchgängige Betrieb ohne Nachtflugverbot.

In Nachbarschaft zum Flughafen → Hauptartikel: Luftwaffenkaserne (Köln)

→ Hauptartikel: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

→ Hauptartikel: Europäisches Astronautenzentrum

Direkt angrenzend an den Flughafen Köln/Bonn befindet sich die Luftwaffenkaserne Wahn. Zum Flughafengelände gehörend ist dort die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung stationiert. Die MRTT-Unit der NATO (Multinational Multi-Role Tanker Transport Unit) verfügt über eine Basis, der „Forward Operating Base+“. Die Luftstreitkräfte Kanadas betreiben das Canadian Operational Support Hub (Europe). Die 300 Hektar große Kaserne beheimatet neben den fliegenden Verbänden unter anderem übergeordnete Kommandobehörden der Bundeswehr, wie dem Luftwaffentruppenkommando, dem Luftfahrtamt der Bundeswehr und dem Führungsunterstützungszentrum Luftwaffe.

Ebenso räumlich verbunden mit dem Flughafen liegen Forschungs- und Zentraleinrichtungen des DLR. Diese umschließen zum Beispiel das Institut für Werkstoff-Forschung oder den Europäischen transsonischen Windkanal. Das Europäische Astronautenzentrum stellt für die Ausbildung der Astronauten der ESA einen elementaren Bestandteil dar. Die Anlage LUNA ermöglicht eine Simulation von Mondaktivitäten.

Straßenverkehr Aufgebaut im „Drive-In“-Konzept ermöglicht der Flughafen eine direkte Verbindung zur Autobahn 59 und der Bundesstraße 8. Die eigene Autobahnabfahrt führt Fluggäste unmittelbar vor die Terminals und die Parkhäuser.

Es besteht ein breites Angebot an Taxi-, Carsharing-, sowie Mietwagen-Stationen.

Der zentrale Fernbusbahnhof Köln, lokalisiert neben Terminal 2, verbindet den Flughafen überregional mittels Anbietern wie FlixBus, Regiojet, BlaBlaCar Bus und dem polnischen Busbetreiber Sindbad.

Im öffentlichen Personennahverkehr bestehen mit der Buslinie 161 der KVB Verbindungen nach Porz, dem Bus SB60 der SWB-Verkehrsbetriebe nach Bonn und dem Bus 423 des RVK in den Rheinisch-Bergischen Kreis.vrs.de LinieLinienverlauf161Porz Markt – Porz Klingerstraße – Porz Bahnhof – Porz Celsiusstraße – Urbach Feuerwache – Urbach Kaiserstraße – Urbach Waldstraße – Urbach Antoniusstraße – Grengel Graf-Zeppelin Straße – Grengel Mauspfad – Flughafen Krieger Straße – Flughafen Personalparkplatz – Flughafen Köln/Bonn Terminal 1 – Flughafen Köln/Bonn Terminal 2SB60Bonn Hauptbahnhof – Mozartstraße – Frankenbad/Kunstverein – Innenministerium – Flughafen Köln/Bonn Terminal 1423Bensberg – Rösrath Bf – Königsforst – Flughafen Köln/Bonn Terminal 1

Schienenverkehr → Hauptartikel: Bahnhof Köln/Bonn Flughafen

Der Bahnhof Köln/Bonn Flughafen schließt den Flughafen an den regionalen wie überregionalen Schienenverkehr an. Die im Jahre 2004 errichtete Station ist Teil der ICE Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main. Als Element der Flughafenschleife, ein seinerzeit führendes Infrastrukturprojekt des Landes Nordrhein-Westfalens, ist der Flughafen einer von drei Flughäfen deutschlandweit, welcher an das ICE-Netz angeschlossen ist. Neben ICE-Verbindungen halten Regionalzüge und S-Bahnen am Flughafenbahnhof. mini|223x223px|Bahnhof Flughafen Köln/Bonn (2007) Der Bahnhof wurde nicht, wie im Wettbewerbsentwurf vorgesehen, als geschlossener Tunnel, sondern mit einem großen Glasdach gebaut. Unter dem gewölbten Glasdach befinden sich zwei Bahnsteige mit je zwei Gleisen zwischen Sichtbetonwänden. Eine große gläserne Treppe in der Mitte der Bahnsteige dient zum Bahnsteigwechsel und führt zu den beiden Notausgängen in der Mitte des Bahnhofs. Die Fahrtzeit vom Kölner Hauptbahnhof zum Flughafen beträgt mit dem Regional-Express 11 Minuten, vom Bahnhof Köln Messe/Deutz sind es 8 Minuten. Mit der S-Bahn dauert die Fahrt 3 Minuten länger.