Karl Robert Gustav Heinrich Werner (* 9. April 1878 in Braunschweig, Deutsches Kaiserreich; † 9. September 1939 in Berlin)Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Tempelhof, Nr. 794/1939 war ein deutscher Filmproduzent, Gründer der Karl Werner Film Berlin/Köln, Filmverleiher und Filmregisseur zur Stummfilmzeit.
Leben Karl Werner war einer der ersten Kölner Unternehmer, der auf dem noch neuen Geschäftsfeld der Kinematographie Fuß zu fassen suchte. Nach einem erfolgreichen Beginn als Filmverleihervgl. Zeugnisse bei Thorsten Schulz-Walden, , Hans-Günter Borowski: Im Apollo flimmerten Filme schon 1905, in: Leverkusener Anzeiger vom 23. Mai 2013. stieg er nach 1908 auch in die Filmproduktion ein.
Er hatte zuvor mit der Organisation von Boxkämpfen in der Stadt positive Erfahrungen gemacht; da solche Wettkämpfe seit den ersten gefilmten Sportberichtenbereits 1908 hatte der Kinounternehmer Alfred Duskes Aufnahmen von einer „Internationalen Ringkampf-Konkurrenz“ angefertigt und unter dem Titel „Ringkämpfer im Kinematograph: Internationaler Ringkampf 1908“ vermarktet, bei welchen laut GECD #11985 die Ringer [Simon] Antonitsch und Tom Belling zu sehen waren; ein Photo von Antonitsch (Antonić, geb. 15. Februar 1881, gefallen im Ersten Weltkrieg) bei genickbruch.com beim Kinopublikum auf lebhaftes Interesse trafen, veranstaltete er 1912 in Köln eine „Grosse internationale Ringkampf-Konkurrenz“, die er aufnehmen ließ und anschließend in drei Teilen („Gängen“)„Gang III“ trug zum Beispiel den Titel: „Der Riese Antonitsch-Serbien geg. Tom Belling-Engl.“, vgl. an die Kinobesitzer verkaufte. Im Juli 1911 hatten Karl und Wilhelm Werner die „Karl Werner GmbH“ gegründet,Handelsregister Köln HRB Nr. 1651 die 1912 mit „Die Geisternacht“ und „Die Dame in Schwarz“ auch erste Spielfilme produzierte.vgl. der Karl Werner GmbH Köln a.Rh. für den Film „Die Geisternacht“ aus: Der Kinematograph, Düsseldorf, Nr. 275 Die Brüder leiteten auch in Herne das Kino „Reformtheater“ in der Bahnhofstraße 15, das Karl Werner im November 1911 an neue Betreiber verkaufte.Reformtheater GmbH, Handelsregister Herne HRB Nr. 33
Werner stellte zwischen 1908 und 1921 insgesamt 277 Tonbilder, Spiel- und Dokumentarfilme her.Werner, Karl, Berlin/Köln in der The German Early Cinema Database Neben seinem Produktionsbüro in Köln am Waidmarkt 13–15 betrieb er ein Karl-Werner-Filmatelier in Berlin-Friedrichshain in der Großen Frankfurter Str. 105.vgl. Christa Aretz, Irene Schoor: Köln im Film. Filmgeschichte(n) einer Stadt. Verlag Emons, Köln 2004, S. 34–35 u. 366
Als Regisseure waren Waldemar Hecker, Louis Ralph, Alfred Werner, Willy Zeyn senior und Rudolf del Zopp für ihn tätig. Für ihn arbeiteten der Szenenbildner Kurt Dürnhöfer und der Kameramann Georg Paezel. Mehrfach traten bei ihm die Darsteller Josef Coenen, Senta Eichstaedt und Louis Ralph auf.
1912 produzierte er den Film „Zwei Schwestern“Originaltitel: De To Søstre nach einer Vorlage von H. v. Fich, mit dänischen Darstellern gedreht, vgl. GECD #39300 ; mit dem gleichen Titel gibt es auch eine skandinavische Volksballade, vgl. De to søstre in der norwegischen Wikipedia für die Rex Film GmbH Berlin.vgl. filmportal.de
1913 nahm er den Film „Weihnachtsfreud und -leid“, auch: „Friede auf Erden“, den Oskar Messter produziert hatte,vgl. : „Produktionsfirma: Messter (Film) Projektion, Berlin, Verleihfirma: Werner, Karl, Berlin/Köln No. 11“ in seinen Verleih.
Für die Stadtgeschichte bedeutsam sind heute seine in Köln gedrehten dokumentarischen Aufnahmen, z. B. sein Film von den „Beisetzungsfeierlichkeiten des Kardinals Fischer in Köln“, der am 30. Juli 1912 gestorben war.vgl.
Werners Firma produzierte seinerzeit so beliebte Krimi-Serien wie „Aus dem Leben eines Multimillionärs“ (I–VI), auch: »Aus dem Leben des Multimillionärs Lincoln«, mit Oskar Fuchs in der Titelrolle, »Lepain« (I u. II), gespielt von Louis Ralph, und »Nobody, der weibliche Detektiv« (I – III), den Senta Eichstaedt darstellte.
Zwei Mal führte er auch selbst Regie: 1914 bei dem von ihm produzierten Film „Evas Hemd“, ebenso 1921 bei dem Streifen „Liebes-Hintertreppen“. Da hieß seine Firma schon „K.W.-Film-Compagnie“.Industrie- und Handels-Adressbuch für Groß-Berlin und die Mark Brandenburg, Jg. 1922, Rubrik Film-Fabriken, S. 114
Nach 1922 sind keine Filme mehr von ihm bekannt.
Weblinks
Werner, Karl, Berlin-Köln in der The German Early Cinema Database
Einzelnachweise, Anmerkungen
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