Die Karl Werner GmbH Berlin/Köln war der Name einer westdeutschen Filmgesellschaft, die ursprünglich von dem Unternehmer Karl Werner in Köln als Firma Karl Werner, Film-Verleih und Verkaufsinstitut gegründet worden war und im Juli 1911 von Karl und Wilhelm Werner in die Karl Werner GmbH umgewandelt wurde.Handelsregister Köln HRB Nr. 1651 Sie hatte ihr Produktionsbüro in Köln am Waidmarkt 13–15 und unterhielt ein K.W.-Filmatelier in Berlin-Friedrichshain an der Großen Frankfurter Straße 105.Aretz-Schoor S. 34–35 u. 366. „Große Frankfurter Straße 105 – 1911-12 … Vitascope.. Große Frankfurter Straße 106 (142) … – 1913 Karl Werner GmbH.“ Cinegraph.de/ateliers Zur DDR-Zeit hieß die Straße erst Stalinallee, ab 1961 dann Karl-Marx-Allee.
Geschichte Die Gesellschaft produzierte zwischen 1908 und 1922 insgesamt 277 Spiel- und Dokumentarfilme.laut Aufstellung bei Darunter war auch eine Reihe von Tonbildern.das waren frühe Nadeltonfilme, zu denen der Ton von einer Grammophonplatte kam, vgl. Wedel S. 58 f., Zglinicki S. 281 f., Kalbus S. 5–6
Die Dokumentarfilme behandelten Aktualitäten ziviler wie militärischer Natur, brachten Reportagen aus Sport und Gewerbe und zeigten Bilder aus fernen Ländern. Für die zwischen 1908 und 1913 entstandenen Tonbilder wurden gern populäre Schlager aus Operetten und Opern hergenommen, zu denen es bereits von der Industrie hergestellte Grammophonaufnahmen gab, die man nur noch zu ‚bebildern‘ brauchte.wie das vor sich ging, beschreibt am Beispiele von Franz und Henny Porten anschaulich Zglinicki S. 282–283
Heute sind für die Geschichte der Stadt Köln vor allem die Dokumentarbilder von Interesse, die die Karl-Werner-Film in Köln aufnahm, wie die Reportagen von den Beisetzungsfeierlichkeiten prominenter Lokalpolitiker und Kirchenmänner aus den Jahren 1911 und 1912.vgl. dazu
Bei den Spielfilmen fallen neben den kurzen Komödien und den Gesellschaftsdramen die Kriminalfilm-Serien auf, die mit feststehenden Helden-Figuren verbunden waren, wie dem Multimillionär Lincoln, dem „berühmten Detektiv Charlie Gross“ oder der Detektivin Miss Nobody, mit welchen auf der Gegenseite Gestalten wie „Der Berliner Messerstecher“ oder der Verbrecherkönig Lepain um das Publikumsinteresse wetteiferten.
Das Unternehmen beschäftigte den Szenenbildner Kurt Dürnhöfer und den Kameramann Georg Paezel, als Regisseure arbeiteten für sie Waldemar Hecker, Louis Ralph, Alfred Werner, Willy Zeyn senior und Rudolf del Zopp. In den von ihr produzierten Filmen waren u. a. die Schauspieler Josef Coenen, Senta Eichstaedt und Louis Ralph zu sehen. Bei zweien führte Werner auch Regie.1914 bei dem von ihm produzierten Zweiakter „Evas Hemd“ und 1921 bei dem Streifen „Liebes-Hintertreppen“.
Der Produktionsfirma war auch ein Verleih angeschlossen.der z. B. 1913 den Oskar-Messter-Film „Weihnachtsfreud und -leid“, auch: „Friede auf Erden“ verlieh, vgl. : „Produktionsfirma: Messter (Film) Projektion, Berlin, Verleihfirma: Werner, Karl, Berlin/Köln No. 11“; Verleiherbeziehungen bestanden offenbar auch mit französischen Filmherstellern wie LUX oder ECLAIR, vgl. zu den „Purzel“- bzw. „Lemke“ (Patouillard)-Komödien; siehe auch Hans-Günter Borowski: Im Apollo flimmerten Filme schon 1905. In: Leverkusener Anzeiger, 23. Mai 2013: „Auch woher die frühen Filme bezogen wurden, geht aus den Notizen hervor: Vor allem von Karl Werner, einem Kölner Filmverleiher, der zu den Vorreitern der florierenden Branche gehörte.“ und Schulz-Walden 2013: “Boes und Born holten die Filme u. a. beim Kölner Filmverleiher Karl Werner ein.” (S. 2–3)
Zwischen 1919 und 1922 nannte Werner seine Firma nunmehr „K. W. Film Compagnie Berlin“.
Filmographie (Auswahl)
Tonbilder
Dokumentarfilme
Spielfilme
Literatur Christa Aretz, Irene Schoor: Köln im Film. Filmgeschichte(n) einer Stadt. Verlag Emons, Köln 2004, 384 Seiten Gerald Bär: Das Motiv des Doppelgängers als Spaltungsphantasie in der Literatur und im deutschen Stummfilm (= Internationale Forschungen zur allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, Band 84 ), Verlag Rodopi, 2005, ISBN 978-90-420-1874-7, Länge 718 Seiten Hans-Günter Borowski: Im Apollo flimmerten Filme schon 1905. In: Leverkusener Anzeiger, 23. Mai 2013 Thomas Elsaesser, Michael Wedel: Kino der Kaiserzeit: zwischen Tradition und Moderne. Verlag Edition Text + Kritik, 2002, ISBN 3-88377-695-5 Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. Band 2: Der Tonfilm. Cigaretten-Bilderdienst, Altona-Bahrensfeld 1935 Jürgen Kasten: Der expressionistische Film. MAkS Publikationen, Münster 1990 Filmgeschichte(n) einer Stadt. Köln im Film (1900–1914) Thorsten Schulz-Walden: Als die Bilder laufen lernten – ein Stück Kinogeschichte wiederentdeckt. Stadtarchiv Leichlingen 2013, leichlingen.de (PDF) Michael Wedel: Der deutsche Musikfilm. Archäologie eines Genres. Edition Text + Kritik, München 2007, ISBN 978-3-88377-835-8. Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Geschichte der Kinematographie und ihrer Vorläufer. Rembrandt Verlag, Berlin 1956.
Weblinks
K.W.Film Compagnie Berlin/Köln bei GECD #76
Einzelnachweise
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