Maria Schüler (* 19. Juni 1939 in Großenhain) ist eine deutsche Hörspiel-Dramaturgin, ÜbersetzerinMaria Schüler: Studie zum Ungarischen Hörspiel im DDR-Rundfunk, Weimarer Beiträge, Heft 2/1984, Berlin-Weimar 1984, S. 224–235 und Hörfunkmoderatorin.

Leben Nach dem Abitur in Großenhain studierte sie von 1957 bis 1962 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald Kunsterziehung und Germanistik für das Lehramt Oberstufe. Von 1962 bis 1966 war sie als Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule Bützow in Mecklenburg tätig und wechselte danach in die Hauptabteilung Funkdramatik beim Rundfunk der DDR, wo sie im Lektorat der Hörspielabteilung zu arbeiten begann. Als Stipendiatin von Magyar Rádió, Budapest qualifizierte sie ihre ungarischen Sprachkenntnisse und gehörte zu den Gründungsmitarbeiterinnen der 1970 für den DDR-Hörfunk installierten Abteilung Internationale Funkdramatik, wo sie als Dramaturgin Hörspiele aus den Sprachbereichen Ungarn, Afrika und Asien verantwortete. In dieser Zeit hat sie ca. 60 ungarische und ebenso viele Stücke aus Afrika und Asien zur Sendung gebracht.Kristiane Lichtenfeld: Weltgewinn Hörspiel – Zwei Jahrzehnte Internationale Funkdramatik im Rundfunk der DDR, Luisenstädtischer Bildungsverein e.V., Berlin, März 1993, S. 4 ff

Ab Dezember 1989 brachte sich Maria Schüler als Redakteurin und Moderatorin von verschiedenen Frauensendungen in die Programme von Radio DDR und ab September 1990 bei Sachsen Radio Leipzig ein, organisierte im Februar 1991 unter dem Titel Nachbarn mitten in Europa eine zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk im Polnischen Kultur- und Informationszentrum in Leipzig veranstaltete Osteuropa-Konferenz mit Gästen aus Warschau, Prag, Budapest, Pécs, Kiew und MünchenDS-Kultur: Länderreport Sachsen vom 22. Februar 1991 mit Redebeiträgen von Gerhard Friedel, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks; Adam Krzemiński, Kulturredakteur der polnischen Zeitschrift Polityka; Djula Kuroc, Kulturattaché der ungarischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland und anderen und konzipierte für eine künftige Kulturwelle des Mitteldeutschen Rundfunks eine Osteuropa-Redaktion. Wie allen ihren Kollegen von Sachsen Radio, welches unter die Einrichtung nach Art. 36 des Einigungsvertrages fiel, wurde Maria Schüler zum 31. Dezember 1991 gekündigt.

Im Januar 1992 wurde Maria Schüler als Moderatorin und Redakteurin beim Mitteldeutschen Rundfunk eingestellt und arbeitete für das Hörfunkprogramm MDR KULTUR zunächst innerhalb eines wöchentlichen Europa-Magazins, später im Bereich Kultur aktuell. In ihren großformatigen Gesprächssendungen hatte sie Persönlichkeiten wie Péter Nádas, György Konrád, Imre Kertész, Adolf Muschg, Paul Parin, Kaća Čelan, Alexander Tisma oder Uri Avnery zu Gast. Nach einer Programmreform im Mai 1996 wurde ihr eine Tätigkeit als Feature-Redakteurin angeboten, die sie bis zum Ende ihrer Berufstätigkeit 2001 in einem mit dem ORB und SFB kooperierten Programm für Hörfunk-Dokumentationen ausübte.Originalton Deutschland: Radiofeature 1992-1997, Hrsg. Holger Jackisch, Concept-Verlag Leipzig 1997

Maria Schüler ist geschieden, hat einen Sohn und lebt in Berlin-Mitte.

Hörspiele als Dramaturgin (Auswahl) 1970: Béla Balázs: Heimkehr, Regie: Helmut Hellstorff 1972: Rabindranath Tagore: Chitra, Regie: Peter Groeger 1976: Alexei Nikolajewitsch Arbusow: Altmodische Komödie, Regie: Peter Groeger 1976: Athol Fugard: Blutsband, Regie: Fritz Göhler 1980: Athol Fugard: Sizwe Bansi ist tot, Regie: Achim Scholz 1980: Ferenc Karinthy: Bösendorfer, Regie: Edith Schorn 1981: Urbán Gyula: Alle Mäuse mögen Käse, Regie: Ingeborg Medschinski 1982: Sei Kurashima: Das Läuten des Windglöckchens, Regie: Albrecht Surkau 1984: Ferenc Molnár: Liliom, Regie: Peter Groeger 1985: István Örkény: Familie Tót, Regie: Peter Groeger 1986: Mihály Vörösmarty: Csongor und Tünde, Regie: Laszlo Bozo 1987: Wole Soyinka: Der Häftling, Regie: Rainer Schwarz 1987: Jura Soyfer: Vineta, Regie: Peter Groeger 1989: Magda Szabó: Friedensschluss, Regie: Peter Groeger 1989: Vijay Tendulkar: Der leere Stuhl der Miss Shaku Dalvi, Regie: Beate Rosch

Bearbeitungen und Übersetzungen von Hörspielen (Auswahl) 1967: Viktor Rosow: Klassentreffen (Hörspielbearbeitung), Regie: Uwe Haacke 1973: Kinoshita Junji: Der Abendkranich (Hörspielbearbeitung), Regie: Edith Märtin 1977: Harumi Setouchi: Nächtliche Stimmen (Hörspielbearbeitung), Regie: Helmut Hellstorff 1979: Bela Horgas: Der Pappelpalast (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Ingeborg Medschinski 1982: Erzsébet Galgóczi: Noch ist nicht aller Tage Abend (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Helmut Hellstorff 1985: Iván Mándy: Träum' schön, Mädel (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Ingeborg Medschinski 1988: Zsuzsa Vathy: Hotel Garni (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Beate Rosch 1989: György Spiró: Geplätscher (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Beate Rosch 2002: Pàl H Bàrdos: Der Nachtwächter (Übersetzung aus dem Ungarischen), Regie: Peter Groeger

Radio-Features (Auswahl) 1996: Klari Csaba: Episode eines Krieges – Der ungarische Aufstand 1956 (Mitautorin, Übersetzerin), Regie: Sabine Ranzinger, MDR 1997: Wolfgang Knape: Gärtner der englischen Königin oder: Ein Sachse im Glück (Redakteurin), Regie: Hannelore Hippe, MDR 1997: Gerhard Rentzsch: Sie haben Ragtime gespielt – Die Titanic-Legende (Redakteurin), Regie: Jürgen Dluzniewski (MDR) als Hörbuch D>A<V 2000, ISBN 9783898130790Maria Schüler: Davonkommen oder Untergehen - Dreimal TITANIC in der HörSpielBühne, in: Triangel - Das Programmjournal, Mai 1998, Heft 5, 3. Jg., S. 36–38, MDR, Leipzig 1998 1998: Oksana Bulgakowa: Eine Nacht im Kreml – Stalin, Eisenstein und Iwan der Schreckliche (Redakteurin), Regie: Rainer Schwarz, MDR 1998: Claudia Strauven: Taler, Taler, du musst wandern – Ersatzwährungen in unserer Zeit (Redakteurin), Regie: Waclaw Stawny, MDR 1998: Barbara Felsmann: Leben von einem zum anderen Tag – Die Bürstenmacherfamilie Steinbrück (Redakteurin), Regie: Karin Hutzler, MDR 1998: Ed Stuhler: Drei Töchter der DDR erzählen – Frauenprotokolle (Redakteurin), Regie: Jürgen Dluzniewski, MDR 1998: Ilse Ziegenhagen, Fritz Jahn: Hildegard von Bingen – Auf dem Weg zu einem Idol (Redakteurin), Regie: Nikolai von Koslowski, MDR 1998: Martina Krüger: Die Meistermacherin Jutta Müller – Ein Leben auf dem Eis (Redakteurin), Regie: Waclaw Stawny, MDR 1999: Ed Stuhler: Der Wunsch, geliebt zu werden, löst die Verwandlung aus – Lebenswelten der Gisela May (Redakteurin), Regie: Rainer Schwarz, MDR 1999: Claudia von Zglinicki: Mamsellchen und Geheimer Rat – Goethe und Christiane Vulpius (Redakteurin), Regie: Jürgen Dluzniewski, MDR 1999: Johannes Berger; Bodo Sperr: Nicht euer Wort, wir wollen eure Taten – Die Weimarer Nationalversammlung von 1918 (Redakteurin), Regie: Sabine Ranzinger, MDR 1999: Maria Schüler: Der Stacheldraht von Sopron – Ungarn öffnet seine Westgrenze (Autorin, Übersetzerin), Regie: Henry Bernhard, MDRMaria Schüler: Der Stacheldraht von Sopron - Anmerkungen zu einem Datum: 11. September 1989, in: Triangel - Das Programmjournal, September 1999, Heft 9, 4. Jg., S. 66–69, MDR, Leipzig 1999Der Stacheldraht von Sopron, Neues Deutschland, 11. September 1999 1999: Johannes Berger: S'edles Gloos – Geschichten und Leute aus Lauscha (Redakteurin), Regie: Waclaw Stawny, MDR 1999: Ulrich Grober: Hochschule für Weitblick – Erkundungen in Tharandt (Redakteurin), Regie: Sabine Ranzinger, MDR 1999: Karin Ney: Musik ist, glaube ich, das Fundament meines Lebens – Artur Brauner singt (Redakteurin), Regie: Waclaw Stawny, MDR 2001: Thomas Wieck: Der Tod des Carl Friedrich Goerdeler – Ein Politiker im Dritten Reich (Redakteurin), Regie: Rainer Schwarz, MDR

Auszeichnungen Aktivistin Orden Banner der Arbeit Medaille für Verdienste um die ungarische Kultur – Ungarisches Kulturministerium, 1984

Einzelnachweise

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