mini|Götzkapelle mini|Altar der Götzkapelle mini|Kreuzstein an der Götzkapelle

Marquardsholz ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Marquardsholz liegt in der Gemarkung Hofstetten.

Lage Das Dorf liegt circa einen Kilometer südlich des Zentrums von Hilpoltstein auf der Landterrasse einer vom Oberen Burgsandstein und Feuerletten gebildeten Schichtstufe.Geologische Karte 6833 1:25.000 Download beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (ZIP 31.187 kB) In Hilpoltstein und in Solar zweigen von der Staatsstraße 2238 Gemeindeverbindungsstraßen nach Marquardsholz ab.

Die Dorfflur war Anfang des 19. Jahrhunderts 177 Hektar groß.Wiessner, S. 35

Geschichte 1364 wurde Marquardholz erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich Mässinger hier ein Eichstätter Lehen erhielt.Felix Mader: Geschichte der südlichen Seglau (Ehem. Eichstättisches Amt Jettenhofen.) = Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 53 (1937), S. 1 Am 10. November 1424 ist Marquardsholz in einer in Nürnberg abgefassten Urkunde erwähnt; der Eichstätter Bischof Johann verlieh dem Nürnberger Patrizier Heinrichen Slüsselfelder unter anderem ein Gut zu „Markartsholcz“, das er von Wilhelm Grossen von Meckenhausen gekauft hatte.C. H. von Lang und Maximilian von Freyberg: Regesta sive Rerum Boicarum Autographa... , Volumen XIII, München 1954, S. 46

Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 kam das Gebiet um Hilpoltstein und damit auch Marquardsholz, zu dieser Zeit aus drei Höfen bestehend, zum neuen Territorium der „Jungen Pfalz“. Wohl durch Hofteilungen oder durch Rodung entstanden immer mehr Höfe; 1604 waren es sechs Höfe, von denen einer bischöflich-eichstättisch und einer reichsstädtisch-nürnbergisch war, ein weiterer dem Kloster Seligenporten gehörte und drei im Besitz der Patrizierfamilie Fürer zu Nürnberg waren.Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598-1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 28, siehe Schließlich gab es neun Höfe, die sich im Alten Reich vier Grundherrschaften teilten: Vier gehörten der Fürer’schen Güteradministration zu Nürnberg, drei dem pfalz-neuburgischen, ab 1777 kurbaierischen Rentamt Hilpoltstein, einer dem Klosteramt Seligenporten und einer war frei eigen. Die hohe Gerichtsbarkeit übte der Pfleger des Landesherrn zu Hilpoltstein aus. Das Dorf war in die katholische Pfarrei Hilpoltstein gepfarrt.Wiessner, S. 224 1801 heißt es, dass es in Marquardsholz zwei eichstättische, zum Pfleg- und Kastenamt Obermässing gehörende Untertanen gibt.Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, III. Bd., Ulm 1801, Spalte 455; so auch bei Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries-Eichstätt-Greding. München 1959, S. 78

Im Königreich Bayern (1806) wurde Marquardsholz dem Steuerdistrikt Hilpoltstein unterstellt. Als mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Hofstetten entstand, wurde Marquardholz dieser zugewiesen.Wiessner, S. 253 1875 gab es in Marquardsholz bei 45 Einwohnern 39 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 889

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Hofstetten mit ihrem Gemeindeteil Marquardsholz im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Hilpoltstein eingegliedert.

Ab den 1970/80er Jahren wandelte sich der Dorfcharakter von rein landwirtschaftlicher Prägung hin zu einem bedeutenden Siedlungsort der Stadt Hilpoltstein. Heute wohnen hier über 400 Personen.

Einwohnerentwicklung 1818: 49 (9 „Feuerstellen“ = Herdstätten/Anwesen; 11 Familien)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 57 1836: 44 (9 Häuser)Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 82 1861: 40 (10 Gebäude; Ortsname hier: Marquardstein)J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 713 1871: 45 (23 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 889 1900: 41 (9 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1219 1937: 45 (darunter 5 Protestanten)Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, S. 507 1950: 63 (11 Anwesen)Wiessner, S. 253 1961: 52 (14 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 795 1970: 81Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 1. Mai 1978, München 1978, S. 166 1987: 173 (49 Wohngebäude, 54 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 348 Ca. 2010: 427 2019: 434

Götz-Kapelle Die Kapelle am östlichen Ortsrand wurde 1949 an der Stelle errichtet, an der der katholische Pfarrer Georg Götz aus Hilpoltstein bei einer Flurprozession 1948 verstorben ist. Sie ist mit einem Altar aus der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts ausgestattet, auf dem eine Christusfigur steht.Informationstafel in der Kapelle; Kleinod erstrahlt in einem neuen Glanz. In: Hilpoltsteiner Zeitung vom 31. August 2011 Neben der Kapelle steht ein mittelalterlicher Kreuzstein. Die Kapelle gilt als Baudenkmal.

Vereine Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Marquardsholz, 1982 gegründet

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Hilpoltstein Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1364