Das BRG 18 in Wien-Währing wird in der Unterstufe (1.–4. Klasse) als Realgymnasium mit Geometrisch Zeichnen, Textilem und/oder Technischem Werken und in der Oberstufe mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt mit Laborunterricht geführt.

Geschichte

1879 wurde die Unterrealschule (Unterstufe) gegründet, im Jahr 1885 übersiedelte die Schule in das neue Gebäude am heutigen Standort in der SchopenhauerstraßeFestschrift: 100 Jahre Schulgebäude Schopenhauerstraße 49. Ein Jahr später erfolgte die Erweiterung durch die Oberrealschule (Oberstufe). 1914 erfolgte die Einrichtung der RealgymnasiumsFestschrift: 50 Jahre Bundesrealgymnasium Wien XVIII. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude durch Bombentreffer stark beschädigt. 1996/97 erfolgte eine Generalsanierung sowie der Zubau des Mehrzwecksaales. Bereits ein Jahr darauf wurde auch das Dachgeschoß ausgebaut. Seitdem wurden laufend Verbesserungen an der Infrastruktur vorgenommen, beispielsweise kamen ein Internet-Café und ein weiterer EDV-Saal hinzu. Die Schulklassen wurden außerdem mit Smartboards und Beamer ausgestattet.

Staatsunterrealschule Durch die Zuwanderung Währinger Bürger in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts änderte sich die Berufsstruktur völlig. Es gab immer weniger Bauern, aber immer mehr Privatangestellte und Beamte, die ins nahe Wien pendelten. Diese neuen Bürger wünschten sich für ihre Kinder eine höhere Schulbildung, so dass im Herbst 1879 eine Staatsunterrealschule mit zwei ersten Klassen und 79 Schülern (!) in einem Haus der Währinger Gemeinde in der Marktgasse 22 (in der heutigen Teschnergasse) eröffnet wurde. Die Schulform entsprach etwa der heutigen Unterstufe.

1880 erfolgte die Übersiedlung in das neu errichtete Schulgebäude Schulgasse 57.

Staatsoberrealschule mini|Gedenktafel zur Gründung der Oberrealschule Währing In den nächsten Jahren bemühte man sich um die Weiterführung in die Oberstufe. 1884 bewilligte das Unterrichtsministerium die provisorische Einrichtung einer fünften Klasse. Dieses Provisorium wurde jährlich um einen Jahrgang erweitert, bis schließlich am 14. September 1886 die definitive Vervollständigung zur K.K. Staatsoberrealschule genehmigt wurde.

Schulhaus: Schopenhauerstraße 49 mini|Gedenktafel zur Errichtung des Schulgebäudes in der Schopenhauerstraße 49 Am 20. November 1884 beschloss der Währinger Gemeindeausschuss den Bau eines neuen Schulgebäudes in der heutigen Schopenhauerstraße 49. Zwei Gedenktafeln im Inneren der Schule erinnern an die Errichtung. Der Bau wurde vom Währinger Architekten Michael Fellner (vom Hochbaudepartement der niederösterreichischen Statthalterei) geleitet. Die Bauzeit betrug weniger als ein Jahr. Bereits im November 1885 übersiedelte die Realschule in das neue Gebäude. Die Innenausstattung der Schule war der damaligen Zeit entsprechend dürftig: es gab kein elektrisches Licht, in jedem Stockwerk nur eine Bassena und der Fußboden bestand aus einfachen Holzbrettern.

Platzmangel Das gute Ausbildungsangebot und die tolle Ausstattung im Bereich der Naturwissenschaften führte bereits zur Jahrhundertwende zu beengten Verhältnissen. Jedoch war das einst auf freiem Gelände errichtete Schulgebäude mittlerweile zwischen Häusern eingekeilt, so dass eine Erweiterung nicht möglich war.Neue Wiener Abendblatt vom 6. November 1909

Realgymnasium Am 20. Juni 1914 erteilte das kaiserlich-königliche Ministerium für Kultus und Unterricht seine Zustimmung zur Errichtung eines Privatrealgymnasiums im XVIII. Wiener Gemeindebezirk (Erlass Z 27 498). Der „Verein zur Förderung des Schulwesens im XVIII. Wiener Gemeindebezirk“ bestellte Josef Fritsch zum Leiter der Anstalt und die Gemeinde Wien stellte die nötigen Räume in der Volksschule Cottagegasse 17 zur Verfügung.

Im September 1914 wurde die erste Klasse mit 54 Schülern (45 davon aus Währing) eröffnet. Das Schulgeld betrug 50 Kronen sowie 11 Kronen Lehrmittelbeitrag im Jahr.

Der Schultyp des Realgymnasiums vereinte, durch die Schulreform 1908, die Vorteile der bestehenden Realschulen (ohne Latein) und der Gymnasien (ohne Darstellender Geometrie), womit den Absolventen der Universitätszugang zu humanistischen und technischen Fächern ermöglicht wurde.

Erste Republik Im Jahre 1929 feierte die Schule ihren fünfzigsten Geburtstag, in deren Rahmen eine Gedenktafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler enthüllt wurde.

Durch die zunehmende Klassenzahl des im Aufbau befindlichen Realgymnasiums machte sich bald Raummangel bemerkbar und der Schulerhalter machte sich auf die Suche nach einem neuen Gebäude. Da für einen Neubau kein Geld vorhanden war, überließ schließlich die Gemeinde Wien dem Vereinsrealgymnasium 1923 die ehemalige Knabenvolksschule Schopenhauerstraße 66 (Ecke Leitermayergasse 45). Hier gab es zehn Klassenzimmer, eine Direktionskanzlei und zwei Mansarden auf dem Dachboden für die Aufbewahrung von Lehrmitteln.

In den Jahren 1933/34 standen auch Klassenzimmer im angrenzenden Volksschulgebäude Leitermayergasse 45 zur Verfügung. Dieses Schulgebäude besteht heute nicht mehr. Nach der Auflassung der Realschule 1936 übersiedelte das Vereinsgymnasium schließlich in das Gebäude Schopenhauerstraße 49. Das Vereinsrealgymnasium, das für die Anschaffung von Lehrmitteln wenig Geld zur Verfügung hatte, erbte bei dieser Gelegenheit die Lehrmittelsammlungen für Biologie, Physik, Geschichte und Geographie der Realschule.

Oberschule für Jungen Nach der Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich wurde das private Vereinsgymnasium verstaatlicht und erhielt eine neue Schultypenbezeichnung. Der Krieg hinterließ Spuren nicht nur am Gebäude, langsam begann die Auflösung der Schule: zuerst wurden jüngere Lehrer und ältere Oktavaner einberufen, dann traf es auch jüngere Schüler. Die eingezogenen Lehrer wurden durch Pensionisten ersetzt. Ein Bombentreffer in der Leitermayergasse machte den Physik- und Chemiesaal unbenutzbar.

Nach dem Krieg 1945 wurde die Schule von der Republik Österreich übernommen und als Bundesschule weitergeführt.

Bevor der Unterricht wieder aufgenommen werden konnte, mussten zahlreiche Kriegsschäden notdürftig beseitigt werden. Die steigende Schülerzahl in den 1950er Jahren erforderte zunächst die Nutzung der Sonderunterrichtsräume als Klassenräume, bis schließlich Platz in der ehemaligen Volksschule Leitermayergasse 47 als Expositur gefunden werden konnte.

1959 berichtete der Kurier in einer Beilage über den schlechten baulichen Zustand der Schule „... der Verputz ist abgeschlagen, der Fußboden hat breite Fugen .... von den 21 Klassen dieser Schule müssen elf auswärts unterrichtet werden...“.

Bis 1964 dauerte die Generalsanierung des Gebäudes, bei der zahlreiche Räume verlegt, Fußböden erneuert, alle Klassen mit Wasseranschluss versehen sowie die Sondersäle mit neuen Installationen und neuen Möbeln ausgestattet wurden. Der Plan, den Hof zu einer Leichtathletikanlage mit Aschenbahn zum Kugelstoßen und Sprunggrube mit Sandbett auszubauen, konnte ebenso wie die Idee des Elternvereins, den Hof zu überdachen, nicht realisiert werden.

Schulfahne mini|Fahne des Schopenhauer Realgymnasiums Die Abbildung der ehemalige Schulfahne zeigt die Schutzheiligen der 1892 eingemeindeten Vororte, aus denen der 18. Bezirk Währing gebildet wurde:

Hl. Laurentius – ihm war früher die Gertrudkirche (die Schulkirche) geweiht – Ortsteil Währing (Mitte) Hl. Sebastian – Pestsäule in Salmannsdorf (links oben) Hl. Nepomuk – Nepomuk-Kapelle in Gersthof (rechts oben) Hl. Ägydius mit dem Reh – Patron der alten Pötzleinsdorfer Kirche (links unten) Hl. Rochus (Hirte) Kirchenpatron von Neustift (rechts unten) Zwei Winzer mit einer riesigen Weintraube repräsentieren den Bezirksteil Weinhaus (ganz unten)

Mädchen und Computer In den nächsten Jahren folgten immer wieder Umbauten und Erneuerungen, der Platz war eng und man versuchte immer wieder neue Räumlichkeiten für neue Herausforderungen zu schaffen und notwendige Instandhaltungen zu erledigen.

Im Schuljahr 1979/80 öffnete das RG 18 seine Tore auch für Mädchen.

1984/85 wurde erstmals die Unverbindliche Übung EDV angeboten. Die dafür notwendigen Geräte wurden in einem Klassenraum im ersten Stock (heutiger Direktionsbereich) untergebracht.

Im Sommer 1985 mutierte die Schule wieder zur Großbaustelle: alte Türen und Türstöcke wurden ausgetauscht, die Elektroinstallation wurde verbessert, Fußböden saniert und zahlreiche Räume ausgemalt.

Ab dem Schuljahr 1985/86 wurde der Pflichtgegenstand Informatik unterrichtet.

Generalsanierung Im Schuljahr 1996/97 wurde das Stammhaus in der Schopenhauerstraße 49 einer umfangreichen Sanierung unterzogen. Die ganze Schule wurde ausgesiedelt, das gesamte Inventar verpackt und der Unterricht fand in zwei Exposituren statt:

Expositur Leitermayergasse 47: Direktion und Oberstufenklassen Expositur Wilhelm-Exner-Gasse 5A: Administration und Unterstufenklassen

Dabei wurde der Unterrichtsbeginn um 15 Minuten versetzt, so dass die Lehrer in der „Pause“ (ohne Stundenverlust) von der Exner Gasse in die Leitermayergasse wechseln konnten.

Neben der neuerrichteten zentralen Schulbibliothek mit Internetanschluss wurde in der Abt-Karl-Gasse in einem BUWOG-Wohnhaus ein neuer Turnsaal gebaut. Dieser konnte schon am Ende des Schuljahres für sportliche Aktivitäten genutzt werden. Anstelle des alten Turnsaals im Gebäude Schopenhauerstraße wurde ein Mehrzweckraum errichtet.

Erster Webauftritt Nach der ersten Präsentation der (offline) Schulhomepage zum Tag der offenen Tür, am 23. November 1996 in der Expositur Wilhelm-Exner-Gasse und weiteren Recherchen ging die rein HTML-basierende Website im Sommersemester 1997 online.

Dachgeschoßausbau Bei der offiziellen Übergabe des funktionssanierten Schulhauses durch Elisabeth Gehrer am 15. September 1997 gab die Ministerin bekannt, dass der Dachbodenausbau bereits bei der BIG bestellt sei und einem zügigen Weiterbauen nichts im Wege stehe. Diese Erweiterung des Schulraums wurde seit Jahren von allen Vertretern der Schule angestrebt, um endlich alle Schüler in einem Gebäude unterzubringen. Die ersten Besichtigungen des Dachgeschoßes durch Architekten und Planer fanden bereits im Oktober statt.

Im Juni wurden die ersten Baucontainer aufgestellt und mit der Demontage des Fußbodens samt Schüttung begonnen. Das Abtragen eines Kamins brachte einen massiven Staubeinbruch in den EDV Saal 2. Offenbar waren elektrische Leitungen und Verteilerkästen in nicht mehr verwendete Kamine gesetzt worden.

Die Demontagearbeiten im Dachgeschoß verursachten am Beginn der Sommerferien einen Wasserleitungsbruch im Chemiesaal, so dass das Konferenzzimmer überflutet wurde. Die bestehende Zwischendecke wurde durch eine Betonauflage verstärkt. Dabei brach die bestehende Decke im Bereich des Ganges zum Physiksaal und der Beton landete im 2. Stock.

Dabei verzögerte sich die Lieferung der Stahlkonstruktion für den neuen Dachausbau. Dadurch wurde das alte Dach erst Ende August abgetragen. Starke Regenfälle am letzten Ferienwochenende und in den ersten Schulwochen setzten nicht nur den 2. Stock unter Wasser, sondern auch einige Räume im 1. Stock und Teile der Bibliothek im Erdgeschoß.

Doch nun schritten die Bauarbeiten rasch voran, die Stahlkonstruktion wurde endlich geliefert, gleich darauf die Decke montiert und mit Beton aufgefüllt. Mitte November war der Innenausbau voll im Gange: Zwischenwände wurden aufgestellt, elektrische Leitungen und Datenleitungen für Computeranschlüsse verlegt, Heizkörper montiert und angeschlossen.

Mit Beginn des 2. Semesters konnten alle Schüler unter einem Dach untergebracht werden. Es erfolgte die Bestellung der Möbel nicht rechtzeitig und die Schüler mussten nun mit den bereits abgewohnten Möbel aus der Expositur vorlieb nehmen. Viele der alten Sessel hatten keine „Gummifüße“ mehr und beschädigten so den neuen Holzfußboden.

Untergeschoß Umgestaltung