Der Schrötzenhof (auch „Schrötzerhof“, „Schretzenhof“) ist ein abgegangener Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Patersholz in der heutigen Stadt Hilpoltstein im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.

Lage Der Ortsteil lag circa 600 Meter nördlich von Pyras und circa 120 Meter nordöstlich des Löffelhofs sowie circa 100 Meter nördlich des ebenfalls abgegangenen Lotterhofs.Schrötzenhof im BayernAtlas: Uraufnahme (1808–1864)

Geschichte Der Hof ist der Güterbeschreibung von 1544 enthalten, welche die Reichsstadt Nürnberg über das zwei Jahre zuvor an sie verpfändete pfalz-neuburgische Amt Hilpoltstein anfertigen ließ. Der Hof gehörte grundherrschaftlich dem Zisterzienserinnenkloster Seligenporten und wurde daher auch „Klosterhof“ genannt; in den Regesten des Klosters, die bis einschließlich 1342 vorliegen,Franz Xaver Buchner: Regesten des Klosters Seligenporten 1242–1342. In: Histor. Verein Neumarkt in der Oberpfalz, 3. Jahresbericht für 1906, S. 48–66 kommt der Hof nicht vor, wird also erst danach in den Besitz des Klosters gekommen sein. Er bildete mit fünf anderen Höfen den damaligen Weiler Lottershof.Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), S. 224

Auch nach einem pfalz-neuburgischen Verzeichnis von 1604 gehörte der „Schretzerhof“ dem Kloster Seligenporten; er war nach Jahrsdorf gepfarrt.Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598–1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 30, 49 f., siehe

1818 bestand die Einöde „Schrezenhof“ aus vier „Feuerstellen“, also Häusern, in denen vier Familien wohnten, insgesamt 19 Personen. Auch für 1832 ist von vier Häusern in „Schretzenhofen“ die Rede, bewohnt von 15 Personen.Repertorium des topographischen Atlasblattes Schwabach, 1832. S. 22; Joseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. 2. Band. Erlangen: Joh. Jac. Palm und Ernst Enke 1832, S. 618 Die Matrikel des Bistums Eichstätt vermelden für 1836 keine Katholiken in „Schretzenhof“.Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 91 (Nr. 83)

In einem Verzeichnis der deutschen Schulen in der Oberpfalz heißt es 1866, dass die Kinder des „Schrötzerhofes“ nach Jahrsdorf zur Schule gehen, „wenn katholische Besitzer darauf sind“. Ansonsten war die protestantische Pfarrei Eysölden für die Schulbildung zuständig.Friedrich Zahn und Leonhard Reisinger: Statistik der deutschen Schulen im Regierungsbezirke der Oberpfalz und von Regensburg, Regensburg 1866, S. 175 f. 1867 bestand der Hof nur noch aus zwei Gebäuden, in denen acht Personen wohnten. 1871 hatte der Schrötzenhof nur noch zwei Bewohner, die fünf Rinder hielten, 1885 waren es drei Einwohner in einem Wohngebäude. Im amtlichen Ortschaftenverzeichnis Bayerns für 1900 ist der Hof nicht mehr aufgeführt. 1937 wird er als „abgegangen“ bezeichnet.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt, I. Band: Eichstätt 1937, S. 888

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Roth Kategorie:Geographie (Hilpoltstein) Kategorie:Ersterwähnung 1544 Kategorie:Wüstwerdung im 20. Jahrhundert