Fritz Metzger (* 1. Oktober 1907 in Savino Selo, , Batschka; † 1991) war ein Politiker und Verbandsfunktionär im Königreich Jugoslawien und Königreich Ungarn.

Leben Der Diplom-Landwirt Fritz Metzger war 1934/35Friedrich Spiegel-Schmidt, Loránt Tilkovsky, Gerhard Seewann, Norbert Spannenberger: Akten des Volksgerichtsprozesses gegen Franz A. Basch, Volksgruppenführer der Deutschen in Ungarn, Budapest 1945/46. Oldenbourg, 1999. ISBN 3-486-56485-4, S. 46. ein jugoslawiendeutscher Erneuerer der ersten Stunde.Michael Lehmann, u. a.: Die katholischen Donauschwaben in den Nachfolgestaaten 1918–1945. Pannonia-Verlag, Freilassing 1972, S. 424. In: Georg Wildmann, Friedrich Spiegel-Schmidt: , Anmerkung 346.Franz Wilhelm: Mittelpunkt der deutschen Bewegung in Syrmien, Slavonien und Kroatien, Rumaer Dokumentation 1745–1945, Donauschwäbische Kulturstiftung. S. 145. Er war Stellvertreter des „Führers der Erneuerungsbewegung“, Jakob Awender.Josef Janko: Weg und Ende deutschen Volksgruppe in Jugoslavien. S. 35 Mit Hans Albrecht und Gustav Halwax gehörte Metzger zu den ersten „Jugendführern“ nationalsozialistischer Prägung.Das Echo: Mit Beiblatt Deutsche Export Revue. Wochenzeitung Für Politik, Literatur, Export und Import. Ausgabe 54. S. 52. Metzger, Gauleiter der Erneuerungsbewegung der Batschka, wurde im Mai 1938 „zum Schutze des Staates“ auf Weisung der Regierung von Milan Stojadinović von der Radikalen Volkspartei und dessen Innenminister Anton KorošecValentin Oberkersch: Die Deutschen in Syrmien, Slawonien, Kroatien und Bosnien. Donauschwäbische Kulturstiftung, Arbeitskreis für Donauschwäbische Heimat- und Volksforschung 1989. ISBN 3-926276-07-X, S. 244. für kurze Zeit in Haft genommen.Johann Böhm: Die deutsche Volksgruppe in Jugoslawien 1918–1941: Innen- und Außenpolitik als Symptome des Verhältnisses zwischen deutscher Minderheit und jugoslawischer Regierung. Peter Lang, 2009. ISBN 3-631-59557-3, S. 265. Metzger forderte 1939 die Einführung des Führerprinzips im Schwäbisch-Deutschen Kulturbund.Dušan Biber: Nacizem in Nemci v Jugoslaviji: 1933–1941. Cankarjeva založba, 1966. S. 384. Nach der Vereinnahmung des Kulturbundes durch die Nationalsozialisten wurde Metzger von Volksgruppenführer Josef Janko zum „Leiter des Bauernamtes“ ernannt.Josef Janko: Weg und Ende deutschen Volksgruppe in Jugoslavien. Stocker, 1982. ISBN 3-7020-0415-7, S. 156. Während einer gesundheitlichen Unpässlichkeit Jankos beauftragte dieser im Dezember 1940 Metzger, von der Volksdeutschen Mittelstelle für den Fall eines Kriegsausbruchs Waffen zum persönlichen Schutz der Volksgruppenführung zu erbitten.Valentin Oberkersch: Die Deutschen in Syrmien, Slawonien, Kroatien und Bosnien. Donauschwäbische Kulturstiftung, Arbeitskreis für Donauschwäbische Heimat- und Volksforschung 1989. ISBN 3-926276-07-X, S. 267.

Nach der Beendigung der Kriegshandlungen zwischen Jugoslawien und den Achsenmächten verblieb Metzger in der von Ungarn beanspruchten Batschka und wurde „Landesbauernführer“ im Volksbund der Deutschen in Ungarn.Josef Janko: Weg und Ende deutschen Volksgruppe in Jugoslavien. Die Batschkaer Gebietsführung des Kulturbundes agierte nach Angliederung der Batschka 1941 an Ungarn sehr selbstbewusst und forderte die Anerkennung des Kulturbundes als Körperschaft öffentlichen Rechts und die Teilautonomie deutschsprachiger Gemeinden; beides wurde jedoch von der ungarischen Regierung nicht gewährt. Innerhalb der Fraktion der radikalen Batschkaer Erneuerer gehörte Fritz Metzger zum „weltanschaulichen Flügel“ und agierte gegen die „zu weiche“ Linie des ungarischen Volksgruppenführers Franz Anton Basch.Georg Wildmann, Friedrich Spiegel-Schmidt: In BudapestFrank-Rutger Hausmann: „Auch im Krieg schweigen die Musen nicht“: die Deutschen Wissenschaftlichen Institute im Zweiten Weltkrieg. Max-Planck-Institut für Geschichte, Vandenhoeck & Ruprecht, 2002. ISBN 3-525-35181-X, S. 49. wurde er zum Landesleiter des Wirtschaftlichen Kriegsdiensts der Heimat ernannt.Norbert Spannenberger: Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938–1944 unter Horthy und Hitler. Oldenbourg Verlag, 2005. ISBN 3-486-57728-X, S. 467. Dieser Dienst bestellte u. a. auch die Felder jener Deutschen, die in der Königlich Ungarischen Armee Militärdienst leisteten, um „die Geschlossenheit und einheitliche Front der Südostdeutschen“ stärker zum Ausdruck zu bringen, als Beitrag zur „Steigerung der Wirtschaftsleistung der südosteuropäischen Deutschen Volksgruppen“.Norbert Spannenberger, Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938–1944 unter Horthy und Hitler. Oldenbourg Verlag, 2005. ISBN 3-486-57728-X, S. 336, 337. Metzger war der Ansicht, dass sowohl die im Mittelalter angesiedelten als auch die im 18. Jahrhundert eingewanderten deutschen Bauern zwei Aufgaben wahrgenommen hätten, „als Wehrbauern dem Anprall des Ostens standzuhalten“ und die mitteleuropäische Kultur zu festigen, indem sie „bäuerliche Ordnung und wirtschaftliche Kultur“ ins Land brachten. Beide Aufgaben „meisterten die Donauschwaben in beispielgebender Weise“.Norbert Spannenberger, Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938–1944 unter Horthy und Hitler. Oldenbourg Verlag, 2005. ISBN 3-486-57728-X, S. 315. Kurz nach dem Abschluss der Waffen-SS-Werbung in Ungarn erhielten führende Volksbundfunktionäre ihren Einberufungsbefehl zur Königlich Ungarischen Armee, so auch der Leiter des Landesbauernamtes Fritz Metzger.Norbert Spannenberger, Der Volksbund der Deutschen in Ungarn 1938–1944 unter Horthy und Hitler. Oldenbourg Verlag, 2005. ISBN 3-486-57728-X, S. 323.

Einzelnachweise

Kategorie:Funktionär des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Ungarn) Kategorie:Politiker (Jugoslawien) Kategorie:Politiker (Königreich Ungarn, 1920–1946) Kategorie:Jugoslawiendeutscher Kategorie:Landesbauernführer Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Mann